Asset impairments?

Hallo,

weiß jemand was man als „Asset impairments“ beizeichnet?

In einem Quartalsbericht nach US-GAAP findet sich in der Tabelle
„GAAP Condensed Consolidated Statements of Operations“
folgende Zeile
„Asset impairments (Note 1)“
und als Note 1 steht da
„Asset impairments for the three and six months ended March 28, 2008
consist primarily of a non-cash goodwill impairment charge related to
our Broadband Media Processing business of $119.6 million. Asset
impairments for the three and six months ended March 30, 2007 include
non-cash goodwill and intangible asset impairment charges related to
our Embedded Wireless Networking business of $135.0 million and $20.0
million.“

Den gesamten Bericht findet man unter http://www.conexant.com/news/
und dann unter 04/29/08 den Link
„Conexant Reports Financial Results for the Second Quarter of Fiscal 2008“
anklicken (geht leider nicht als Direktlink).

Kann mir irgendeiner sagen was das ist?
Nach meiner Einschätzung sind das immatrielle Güter die Aufgrund des
zu erwartenden Verkauf schon mal runter berichtigt wurden.

Dankbar für jede Erklärung.

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

weiß jemand was man als „Asset impairments“ beizeichnet?

Assets sind die Vermögenswerte, die Vermögensgegenstände. Also das, was in der Unternehmensbilanz auf der Aktivseite steht. Maschinen, Gebäude, Vorräte aber auch Rechte.

Als „impairment“ versteht man die Wertminderung dieser Vermögenswerte. Hierzu werden in der int. Rechnungslegung sog. Werthaltigkeitstests, „Impairment Tests“ durchgeführt. Es geht also darum festzustellen, ob der Wertansatz für einen bestimmten Vermögenswert noch gegeben ist, ob er noch gerechtfertigt ist. Wenn dem nicht mehr so ist, haben Abschreibungen stattzufinden, um den jeweiligen Vermögenswert in seinem Wert anzupassen. Daher kann man „Asset impairments“ auch als Abschreibungen verstehen.

Kann mir irgendeiner sagen was das ist?
Nach meiner Einschätzung sind das immatrielle Güter die
Aufgrund des
zu erwartenden Verkauf schon mal runter berichtigt wurden.

Ja, es handelt sich hier bei um eine Art „Anlagespiegel“. Dies aber nur im übertragenen Sinne. Es geht darum, das Abschreibungsverhalten für materielle und immaterielle Vermögenswert auszuweisen bzw. transparent zu machen. So gesehen, war Deine erste Einschätzung korrekt.

VG
Sebastian

Abend Sebastian,

danke für deine Einschätzung, etwas ist mir allerdings immer noch
ein wenig unklar.

Daher kann man „Asset impairments“
auch als Abschreibungen verstehen.

OK, so hatte ich mir das gedacht.

Es geht darum, das
Abschreibungsverhalten für materielle und immaterielle
Vermögenswert auszuweisen bzw. transparent zu machen. So
gesehen, war Deine erste Einschätzung korrekt.

Materielle Werte sehe ich nirgens, wieso wird da um ~125mio
berichtigt obwohl der Verkauf noch gar nicht stattgefunden hat?

Kann es sein, dass die den Firmenwert durch immaterielle Werte
künstlich hochgehalten haben?
Nun da sie etwa die Hälfte der Company verkloppen müssen sie
berichtigen, der halbe Firmenwert wäre sonst viel höher und ein
Kauf für 145mio nicht zu erklären.

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

in dem dort beschriebenen Quartal wurde ja ein Jahresfehlbetrag i.H.v. 142 Mio. Dollar erwirtschaftet. Dazu heisst es dann:

The GAAP net loss in the quarter included an asset impairment charge of $121.7 million primarily related to the write-down of goodwill associated with the Broadband Media Processing business.

Nach dieser Aussage ist der Jahresfehlbetrag zum überwiegenden Teil auf eine wertberichtung des Goodwill zurückzuführen. Für den Goodwill gelten nach US-GAAP besondere Bewertungsvorschriften. So hat v.a. eine regelmäßige Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills zu erfolgen. Bei einer solchen ist nun aber festgestellt worden, dass der „alte“ Wertansatz nicht mehr zu rechtfertigen ist. Daher hatte eine Abschreibung zu erfolgen und zwar i.H.v. 121,7 Mio. Dollar.

Jetzt muss man dazu aber noch wissen, dass eine solche Goodwill-Korrektur nur dann zulässig ist, wenn der Goodwill „derivativ“ ist. Damit ist gemeint, dass man irgendwann einmal ein Unternehmen oder eine Marke gekauft haben muss, um den dadurch erlangten Goodwill (Differenz aus gezahltem Kaufpreis und der Summe die sich nach Verrechnung der Vermögenswerte und Schulden des gekauften Unternehmens ergibt) in der Bilanz ansetzen zu können.

Beispiel:

Unternehmen A kauf Unternehmen B. Kaufpreis 5 Mio.
Unternehmen B besitzt Akiva i.H.v. 8 Mio. und Passiva i.H.v. 6 Mio. Daraus ergibt sich der Goodwill wie folgt:

Goodwill = 5 - (8-6) = 3 Mio.

Diese 3 Mio. kommen jetzt als Aktivposten in die Bilanz des Unternehmens A. Dieses hat nun in jedem Jahr jedoch zu prüfen, ob der Goodwill (z.B. der Markenname des Unternehmens B) auch tatsächlich noch einen Wert i.H.v. 3 Mio. hat.

Wenn man feststellt, dass dem nicht mehr so ist, hat eine Korrektur zu erfolgen. Hierzu werden dann jährlich so genannte Impairment-Tests durchgeführt. Kommen diese zu der Erkenntnis, dass der Wert nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, ist abzuschreiben.
Genau das ist in dem vorliegenden Fall auch passiert. Darüber hinaus wurden auch noch weitere immaterielle Vermögenswerte, neben dem Goodwill, korrigiert.

Vergleiche hierzu:

Asset impairment charges for the three and six months ended March 28, 2008 consist primarily of a non-cash goodwill impairment charge related to our Broadband Media Processing business of $119.6 million. Asset impairment charges for the three and six months ended March 30, 2007 include a non-cash goodwill impairment charge of $135.0 million and an intangible asset impairment charge of $20.0 million, both of which were related to our Embedded Wireless Networking business.

VG
Sebastian

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Hallo Sebastian,

super Erklärung!

Zur Erläuterung kann man noch hinzufügen, dass man den Abschreibungsbedarf im Normalfall (zumindest wird es bei uns so gemacht) aus dem Businessplan des Unternehmens (-teils) versucht herzuleiten. Anhand dessen wird der aktuelle Firmenwert errechnet, der dann mit dem (Rest-) Goodwill verglichen wird.

So sind in der New Economy auch die Mrd. Verluste entstanden. Wir haben damals ein Unternehmen mit 26 Mio. US$ Umsatz für 650 Mio. US$ gekauft (das war die Marktkapitalisierung (+premium) damals). Zwei Jahre später wurden dann irgendetwas um die 500 Mio. abgeschrieben.

Viele Grüße
C.

Danke dir (owT)
nix