Artus und die Ritter der Tafelrunde

Hallo!
Ich habe mir letztens den Film: „Der erste Ritter“ im TV angeguckt und festgestellt, dass mir große Teile der richtigen Artus-Sage fehlen - kenne nur die „Nebel von Avalon“ und diverse Artus-Filme, die den Stoff alle mehr oder weniger aus bestimmten Blickwinkeln betrachten.

Suche eine schöne, gut lesbare Version der Artussage (bitte nicht in mittelhochenglisch :wink:).
Oder gibts auch für englische Sagen sowas wie den Schwab (Klassische Sagen des Altertums)?

Danke für Eure Buchtipps,
Birgit

Auch hallo!

Deine Verwirrung ist nachvollziehbar. Zur Klärung: DIE Artussage in ihrer endgültigen Form gibt es nicht. Das, was wir als Bestandteile der „richtigen“ Artussage empfinden, stammt aus den verschiedensten Quellen und Sagenkreisen, und ist - mit Artus, Merlin, der Tafelrunde, der Gralssuche usf. - eigentlich erst im 15. Jahrhundert entstanden (in Malorys „Le Morte d’Arthur“). Auch der „Perceval“ von Chré(s)tien de Troyes (12. Jh.) enthält schon recht viel von dem, was wir zur Artussage dazuzählen.

Wenn Du in modernerem Stil etwas darüber lesen willst, hast Du deswegen IMMER ein bißchen mehr oder weniger willkürliche Schwerpunktsetzung dabei.

Als ganz originelle und angenehme Lektüre im Artus-Umfeld empfand ich:

Terence Hanbury White
Der König auf Camelot
(4 Romane in 2 Teilbänden)
bei Klett-Cotta

  • modernere, eigenwillige & sehr gute Nacherzählung des „Morte d’Arthur“

Wilfried Westphal
„Einst wird kommen ein König…“
Artus - Wahrheit und Legende
(Sachbuch - leider vergriffen, aber in einigen Bibliotheken vorhanden)

  • führt sehr gut die verschiedenen Quellen und Elemente des Sagenkreises an

Die umfangreichen Romanwerke von Bradley, Stewart, Paxson, Cooper usw. usf. stellen, wie ich persönlich finde, keine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Sagenmaterial dar (wie es zB. Evangeline Waltons Mabinogion-Roman für den walisischen Sagenkreis tut), sondern nehmen sich diese beliebten Requisiten zur Hand, um mehr oder weniger gelungene Standard-Fantasy zu schreiben. Wie Du ganz richtig bemerkt hast, tun das die Filme in ähnlicher Weise („Excalibur“ z.B. ist der definitiv schlechteste Film, den ich in diesem Genre je gesehen habe)

Liebe Grüße,

hendrik

eigentlich erst im 15. Jahrhundert
entstanden (in Malorys „Le Morte
d’Arthur“).

Das gibt es auch in deutscher Übersetzung und zwar neuhochdeutsch.

Auch der „Perceval“ von
Chré(s)tien de Troyes (12. Jh.) enthält
schon recht viel von dem, was wir zur
Artussage dazuzählen.

Parzival gibt es auch in deutscher Fassung und zwar von Wolfram von Eschenbach, also auf Mittelhochdeutsch. (Bei Reclam auch zweisprachig: mittel-/neuhochdeutsch.)

Ein gewisser Geoffry Ashe (Hoffentlich habe ich das richtig buchstabiert.) Ist in einem Buch den historischen Wurzeln von Arthus auf den Grund gegangen.

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

eigentlich erst im 15. Jahrhundert
entstanden (in Malorys „Le Morte
d’Arthur“).

Das gibt es auch in deutscher Übersetzung
und zwar neuhochdeutsch.

Falls Du die dreibändige Inselausgabe meinst: die liest sich dennoch recht mühselig, wenn man in diesem Sprachgebrauch nicht drin ist.

Auch der „Perceval“ von
Chré(s)tien de Troyes (12. Jh.) enthält
schon recht viel von dem, was wir zur
Artussage dazuzählen.

Parzival gibt es auch in deutscher
Fassung und zwar von Wolfram von
Eschenbach, also auf Mittelhochdeutsch.
(Bei Reclam auch zweisprachig:
mittel-/neuhochdeutsch.)

Das ist aber dann eben auch ein anderes Werk, das - soweit ich mich erinnere - eine freie Verarbeitung de Troyes darstellt und sich eher von den Artusbezügen distanziert als seine Vorlage. Im übrigen ist hier die Knechtsche Prosaübertragung recht eingängig.

Ein gewisser Geoffry Ashe (Hoffentlich
habe ich das richtig buchstabiert.) Ist
in einem Buch den historischen Wurzeln
von Arthus auf den Grund gegangen.

Stimmt, das war - wenn man’s, wie den Westphal auch, kritisch liest - ganz informativ (Geoffrey Ashe heißt er, war fast korrekt).

Ach ja: von Ruth Schirmer gibt es eine passabel ins Lesbarprosaische gebrachte Version der Geschichte von „Lancelot und Ginevra“ (Manesse).

Gruß,
Wiesel

Auguste Lechner: König Artus
Das schönste Buch über die Artus-Sage ist meiner Meinung nach von Auguste Lechner: König Artus.

Ist aber ein Jugendbuch und - und das ist wirklich schlimm - : ich glaube, es ist vergriffen und wird auch nicht neu aufgelegt (bin mir aber nicht sicher).

Dieses Buch war für mich wie eine „Einstiegsdroge“ in die Artus-Geschichte - und habe danach alles darüber gelesen, was ich bekommen konnte …

Danke an alle Arturianer
Hallo, ihr Artusexperten!

Ihr habt mir richtig Lust aufs Schmökern gemacht. Ich werde mal in der Stadtbibliothek nach den vergriffenen Sachen fahnden oder im Buchhandel blättern. Bin gespannt, was so alles in Camelot passiert ist…

DANKE!
Birgit

Hallöchen!
Ich hätte da einen Tip für dich:
Marion Zimmer Bradley
ist eine deutsche version
Viel Glück noch bei der weiteren Suche
Ela

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