Arzttermine und Physiotherapie Rezepte

Hallo,

seit Februar diesen Jahres leide ich an einer Bandscheibenvorwölbung.
Der Arzt hat mir in der akuten Phase die ersten zwei Monate Diclofenac 50 mg verschrieben. Trotzdem hatte ich Schmerzen. Auch die drei Physiotherapietermine haben bisher nur eine Reduktion der Schmerzen gebracht. Daher habe ich einen Antrag an den Deutschen Rentenversicherer geschickt inkl. Attest vom Orthopäden auf ambulante Reha. Meiner Meinung nach war es für mich unmöglich Termine außerhalb der Arbeitszeit zu bekommen zumindestens beim Orthopäden und dann auch erst immer in vier Wochen. Wegen Rezepten bin ich nur hingefahren ohne den Arzt zu konsuldieren. Beim Physiotherpeuten hatte ich pro Woche zwei Termine. Die ambulante Reha wurde abgelehnt, mit der Begründung ich sollte doch mehr fachärztliche Behandlung und mehr Physiotherapie in Anspruch nehmen. Dazu müsste ich aber von der Arbeit fern bleiben.
Mein AG sagt mir aber klar und deutlich solange ich in die Arbeit gehe, möchte er auch das ich meine Termine ausserhalb der Arbeitszeit wahrnehme. Außer die Termine wären akut.
Um jetzt intensive Physiotherapie machen zu können, müsste ich aber krankgeschrieben sein. In meiner Arbeit gibt es keine Vertretung.
Wie kann man dieses Dilema zwischen Arzt, Patient und Arbeitgeber lösen? Und welche Möglichkeiten als Patient gibt es um mehr Hilfe zu bekommen?

Gruß

harwin

seit Februar diesen Jahres leide ich an einer
Bandscheibenvorwölbung.

Die ist mit Physhiotherapie gut in den Griff zu bekommen.

Daher habe ich einen Antrag
an den Deutschen Rentenversicherer geschickt inkl. Attest vom
Orthopäden auf ambulante Reha.

Warum das? Wie wäre es mit ganz normaler Physiotherapie? Ggf. aucb Rückenschule?

Meiner Meinung nach war es für
mich unmöglich Termine außerhalb der Arbeitszeit zu bekommen
zumindestens beim Orthopäden und dann auch erst immer in vier
Wochen. Wegen Rezepten bin ich nur hingefahren ohne den Arzt
zu konsuldieren.

Es ist auch völlig unnötig, deshalb immer gleich beim Arzt aufzuschlagen. Daher ist es in der Regel auch unproblematisch, sich ein Rezept abzuholen. Es gibt auch Ärzte, die zwischendurch Rezepte zuschicken, wenn man beim nächsten Mal ein, zwei Briefmarken mitbringt.

Beim Physiotherpeuten hatte ich pro Woche
zwei Termine. Die ambulante Reha wurde abgelehnt, mit der
Begründung ich sollte doch mehr fachärztliche Behandlung und
mehr Physiotherapie in Anspruch nehmen.

Verständlich.

Dazu müsste ich aber von der Arbeit fern bleiben.

Das ist nicht verständlich. Inzwischen ist es auch möglich, Physiotherapie außerhalb üblicher Arbeitszeiten zu erhalten. Das bedeutet, dass man da aber auch schon mal um 7 Uhr oder um 18 oder 19 Uhr ankommt.

Um jetzt intensive Physiotherapie machen zu können, müsste ich
aber krankgeschrieben sein.

Sicher nicht.

Wie kann man dieses Dilema zwischen Arzt, Patient und
Arbeitgeber lösen?

Einen Appell an sein eigenes Verantwortungsgefühl richten und auf dem Hinweg mal den eigenen Schweinehund kontaktieren.

Hallo harwin,

ich würde unbedingt Widerspruch einlegen.

In vielen guten Krankengymnastik-Praxen muß man auf Termine auch warten und dann sind die Termine oft nicht auf das Befinden des Patienten abgestimmt.

Der Patient kommt dann kurz vor Feierabend von der Arbeit angerannt und alles, was man sich vor 2 Tagen erarbeitet hat, ist durch den pausenlosen Stress für die Katz.
Dann liegt der Patient erschöpft auf der Matte und schläft einem bald ein. Das ist dann wieder zusätzlicher Stress für den Körper, weil er gegen das Bedürfnis nach Schlaf ankämpfen muß.

Abartig, was der Mensch da mit seinem Körper macht. Und so kann er auf Dauer nicht gesund werden. Das hält dann vielleicht für einige Wochen oder er wird Dauerpatient.
Die meisten werden ihre Rückenprobleme nicht auf Dauer los, weil die Ursache nicht beseitigt ist. Und die wird individuell sein.

Theorie ist es, dass der Kranke das alles so nebenbei schafft. Er wäre ja nicht krank geworden, wenn er es geschafft hätte.
Und jetzt soll er noch zusätzliche Belastungen durch Arzt- und Krankengymnastiktermine absolvieren.

Jeder Mensch hat auch eine andere Disposition und unterschiedliche Schwachstellen.
Mit 20 hatte ich auch keine Rückenprobleme. Die Abnutzung geht schon gleich nach dem abgeschlossenen Aufbau wieder los.

Besonders Deine Rücken-Probleme sagen, dass Dein Körper überlastet ist und Du mal raus mußt aus der Tretmühle. Ohne Grund verschiebt sich keine Banscheibe.

Jetzt könnte man meinen, mache Sport, sitze richtig, dann hast Du einen gesunden Rücken. Dem ist nicht immer so. Ich kenne kaum eine Kollegin(natürlich nicht mehr 20), die noch nichts mit der Bandscheibe hatte. Obwohl wir den ganzen Tag mit den Patienten Übungen machen und doch ein super Muskelkorsett haben müßten, ist die Belastung für den Körper irgendwann zu groß.

Irgendwann ist es nämlich dann so, dass die Bandscheiben dann bei Dir rausrutschen und Du dann vielleicht über längere Zeit gar nicht mehr arbeiten kannst. Das kostet dann im Endeffekt mehr. Aber so wird nicht gedacht.

Effektiver wird eine Therapie, wenn man ganz weg ist, also in eine Reha fährt. Da ist man aus allem raus, kann besser reflektieren, was so schief läuft. Denn ohne Grund wird man nicht krank.
Vielleicht überdenkst Du das noch mal.

Ich würde einen Wirderspruch einlegen und noch mal deutlich machen, dass es um die Verbesserung und den dauerhaften Erhalt der Arbeitskraft geht.

Ich wünsche Dir alles Gute.
VG
merkur3

Die Beschwerden bestehen seit Februar! Das heißt seit wenigen Wochen. Ausdrücklich erwähnt sind bisher 2 Physiotherapietermine.

Wenn jeder, der 6 Wochen Rückenschmerzen hat und nach 2 halbherzigen Physiotherapieterminen eine stationäre Reha geschickt würde, hätten die Beitragszahler gut was zu lachen.

Außerdem halte ich deine Schilderung über die dramatische Belastung eines Arzt- oder Physiotherapietermins doch arg überzeichnet. Arzt ist hier ohnehin nicht gefragt und gute Physiotherapie / Gymnastik haut einen auch nicht so aus der Kurve. Es gibt Leute, die machen so etwas neudeutsches wie Work-out, ohne Krankschreibung, sondern als Ausgleich zur Arbeit.

Und wenn der Appell schon an die Ursache geht: Ohne Kenntnis darüber, was beruflich gemacht wird, was derjenige sportlich, für oder gegen seine Gesundheit macht, ist das alles eh müßig. Gerade bei Rückenschmerzen gilt doch: Gezielte Gymnastik und bei Bedarf ein „Umbau“ der Arbeitsbedingungen (andere Arbeitsgeräte, vielleicht aber auch andere Arbeitsgewohnheiten) sind die Dinge, die langfristig etwas bringen. Das gilt übrigens auch für „Fachpersonal“. Es ist bezeichnend, dass die meist am wenigsten für ihren eigen Körper tun, von Optimierung der Arbeitsbedingungen nicht zu reden.

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Gerade bei Rückenschmerzen gilt doch: Gezielte Gymnastik und
bei Bedarf ein „Umbau“ der Arbeitsbedingungen (andere
Arbeitsgeräte, vielleicht aber auch andere
Arbeitsgewohnheiten) sind die Dinge, die langfristig etwas
bringen. Das gilt übrigens auch für „Fachpersonal“. Es ist
bezeichnend, dass die meist am wenigsten für ihren eigen
Körper tun, von Optimierung der Arbeitsbedingungen nicht zu
reden.

Alles theoritisches Geschreibsel. Der Alltag sieht in kleinen Firmen(vielleicht auch in großen) ganz anders aus und auch unter Fachpersonal.
Außerdem ist es bei starker köperlicher Belastung über Jahrzehnte ganz normal, dass der Körper Schaden nimmt. „Fachpersonal“ muß sehr häufig schwerstkranke Patienten alleine behandeln. Natürlich hat man die Wahl und kündigt einfach.
Und wenn Sie kein Therapeut sind, können Sie sich darüber gar kein Urteil bilden.

Ich möchte mit Ihnen keine endlose Debatte führen. Wir leben in einem freien Land und jeder darf seine…Erfahrungen…äußern.

Außerdem…werten…Sie hier Menschen, die Sie gar nicht kennen.

Alles theoritisches Geschreibsel.

Und wenn Sie kein Therapeut sind, können Sie sich darüber gar
kein Urteil bilden.

Naja. So theoretisch ist das nicht: Mein Bruder ist studierter Physiotherapeut und hat sich u.a. intensiv mit den Arbeitsbedingungen von Physiotherapeuten beschäftigt. Es ist durchaus bezeichnend, dass diese Arbeitsplätze nämlich oft nicht rückentauglich sind bzw. die Therapeuten bei ihrer eigenen Arbeit für sich selbst nicht auf rückenschonendes Arbeiten achten. Das hat, ähnlich wie bei Pflegepersonal, das vielleicht noch stärker beansprucht ist, zwar auch etwas mit der Arbeitsbelastung zu tun, lässt sich aber durch gezielte Schulung trotzdem deutlich und nachweisbar verbessern.

Nebenbei bin ich phasenweise intensiver Schreibtischtäter und weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, Probleme in dem Bereich zu haben. Und last not least habe ich beruflich viel mit Gesundheitsanbietern zu tun, ab und an geht es da auch um das Thema Gesundheit der Mitarbeiter. In dem Zusammenhang gibt es dann sogar sehr handfeste Zahlen zu dem „theoretischen Geschreibsel“.

Außerdem…werten…Sie hier Menschen, die Sie gar nicht
kennen.

Wo habe ich Menschen gewertet?

Nachtrag
Nur noch einmal zur Erinnerung:

Wir, das gilt zumindest für die Infos, die ich hier im Thread sehe, wissen nichts über den Fragesteller, außer Mitte 40 und seit wenigen Wochen Rückenschmerzen, ein bisschen Diclo und sensationell wenige 2 Physiotherapietermine. Wir wissen auch nicht, was der Fragesteller beruflich macht, ob überhaupt eine körperliche Beanspruchung und dann auch noch eine starke vorliegt.

Der mögliche Spielraum reicht (überspitzt!) vom Schreibtischtäter, der erstmals ernster mit Rückenschmerzen konfrontiert ist, sich sonst seit Jahren nicht bewegt, auch wenig Eigeninitiative verspürt, an seinen Lebenswandel ranzugehen und der alles, was nach 17 Uhr passiert, als Eingriff in die Privatsphäre ansieht bis hin zum

stark auch durch den Arbeitsplatz Rücken belastend arbeitenden Arbeitnehmer, der gut 10 Stunden auf Achse ist und in seiner Umgebung keinen Therapeuten findet, wo er außerhalb seiner Arbeitszeit hin kann.

Für beide Fälle lassen sich sinnvolle Möglichkeiten finden, die abseits der Empfehlung einer stationären Rehamaßnahme stehen!

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