Hallo Uwe,
gerade bei Fernsehern war es in früheren Jahrzehnten so, daß
die Stromversorgung nicht galv getrennt war. Es wurde eine
sogenannter Spartrafo verwendet.
manchmal schon. Sehr häufig wurde gar kein Trafo vervendet. Bei alten Röhrengeräten wurde mit einem Einweggleichrichter die Netzspannung direkt gleichgerichtet und damit alle Stufen versorgt. Bei Farb-TVs, die eine höhere Betriebsspannung benötigten, wurden sogar Spannungsverdopplerschaltungen eingesetzt. Auch die in den 70-er Jahren modernen Thyristor-Zeilenablenkungen wurden direkt mit der Netzspannung versorgt. Es war lediglich eine Phasenanschnitt-Regelung zur Stabilisierung der Betriebsspannung zwischengeschaltet. Die Trafos dienten meistens nur zur Versorgung der Transistorschaltungen und ICs.
Je nachdem wie herum man den
Netzstecker steckte hatte das Chassis vom Fernsehers dann also
das N oder L Potential.
Das war meistens nur bei den Röhrengeräten. Etwa ab den 70-er Jahren wurden Brückengleichrichter eingesetzt, sodaß weder N- noch L-Leiter direkt am Chassis anlagen. Allerdings lag immer Spannung auf dem Chassis. Das erforderte ein Umdenken der Techniker, die es gewohnt waren, an einem spannungsfreien Chassis arbeiten zu können, wenn nur der Netzstecker richtig gepolt war.
Dem entsprechend unterschiedlich
können
Störungen von außen wirken.
Nicht nur Störungen von Außen. Die Netzspannung auf dem Chassis kann ja selbst die Ursache der Störung sein.
Nach meiner Kenntnis
funktionierten
die Berüchrungssensoren auch nicht auf Hautwiderstand, sondern
auf kapazitive Störeinkopplung. Bei Berührung wurde also eine
Störspannung durch den Körper (als Antenne) auf einen
hochohmigen
Verstärkereingang gegeben, verstärkt und dann getriggert.
Die Triggerschwelle darf natürlich nicht zu niedrig liegen, so
daß bei zu geringer kapazitiver Störeinkopplung die
Schaltung nicht reagiert. Das ist dann unter Umständen auch
davon abhängig welches Potential die Schaltungsmasse gerade
hat.
Diese Methode gab es sicher auch, war aber, soweit ich weiss, nicht üblich. Weil sie eben durch die Polarität des Netzsteckers stark beeinflusst werden kann, ist sie nicht so zuverlässig. Weit verbreitet waren tatsächlich Sensoren, die auf den Hautwiderstand reagierten. Mit hochohmigen Widerständen wurden die Sensorflächen sicherheitsmäßig vom Chassis entkoppelt.
Bei kapazitiven Sensoren gab es noch eine andere Technik. Über eine kleine Kapazität wurde eine hochfrequente hohe Wechselspannung auf die Sensorfläche eingekoppelt, die über eine ebenfalls kleine Kapazität wieder ausgekoppelt und verstärkt wurde. Berührte man den Sensor, verursachte die relativ große Eigenkapazität des Körpers einen Kurzschluß der Wechselspannung und das ausgekoppelte Signal verschwand. Die kleinen Koppelkapazitäten dienten auch gleichzeitig der galvanischen Netztrennung.
Jörg