Atheisten?

hallo ihr überwiegend gläubigen wissenden,
aber auch die unglaübigen,

warum werden eigentlich atheisten grundsätzlich schief angeschaut, wenn sie ihren unglauben offensichtlich bekunden?
ich selbst bin nicht religiös und glaube nicht an gott,bibel,kirche.
allerdings besuche ich mit meiner jüngsten tochter einen christlich geleiteten krabbelkreis,weil es eben der einzige am ort ist.
und meine ungläubigkeit habe ich von anfang an offen zugegeben. und wurde gleich bestürmt, warum weshalb wieso.
warum denkt jeder gleich atheisten wären ganz schreckliche menschen, die anderen leuten ihren glauben madig machen wollen?
ich akzeptiere die ansichten von gläubigen doch auch und finde es ok,wenn sie dran glauben. nur ich kann es halt nicht.
warum denken gläubige immer gleich sie müßten ungläubige missionieren?
warum muß ich mich für den besuch des christlich geleiteten krabbelkreises,den kirchenbesuch mit aufführung meiner schulkinder,einschulungsgottesdienst,etc. rechtfertigen?
treffe ich da einfach auf die falschen leute? oder ist das generell so?

eine kopfschüttelnde tadi, die heut mal wieder so eine diskussion führte

Hallo Tadi,

warum werden eigentlich atheisten grundsätzlich schief
angeschaut, wenn sie ihren unglauben offensichtlich bekunden?

Hm, ich kenne es nur umgekehrt, nämlich gerade hier im Forum z.B., dass die, die an Gott glauben, mit allen möglichen „Thesen“ und „Fakten“ bedacht werden, nur um ihren Glauben zu „widerlegen“, anzugreifen …

Keine Ahnung. Ich schätze, es kommt drauf an, wo du dich gerade befindest. Der Mensch ist ein Herdentier und plappert gerne der „Herde“ nach. Will heißen, wenn du dich an einem Ort mit überwiegend christlichen Menschen aufhältst, wirst du - freilich! - merkwürdig „angeschaut“.
Bist du an einem Ort, wo kein Mensch an Gott glaubt, wird kein Mensch dich „schief anschauen“, weil du unter „Gleichgesinnten“ bist.

Christen haben ja von der Bibel her den „Auftrag“, ihren Glauben in die Welt zu tragen, daher wohl auch das mehr oder weniger geglückte Auftreten von ihnen - allerdings „schief“ ansehen sollten sie dich da nicht, vielleicht eher überzeugen wollen?

Chris

Hallo Tadi,

dein Ansatz scheint mir schräg zu sein, wenn du vom „Unglauben“ der Atheisten sprichst. Meiner Meinung nach ist Atheismus auch ein Glaube.
Der steht allerdings in Konkurrenz zu anderen Glaubensrichtungen.

warum denkt jeder gleich atheisten wären ganz schreckliche
menschen, die anderen leuten ihren glauben madig machen
wollen?

Hier verallgemeinerst du Probleme, die du im Krabbelkreis hast. Meiner Meinung nach unzulässig, auch wenn ich verstehe, dass dir da die Galle hochkommt.

warum muß ich mich für den besuch des christlich geleiteten
krabbelkreises,den kirchenbesuch mit aufführung meiner
schulkinder,einschulungsgottesdienst,etc. rechtfertigen?

Wem gegenüber musst du dich rechtfertigen, dass du in den Gottesdienst gehst? Das sind bestimmt

die falschen leute.

Allerdings ist es schon problematisch, das Serviceangebot einer Einrichtung zu nutzen, wenn man sonst mit der Einrichtung nichts am Hut hat. Du schickst deine Kinder doch nicht beispielsweise mit den „Falken“ in Ferien, nur weil es keine anderen Ferienangebote gibt, wenn du mit deren Ideologie verquer liegen solltest. Oder doch?

Ich kenne es aber so, dass mit diesen Serviceangeboten Leute gelockt werden sollen, die man dann behutsam zu sich in den Kahn lockt. Wenn das wie in diesem Fall mit Kritiken und Vorwürfen anläuft, dann machen die etwas verkehrt. Lass dein Kind nicht unter den Einfluss solcher intoleranten Menschen kommen!

Bernhard

ich seh das aus einer sozialen perspektive. du brichst in einen vorher definierten raum ein und „bestürmst“ alle mit deinen abweichenden ansichten. da darf man sich nicht wundern. du „störst“ den trauten kreis. menschen sind so. genau dasselbe würde in einem unreligiösen krabbelkreis passieren, wo plötzlich teifreligiöse leute dazukommen. einzige lösung: umziehen.

gruß datafox

Hallo Tadi,

darf ich mal fragen, wie dieses ‚oeffentliche Zugeben‘
deines Unglaubens stattfindet?
Kommst du in Gruppe und sagt: Aber alles mal herhoern,
Leute, glauben tu ich nicht! (doch wohl weniger)
Weigerst du dich mitzubeten, wenn dies gemacht wird?
Oder wie?

Ich habe in der Krabbelgruppenzeit meiner Kinder
in Suedafrika gelebt, wo es von der Situation sehr aehnlich
funktioniert: es wird allenfalls gefragt, welcher
Kirche man angehoert, dass man keiner Kirche angehoert,
kommt den meisten nicht mal in die Gedanken.
Trotzdem hatte ich nie diese Probleme, die du beschreibst.
Auf die Frage, wenn sie wirklich ausgesprochen wurde,
‚where do you worship‘ bin ich nicht gross eingegangen.
Ohne zu luegen, habe ich nicht versucht, meine Nicht-Religiositaet
den anderen auch nur zu beschreiben. Diskussionen darueber
beschraenke ich auf gute Freunde.

Gruesse
Elke

hallo elke,

darf ich mal fragen, wie dieses ‚oeffentliche Zugeben‘
deines Unglaubens stattfindet?
Kommst du in Gruppe und sagt: Aber alles mal herhoern,
Leute, glauben tu ich nicht! (doch wohl weniger)
Weigerst du dich mitzubeten, wenn dies gemacht wird?
Oder wie?

du hast recht, ich stelle mich nicht hin und töne laut herum, dass ich an den christl. glaube nicht glaube. aber es ist offensichtlich, wenn ich als einzige nicht mitbete,christl. kinderlieder nicht mitsinge und mich aus jedweder christl. diskussion heraushalte.

der babytreff wird von einer sehr toleranten pfarrersfrau geleitet, die damit kein problem hat, im gegensatz zu manch anderen müttern.

für die ist es unvorstellbar, dass man ungläubig ist und dennoch eine christl. einrichtung besucht.
nur weil ich daran nicht glaube,aus welchen gründen auch immer,stelle ich deren ansichten nicht in frage und kann damit gut leben und andererseits möchte ich meiner kleinen den umgang zu gleichaltrigen kindern ermöglichen und sie auch nicht vom christlichen glauben fernhalten. das soll sie später mal ganz alleine entscheiden.

ich finde es nur schade, dass viele christen so engstirnig sind und meinen man wäre anders als gute christen, was immer das auch sein mag.

klar könnte ich versuchen mich aus solchen situationen herauszuwinden, aber wenn ich ehrlich gefragt werde, gebe ich auch eine ehrliche antwort. sonst würde ich mich selbst verleugnen. aber nachdem dort nun alle wissen wie ich ticke, sollte man meinen, dass man in ruhe gelassen wird und diese tatsache akzeptiert wird.

liebe grüße tadi

Ich habe in der Krabbelgruppenzeit meiner Kinder
in Suedafrika gelebt, wo es von der Situation sehr aehnlich
funktioniert: es wird allenfalls gefragt, welcher
Kirche man angehoert, dass man keiner Kirche angehoert,
kommt den meisten nicht mal in die Gedanken.
Trotzdem hatte ich nie diese Probleme, die du beschreibst.
Auf die Frage, wenn sie wirklich ausgesprochen wurde,
‚where do you worship‘ bin ich nicht gross eingegangen.
Ohne zu luegen, habe ich nicht versucht, meine
Nicht-Religiositaet
den anderen auch nur zu beschreiben. Diskussionen darueber
beschraenke ich auf gute Freunde.

Gruesse
Elke

hallo datafOx,

ich seh das aus einer sozialen perspektive. du brichst in
einen vorher definierten raum ein und „bestürmst“ alle mit
deinen abweichenden ansichten. da darf man sich nicht wundern.
du „störst“ den trauten kreis.

sehe ich anders, ich breche in keinen definierten raum ein. dort sind auch andere religionen vertreten, die stillschweigend toleriert werden. nur bei mir wird so ein tam tam gemacht.
ausserdem bestürme ich keinen mit meinen ansichten, sondern halte mich dezent im hintergrund. ich bete nicht mit, was aber nicht heisst, dass ich sonstwie auffalle. ich verhalte mich ruhig und zeige dadurch ja auch meinen respekt.

menschen sind so. genau

dasselbe würde in einem unreligiösen krabbelkreis passieren,
wo plötzlich teifreligiöse leute dazukommen. einzige lösung:
umziehen.

keine gute lösung, mir gefällts dann doch ganz gut hier und ausserdem finde ich nie wieder so ein großes haus für sowenig geld.

gruß tadi

hallo bernhard,

dein Ansatz scheint mir schräg zu sein, wenn du vom
„Unglauben“ der Atheisten sprichst. Meiner Meinung nach ist
Atheismus auch ein Glaube.
Der steht allerdings in Konkurrenz zu anderen
Glaubensrichtungen.

ich meinte den christlichen unglauben.

Hier verallgemeinerst du Probleme, die du im Krabbelkreis
hast. Meiner Meinung nach unzulässig, auch wenn ich verstehe,
dass dir da die Galle hochkommt.

wenne s nur im krabbelkreis so wäre…

Wem gegenüber musst du dich rechtfertigen, dass du in den
Gottesdienst gehst? Das sind bestimmt

die falschen leute.

denen gegenüber, die wissen dass ich nicht glaube.

Allerdings ist es schon problematisch, das Serviceangebot
einer Einrichtung zu nutzen, wenn man sonst mit der
Einrichtung nichts am Hut hat. Du schickst deine Kinder doch
nicht beispielsweise mit den „Falken“ in Ferien, nur weil es
keine anderen Ferienangebote gibt, wenn du mit deren Ideologie
verquer liegen solltest. Oder doch?

warum sollte ich nicht in den krabbelkreis gehen, nur weil ich nicht an gott glaube?
ich gehe doch dorthin um meiner lütten kontakt zu gleichaltrigen zu ermöglichen. nicht um über religionszugehörigleit zu diskutieren.
warum sollte ich nicht an dem einschulungsgottesdienst meines kindes teilnehmen?oder an der weihnachtsaufführung? wenn sie dort mitwirken? und gerne von mama bestaunt werden? ich verhalte mich angepasst und gut. bete und singe nicht mit. ist das wirklich so schlimm?

tut mir leid, aber da bin ich lieber atheistin und tolerant. denn ich lasse meine kids in reli und zu kirchl. angeboten gehen, fest der meinung sollen selbst herausfinden, was sie glauben, oder was nicht.

gruß tadi

hallo Tadi,

du hast recht, ich stelle mich nicht hin und töne laut herum,
dass ich an den christl. glaube nicht glaube. aber es ist
offensichtlich, wenn ich als einzige nicht mitbete,christl.
kinderlieder nicht mitsinge und mich aus jedweder christl.
diskussion heraushalte.

der babytreff wird von einer sehr toleranten pfarrersfrau
geleitet, die damit kein problem hat, im gegensatz zu manch
anderen müttern.

In dem Fall bleibt dir nur eines: Danke der toleranten
Pfarrersfrau und zeige den anderen, dass du mindestens
ein so guter Mensch bist, wie sie auch.

ich finde es nur schade, dass viele christen so engstirnig
sind und meinen man wäre anders als gute christen, was immer
das auch sein mag.

Da hast du meinen vollsten Beifall. Ich wuerde auf
den Thread hier weiter oben verweisen, aber eigentlich
ist mir dein Anliegen zu schade ihn mit so einem Kinderkram
zu vermischen.

klar könnte ich versuchen mich aus solchen situationen
herauszuwinden, aber wenn ich ehrlich gefragt werde, gebe ich
auch eine ehrliche antwort. sonst würde ich mich selbst
verleugnen. aber nachdem dort nun alle wissen wie ich ticke,
sollte man meinen, dass man in ruhe gelassen wird und diese
tatsache akzeptiert wird.

Man sollte.
Uebrigens moechte ich noch etwas anderes erwaehnen,
verbogen hab ich mich nie.
Ich habe mehrere Jahre fuer eine christliche (und ich meine
wirklich christliche) Organisation gearbeitet. Dort habe
ich fuer zwei Maenner gearbeitet, die mir gezeigt haben, was
es heisst, wirkliche Christen zu sein und die habe ich dafuer
sehr respektiert. Beide wussten um meine Einstellung, aber ich
hatte wohl andere Faehigkeiten, die sie nicht missen mochten,
und ich wurde nie bedraengt und immer akzeptiert. Das ist fuer
mich wahres Christentum, und es war eine Zeit in meinem
Leben in dem ich es bedauert habe, nicht selbst glaeubig zu sein.

Halt die Ohren steif, vielleicht verlieren sie ja doch bald
das Interesse an deiner Einstellung,
Gruesse
Elke

hallo Tadi,

In dem Fall bleibt dir nur eines: Danke der toleranten
Pfarrersfrau und zeige den anderen, dass du mindestens
ein so guter Mensch bist, wie sie auch.

es ist eben nur bedrückend, dass ich denen erst beweisen oder zeigen muß, dass ich dennoch ein guter mensch bin, wenn auch kein christ.

Da hast du meinen vollsten Beifall. Ich wuerde auf
den Thread hier weiter oben verweisen, aber eigentlich
ist mir dein Anliegen zu schade ihn mit so einem Kinderkram
zu vermischen.

danke…

Man sollte.
Uebrigens moechte ich noch etwas anderes erwaehnen,
verbogen hab ich mich nie.
Ich habe mehrere Jahre fuer eine christliche (und ich meine
wirklich christliche) Organisation gearbeitet. Dort habe
ich fuer zwei Maenner gearbeitet, die mir gezeigt haben, was
es heisst, wirkliche Christen zu sein und die habe ich dafuer
sehr respektiert. Beide wussten um meine Einstellung, aber
ich
hatte wohl andere Faehigkeiten, die sie nicht missen mochten,
und ich wurde nie bedraengt und immer akzeptiert. Das ist
fuer
mich wahres Christentum, und es war eine Zeit in meinem
Leben in dem ich es bedauert habe, nicht selbst glaeubig zu
sein.

ich wollte nicht sagen, dass du dich verbogen hast, indem du diesen themen ausgewichen bist.
ich meinte viel eher, ich müßte mich verbiegen, denn irgendwie schaffe ich es gerade bei diesem thema nicht, das ruder in der hand zu halten. es ufert immer aus, egal was ich sage (in einem freundlichen ton) es wird grundlegend falsch aufgefasst und ausgelegt.

Halt die Ohren steif, vielleicht verlieren sie ja doch bald
das Interesse an deiner Einstellung,

ja, ich hab mir vorgenommen solche sticheleien zu überhören und mich keinesfalls mehr auf eine diskussion einlassen.
es ist nur schön, dass es noch christl. leute gibt, die nichtchristen dennoch verstehen und trotzdem akzeptieren.

grüßle tadi

Hallo Tadi,

ja, ich hab mir vorgenommen solche sticheleien zu überhören
und mich keinesfalls mehr auf eine diskussion einlassen.

Das wird wohl das Beste sein.

es ist nur schön, dass es noch christl. leute gibt, die
nichtchristen dennoch verstehen und trotzdem akzeptieren.

Ja und schade, dass das nicht die Norm nicht.
Mach’s gut
Elke

Hallo Tadi,

In dem Fall bleibt dir nur eines: Danke der toleranten
Pfarrersfrau und zeige den anderen, dass du mindestens
ein so guter Mensch bist, wie sie auch.

es ist eben nur bedrückend, dass ich denen erst beweisen oder
zeigen muß, dass ich dennoch ein guter mensch bin, wenn auch
kein christ.

es geht uns Christen ganz ähnlich.
Wir müssen auch „beweisen“, dass wir ganz normale Menschen sind, obwohl wir an einen Gott glauben, den noch niemand gesehen hat.

Manchmal müssen wir uns auch vorwerfen lassen, die Wissenschaften zu negieren, nur weil wir nicht an die Evolutionstheorie glauben.

Toleranz (auf beiden Seiten) ist dann sehr schwer, wenn die Emotionen von uns Besitz ergreifen.

Gruss Harald

Mit Verlaub, Harald, ich glaube, dass Tadis Problem
etwas anders gelagert ist. Ihr geht es, glaube ich,
nicht um die normale Toleranz, wie z.B. in diesem Forum
(wo ich doch gerade sehr unfein, wenn auch sehr versteckt,
als Sau bezeichnet worden bin).
Was Tadi beschreibt, hat eine andere Qualitaet. Da Glaeubig-
Sein noch immer die Norm ist (nicht das Richtig-Christ-Sein,
nicht das Regelmaessig-in-die-Kirche-Gehen), wirst du dich
nur dann fuer deine Einstellung rechtfertigen muessen,
wenn du dich bei einem Thema, einer Diskussion laut auf
deine christlichen Ansichten berufst. Das kommt beim
Elektrotechniker, beim Mathelehrer, beim Fotograf usw.
sehr selten im Berufsleben vor, im taeglichen Leben eigentlich
nur, wenn der Elektrotechniker, Mathelehrer … es bewusst
in eine Diskussion/Situation einbringt.
Tadi trifft auf diese Situation wesentlich regelmaessiger.
Du wirst allenfalls als ‚weltfremder Spinner‘ abgetan,
der eine allgemein akzeptierte Wahrheit etwas weit auslegt.
Tadi wird - wenn ich das richtig verstehe, bzw. aus meinen
Erfahrung ableiten kann - als abnorm, wenn nicht gar
verwerflich dargestellt. Entweder angefeindet oder bedauert.

Gruesse
Elke