Humanismus!
Dieses Brett ist ja nicht nur dafür da, daß sich Religionsangehörige hier in Ruhe unterhalten können. Da sich dieses Brett hier Religion und Ethik nennt, darf man wohl davon ausgehen, daß es hier im Allgemeinen um diese zwei Begriffe geht. Dazu zählt jede Art von Religion, ethische Vorstellungen und natürlich hat auch Atheismus etwas mit Religion zu tun, denn der Atheist leugnet die Existenz eines Gottes. Also ist auch die Gegenseite teil der Religion.
Auch die Ungläubigen sind an dem Thema Religion und Ethik interessiert, vielleicht sogar mehr als manch einem religiösen Menschen. Viele haben sich mit der lokalen Religion auseinandergesetzt und sich irgendwann davon gelöst. Wer dem gleichtgültig gegenübersteht, bleibt in der Kirche in der er hineingetauft wurde, zu einer Zeit, als es ihm nicht möglich war seinen festen Willen zu äußern. Diejenigen, die aber Abkehr geleistet haben, werden sich mit der Thematik weiter auseinandergesetzt haben.
Dann gibt es noch nichtreligiöse neutrale Menschen, die in keine Religion hineingeboren wurden und die auch nicht religiös erzogen wurden. Diesen Menschen mag es tatsächlich gleich sein, woran andere glauben.
Also gilt diesen Brett diesen Leuten, die sich für die Thematik interessieren. Das sind Religiöse, Atheisten und ALLE andere Gruppierungen!
Mir persönlich gefällt der Begriff des Atheisten nicht so sehr, da er wohl aus religiösen Gründen gewählt wurde - „Gott leugnen“. Die Bezeichnung „Humanist“ ist treffender gewählt, wenn ich für mich sprechen darf, da ich in der Form keinen Gott leugnen muß der gar nicht Existent ist. Auch führe ich keine bösen Absichten als Grund an, mich mit der „Gegenseite“ auseinderzusetzen. Das Wohl der Menschheit und das Erkennen von Wahrheiten liegt mir mehr am Herzen, weswegen mir die Bezeichnung „Humanist“ mehr gefällt.
Wenn man sich die Verhaltensweisen der Kirchen anschaut, besonders wohl der katholischen Kirche, fällt es einem Humanisten schwer den Mund zu halten und vielleicht ist es genau das, was vielen Menschen Angst macht - die zunehmende Anzahl von Menschen, die eben nicht mehr den Mund halten können. In der Geschichte der Kirchen konnte man noch durch Androhung von Folter, Verbrennung und Verfolgung Menschen davon abhalten kritisch zu denken und es zu verbreiten. Heute ist es eigentlich nur noch das gesellschaftliche Ansehen, daß vielen Leuten davon abhält öffentlich gegen die Kirche zu treten.
Es ist falsch den Menschen die sich öffentlich gegen die Kirchen richten, fehlende Toleranz zuzuschreiben, da sich die großen Kirchen im Grunde die Toleranz auch nicht auf die Fahnen geschrieben haben. Berühmtes Beispiel hierfür findet man in der amerikanischen Geschichte, als eine Unmenge an amerikanischen Ureinwohnern abegschlachtet wurden, weil sie ihr Leben nicht nach den christlichen Glauben richten wollten. Man sehe sich auch mal die anderen Glaubenskriege an, die in der Gegenwart geschehen. Alles andere als Tolerant. Aus diesem Grunde bin ich auch gegen jede Art von Religion, jede Art von Denken, die eine oder mehrere göttliche Wesen im Vordergrund hat.
Religion hat für mich vor allem die Bedeutung von Unterdrückung jeglicher Art. An einem Ort dürfen Frauen nur vermummt rumlaufen und an einem anderem werden sie zur Beschneidung verstümmelt. Hier ist es nicht mehr ganz so schlimm, aber dennoch sterben jährlich eine Unmenge von Menschen, weil der Vatikan meint, Kondome wären schändlich. Ich möchte vielleicht auch dazu übergehen, ein solches Verhalten als Völkermord zu bezeichnen, der ganz legitim von einer mächtigen Organisation durchgeführt wird.
All diese und noch viele andere Gründe, legitimieren das öffentliche Auflehnen gegen die Religionen, denn sie sind niemals menschlich, tolerant oder frei!
Auflehnung soll aber auch in diesem Zusammenhang nicht sein, zu unterdrücken oder Menschen zu schaden.
Deswegen bin ich Humanist, da es aus anderen Beweggründen als eine Religion oder Gottesexistenz, sehr viel bessere Möglichkeiten gibt, die Gesellschaft voranzubringen. Auch Werte und Moralvorstellungen könnten aus diesem Grunde besser entwickelt werden, da sie nicht an Vorstellungen festgemacht sind, die sich nie verändern, obwohl sie nicht immer menschlich sind und mehr unterdrücken als das gesellschaftliche Zusammenleben näher zu bringen.
Ein sehr gutes Beispiel in diesem Sinne ist die menschliche Sexualität, mit der sich wohl jeder auseinandergesetzt hat. Die katholische Kirche unterdrückt die Sexualität, es sei denn sie ist ehelich und aus höheren Gründen wie Spaß oder Lust. Und das obwohl bewiesen ist, daß diese Unterdrückung mehr Leid verursacht als die Auslebung dieser. Sexualstraftäter wurden meist in ihrer Kindheit und Jugend sexuell unterdrückt. Kirchenleute vergehen sich an Kinder. Es gibt noch viele andere Beispiele, die ich hier anführen kann.
Die Macht der Kirchen wird nicht zuletzt auch dadurch aufrecht erhalten, den Menschen gar nicht mal die Möglichkeit zu geben, zu kritisieren, da viele mit der Kirche aufwachsen, von der Geburt über die bald darauffolgende Taufe, Religionsunterricht, kirchlicher Unterricht bis zur Kommunion oder Konfirmation und nicht zuletzt christliche Feste wie Weihnachten. Dennoch glauben viele Eltern ihren Kindern die freie Wahl zu lassen, die sie niemals haben. Gerade die Kinder, die so aufwachsen müssen, liegen mir am Hezen. Darum geht es mir besonders.
Es ist ungeheuer wichtig, seine Vorstellungen von Zeit zu Zeit überdenken zu können und mit anderen unzensiert darüber zu reden ohne religiöse Unterdrückung oder Vorstellungen. Ich denke, die Gesellschaft ist bald in der Lage ohne Gottesbild zu leben. Nur dann wird die Menschheit wirklich frei sein.
humanistische Grüße
Hydron