Asche Verstorbener nach Deutschland bringen?

Hallo,

ich weiß erstens nicht, ob das hier das richtige Forum ist - laßt mich bitte wissen, wo ich besser fragen sollte - und zweitens würde ich gern wissen, wo ich fragen könnte, also bei welcher Behörde?

Wir haben Freunde in Australien, deren inzwischen verstorbene Eltern Verbindungen nach Deutschland hatten. Der letzte Wille der zuletzt verstorbenen Mutter war es, daß ihre Asche zusammen mit der Asche ihres Mannes in die Elbe gestreut wird.

Die ‚Kinder‘ haben nun also für den Herbst Flüge nach Deutschland gebucht, um den letzten Willen zu erfüllen, und fragen uns, ob es bezüglich dieses Vorhabens Vorschriften gibt, die sie beachten müssen. Hauptsächlich wohl, ob sie es anmelden müssen, wenn sie zwei Behälter mit Asche im Koffer haben.

Oder ob das auch hier in Deutschland jedem freisteht, was er damit macht.

Vielen Dank für jeden Hinweis

Günter

Hallo Günter,
ich glaube vor kurzer Zeit hat sich bei den Vorschriften einiges geändert.
Frag doch einfach mal bei einem Bestattungs Unternehmen in Deiner Umgebung nach.
Die Fachleute dort müßten die gewünschten Antworten wissen.
Gruß
Dirk m.

Hallo Gunter,

u.a. könnt ihr euch beim Verband Deutscher Bestattungsunternehmen eV mit Sitz in Berlin (vdb). http://www.vdb-berlin.de erkundigen, was da zu machen ist. Die geben eigentliche gerne und kompetent Auskunft bei solchen Spezialfällen. Auf keinen Fall dürft ihr Menschenasche einfach so „einschmuggeln“.

Beste GRüße,

barbara

Hallo Gunter,

offiziell gibt es in D den Bestattungszwang, d.h. die Asche muß normalerweise unter die Erde.

Erkundige Dich bei einem Bestattungsunternehmer, der in Hamburg (Elbe ??) tätig ist und sich mit den hieseigen Vorschriften, die ja Ländersache sind, auskennt.

gruß

dennis

Was Vater Staat nicht weiß…
Hallo Gunter,

in Deutschland gibt es wie schon erwähnt einen Bestattungszwang auch für menschliche Asche. Das ist zwar meiner meinung nach, vollkommen hirnrissig, aber geltendes Recht. Das schlimme ist, daß man die Asche nicht mal vergraben kann, wo man möchte, sondern nur auf dem (teueren) Friedhof. Allerdings gibt es inzwischen auch anonyme Gräber, die dann nur einmal kosten.
Einzige Ausnahme sind Seebestattungen. Hier darf die Asche aber auch nicht verstreut werden, sondern sie wird in wasserlöslichen Urnen mit der Urne in ganz bestimmten Seegebieten von bestimmten lizensierten Kapitänen zur See gelassen.
Wenn ihr also darauf aus seit, den letzten Willen der Frau zu erfüllen (und das ist jetzt keine Aufforderung, das zu tun - nur mal so pro forma), dann muß das ganze wohl am Gesetzgeber vorbei geschehen.
Asche ist ja eine Sache, die meines Wissens sciher nicht verzollt werden muß. Ich würde sie im Zweifel als die Asche meines verstorbenen Bernhardieners ausgeben, denn wenn jemand ein Pulver via Flugzeug transportieren will, wird er vermutlich danach gefragt. Das Zeug in die Elbe zu streuen ist ja keine große Sache, und wenn`s einmal drinliegt ist die Sache eh gelaufen. Nur sollte man besser keine große Feier dazu machen.

Gruß
L.
*derniemandenzueinerStraftatoderOrdnungswidrigkeitauffordert*

Hallo,

ich kenne einen Fall, da wollte jemand genau das, nämlich dass seine Asche in die Elbe gestreut wird.
Die Hinterbliebenen haben sich also die Urne geschnappt (wie, weiß ich allerdings nicht), eine größere Runde Freunde zur „Seebestattung“ eingeladen und für dieselbe ein Fahrgastschiff gemietet.

Der Kapitän hat irgendwann mitbekommen, um was es hier ging. Er hat dann die Gesellschaft in aller Form darauf aufmerksam gemacht, dass das nicht erlaubt ist. Anschließend bat er, ihn einen Moment zu entschuldigen, er habe „für eine Weile auf der Steuerbordseite des Schiffes zu tun“.

Also wurde die Asche auf der Backbordseite des Schiffes mit einer kleinen Ansprache gemäß der Verfügung des Verstorbenen bestattet. Nach Beendigung der Zermonie hatte auch der Kapitän ganz zufällig seine wichtige Tätigkeit auf der Steuerbordseite abgeschlossen, und die Fahrt und die Beerdigungsfeierlichkeiten konnten weitergehen.

Grüße
Sebastian

P.S.: Die Geschichte ist allerdings schon mehrere Jahrzehnte her, ob das heute noch so möglich wäre, weiß ich nicht.

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… Freunde in Australien,
…ihre Asche in die Elbe gestreut wird.

Hallo Gunter,

der Weg einer Urne von Australien bis in die Elbe führt durch einen riesigen Pferdestall, in dem links und rechts zahllose Amtsschimmel stehen … und ganz furchtbar wichtige Vorschriften wiehern … und sie wiehern so lange und scheißen Unmengen an Pferdeäpfeln (Formulare und Schreiben mit vielen Spempeln) und fressen wertvollen Hafer (Dein Geld), bis Du irgendwann zwischen den fetten Pferdeärschen stecken bleibst.

Natürlich würde ich niemals dazu auffordern, die aus den Pferdeärschen heraus gedrückten Pferdeäpfel zu ignorieren, aber wenn jemand eine Urne von Australien nach Deutschland bringen und die Asche z. B. am Falkensteiner Ufer in die Elbe streuen möchte, dann geht es nur auf von Anfang an eigenwilligem Weg. Wenn die Urne erst einmal am Zoll zwischen den Hufen der Amtsschimmel landet, ist schon alles verloren. Also fliegt die Asche als z. B. Heimaterde-Andenken im normalen Touri-Gepäck um den halben Globus und in Blankenese angekommen, tust Du, was Du nicht lassen kannst.

Etwas Ähnliches aus dem engeren Verwandtenkreis: Eine junge Frau erleidet während ihres Urlaubs in Italien eine Hirnblutung und stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Der anwesende Ehemann bemüht sich um eine Überführung nach Deutschland, telefoniert mit Ämtern und Behördenmenschen und verzweifelt schier an den Bürokraten. Also findet die Einäscherung in Italien an Ort und Stelle statt. Die Urne reiste unter der Hutablage im VW-Käfer bis nach Norddeutschland und fand ihren Platz am Lieblingsort der Verstorbenen in einem Wald.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Einiges wurde in den Beiträgen ja schon bezüglich deutscher Vorschriften gesagt. Was nicht bedacht wurde: Australien hat seeeehr strenge Vorschriften, was den Im- und Export von allerlei Gütern angeht. Tiere, Pflanzen, Muscheln, Sand, Erde,… dürfen nicht ohne weiteres ein- oder ausgeführt werden!
[Grund für diese strikten Vorschriften ist die isolierte Lage der „Insel“ und dem eigenen, recht komplexen Ökosystem. Jede bisher importierte Tierart (Hasen, Hunde) breitete sich mangels natürlicher Feinde unkontrolliert aus!]

Das wird das weitaus größere Problem darstellen!

ewok

es geht auch so:
Hallo Günter,

schau dir mal den link an, und besonders ‚Umweg über die Niederlande‘
http://www.postmortal.de/

Im übrigen hat mein Bekannter vor ein paar Wochen die Asche seiner Mutter aus Texas mit im Handgepäck gehabt. In Frankfurt hat er bei der Kontrolle (weiß nicht, ob es der Zoll war) gesagt, er ist direkt auf dem Weg zum Friedhof, dort würde die Trauerzeremonie just in einer Stunde beginnen weil schon alles in die Wege geleitet sei…
So kam er durch.

Viele Grüße
Marlene