Artikel im Deutschen!

Hallo zusammen,

meine Freundin ist Kasachstan-Deutsche. Manchmal hat sie Schwierigkeiten den richtigen Artikel zu finden ( z.B. „Ich benutze DIE Straße“ aber „Ich fahre auf DER Straße“).
Erschwerend: im Russischen haben Bezeichnungen für die selben Dinge oder Personen verschiedene Artikel.

Meine Frage:
Gibt es keine einfache Regel, an die man sich im Fall der Artikel halten kann?

So wie:
-Die wird zu der:
„Die Sonne scheint“ … „Das hat mit der Sonne zu tun“
-Der wird zu dem:
„Der Wind weht“… „Vom (von dem) Wind verweht“

Ich fürchte das läuft auf die (seltsamen) 4 Fälle hinaus.

mit freundlich/em/e/er/en Gruß
Christoph

Hallo Christoph,

die FAQ:188 gibt da umfänglich Auskunft.

Gandalf

Danke für den Link.
Es gibt also keine einfache Regel.
:sunglasses:

Gruß @ Gandalf.

Christoph

Hi,

Erschwerend: im Russischen haben Bezeichnungen für die selben
Dinge oder Personen verschiedene Artikel.

Geschlecht (Genus) meinst du hier sicher. Denn das Russische kennt keine Artikel.

Ansonsten… nee, eine einfache Regel gibt’s da nicht. Am besten 'ne farbige Tabelle machen, wo man sich die Struktur vllt. einprägen kann (m, n, f, pl):

NOM: der das die die
AKK: den das die die
GEN: des des der der
DAT: dem dem der den

Grüße,

  • André

Hallo,

„Die Sonne scheint“ … „Das hat mit der Sonne zu tun“
-Der wird zu dem:
„Der Wind weht“… „Vom (von dem) Wind verweht“

Ich fürchte das läuft auf die (seltsamen) 4 Fälle hinaus.

Ja, genau. Die einzige Regel, nach der es hier läuft setzt die 4 Fälle voraus:
wer, wessen, wem wen.
Ich lese aus Deiner Anfrage heraus, dass Du sie noch nicht so recht verinnerlicht hast? Für einen Muttersprachler sind sie aber tatsächlich sehr einfach. Für jemanden, der Deutsch als Fremdsprache lernt, ist es dagegen höllisch.

Beispiel: „Die Sonne scheint.“ Um herauszufinden, in welchem Fall „die Sonne“ steht, muss ein Muttersprachler nur nach der Sonne fragen: Wer scheint? Fragewort „wer“ zeigt den 1. Fall an. Also muss man den Artikel für den 1. Fall setzen: der/die/das (hier: die, weil Sonne weibl.)

Ein Fremdsprachler muss sich dagegen merken, dass das Subjekt des Satzes immer im 1. Fall steht.

Beispiel: Das hat mit xy zu tun. – Muttersprachler-Frage: Mit wem hat es zu tun? Also 3. Fall.
Ausländer dagegen müssen sich merken, dass das Objekt des Satzes im 2., 3. oder im 4. Fall stehen kann und müssen auswendig wissen, welche Verben den 3. und welche den 4. Fall erfordern. (Geht meines Wissens nur durch Auswendiglernen, 2. Fall ist recht selten).

Beantwortet das Deine Fragen?

Viele Grüsse, Walkuerax

Hallo Walkuerax,

Ich lese aus Deiner Anfrage heraus, dass Du sie noch nicht so
recht verinnerlicht hast? Für einen Muttersprachler sind sie
aber tatsächlich sehr einfach.

Ich bin Muttersprachler und kann den richtigen Artikel finden, aber erklären wie kann ich nicht. Wahrscheinlich weil ich es durch „Nachplappern“ gelernt habe.
Ich dachte durch das Fragen in den 4 Fällen käme man weiter. Aber ich muß da ja auch erst wissen, wie ich fragen soll. Also keine Hilfe.

(Geht meines Wissens nur durch Auswendiglernen)

Das befürchte ich jetzt auch.

Beantwortet das Deine Fragen?

Ja, danke.
Gruß und schönes WE

Christoph

Hi,

Ansonsten… nee, eine einfache Regel gibt’s da nicht. Am
besten 'ne farbige Tabelle machen, wo man sich die Struktur
vllt. einprägen kann (m, n, f, pl):

NOM: der das die die
AKK: den das die die
GEN: des des der der
DAT: dem dem der den

Eine farbige Tabelle? Wie meinst du das? Von allen gebräuchlichen Nomen?

Gruß
Christoph

Hi Gandalf,

danke für den Tip.
Man muss nicht alles wissen, sondern nur wo es geschrieben steht.

Dafür hast du einen Stern verdient. ´weiss aber nicht wie man die reinstellt.

Gruß
Christoph

Hallo,

Eine farbige Tabelle? Wie meinst du das? Von allen
gebräuchlichen Nomen?

jeweils ein Beispiel (Maskulinum, Femininum, Neutrum) dürfte doch ausreichen - die Tabelle könnte dann so aussehen:

Artikel: DER DIE DAS 
\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ 

Nominativ (Wer? Was?) der (Mann) die (Frau) das (Kind) 

Genitiv (Wessen?) des (Mann[e]s) der (Frau) des (Kind[e]s) 

Dativ (Wem?) dem (Mann) der (Frau) dem (Kind)

Akkusativ (Wen? Was?) den (Mann) die (Frau) das (Kind)

Gruß
Kreszenz

Zum Beispiel so, ja. Mit farbig meinte ich, dass man die Artikel, die gleich sind, in einer Farbe zu kennzeichnen, so dass man auf den ersten Blick sieht, was gleich ist.
Dazu empfiehlt es sich, von der unsinnigen Anordnung der Fälle (1. Fall, 2. Fall usw.) abzusehen und Akkusativ zusammen mit Nominativ aufzulisten und auch bei den Genera Maskulin und Neutrum nebeneinanderzuplatzieren, da diese sich oft ähnlich verhalten.

Leider kann man hier ja nichts bunt machen, sonst hätt ich’s mal getestet.

Grüße,

  • André

Dazu empfiehlt es sich, von der unsinnigen Anordnung der Fälle
(1. Fall, 2. Fall usw.) abzusehen und Akkusativ zusammen mit
Nominativ aufzulisten

Ja, sofern der Nicht-Muttersprachler durchgehend nach diesem Modell lernt/unterrichtet wird.
Ob das in Schulen/Lehrwerken für DaF schon konsequent so gehandhabt wird, weiß ich nicht - für jemanden, der sich (z. B. mit Hilfe von Freunden, die es „traditionell“ gelernt haben) die Vier-Fälle-Reihenfolge schon halbwegs eingeprägt hat, würde die Sache dadurch nur noch komplizierter und verwirrender. Das gilt nach meiner Erfahrung übrigens auch für deutsche Muttersprachler.

Gruß
Kreszenz

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Dazu empfiehlt es sich, von der unsinnigen Anordnung der Fälle
(1. Fall, 2. Fall usw.) abzusehen und Akkusativ zusammen mit
Nominativ aufzulisten

… würde die Sache dadurch nur noch komplizierter und
verwirrender. Das gilt nach meiner Erfahrung übrigens auch für
deutsche Muttersprachler.

Ja, die Erfahrung mache ich auch immer wieder, wenn ich plötzlich irgendwo eine Tabelle mit der Reihenfolge N-A-G-D sehe. Man ist an dieses „ich, meiner, mir, mich“ schon so gewohnt …

Das Schwierigste beim Slowakisch-Lernen war für mich auch die Reihenfolge der Fälle, denn traditionell ist die Reihenfolge N-G-D-A-V(okativ)-L(okal)-I(nstrumental), während ich seit Jahren vom Litauischen (und – ohne V – auch vom Russischen) an N-G-D-A-I-L-V gewöhnt bin. Wenn dann das gewohnte Russische „my-nas-nam-nas-nami-o nas“ im Slowakischen „my-nás-nám-nás-o nás-nami“ heißt, kann das schon sehr verwirren.

Liebe Grüße
Immo