Artikel in Audio und Hifi

Hallo!

Könnt ihr euch bitte mal die Artikel im Brett Audio und Hifi zum Thema „Verbindung PC-Verstärker“ ansehen?
Mich würde eure Meinung interessieren, da ich mir nicht vorstellen kann, wie das Herumdrehen des Steckers in der Steckdose das Verhalten eines Gerätes irgendwie verändern kann. Es darf ruhig richtig ins Detail gehen. Wenn es denn etwas bewirkt, dann würde ich gern genau wissen wie.

Gruß

Michael

Hallo Michael,

erklären kann ich mir dieses Phänomen auch nicht so recht und konnte mir auch noch kein anderer, aber das Drehen des Netzsteckers (ob mit oder ohne Erdung) hinterläßt seltsamerweise tatsächlich Spuren. Ich hatte mal einen Grundig-Fernseher, bei dem man die Programmwahl über „Haut-Sensoren“ (Finger überbrückt 2 Elektroden, Hautwiderstand führt zu kleinem Stromflu etc.) treffen konnte - vielleicht kennst Du diese alte Methode noch. Eines Tages konnte ich keine Programme mehr schalten. Der Fernsehtechniker meinte, ich solle den Netzstecker drehen. Ich habs getan - und tatsächlich, es funktionierte wieder. Der Fernseer war nicht geerdet, sodaß Norberts Theorie nicht anwendbar ist und der Fernseher sollte auch mittels Schaltnetzteil vom Netz galvanisch entkopplt sein, so daß das Drehen eigentlich hätte nichts bewirken können/dürfen - aber es tat es doch und zwar in reproduzierbarer Weise !!

Vielleicht findet sich aber doch noch jemand, der uns diesen Effekt erklären kann.

Gruß Harry

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Hallo Michael,

erklären kann ich mir dieses Phänomen auch nicht so recht und
konnte mir auch noch kein anderer, aber das Drehen des
Netzsteckers (ob mit oder ohne Erdung) hinterläßt
seltsamerweise tatsächlich Spuren. Ich hatte mal einen

Hallo allerseits

ich kann mir das Phänomen nur so erklären, das die kapazitive Kopplung der beiden Leitungen/Strompfade zur Geräte-Masse nicht symetrisch ist. Dieses Problem hats Du auch bei einem Übertrager, da die Wicklung irgendwo anfangen muss. Der Abstand zur Masse kann dabei verschieden sein, und damit auch die parasitäre Kapazität.

Liegen auch noch höherfrequente Signale auf der Netzleitung (Oberwellen, etc.), eventuell auch noch unsymetrisch, kann das zum besagten Phänomen führen, vor allem wenn weitere Geräte an der gleichen Netzleitung hängen und deren Signalmasse unterneinander Verbunden sind,
(Video-Rekoder - Fernseher - Antennenverstärker; HiFi-Anlage - CD-Player - Tape-Deck, ect.).

Grüße
Josef

seltsamerweise tatsächlich Spuren. Ich hatte mal einen
Grundig-Fernseher, bei dem man die Programmwahl über
„Haut-Sensoren“ (Finger überbrückt 2 Elektroden,
Hautwiderstand führt zu kleinem Stromflu etc.) treffen konnte

  • vielleicht kennst Du diese alte Methode noch. Eines Tages
    konnte ich keine Programme mehr schalten. Der Fernsehtechniker
    meinte, ich solle den Netzstecker drehen. Ich habs getan - und
    tatsächlich, es funktionierte wieder. Der Fernseer war nicht
    geerdet, sodaß Norberts Theorie nicht anwendbar ist und der
    Fernseher sollte auch mittels Schaltnetzteil vom Netz
    galvanisch entkopplt sein, so daß das Drehen eigentlich hätte
    nichts bewirken können/dürfen - aber es tat es doch und zwar
    in reproduzierbarer Weise !!

Vielleicht findet sich aber doch noch jemand, der uns diesen
Effekt erklären kann.

Hallo,
gerade bei Fernsehern war es in früheren Jahrzehnten so, daß
die Stromversorgung nicht galv getrennt war. Es wurde eine
sogenannter Spartrafo verwendet. Je nachdem wie herum man den
Netzstecker steckte hatte das Chassis vom Fernsehers dann also
das N oder L Potential. Dem entsprechend unterschiedlich können
Störungen von außen wirken. Nach meiner Kenntnis funktionierten
die Berüchrungssensoren auch nicht auf Hautwiderstand, sondern
auf kapazitive Störeinkopplung. Bei Berührung wurde also eine
Störspannung durch den Körper (als Antenne) auf einen hochohmigen
Verstärkereingang gegeben, verstärkt und dann getriggert.
Die Triggerschwelle darf natürlich nicht zu niedrig liegen, so
daß bei zu geringer kapazitiver Störeinkopplung die
Schaltung nicht reagiert. Das ist dann unter Umständen auch
davon abhängig welches Potential die Schaltungsmasse gerade hat.
Gruß Uwi

Hallo Uwe,

gerade bei Fernsehern war es in früheren Jahrzehnten so, daß
die Stromversorgung nicht galv getrennt war. Es wurde eine
sogenannter Spartrafo verwendet.

manchmal schon. Sehr häufig wurde gar kein Trafo vervendet. Bei alten Röhrengeräten wurde mit einem Einweggleichrichter die Netzspannung direkt gleichgerichtet und damit alle Stufen versorgt. Bei Farb-TVs, die eine höhere Betriebsspannung benötigten, wurden sogar Spannungsverdopplerschaltungen eingesetzt. Auch die in den 70-er Jahren modernen Thyristor-Zeilenablenkungen wurden direkt mit der Netzspannung versorgt. Es war lediglich eine Phasenanschnitt-Regelung zur Stabilisierung der Betriebsspannung zwischengeschaltet. Die Trafos dienten meistens nur zur Versorgung der Transistorschaltungen und ICs.

Je nachdem wie herum man den
Netzstecker steckte hatte das Chassis vom Fernsehers dann also
das N oder L Potential.

Das war meistens nur bei den Röhrengeräten. Etwa ab den 70-er Jahren wurden Brückengleichrichter eingesetzt, sodaß weder N- noch L-Leiter direkt am Chassis anlagen. Allerdings lag immer Spannung auf dem Chassis. Das erforderte ein Umdenken der Techniker, die es gewohnt waren, an einem spannungsfreien Chassis arbeiten zu können, wenn nur der Netzstecker richtig gepolt war.

Dem entsprechend unterschiedlich
können
Störungen von außen wirken.

Nicht nur Störungen von Außen. Die Netzspannung auf dem Chassis kann ja selbst die Ursache der Störung sein.

Nach meiner Kenntnis
funktionierten
die Berüchrungssensoren auch nicht auf Hautwiderstand, sondern
auf kapazitive Störeinkopplung. Bei Berührung wurde also eine
Störspannung durch den Körper (als Antenne) auf einen
hochohmigen
Verstärkereingang gegeben, verstärkt und dann getriggert.
Die Triggerschwelle darf natürlich nicht zu niedrig liegen, so
daß bei zu geringer kapazitiver Störeinkopplung die
Schaltung nicht reagiert. Das ist dann unter Umständen auch
davon abhängig welches Potential die Schaltungsmasse gerade
hat.

Diese Methode gab es sicher auch, war aber, soweit ich weiss, nicht üblich. Weil sie eben durch die Polarität des Netzsteckers stark beeinflusst werden kann, ist sie nicht so zuverlässig. Weit verbreitet waren tatsächlich Sensoren, die auf den Hautwiderstand reagierten. Mit hochohmigen Widerständen wurden die Sensorflächen sicherheitsmäßig vom Chassis entkoppelt.
Bei kapazitiven Sensoren gab es noch eine andere Technik. Über eine kleine Kapazität wurde eine hochfrequente hohe Wechselspannung auf die Sensorfläche eingekoppelt, die über eine ebenfalls kleine Kapazität wieder ausgekoppelt und verstärkt wurde. Berührte man den Sensor, verursachte die relativ große Eigenkapazität des Körpers einen Kurzschluß der Wechselspannung und das ausgekoppelte Signal verschwand. Die kleinen Koppelkapazitäten dienten auch gleichzeitig der galvanischen Netztrennung.

Jörg