Bezüglich Chinesisch
Hallo Christian,
es gibt etwa 70.000 chinesische Schriftzeichen, zwar nicht alle alltäglich gebräuchlich, aber dennoch vorhanden.
Um Chinesisch am PC zu schreiben, wird eine Lautumschrift, heute üblicherweise ‚Pinyin‘ verwendet. Diese basiert auf lateinischen Buchstaben. Die PC-Tastaturen in China entsprechen also Keyboards mit amerikanischem Layout (ohne Umlaute und ‚ß‘).
Daneben ist eine Eingabemethode (Software namens ‚IME‘) für asiatische Schriftzeichen, bzw. bidirektionale Schriftzeichen notwendig. Außerdem muß ein Zeichensatz (Code Page) für asiatische Schriftsysteme auf dem Rechner installiert sein, etwa ‚GB‘ (Simplified Chinese Characters, VR China) oder ‚Big5‘ (Traditional Chinese Characters, Hongkong).
Problem:
Üblicherweise werden Schriftsysteme, die auf lateinischen Buchstaben und arabischen Ziffern beruhen, durch 8-bit-Codierungen (Code Pages) dargestellt. Damit können maximal 256 Zeichen ([2^8=256] alle Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen inklusive Leerzeichen) dargestellt werden. Dabei wird jedes eingegebene Zeichen (auch ein Leerzeichen) durch ein Byte pro Zeichen repräsentiert. Für asiatische Zeichensätze reicht dies bei weitem nicht aus. Um etwa ein chinesisches Schriftzeichen am Computer darzustellen, bedarf es mindestens zwei Byte, da diese Schriftzeichen wesentlich komplexer sind, als lateinische Buchstaben.
(Eine Tastatur mit 70.000 Tasten kam nicht in Frage
Entwickelt wurde daher eine 16-bit-Codierung (2 Byte pro Zeichen), mit der sich maximal 65.536 Zeichen darstellen lassen. (2^16=65.536)
Hört sich alles ziemlich kompliziert an, ist es aber im Grunde nicht. Chinesische Texte lassen sich ebenso schnell tippen, wie etwa deutsche oder englische.
Last but not least:
Übrigens verwenden Chinesen die gleiche Eingabemethode (IME) am Handy, um etwa chinesische SMS zu versenden. Damit sind sie mindestens ebenso flott, wie hiesige Vielschreiber.
Beste Grüße, Andreas