Hallo,
mir ist bekannt, dass man Asynchrongenratoren auf zwei Arten betreibt:
a) Schleifringmotor: doppeltgespeist am Umrichter
b) Käfigläufer: übersynchron am Netz
Hat aus dem Forum schonmal jemand Erfahrungen mit Asynchrongeneratoren (Käfigläufer) am Umrichter gemacht?
Es geht also um eine Käfigläufermaschine, die deutlich langsamer als das Netz dreht (z.B. 100 U/min) und somit nicht übersynchron fahren kann. Ich stelle mir nun vor, mit dem Umrichter ein entsprechendes neues Netz vorzugeben (z.B. 110 U/min), um somit quasi eine übersynchrone Fahrweise zu erzwingen.
Habt Ihr schonmal von so etwas gehört?
Gibt es da entsprechende Lesitungselektroniken?
Und was passiert mit dem Wirkungsgrad?
Vielen Dank
Thomas
Hallo Thomas
Es geht also um eine Käfigläufermaschine (als Generator), die deutlich langsamer als das Netz dreht (z.B. 100 U/min) und somit nicht übersynchron fahren kann. Ich stelle mir nun vor, mit dem Umrichter ein entsprechendes neues Netz vorzugeben (z.B. 110 U/min), um somit quasi eine übersynchrone Fahrweise zu erzwingen.
Ich habe mit dieser Materie keine Erfahrungen, bitte aber folgendes zu bedenken:
In einem 110 U/min-Netz (1,833Hz)) läuft eine 2polige Maschine bei 100 U/min (1,667Hz) nicht übersynchron, sondern gewaltig untersynchron. Sprechen wir also lieber von einem 1,617Hz-Netz.
Das Folgende habe ich aus der technischen Beschreibung des Frequenzumrichters für meine Drehbank (ABB Type ACS 100) abgeleitet.
Wenn ein Frequenzumrichter mit einer Nennfrequenz von 50Hz auf eine niedrigere Ausgangsfrequenz herab geregelt wird, senkt er proportional dazu auch die Ausgangsspannung ab. Bei 1,617Hz wäre das bei Nennstrom eine Ausgangsspannung von rund 7,5V eff. Diese Leistung könnte der im übersynchronen Bereich laufende Motor auch maximal ins Netz zurückspeisen.
Dabei ist zu bedenken, dass bei den meisten Frequenzumrichtern für kleinere Leistungen der bei übersynchronem Lauf des Motors erzeugte Strom in den Gleichstrom-Zwischenkreis geladen wird. Die Gleichspannung im Zwischenkreis liegt bei 325V (230V *√2). Die erzeugte Leistung würde im Idealfall impulsweise mit dieser Spannung in den Zwischenkreis zurückgespeist. Der so erzeugte Strom würde aber vermutlich den zum Betrieb des Frequenzumrichters erforderlichen Strom nicht aufwiegen und Du brauchtest Dir keine Gedanken darüber zu machen, wie Du die vom Generator erzeugte Leistung aus dem Zwischenkreis herausholen kannst.
Die Gesamt-Leistungsbilanz wäre wahrscheinlich negativ.
Soviel zum Wirkungsgrad.
Ich bin kein Antriebstechniker, aber ich habe das starke Gefühl: du bist hier auf dem Holzweg.
Meiner Ansicht kommst Du besser (wenn auch nicht billig) weg, wenn Du vor die Antriebswelle ein Übersetzungsgetriebe schaltest, um auf eine bei 50Hz übersynchrone Drehzahl zu kommen.
Gruß merimies