ASA Einstellungen an Digitalen Fotoapparaten

Was passiert eigentlich, wenn man die ASA Einstellungen verändert? Beim Film sind höhere Empfindlichkeiten mit gröberem Korn verbunden, aber was passiert bei dem digitalen Bild, wenn ich z.B. 400 statt 100 ASA wähle?
Carsten

Hallo!

Beim Film sind höhere Empfindlichkeiten mit
gröberem Korn verbunden, aber was passiert bei dem digitalen
Bild, wenn ich z.B. 400 statt 100 ASA wähle?

Probiere es mal aus. :smile:)
Aber so viel vorweg: die Qualität läßt deutlich nach und die Bilder werden ‚schlierig‘.

Tschö!
Martin

Was passiert eigentlich, wenn man die ASA Einstellungen
verändert? Beim Film sind höhere Empfindlichkeiten mit
gröberem Korn verbunden, aber was passiert bei dem digitalen
Bild, wenn ich z.B. 400 statt 100 ASA wähle?
Carsten

Um so empfindlicher die Digitalkamera eingestellt wird desto stärker wird das Rauschen im Bild. Ausserdem nimmt das Rauschen mit der Verschlusszeit zu.
Wenn du also ein bild mit 400 ASA und 1s verschlusszeit aufnimmst
sieht’s aus wie ein schlecht eingestellter sender beim TV.

Danke. Das verstehe ich jetzt. Aber was macht die Kamera, wenn ich die Empfindlichkeit verändere? Wählt sie einen anderen Modus, um das Licht auf den Chip zu bringen? Der Chip ist doch immer der gleiche, ich verändere ja irgendetwas anderes. Beim Film wechsle ich das Material, aber was tut die digitale Kamera?
Carsten

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(…)
Danke. Das verstehe ich jetzt. Aber was macht die Kamera, wenn
ich die Empfindlichkeit verändere? Wählt sie einen anderen
Modus, um das Licht auf den Chip zu bringen? Der Chip ist doch
immer der gleiche, ich verändere ja irgendetwas anderes. Beim
Film wechsle ich das Material, aber was tut die digitale
Kamera?
Carsten

Hallo Carsten,

ich klinke mich hier mal ein. Zur Arbeitsweise eines CCDs:
Die lichtempfindlichen Zellen eines CCDs geben je nach Stärke des einfallenden Lichts ein dementsprechend starkes el. Signal ab. Wobei jede Zelle nur eine Grundfarbe erkennen kann (RGB bzw. CMYK), die Kamera setzt aus der Intensität dieser einzelnen Farben dann das Foto zusammen.

Wird länger belichtet, kann mehr Licht auf den CCD einfallen und das Signal steigt -> Bild wird heller. Wenn man jetzt aber den „ISO-Wert“ eines CCDs verändert, stellt man lediglich die Signalverstärkung ein: Hoher ISO-Wert-> hohe Signalverstärkung -> Bild wird ebenfalls heller.

Bei beiden Verfahren entsteht ein Bildrauschen, da die Zellen auf dem Chip noch nicht 100%ig genau arbeiten. Einige führen sogar ein Eigenleben, das sind dann die sog. „Hot-Pixel“. Sie senden immer ein Signal, egal wieviel Licht einfällt.

Gruß

Martin

Besten Dank Martin. Jetzt habe ich verstanden, was genau passiert. Das war es, was ich gerne wissen wollte. Gibt es denn Chips, die bei gleicher Auflösung und Empfindlichkeit verschieden gut sind? Ich meine, kann es sein dass der Chip in der 3,3 Megapixel Kamera von Hersteller A besser ist bei 400 ASA wie der von Hersteller B? Wenn ich so eine Kamera beruflich einsetze, dann oft bei schlechtem Licht. Die Güte der Optik lässt sich aus Tests erfahren. Aber es nützt mir nichts, eine halbe Blende an Lichtstärke zu gewinnen und vielleicht eine bessere Linse zu haben, wenn der Chip eine ganzes Stufe oder mehr schlechter ist bei höher eingestellter Empfindlichkeit. Einige dieser Kameras gehen ja sogar bis 800 ASA. Traut sich der Hersteller da zu viel zu, oder hat er einfach einen besseren Chip?
Sorry wegen der kleinlichen Fragerei, aber ich will dass jetzt genau wissen. Irgendwie sind mir doch ein paar Aspekte der digitalen Fotografie noch unklar.
Carsten

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merkwürdig …
Mit einer Kodak DCS 560 (6 Megapixel) habe ich früher in allen ASA Stufen Bildrauschen nur bei Langzeitaufnahmen. Sonst eben höhere Empfindlichkeit.
Übrigends hatte ich dann mit Quantum Mechanics Photoshop Filter
namens Camera Bits alle Hot Spots entfernen können neben weiteren excellenten Eigenschaften. Aber sauteuer.
Reinhard der digitale

Besten Dank Martin. Jetzt habe ich verstanden, was genau
passiert. Das war es, was ich gerne wissen wollte. Gibt es
denn Chips, die bei gleicher Auflösung und Empfindlichkeit
verschieden gut sind? Ich meine, kann es sein dass der Chip in
der 3,3 Megapixel Kamera von Hersteller A besser ist bei 400
ASA wie der von Hersteller B?

Ein klares jein :wink:. Nicht jeder Hersteller einer Digicam produziert auch seinen eigenen CCD. Hauptlieferant dürfte Sony sein.

Nun sollte man meinen, ist das Rauschverhalten bei diesen CCDs gleich - egal wer den Chip verbaut - ist es aber nicht. Je nachdem wie ausgefeilt die Algorithmen sind, die die Informationen des Chips auswerten, rauscht die eine Kamera stärker als wie eine andere mit dem gleichen Chip.

Eine der Besten in der „Prosumer“ Klasse (igitt, ich hasse dieses Wort) dürfte die neue Sony S85 sein.

(…)Einige dieser Kameras gehen ja sogar bis 800
ASA. Traut sich der Hersteller da zu viel zu, oder hat er
einfach einen besseren Chip?

Auch jein. In der Preisklasse unter 3.000 DM sind solch hohe Werte sicher nur als absolute Notlösung zu gebrauchen. Hat man aber mehr in seine Kamera investiert, sind 800 ASA noch gut zu gebrauchen.

Wer ca. 5.000 DM für eine Canon D30 bezahlt hat, bekommt neben einen selbst entwickelten 3,3 Megapixel CMOS-Sensor noch ISO 1600. Das Rauschen bei diesem ASA-Wert entspricht etwa dem ISO 200 Rauschen bei guten 2.000 DM „Knipsen“.

Sorry wegen der kleinlichen Fragerei, aber ich will dass jetzt
genau wissen. Irgendwie sind mir doch ein paar Aspekte der
digitalen Fotografie noch unklar.
Carsten

Kein Problem, dafür gibt es schließlich das Forum. Ein Tipp: Schau’ dich mal bei
http://www.dpreview.com
um. Dort werden auch die ISO-Fähigkeiten der getesteten Digicams unter die Lupe genommen.

Gruß

Martin

Besten Dank. Jetzt weiss ich alles, was ich erfahren wollte. Schaue mir mal die von dir empfohlene Seite an. Die Canon ist sicher eine gute Kamera, aber zu teuer für meine Zwecke. Habe auch keine Linsen dafür. Meine OM-4Ti´s sind unverwüstlich. Die S 85 könnte es sein. Zeiss Objektiv, wenn ich es recht sehe. Damit habe ich nur gute Erfahrungen. Vielen Dank nochmal.
Carsten

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