Arzt melden - wie und wo?

Hi,

Ähm, ich persönlich finde es immer schlimm zu hören, daß Ärzte

sich auf einmal mit wirtschaftlichem Denken auseinandersetzen
müssen. Jeder Selbständige in Deutschland, jede Firma muss das
sowieso! Ein BWL-Studium ist da sicherlich etwas übertrieben,
aber man sollte sich durchaus kaufmännisch denken und ein
wenig Ahnung von Buchhaltung haben.

Und wenn jetzt das Argument kommt, daß die Abrechnung so
wahnsinnig kompliziert ist, kann ich dem nicht folgen. In der
Privatwirtschaft gibt es auch Abrechnungsmodalitäten jenseits
von gut und böse.

Sicherlich polarisiere ich mit diesem Post, ich will hier
keinem vor den Kopf stoßen, nur wird hier von Tätigkeiten
gesprochen, die für andere schon immer selbstverständlich
waren.

Gruss,
Julia

Hi Julia!

Da hast du sicher etwas falsch verstanden!? Es geht hier nicht nur um die Privatwirtschaft. Bei Selbstständigen Handwerksmeistern, o.a., also NICHTMEDIZINERN mag dein Argument wohl stimmen! Ärzte haben den Eid des Hippokrates geschworen, sollen sich um das Wohlergehen von Menschen kümmern, das oft um das Risiko von Leben und Tod. Das ist das eigentliche Tätigkeitsfeld von Ärzten (wohl nicht vergleichbar mit dem Rest der Privatwirtschaft?)und nicht, sich durch die politisch entgegenstehende Abrechnungsgesetze der Gesundheitsministerin durchzuwühlen. Sowas bekommst du als Patientin doch auch zu spüren (?). Oder hat dein Orthopäde, oder Hausarzt (nur Beispiel) etwa mehr als ca. 12,-€ im QUARTAL für dich zur Verfügung?
Dies können aber auch nur Tätige aus dem Gesundheitswesen verstehen. Man kann eben nicht alles über einen Kamm scheren.

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Hi,

kleine Nachhilfestunde in Sachen wirtschaftliches Denken: Der Begriff bedeutet auch, sich zu überlegen, ob man irgendeine Arbeit ausführen kann oder nicht. Wenn Firma XY sich überlegt, ne, das produzieren wir nicht, die produktionskosten sind so hoch, dass wir einen Preis verlangen müßten den keiner zahlt - machen wir nicht. Oder FirmaAB denkt sich, wir kündigen ein paar Mitarbeitern, damit wir kosten sparen, dann git es auch recht wenig Getöse.
Was aber, wenn der Arzt jetzt sagen muss, nein, ich behandle sie nicht, weil ich das von der Krankenkasse nicht gezahlt bekomme - aber sie können mich ja direkt bezahlen? (gibts ja schon) Oder er verschreibt Dir ein anderes Medikament als gewöhnlich - ist ja schließlich der gleiche Wirkstoff, aber ist billiger? (gibts ja auch schon)
Das kann doch nciht der Maßstab für ärztliche behandlung sein. Und was den Ärzten d fehlt, ist eben nicht der Zweitferrari. Falls du es nicht wußtest: die stotern ihre teuren medizinischen Geräte ab und zahlen praxismiete und Personalkosten. Was meinst Du, was eine Arztpraxis an Geld loswird, nur um die AssistentInnen zu bezahlen?

Die Franzi

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Hallo Maren

Aber, ich habe es gelassen. Eine Krähe hackt der anderen kein
Auge aus. Da in beiden Vereinen Ärzte sitzen, wäre es
vergeudete Zeit und Geld gewesen.

Hast du persönliche Erfahrungen mit der Schiedsstelle einer Ärztekammer oder handelt es sich bei dir um ein Vorurteil? Eher wohl letzteres, da du „es gelassen hast“.
Die dort tätigen Ärzte sind angehalten, objektiv und keinesfalls solidarisch zu urteilen. Nach meiner Erfahrung tun sie das auch.

Vorurteile helfen der offenbar mit Recht verärgerten Mutter jedenfalls nicht weiter.

Grüße
Montanus

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Das liegt an anderen Gründen, wenn Geld woanders versickert. Die Gesundheitsreform wurde schon immer kritisiert und nichts passierte. Ulla S. ist die Inkompetenz in Person. Es gibt schon Einnahmen und das Geld landet sonstwo.

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Stammtisch gelaber

Das liegt an anderen Gründen, wenn Geld woanders versickert.
Die Gesundheitsreform wurde schon immer kritisiert und nichts
passierte. Ulla S. ist die Inkompetenz in Person. Es gibt
schon Einnahmen und das Geld landet sonstwo.

Ein paar Parolen mal eben hingeklascht und fertig. Fällt Dein Stammtischgelabere und -getue auch unter Expertenmeinung?
Wohl eher nicht.
Wäre schön, wenn Du Deine Aussagen, die ja nicht falsch sein müssen auch begründest oder belegst.

Gruss na_nu?

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Hallo Kirsten,

Es ist nichts neues, dass Privatpatienten vorgezogen werden
MÜSSEN, da sonst keine Kassenpatienten mehr behandelt werden
KÖNNEN!

Das ist ein Märchen. Die Privatpatienten will man auf keinen Fall verlieren, da bei ihnen die Gewinnspanne größer ist. Ja, es gibt mitterlweile nicht mehr nur ganz seltene Praxen die nur knapp überleben. Solange der Durchschnittsverdienst (nach Abzug der Kosten) eines niedergelassenen Arztes bei über 120 000 € im Jahr liegt ist das im Durchschnitt „Jammern auf hohem Niveau“. Ich will überhaupt nicht über die Angemessenheit der Summe urteilen. Gute Arbeit sollte auch gut bezahlt werden. Es zeigt aber, dass es hier überwiegend nicht um Sein oder Nicht-Sein geht.
Um das Niveau zu halten müssen Ärzte oft sehr viel arbeiten - 80 Stunden Wochen sind keine Ausnahme - aber bei vielen wäre eben auch finanziell Luft sich selbst Arbeitsmäßig zu entlasten. Dazu müsste mancher aber die standesgemäßen Ansprüche zurückschrauben.
Ich gebe zu, das ist überspitzt formuliert. Viele Ärzte arbeiten nicht vor allem viel, um mehr Geld zu verdienen, sondern aus beruflicher Leidenschaft.

Im Übrigen gibt es nicht MEHR Geld von
Privatpatienten, es ist nur „sichereres“ Geld, wegen anderer
Abrechnungsmodalitäten (Privatkassen zahlen sofort,
gesetzliche Kassen nur Quartalsweise rückwirkend!).

Das mit dem „Sichereren“ halte ich für falsch. Die Praxen erhalten von den Kassen jedes Quartal zu einem festen Termin eine ziemlich gleichbleibende Summe. Das ist berechenbar und damit decken die Praxen auch ganz überwiegend ihre Fixkosten. Wann ein Privatpatient zahlt, weiß man dagegen nicht, oft muss gemahnt werden und manche zahlen auch gar nicht.

Wegen des „offenen Wettbewerbs“ sind Ärzte GEZWUNGEN,
wirtschaftlich zu denken und handeln, obwohl sie sich viel lieber
um ihr eigentliches Metier, nämlich die medizinische Behandlung von Patienten
kümmern würden! Kaum einer der älteren Ärzte hätte seinen
Beruf gewählt, wenn er vorher gewusst hätte, dass heutzutage
noch ein BWL-Studium zur Ausübung des Berufes notwendig ist!

Ich denke da hält sich vom Prinzip her die Sonderstellung sehr in Grenzen. Auch jeder KFZ-Meister würde wahrscheinlich lieber das machen was er gelernt hat. Keine Rechnungen schreiben und Angebote vergleichen, Werbung schalten, Vorsteueranträge stellen, Kostenvoranschläge erstellen, Rechtsstreitigkeiten abwickeln, Personalprobleme Lösen, Berufsgenossenschaftsvorschriften lesen usw., sondern an Autos schrauben.

Man sollte dies als Patient nicht persönlich nehmen, denn es
hängt nur mit dem (miesen!) System in Deutschland zusammen!

Zeig doch mal ein viel besseres System in der Welt! Aber tatsächlich liegt einiges im Argen, nur liegt die Misere ganz wo anders. Ein Großteil der Verwaltungstätigkeiten von Ärzten hat ja nichts mit wirtschaftlichem Handeln zu tun, sondern dient allein der Abrechungsbürokratie und verschiedenen gesetzlichen Dokumentationspflichten.

… die meist geprügelte Zunft.

Also das ist dann doch eine dramatisch Verzerrung der Wirklichkeit. Ich wage keine Platzierung vorzunehmen, aber unter den Top-Ten der meistgeprügelten Zünfte sind die Ärzte sicher nicht (ich vermute zur Zeit ist die Nr. 1 „Der Bankmanager“). Tatsächlich halten sich die Ärzte seit ewigen Zeiten ganz ober auf der Liste der vertrauenswürdigsten Berufsgruppen.
Ich vermute das subjektive Verfolgungsgefühl resultiert aus einem idealisierten Selbstbild und vielleicht einer gewissen Verwöhntheit aus alten „Halbgott-in-Weiss-Zeiten“, obwohl die doch schon so lange her sind, dass das überwunden sein sollte.

Gruß
Werner

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Die Kritik betrifft folgende Bereiche:

  • Krankenkassen verschleudern geld (Verwaltung etc)

  • Pharmakonzerne zocken ab (gleiche Medis kosten im Ausland deutlich weniger)

  • Kassenärztliche Vereinigung verhindert Wettbewerb

Für alles davon gibt es ausreichende Beweise.

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Parolen O.T.
Hi,
und noch ein paar Parolen…
was hat das eigentlich alles mit dem Posting hier zu tun oder ist es Dir nur mal so ein Bedürfnis, das alles loszuwerden?

Gruss na_nu?

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hallo sweety,
Deinen Ärger und Deine Enttäuschung kann ich gut verstehen. Aber: was möchtest Du?
Möchtest Du Genugtuung/Rache? Oder Deinem Ärger lediglich Luft machen? Oder möchtest Du dem Arzt Deine Meinung über sein unmögliches Verhalten kundtun?
Du kannst der Ärztekammer/der Krankenversicherung/der Kassenärztlichen Vereinigung Deinen Ärger schriftlich mitteilen. Vermeide Ausdrücke wie „saumäßige Praxisorganisation“, „Rumschreien“ etc. Wenn Du ledigleich die Fakten mitteilst (lange Wartezeit, viele Patienten vor Dir drangenommen, unfreundliches Verhalten des Arztes) kommt Deine Beschwerde glaubwürdiger rüber. Deine Beschwerde geht dann an den Arzt, der wird antworten „wurde die Mutter des kleinen Patienten mehrfach darauf hingewiesen, dass viele Notfälle und viele schwerkranke Patienten dringend versorgt werden mussten“, „nach kurzer Wartezeit nörgelnde Patientin“, „unerzogenes Kleinkind“ etc.auch, wenn das gar nicht stimmt.
Mein Vorschlag:
ein Brief an den Arzt mit dem Inhalt, dass Du Dich am… in seiner Praxis nicht gut aufgehoben gefühlt hast (nicht: unmögliches Verhalten, Kind angeschrien etc., sonst wird Dein Brief unter der Rubrik: eine nörgelnde Patientin glücklicherweise weniger) da Du nicht auf die Notfälle und schwerkranken Patienten hingewiesen worden bist. Gleichzeitig kannst Du um Übersendung der Unterlagen an Herrn/Frau Dr. XY bitten, der/die die weitere Behandlung übernehmen wird.
Im besten Fall wird der Arzt um Entschuldigung bitten für das „Missverständnis“, das am … zwischen Dir und ihm aufgetreten ist.
Fazit: Du hast ihm Deine Meinung gesagt, er wird (vielleicht) nachdenklich, und Du kannst Dir in Ruhe einen anderen Arzt suchen

denkt synapse, der glücklicherweise nur gelegentlich mit derartigen Problemen zutun hat…

Hi,

danke für deine Nachhilfe, aber als Tocher eines seit Jahren Selbständigen und als Einkäuferin / Importeuse eines mittelständigen Unternehmens ist mir das durchaus bekannt. Bitte beachte auch, daß ich nur zwischen der wirtschaftlichen Situation eines Arztes und der Situation in der Privatwirtschaft Paralleln gezogen habe, ich habe kein Wort über die Behandlungsqualität und ähnliches verloren.

Falls du es nicht wußtest: die stotern ihre teuren medizinischen
Geräte ab und zahlen praxismiete und Personalkosten. Was meinst Du,
was eine Arztpraxis an Geld loswird, nur um die AssistentInnen zu
bezahlen?

Und andere haben keine fixen Kosten wie Miete und Personalkosten? Oder Anschaffungs- / Finanzierungskosten für betriebsnotwendige Maschinen? Diese Kosten fallen auch an, wenn der Betrieb nix produziert…
Ich denke schon, daß man da Ärzte durchaus mit anderen vergleichen kann. Eigentlich sind sie sogar ein wenig im Vorteil, da sie von den gesetzlichen Krankenkassen jedes Quartal immer einen ungefähr gleichen Betrag bekommen, mit dem sie ihre Fixkosten decken können. Das würde natürlich wegfallen, wenn man nur noch Private behandelt und dort uU dem Geld auch noch hinterherlaufen darf wie es sonst in der Privatwirtschaft und vor allem in der jetzigen Zeit häufiger passiert.

Ob das System so richtig ist und die richtigen Schwerpunkte, nämlich die Behandlung der Patienen, setzt habe ich nicht gewertet und werde es auch nicht tun, da ich nicht die ultimative Lösung habe.

Gruss,
Julia