Asche = Kalk?

Hallo Bodenexperten,

ich habe ein altes Problem auf der Nordseite des Grundstücks: Jede Menge Moos auf Gehweg und Beet. Das Grundstück ist an dieser Stelle niemals sonnig und daher entsprechend feucht (bzw. nass).

Nun habe ich im Archiv viele Artikel gefunden, wo Kalk empfohlen wird, evtl. auch Stickstoffdünger. Ich habe anderswo auch gelesen, dass auch Asche den Boden weniger sauer macht. Ist Asche kalkig? *staun*

Da wir einen Holz-Ofen haben: kann ich die dabei entstehende Asche nicht auch einfach in das Beet einharken? Wieviel pro m² wäre da angebracht? Wie kommen „blaue Jungs“, Akelei, Vergissmeinnicht, Buchsbaum damit zurecht?

Kann ich die Asche auch auf den Weg auftragen, oder wär das quatsch? (Sieht wohl auch nicht so besonders gut aus, was? Bin nur bedingt experimentierfreudig, weil der Vermieter gleich nebenan wohnt…)

Ich finde den Gedanken reizvoll, das Problem mit eigenen Mitteln in den Griff zu bekommen, ohne dafür was anschaffen zu müssen.

Hat vielleicht auch jemand Ideen, welche Pflanzen für die dunkle, nasse Nordseite in Frage kommen? Die bisherige Gestaltung finde ich recht altmodisch… kann man aus der Not eine Tugend machen? Habe leider noch keine Erfahrung, ob dieser Teil des Gartens auch im Hochsommer noch feucht ist, da wir erst seit Herbst hier wohnen. Sonst wäre vielleicht eine Sumpflandschaft denkbar. :smile:

1000 Dank im Voraus,

Birte

Hallo Birte,

nicht ganz deine Vorstellungen: aufbuddeln, genügend Kies rein, verdichten, Betondecke drüber (oder gefällige Steine *g*), das Ganze als Autoparkplatz nutzen.

Gruß
André

PS: bitte nicht zu ernst nehmen!

Hallo Birte,

ich habe ein altes Problem auf der Nordseite des Grundstücks:
Jede Menge Moos auf Gehweg und Beet. Das Grundstück ist an
dieser Stelle niemals sonnig und daher entsprechend feucht
(bzw. nass).

Nun habe ich im Archiv viele Artikel gefunden, wo Kalk
empfohlen wird, evtl. auch Stickstoffdünger. Ich habe anderswo
auch gelesen, dass auch Asche den Boden weniger sauer macht.
Ist Asche kalkig? *staun*

nein, aber alkalisch. Das hat mit Kalk nicht zu tun, sondern mit ph-Wert. Sauer Boden hat einen niedrigen ph-Wert. Wenn Du etwas alkalisches dazugibst, wird der saure Wert „gepuffert“. Das geht aber leider nicht einfach so, dass man Asche auf Gartenerde kippt. Da kann man nämlich auch leicht zu viel des Guten tun.

Da wir einen Holz-Ofen haben: kann ich die dabei entstehende
Asche nicht auch einfach in das Beet einharken? Wieviel pro m²
wäre da angebracht? Wie kommen „blaue Jungs“, Akelei,
Vergissmeinnicht, Buchsbaum damit zurecht?

wie ich oben schon sagte: funktioniert nicht so einfach. Mit Asche auf Beeten hast Du gute Chancen das, was dort wächst erst einmal umzubringen.

Kann ich die Asche auch auf den Weg auftragen, oder wär das
quatsch? (Sieht wohl auch nicht so besonders gut aus, was? Bin
nur bedingt experimentierfreudig, weil der Vermieter gleich
nebenan wohnt…)

Asche auf Weg gibt nass eklige Schmiere und sieht auch entsprechend aus.

Ich finde den Gedanken reizvoll, das Problem mit eigenen
Mitteln in den Griff zu bekommen, ohne dafür was anschaffen zu
müssen.

was den Weg angeht, hilft regelmäßig harken gegen Moos. Oder kärchern, wenn der Weg gepflastert sein sollte. Falls Du keinen Zugang zu einem Hochdruckreiniger hast - eh hilft auch ein Schaber, wie man ihn für Eis benützt.

Hat vielleicht auch jemand Ideen, welche Pflanzen für die
dunkle, nasse Nordseite in Frage kommen? Die bisherige
Gestaltung finde ich recht altmodisch… kann man aus der Not
eine Tugend machen? Habe leider noch keine Erfahrung, ob
dieser Teil des Gartens auch im Hochsommer noch feucht ist, da
wir erst seit Herbst hier wohnen. Sonst wäre vielleicht eine
Sumpflandschaft denkbar. :smile:

Stechmücken in der Wohnung gefällig? Dann mach mal Sumpf.
Du schreibst richtig, dass Du die Verhältnisse im Sommer noch nicht kennst. Beliebte Schattenpflanzen sind Farne und Herzlilien, als Bodendecker Efeu oder Immergrün. Moos entwickelt sich nur da, wo es Platz hat.

Hast Du übrigens schon die (schriftliche) Zustimmung des Vermieters, dass Du die Gartengestaltung ändern darfst?

viele Grüße
Geli

hallo Birte,
möglich wäre, aus der Not (Schattenecke, Moos) eine Tugend zu machen und das Moos gerade nur von den Gehplatten zu vertreiben, sonst wachsen zu lassen und evtl. sogar zu versuchen, verschiedene Moosarten anzusiedeln. Unterschiedliche Steine dekorativ verteilt (die z.T. mit Moos bewachsen), Gräser und Farne verschiedener Art angepflanzt, vielleicht noch ein kreisrunder kleiner Teich (durch Vergraben einer Tonne) ohne Innenbepflanzung könnte so etwas ausstrahlen an Flair wie japanische Gärten manchmal haben.
Schattenpflanzen: Zum Beispiel zu finden in Karl Försters „Einzug der Gräser und Farne in den Garten“; ich glaube, es gibt auch inzwischen noch andere Bücher, die „Schattengärten“ zum Thema haben. Auch mit blauen Blümchen … (Vinca major u. minor; zahlreiche Glockenblumenarten sind schattenverträglich; es gibt sogar ziemlich schattenverträgliche Clematis-Arten!).
Die Standortbedürfnisse verschiedener staudenartige Pflanzen (welcher pH-Wert, welche Art Boden, welche Lichtverhältnisse, welche chem. Bodenbeschaffenheit usw.) finde ich bis heute nirgends, wirklich nirgens besser, genauer und übersichtlicher als im unvergleichlichen Katalog der Staudengärtnerei Kayser & Seibert, Wilhelm-Leuschner-Str.85, 64380 Roßdorf b. Darmstadt. Der kostet etwas (meiner kostete 12,-DM, ich benutze ihn bis heute ) - ersetzt mir aber drei Gartenbücher, die ich so nie fände… ganz zu schweigen von der meist großen Palette an Stauden gleicher Art, aber verschiedener Farben, Bedürfnisse, Standortansprüche.

An Kalk, wenn Du ihn einsetzt, würde ich vorsichtig regelmäßige, aber geringe Algenkalk-Mengen einsetzen. Zuviel normaler Düngekalk räubert in den Humusreserven des Bodens. Willst Du Deinen Boden alkalischer machen ohne Kalk ( nicht alle Alkali-liebenden Pflanzen sind auch immer Kalkfreunde), könntest Du Holzasche nehmen. Holzasche enthält vor allem viel Kalium. Nicht Asche von Kohle - und nicht von imprägnierten oder lackierten Hölzern nehmen! Und vorsichtig. In größeren Mengen liebt glaub ich nur die Kartoffel die Holzasche.
Es gibt pH-Meßgeräte zur Messung des Säuregrades eines Bodens, in Gartenkatalogen oder Gartenfachgeschäften zu finden.
Viel Erfolg! Gruß, I.