Hallo Sam, Hallo Oliver,
ich versuche das nun auf schulische Prozesse zu übertragen.
Akkomodation bezeichnet den Erwerb und die Modifikation
eines „Schemas“ durch Beobachtung und Imitation. Ein Beispiel
liefert uns Piaget selbst, der in diesem Zusammenhang den
Wutanfall seines Kindes nennt, das dieses Verhalten einen Tag
zuvor bei einem anderen Kind in der gleichen Situation
(erfolgloser Versuch des Verlassens des Laufstalls) beobachtet
hat.
Beobachtung meint hier also Beobachtung bei anderen, korrekt?
Ein Schüler beobachtet, wie ein anderer Schüler durch schmeichlerisches Vorgehen („Darf ich Ihre Tasche tragen Frau Müller??“) seine Noten verbessert. Er ahmt dieses Prinzip nach.
Oder: Ein Schüler beobachtet, wie ein anderer Schüler mit einem MindMap ein Kapitel struktutiert und zusammenfasst. Er wendet dieses Methode nun auch an.
Assimilation ist hingegen ein Versuch, bereits
bestehende (d.h. bekannte) Schemata auf neue Situationen
anzuwenden. Durch Assimilation wendet beispielsweise der
Säugling sein „Schema“ zum Saugen ander Mutterbrust auf
Schnuller, Daumen oder Fläschen an.
Ein Schüler hat beobachtet, dass er durch sehr freundliche Art und sehr saubere Hausaufgaben eine Lehrerin beeindrucken und sie ihm wohlgesonnen stimmen kann. Er versucht dies nun auch bei seinem neuen Klassenlehrer.
Oder: Ein Schüler aus der Hauptschule hat immer einen Tag vor Klassenarbeiten gelernt. Er kommt in eine weiterführende Schule und behält das Schema bei - allerdings bekommt er große Probleme damit.
Wenn er dann bei einer Mitschülerin hört, dass sie mehrere Tage vor der Arbeit mit dem Lernen beginnt und teilweise nochmals wiederholt und er dieses Prinzip übernimmt, wäre dies dann Akommodation?
Adaptation bezeichnet allgemein einen Anpassungsvorgang
und ist der Oberbegriff beider beschriebener Techniken.
Gut, nun ja am Dienstag habe ich Päd./Psychologie Prüfung :-o