Atheisten und Agnostiker in Religionsforum

Hallo Leute,

da gibt es eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt un die ich hier stellen möchten (obwohl sie vielleicht im Psychologieforum besser aufgehoben wäre).

Zum Verständnis ein Beispiel.
Ich persönlich halte Astrologie für Humbug. Ich interessiere mich nicht für Astrologie und beschäftige mich auch nicht damit.
Aus diesem Grund gehe ich NICHT ins Esoterik-Forum. Ich käme auch nicht auf die Idee Zeit dort zu verbringen, um regelmäßig astrologiebegeisterten Teilnehmern klar zu machen, dass Astrologie Humbug ist.

Was treibt nun ausgesprochene Atheisten und Agnostikern dazu sich in diesem Forum regelmäßig zu religiösen Themen zu äußern?
Ich meine nicht ethische Fragen oder Personen, die sich aus rein wissenschaftlichen Zwecken mit religiösen Themen auseinander setzen.

Gruß
Carlos

Hallo Einzelner,

(1) Atheisten bekämpfen doch den Glauben an einen Gott. Das einzige Brett, in dem man dies tun kann, und in dem man zudem trefflich präparierte Gegner findet, ist diese hier.

(2) Religion/Ethik tangiert immer das Selbstverständnis, das Weltbild und noch ein paar andere wichtige Sachen. Die Leute kommen hierein -so hoffe ich doch- um auch andere Ideen und Meinungen zu diesen elementaren Themen zu hören

(3) Ethik hat erst mal nix mit Religion zu tun, oder ?

(4) Nur Beten bzw. Diskurse um Bibelauslegung wäre schon arg eng

mo
eljot

da gibt es eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt un
die ich hier stellen möchten (obwohl sie vielleicht im
Psychologieforum besser aufgehoben wäre).

Zum Verständnis ein Beispiel.
Ich persönlich halte Astrologie für Humbug. Ich interessiere
mich nicht für Astrologie und beschäftige mich auch nicht
damit.
Aus diesem Grund gehe ich NICHT ins Esoterik-Forum. Ich käme
auch nicht auf die Idee Zeit dort zu verbringen, um regelmäßig
astrologiebegeisterten Teilnehmern klar zu machen, dass
Astrologie Humbug ist.

Was treibt nun ausgesprochene Atheisten und Agnostikern dazu
sich in diesem Forum regelmäßig zu religiösen Themen zu
äußern?
Ich meine nicht ethische Fragen oder Personen, die sich aus
rein wissenschaftlichen Zwecken mit religiösen Themen
auseinander setzen.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos

Ich persönlich halte Astrologie für Humbug. Ich interessiere
mich nicht für Astrologie und beschäftige mich auch nicht
damit.
Aus diesem Grund gehe ich NICHT ins Esoterik-Forum. Ich käme
auch nicht auf die Idee Zeit dort zu verbringen, um regelmäßig
astrologiebegeisterten Teilnehmern klar zu machen, dass
Astrologie Humbug ist.

Mit welchem Recht auch? Es würde auch kein Astrologe Energie damit verschwenden, Dir klar zu machen, das es kein HUMBUG ist…hoffe ich doch*g*
Allerdings schade, denn Esoteriker sind nicht zwingend auch Astrologen…hättest Du reingeschaut wüßtest Du das!*g*

Was treibt nun ausgesprochene Atheisten und Agnostikern dazu
sich in diesem Forum regelmäßig zu religiösen Themen zu
äußern?
Ich meine nicht ethische Fragen oder Personen, die sich aus
rein wissenschaftlichen Zwecken mit religiösen Themen
auseinander setzen.

Austausch? Bekämpfung noch vorhandener Zweifel?

Auch die Esoterik setzt sich mit religiösen Fragen auseinander…
Du wirst hier sicherlich einige treffen*g*
Ich bin einer von ihnen! :smile:))

Dir einen Weihnachtsgruß,
Fionny

Hallo Carlos,

es wird ja immer wieder behauptet, Atheismus und Agnostizismus seien auch Religionen (zumindest vertreten sie bestimmte unbeweisbare Glaubensinhalte) und somit gehören sie doch auch hierher, oder?

Mein persönliches Interesse an Religion hat verschiedene Gründe:

  1. Mich interessieren weniger die Inhalte der Religionen sondern in erster Linie ihre Auswirkungen auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene. Das halte ich angesichts der brenzligen politischen Situation, in die immer wieder auch religiöse Themen mit hineinspielen, für sehr wichtig.

  2. Mein Weltbild ist nicht dogmatisch. Mein Gefühl und meine Erfahrung sprechen dafür, daß es keinen Gott gibt und auch die Inhalte der meisten Religionen eher zweifelhaft sind. Wer allerdings vermeidet, sein Weltbild zur Diskussion zu stellen, sperrt sich in eine Schneckenhaus ein und verpasst möglicherweise wichtige Lernchancen. Mein Interesse besteht also nicht darin, andere von meinem Weltbild zu überzeugen, sondern mein eigenes Weltbild anhand anderer Meinungen, neuer Fakten etc. zu überprüfen. Das kann schließlich nicht schaden. Bisher wurde mein Weltbild durch so manche Diskussion allerdings eher bestätigt als widerlegt. Kann also gut sein, daß ich einfach auch ein wenig meinen rechthaberischen Trieben nachgebe :smile:).

  3. Ich habe beruflich mit Angehörigen vieler verschiedener Religionen zu tun. Ein gewisses (möglichst vorurteilsfreies) Verständnis für die Inhalte kann daher nicht schaden.

Ich hoffe, das hilft dir weiter.

Viele Grüsse,
Lisa

Hallo Carlos,

Ich persönlich halte Astrologie für Humbug. Ich interessiere
mich nicht für Astrologie und beschäftige mich auch nicht
damit. Aus diesem Grund gehe ich NICHT ins Esoterik-Forum.
Was treibt nun ausgesprochene Atheisten und Agnostikern dazu
sich in diesem Forum regelmäßig zu religiösen Themen zu
äußern?

es wäre doch einfach schade, wenn man sich nur mit Dingen auseinandersetzen würden, denen man zustimmt. Dann würde man nämlich von vornherein ausschließen, etwas zu lernen.

Zustimmen kann ich dir, wenn du meintest, man solle hier nicht schimpfen, sondern nachdenken, bevor man schreibt. Das vermisse ich auch manchmal.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

BTW: Esoterik und Astrologie haben zwei verschiedene Bretter hier im Forum - aus gutem Grund.

Hallo Thomas, Lisa, Fionny und Eljot,

BTW: Esoterik und Astrologie haben zwei verschiedene Bretter
hier im Forum - aus gutem Grund.

Stimmt :wink:. Da sieht man mal, wie wenig ich mich für das Thema interessiere. Aber ich habe dieses Thema nur als Beispiel für ein Thema, das mich nicht im geringsten interessiert. Ersatzweise könnte dort Motorsport, Snowboarding oder Volkstümliche Musik stehen. (Der bekennende Punkrocker, der in einem Forum für Volkstümliche Musik postet :wink:)

es wäre doch einfach schade, wenn man sich nur mit Dingen
auseinandersetzen würden, denen man zustimmt. Dann würde man
nämlich von vornherein ausschließen, etwas zu lernen.

Gutes Argument. Die Fälle haben wir ja auch. Auch junger Mensch stellt eine Frage, diskutiert eine Weile, bildet sich eine abschliessende Meinung und ward nimmer gesehen.
Mir geht es aber darum die Motivation zu verstehen, warum jemand, der sich scheinbar die feste Meinung gebildet hat, dass Riligion Humbug ist, dennoch regelmäßig in diesem Forum postet…

(1) Atheisten bekämpfen doch den Glauben an einen Gott.
Das einzige Brett, in dem man dies tun kann, und in dem man
zudem trefflich präparierte Gegner findet, ist diese hier.

Da könnte was dran; der Jagdgegner in einen Jagdforum, der Pazifist in einem Militärforum. Da wird es richtig spannend und unterhaltend (besonders, wenn es persönlich wird, siehe dazu auch Politikforen).

(2) Religion/Ethik tangiert immer das Selbstverständnis, das
Weltbild und noch ein paar andere wichtige Sachen. Die Leute
kommen hierein -so hoffe ich doch- um auch andere Ideen und
Meinungen zu diesen elementaren Themen zu hören.

Ich denke, das mit dem Weltbild ist eine gute Erklärung. Und wenn ein Mensch die Neigung hat sein Welbild in die Welt hinaus zu tragen, wird auch der Atheismus zu einer missionierenden Religion.

(4) Nur Beten bzw. Diskurse um Bibelauslegung wäre schon arg
eng.

STIMMT.

Gruß
Carlos

lebenslanges Lernen :smile:
Hallo Carlos,

Gutes Argument. Die Fälle haben wir ja auch. Auch junger
Mensch stellt eine Frage, diskutiert eine Weile, bildet sich
eine abschliessende Meinung und ward nimmer gesehen.
Mir geht es aber darum die Motivation zu verstehen, warum
jemand, der sich scheinbar die feste Meinung gebildet hat,
dass Riligion Humbug ist, dennoch regelmäßig in diesem Forum
postet…

Man lernt bekanntlich nie aus! Es ist sogar ganz interessant zu sehen, wie sich die eigene Meinung im Laufe der Zeit ändert oder verfestigt. Das geht aber nur, wenn man sich weiter damit auseinandersetzt. Ich habe außerdem das Gefühl, du verwechselst zwei Dinge. Eine andere (religiöse) Meinung zu haben bedeutet nicht unbedingt Interesselosigkeit. Die Leute, die kein Interesse an religiösen Themen haben, posten wahrscheinlich wirklich nicht hier. Von denen bekommst du also kaum eine Antwort. Die Leute hier, interessieren sich vermutlich dafür, haben aber eben unterschiedliche Meinungen (z.B. Atheisten und Agnostiker). Und dafür ist ein Forum ja schließlich da.

So ein Interesse ergibt sich übrigens schon allein aus der Tatsache, daß man Religionen kaum so einfach ignorieren kann, wie Volksmusik und Astrologie. Religionen beeinflussen Menschen, Gesellschaften, politische Entscheidungen, Gesetze etc. Die Folgen von Religionen können uns folglich alle treffen, egal welche Meinung wir persönlich dazu haben.

In diesem Sinne sehe ich Religionen übrigens auch nicht unbedingt negativ. Sie spielen durchaus eine wichtige Rolle, z.B. bei der Vermittlung gesellschaftlicher Werte. Und diese Rolle ist sogar unabhängig davon, ob man an einen Gott, an viele Götter, an die Möglichkeit der Erleuchtung oder was auch immer glaubt.

Alles in allem also ein sehr interessantes Feld, auch für Ungläubige!

Viele Grüsse,
Lisa

1 „Gefällt mir“

Nun, ich denke ich kann eine ganz einfache und klare Antwort darauf geben.

Warum wehrt sich ein Bürger eines von einer fremdem Macht besetzten Landes gegen seine neuen Herrscher, obwohl ihn das nicht direkt betrifft, und er eigentlich in Ruhe leben kann?
(Wenn sowas möglich ist)

Also das ist doch ganz einfach, ich habe jeden Tag mit Religion zu tun, denn es gibt immer noch genug Leute, die einen einreden wollen, das man glauben soll, und lassen einen nicht in Ruhe seine eigenen, nämlich nicht-gläubigen, Glauben leben. Jeder Atheist würde ein „Kirchenfreak“ in Ruhe an das glauben lassen, was er möchte, solange der Atheist damit in Ruhe gelassen wird und nicht von unlogischen , dahergelaberten Stories, die ich in der Kategorie Märchen abtun würde, zugetextet wird.

Aber die Religiösen tun dies nicht, fürchten scheinbar um ihr Geld und wollen die Atheisten bekehren. Schliesslich wird gepredigt, das alle nicht gläubigen keine Menschen seien, und das man mit der Ursünde auf die Welt kommt, die man erst mit der Taufe wieder los wird. In der Bibel oder im ev. Katechismus steht, das man mit schweren, zum Teil auch gesellschaftlichen Strafen sanktioniert wird, wenn man nicht an das glaubt, was die Kirchen predigen. Wow, besser als jeder Werbespot im Fernsehen. Eine Organisation, die Unrecht und Mord inder Welt verteilt, wie die Kreuzzüge, die Inquisition und so weiter, von der soll ich mich beeinflussen lassen? Und jetzt soll mir niemand sagen, das das in Vergangenheit war, denn das 3. Reich war auch in der Vergangenheit und gehört in meinen Augen genauso verboten wie die Kirche auch. Aber mit welchem Recht existiert die Kirche denn dann noch? Und da ich mich nicht anlügen und betrügen lassen will, setze ich mich dagegen zur Wehr, und das in diesem Forum. Ganz einfach deshalb treibe ich mich in diesem Forum herum.

Und ich sage euch Gläubigen, das ich solange ich noch atmen und denken kann, werde ich euch nicht in Ruhe lassen, solange ihr mich nicht auch in Ruhe lasst.

Dennis

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Carlos

Ich bin einer der vielen „Christen“, die von der Wiege an organisiert sind und dafür Steuern zahl(t)en, der aber nicht im Sinne der organisierten Religion glauben mag. Mein heutiges „Credo“: Ich bewundere die grossartige dramatische Dichtung, die um die Zentralfigur namens Jesus geschrieben wurde. Auch die Zeugnisse christlicher Kultur in Bauten, Plastik, Malerei und Musik. Ich anerkenne die meisten der im christlichen Glaubenscodex notierten Gesetzte und Regeln menschlichen Zusammenlebens - wie sie aber auch Substanz der Religionen, Mythen und Legenden aller Völker sind.

„Desorganisiert“ wird man spätestens dann, wenn man sich mit den alten Kulturen auseinandersetzt. Man stösst darauf, dass das „christliche“ oder besser, paulinische Gemeinde- und Kultleben weitestgehend von hellenistischen Mysterienkulten (Attis-, Dionys-, Mithras-, Isiskult) beeinflusst ist. Diese basieren wieder weitgehend auf ägyptisch-orientalischen Kulten.

Mit den unsäglichen Dogmen und Enzykliken der Kath. Kirche hört der Spass endgülitig auf, vor allem auch, weil da noch der alleinseligmachende Anspruch dazu kommt. Diesen Anspruch haben ja auch diverse „christliche“ Sekten übernommen und reichern diese grössenwähnsinnig Aussage noch mit üblen Zutaten für den Fall des Nichtglaubens an.

Dass ich nicht „organisiert“ glaube, macht aus mir noch lange keinen Atheisten. Ich masse mir nur an, selbst zu denken und zu überlegen können und schliesse mich im übrigen der Aussage von Marx an.
Ob es mir zum Agnostiker reicht? Da von Nichts nichts kommt – der Big Bang musste ausgelöst werden. Aber von wem?

Wie die christliche Religion zurechtgeschustert wurde: Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, ISBN 3-499 19969 6, bisher fünf von 10 Bänden erschienen.

Gruss + erholsame Feiertage

Mäni

Humanismus!
Dieses Brett ist ja nicht nur dafür da, daß sich Religionsangehörige hier in Ruhe unterhalten können. Da sich dieses Brett hier Religion und Ethik nennt, darf man wohl davon ausgehen, daß es hier im Allgemeinen um diese zwei Begriffe geht. Dazu zählt jede Art von Religion, ethische Vorstellungen und natürlich hat auch Atheismus etwas mit Religion zu tun, denn der Atheist leugnet die Existenz eines Gottes. Also ist auch die Gegenseite teil der Religion.

Auch die Ungläubigen sind an dem Thema Religion und Ethik interessiert, vielleicht sogar mehr als manch einem religiösen Menschen. Viele haben sich mit der lokalen Religion auseinandergesetzt und sich irgendwann davon gelöst. Wer dem gleichtgültig gegenübersteht, bleibt in der Kirche in der er hineingetauft wurde, zu einer Zeit, als es ihm nicht möglich war seinen festen Willen zu äußern. Diejenigen, die aber Abkehr geleistet haben, werden sich mit der Thematik weiter auseinandergesetzt haben.
Dann gibt es noch nichtreligiöse neutrale Menschen, die in keine Religion hineingeboren wurden und die auch nicht religiös erzogen wurden. Diesen Menschen mag es tatsächlich gleich sein, woran andere glauben.

Also gilt diesen Brett diesen Leuten, die sich für die Thematik interessieren. Das sind Religiöse, Atheisten und ALLE andere Gruppierungen!

Mir persönlich gefällt der Begriff des Atheisten nicht so sehr, da er wohl aus religiösen Gründen gewählt wurde - „Gott leugnen“. Die Bezeichnung „Humanist“ ist treffender gewählt, wenn ich für mich sprechen darf, da ich in der Form keinen Gott leugnen muß der gar nicht Existent ist. Auch führe ich keine bösen Absichten als Grund an, mich mit der „Gegenseite“ auseinderzusetzen. Das Wohl der Menschheit und das Erkennen von Wahrheiten liegt mir mehr am Herzen, weswegen mir die Bezeichnung „Humanist“ mehr gefällt.

Wenn man sich die Verhaltensweisen der Kirchen anschaut, besonders wohl der katholischen Kirche, fällt es einem Humanisten schwer den Mund zu halten und vielleicht ist es genau das, was vielen Menschen Angst macht - die zunehmende Anzahl von Menschen, die eben nicht mehr den Mund halten können. In der Geschichte der Kirchen konnte man noch durch Androhung von Folter, Verbrennung und Verfolgung Menschen davon abhalten kritisch zu denken und es zu verbreiten. Heute ist es eigentlich nur noch das gesellschaftliche Ansehen, daß vielen Leuten davon abhält öffentlich gegen die Kirche zu treten.

Es ist falsch den Menschen die sich öffentlich gegen die Kirchen richten, fehlende Toleranz zuzuschreiben, da sich die großen Kirchen im Grunde die Toleranz auch nicht auf die Fahnen geschrieben haben. Berühmtes Beispiel hierfür findet man in der amerikanischen Geschichte, als eine Unmenge an amerikanischen Ureinwohnern abegschlachtet wurden, weil sie ihr Leben nicht nach den christlichen Glauben richten wollten. Man sehe sich auch mal die anderen Glaubenskriege an, die in der Gegenwart geschehen. Alles andere als Tolerant. Aus diesem Grunde bin ich auch gegen jede Art von Religion, jede Art von Denken, die eine oder mehrere göttliche Wesen im Vordergrund hat.

Religion hat für mich vor allem die Bedeutung von Unterdrückung jeglicher Art. An einem Ort dürfen Frauen nur vermummt rumlaufen und an einem anderem werden sie zur Beschneidung verstümmelt. Hier ist es nicht mehr ganz so schlimm, aber dennoch sterben jährlich eine Unmenge von Menschen, weil der Vatikan meint, Kondome wären schändlich. Ich möchte vielleicht auch dazu übergehen, ein solches Verhalten als Völkermord zu bezeichnen, der ganz legitim von einer mächtigen Organisation durchgeführt wird.

All diese und noch viele andere Gründe, legitimieren das öffentliche Auflehnen gegen die Religionen, denn sie sind niemals menschlich, tolerant oder frei!
Auflehnung soll aber auch in diesem Zusammenhang nicht sein, zu unterdrücken oder Menschen zu schaden.
Deswegen bin ich Humanist, da es aus anderen Beweggründen als eine Religion oder Gottesexistenz, sehr viel bessere Möglichkeiten gibt, die Gesellschaft voranzubringen. Auch Werte und Moralvorstellungen könnten aus diesem Grunde besser entwickelt werden, da sie nicht an Vorstellungen festgemacht sind, die sich nie verändern, obwohl sie nicht immer menschlich sind und mehr unterdrücken als das gesellschaftliche Zusammenleben näher zu bringen.
Ein sehr gutes Beispiel in diesem Sinne ist die menschliche Sexualität, mit der sich wohl jeder auseinandergesetzt hat. Die katholische Kirche unterdrückt die Sexualität, es sei denn sie ist ehelich und aus höheren Gründen wie Spaß oder Lust. Und das obwohl bewiesen ist, daß diese Unterdrückung mehr Leid verursacht als die Auslebung dieser. Sexualstraftäter wurden meist in ihrer Kindheit und Jugend sexuell unterdrückt. Kirchenleute vergehen sich an Kinder. Es gibt noch viele andere Beispiele, die ich hier anführen kann.

Die Macht der Kirchen wird nicht zuletzt auch dadurch aufrecht erhalten, den Menschen gar nicht mal die Möglichkeit zu geben, zu kritisieren, da viele mit der Kirche aufwachsen, von der Geburt über die bald darauffolgende Taufe, Religionsunterricht, kirchlicher Unterricht bis zur Kommunion oder Konfirmation und nicht zuletzt christliche Feste wie Weihnachten. Dennoch glauben viele Eltern ihren Kindern die freie Wahl zu lassen, die sie niemals haben. Gerade die Kinder, die so aufwachsen müssen, liegen mir am Hezen. Darum geht es mir besonders.

Es ist ungeheuer wichtig, seine Vorstellungen von Zeit zu Zeit überdenken zu können und mit anderen unzensiert darüber zu reden ohne religiöse Unterdrückung oder Vorstellungen. Ich denke, die Gesellschaft ist bald in der Lage ohne Gottesbild zu leben. Nur dann wird die Menschheit wirklich frei sein.

humanistische Grüße

Hydron

Atheisten und Agnostiker
Hi Carlos

zunächst mal wieder im

im begriffshistorisch korrekten Sinn von Atheismus und Agnostizismus

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

habe ich hier im Forum noch keinen einzigen Atheisten oder Agnostizisten gelesen.

Es empfiehlt sich, zu unterscheiden zwischen

  1. Gottesgläubigkeit
  2. konsequentem Bekenntnis zu einer historisch bestimmten Religion
  3. unreflektierter Übernahme traditioneller Denk- und Redeweisen
    (alle drei Punkte sind unabhängig von einander)

und ferner zwischen
Gottesgläubigkeit und der (philosophischen) Position, daß Gott nicht erkennbar sei ( das ist Agnostizismus!). Das schließt sich nämlich keineswegs aus - sogar ganz im Gegenteil. Fast alle christlichen Mystiker z.B. waren Agnostiker.

Eine atheistische Weltanschauunung ist schlicht eine solche, die ohne Gottesbegriff auskommt: z.B. Yoga, Buddhismus, Taoismus, Zen. In der Moderne gibt es dann auch noch andere Möglichkeiten von religionsfreien bzw. gottesbegriff-freien) Weltanschauungen. Diese sind aber allemal in keiner Weise polemisch…

Was dagegen aber hier - wie in allen öffentlichen Foren mit diesem Thema - zum Ausdruck kommt, ist eher eine antireligiöse Haltung, die sich im w-w-w fast ausschließlich gegen die Geschichte und gegenwärtige Gebährdung der christlichen Religion , teils aber der jüdischen und ismamischen, richtet. Sie richtet sich aber nur auf Grund einer Begriffsverwirrung bzw. auf Grund einer irrtümlichen Identifizierung gegen Gottesbegriffe generell.

Diese Haltung hat zwei Varianten (nach meiner Beobachtung):

  1. gegen eine sog. „missionierende“ Redeweise des Typs „für mich ist das so/wahr, und wenn es für euch nicht so/wahr ist, dann seid ihr geistig halt noch nicht so weit wie ich“

  2. gegen einen sowohl historischen als auch gegenwärtigen gotteslästerlichen Machtmißbrauch von seiten der o.g. Religionen.

In dieser Haltung drückt sich, wie man an den Formulierungen fast immer erkennen kann, eine maßlose Enttäuschung, Verachtung, oft auch Haß, manchmal auch Angst aus. Sie als berechtigt zu bezeichnen will ich mir nicht anmaßen, aber verstehbar und nachvollziehbar ist sie fast immer.

Solche Emotionen machen bekanntermaßen aber blind: Deshalb verwechseln sie Religionskritik (genauer: Kritk am dogmatischen und gewalttätigen Gebahren von Anhängern und Institutions-Managern bestehender Religionen) mit Gottesgläubigkeit generell. Die letztere gibt ja im Grunde keinerlei Anlaß zur Polemik, höchstens zu allerlei interessanten Denksportaufgaben.

Da aber nichts so sehr an das Objekt bindet wie Verachtung oder Haß oder Enttäuschung, ist ein Religionsforum durchaus der geeignete Ort, um dies auszuagieren. Interessanterweise ist eine solche Attacke noch nie unbeantwortet geblieben :smile:))

Grüße

Metapher

Was treibt nun ausgesprochene Atheisten und Agnostikern dazu
sich in diesem Forum regelmäßig zu religiösen Themen zu
äußern?

hallo carlos,

also erstmal geht es in diesem brett meistens um religionswissenschaftliche fragen - was ist der islam, gruendung der kirche, jesus und die juden, um nur einige highlights der letzten wochen zu nennen - und dazu kann man durchaus viel sagen, ohne dass man selber weder an jesus noch an den koran oder sonst was glauben muss.

der zweite punkt lautet ethik. eigentlich sollten ethische fragen im philosophiebrett behandelt werden, denn ethik setzt religion nicht voraus.

dann gibt es tatsaechlich leute, die hier reinkommen und herumschimpfen, noergeln und sich lustig machen. naja die haben eben ein schwaches selbstbewusstsein was ihre eigene meinung angeht. wenn ich an was glaube - dazu gehoert auch der atheismus! - , dann brauche ich das nicht jedem dauernd unter die nase reiben.

liebe gruesse und
lehitraot :smile: