Asperger Syndrom

Hallo!

Habe jetzt mal eine Frage:

Unser Sohn (8 Jahre) leidet an dem Asperger Syndrom.
Er hat sehr oft Ausraster, wo er meinen Mann und mich sehr beschimpft (das geht schon sehr unter die Gürtellinie).
Auf der anderen Art ist er aber sehr intelligent. Er hat das Schach spielen innerhalb 2 Stunden erlernt, er geht in die dritte Klasse, beherrscht aber schon die Bruchrechnung und Prozentrechnung, lernt momentan Englisch und Niederländisch. Er ist der Beste aus seiner Klasse, und der Unterricht ist ihm eigentlich zu langweilig.
Wenn er seine Ausraster bekommt (aus einer Lapalie heraus) geht es sehr wüst her. Er wird handgreiflich, wünscht sich und uns den Tod und so weiter. Wenn er sich wieder beruhigt hat, weiß er aber davon nichts mehr…
Wir haben jetzt überlegt einen Hund zuzulegen. Sozusagen als Therapiehund. Hat jemand Erfahrung damit??? Kann der Vermieter uns das verweigern, obwohl im Mietvertrag Tierhaltung nicht verboten ist, und wir schon Katzen haben???
Wer hat Erfahrung mit sowas gesammelt???
Danke schon mal im Vorraus!!!

Hallo Angel007,

tut mir Leid, aber mit HUnden habe ich keine Erfahrung, hätte aber Bedenken, dass Ihr Sohn seine Aggression auch an dem Hund ausläßt???

Alles GUte,
nxenia.

Hallo,
ich habe mehrere Jahre mit Aspergern gearbeitet; meiner Meinung nach tun Sie Ihrem Sohn und dem Tier nichts Gutes, da die benötigte Bindung zu einem Tier nicht vorhanden ist. Ich kenne auch keinen Fall, in dem ein „Therapiehund“ etwas gebracht hat. Wenn Sie aber selbst für sich als „Familienzuwachs“ einen Hund haben wollen, ist das gut- da sich ihr Sohn an die geänderte Situation anpassen muss.
Wegen den Ausrastern rate ich Ihnen ein Autismus-Therapie-Zentrum in ihrer Nähe aufzusuchen, um mit ihm arbeiten zu lassen. Für Sie als Eltern kann eine Elterrngruppe oder -Forum Ihnen den Austausch bieten, dass Sie gelassener mit diesen Ausbrüchen umgehen können. Nicht persönlich nehmen- versuchen den Sohnemann aus der Sitaution zu entfernen und ihn in einen reizärmeren Raum / sein Zimmer zu bringen.
Soweit…
Liebe Grüße

Hallo

Vielen Dank für die Anfrage.
Ich kenne die Problematik aus der Autismus-Sprechstunde. Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Sohn Grenzen setzen und die Beschimpfungen nicht zulassen. Menschen mit dem Asperger-Syndrom können sich in andere Menschen schlecht einfühlen, es kann daher sein, dass er Ihnen als Eltern nicht weh tun will, dass er ganz einfach nicht weiss, dass sie verletzt werden. Erklären Sie ihm immer wieder das schlechte benehmen. Vielleicht könnte ein Stofftierli der Blickableiter sein. Es gibt vielleicht in Ihrer Nähe Sozialkompetenz Seminare, da lernen die Kinder und Jugendliche Sozialverhalten. Ein Therapiehund ist eine tolle Idee, da kann ihr Sohn auch spielend, ganz nebenbei Sozialverhalten üben.
Ueberprüfen Sie das Wahrnehmungsystem, es könnte ja sein, dass ihr Sohn sensorische Probleme hat und sie nicht beim Namen nennen kann. z.B. eine Hörüberempfindlichkeit kann Kinder zum Ausrasten bringen.
Ich wünsche Ihnen viel Geduld und Ausdauer und trotz allem viele schöne Erfahrungen mit Ihrem Kind.
mägie

Habe jetzt mal eine Frage:

Unser Sohn (8 Jahre) leidet an dem Asperger Syndrom.
Er hat sehr oft Ausraster, wo er meinen Mann und mich sehr
beschimpft (das geht schon sehr unter die Gürtellinie).
Auf der anderen Art ist er aber sehr intelligent. Er hat das
Schach spielen innerhalb 2 Stunden erlernt, er geht in die
dritte Klasse, beherrscht aber schon die Bruchrechnung und
Prozentrechnung, lernt momentan Englisch und Niederländisch.
Er ist der Beste aus seiner Klasse, und der Unterricht ist ihm
eigentlich zu langweilig.
Wenn er seine Ausraster bekommt (aus einer Lapalie heraus)
geht es sehr wüst her. Er wird handgreiflich, wünscht sich und
uns den Tod und so weiter. Wenn er sich wieder beruhigt hat,
weiß er aber davon nichts mehr…
Wir haben jetzt überlegt einen Hund zuzulegen. Sozusagen als
Therapiehund. Hat jemand Erfahrung damit??? Kann der Vermieter
uns das verweigern, obwohl im Mietvertrag Tierhaltung nicht
verboten ist, und wir schon Katzen haben???
Wer hat Erfahrung mit sowas gesammelt???
Danke schon mal im Vorraus!!!

Hallo Angel007,

ich weiss nicht ob es ratsam ist, einen Hund als Therapiehund heranzuziehen. Haben Sie darüber schon mit einem /dem Therapeuten ihres Sohnes gesprochen?

Waren Sie an sich schon bei einem Therapeuten?
Bekommt ihr Sohn irgendwelche Medikamente?

Auch würde ich mir Gedanken machen, wie die Schulsituation zu ändern ist. Vielleicht gibt es eine Schule bei Ihnen in der Nähe die Kinder mit Asperger oder ähnlichem unterstützen und individuell angepassten unterricht an jedes kind bieten.

viele grüße

Nein, ich denke nicht, dass er seine Agressionen an dem Tier ausläßt. Ich merke ja, das die Anwesenheit der Katze ihn beruhigt. Denke aber, dass es mit einem Hund noch besser klappen könnte, da ich mal gehört habe, dass Hunde Anfälle schon vorher wahrnehmen.

Wir sind damals in einer Autisten-Klinik gewesen. Dort wurde auch Frühkindlicher Autismus festgestellt.
Eine Therapie hatte sich aber als schwierig dargestellt, da wir beide arbeiten, und wir für diese Therapie insgesamt 100km hätten fahren müssen.
Medikamente bekommt er nicht, da ich Angst habe, dass die seine Persönlichkeit verändern. Er geht auf eine Schule, die solche Schüler sehr gut unterstützt. Auch haben die Lehrer eine Anlaufstelle, wo sie sich jederzeit Rat holen können.

Hallo Angel007,

was du über deinen Sohn schreibst, ist nicht unbedingt typisch für Kinder mit AS. Solche Ausraster könne auftreten, müssen aber nicht. Ebenso wie die hohe Intelligenz. Ich gehe also davon aus, dass ihr eine offizielle Diagnose habt.

Wichtig ist in jedem Fall, dass ihr dem Sohn auch während eines solchen Wutanfalls klare Grenzen setzt, also eindeutige Regeln festlegt, die Einfluss auf sein Verhalten haben. Handgreiflichkeiten und wüste Beschimpfungen dürfen nicht sein und er muss lernen, sich zu beherrschen. Dies sage ich besonders vor dem Hintergrund, dass ihr einen Hund anschaffen wollt.

Der Hund muss, egal in welcher Situation und was vorgefallen sein mag, mit Respekt und Rücksicht behandelt werden und darf nie Zielscheibe eines Wutanfalls werden. Man muss sich also im Griff haben, einmal, um das Vertrauen des Hundes auf Dauer zu erhalten und zum Anderen, um den Hund überhaupt erziehen zu können, ihm Sicherheit geben zu können. En Hund, dessen Familie (Rudel) unberechenbar ist, kann sich in eine sehr ungesunde Richtung entwickeln. Er könnte aus Unsicherheit zum Angstbeißer werden.

Ansonsen aber ist ein Hund gerade für Kinder mit AS prima. Hunde sind (im Idealfall) treu und verlässlich und auch der Körperkontakt mag zu einem Hund leichter fallen als zu einem Menschen. Dies natürlich nur, solange das Kind dem Hund keinen Stress macht (oder gemacht hat - Hunde vergessen nicht).

Mit der Auswahl der Rasse (oder Rassenzusammensetzung bei Mischlingen) solltet ihr sehr gründlich sein. Als Therapiehund eignen sich vor allem ruhige, geduldige Rassen wie z. B. Retriever (Golden oder Labrador). Jagdhunde oder welche mit starkem Schutztrieb würde ich nicht dafür nehmen. Auch sehr lebhafte Hunde wie Jack-Russel-Terrier sind nicht so gut geeignet, weil sie sehr viel Erziehung brauchen und das für Anfänger und Menschen mit noch anderen Aufgaben im Leben oft zu viel ist. Lasst euch gut beraten, damit ihr zusammen glücklich werdet!

Ich schreibe das aus eigener, leidvoller Erfahrung, da unser erster Hund auch nicht für ein Leben mit Kindern geeignet war, obwohl wir ihn von Welpe an hatten.

Wenn in eurem Mietvertrag Tierhaltung nicht ausgeschlossen ist und der Hund andere Mieter nicht stört, kann euch der Vermieter die Hundehaltung nicht verbieten.

Viele Grüße
ulla

Guten Morgen,
leider habe ich weder Erfahrungen mit Mietverträgen oder mit Therapiehunden bei Aspergern (worauf zielte die Frage ab?)
Ich kenne keine Familie mit einem Asperger die einen Therapiehund haben, noch das sie einen anschaffen wollen. Wie kommen Sie auf die Idee? Haben sie dazu Literatur? Würde mich Interessieren.
Wenden Sie sich doch einfach mal an einen Therapeuten oder ein Therapiezentrum, die wissen sicherlich bescheid!

hallo,

nur kurz - später gern ausführlicher - bin momentan selber im krankenhaus…

die vermieterfrage: weiss ich nicht

therapeutischer effekt von tieren: durchaus…

gibts noch andere diagnosen wie ads oder hochbegabung?

lg

mützi