Hi Metapher
Das ist super !! Also, du hast folgende Lehre:
daß einer selbst dann, wenn er davon ausgeht (also
voraussetzt?), daß es keinen Gott gibt, allein durch
Innehalten (!!) die Ursache des Glauben zu finden vermag?
Und daß es für diesen gigamäßigen Weisheitstrip tatsächlich
nicht mehr als 10 min bedürfe? Einfach bloß innehalten?
Oder sollte ich dich falsch verstanden haben, und du meinst
folgendes:
Nein, ich habe nicht von dir verlangt, dass du mich mißverstehen sollst. Du hast es aber trotzdem getahn.
Es solle einer, der an an einen Gott glaubt, 10 min mit diesem
Glauben innehalten (also aufhören damit)?
um dann zu versuchen, vorauszusetzen, es gebe keinen Gott?
Mit dem Zweck, die Ursache des Glaubens herauszufinden?
Aber warum sollte denn einer, der eh an einen Gott glaubt, die
Ursache des Glaubens herausfinden wollen?
Um es kritisch zu betrachten? Um einen Fehler in seinem Gedankengut zu finden? Um sich gar in seinem Glauben zu verstärken?
Und wieso soll es für die Forschung nach den Ursachen des
Glaubens notwendig sein, mit dem Glauben aufzuhören?
Nun, vielleicht deshalb, dass man/frau erkennt, dass das Prinzip „An gott Glauben“ ein von unseren Eltern, Vorvätern/-mütter anerzogenes Verhalten ist, dass wir unkritisch widerkeuen, ohne uns einen eigenen Beweis entwickelt zu haben. (Ja, ja, ich weiß, du hast dir selbst darüber viele Gedanken gemacht, aber hast du je versucht, ihn zu widerlegen? Diese Argumetationkette würde ich gerne höhren.)
Und wie soll jemand, der ja während des Innehaltens nicht an
einen Gott glaubt, nach den Ursachen von etwas forschen, von
dem er voraussetzt, daß es dieses Forschungsziel gar nicht
gibt???
Er soll nicht nach gott forschen! Er soll ein Leben ohne gott finden. Er soll erkennen, dass er selbst für das Leben auf der Welt verantwortlich ist. Das er kein gütiges, richtendes Element über ihm braucht, um gütig und richtend zu sein.
Nun scheint es, daß du einen Vorschlag machst, auf welchem
Wege derjenige nun die Ursache des Glaubens herausfinden
könne:
Er muß nämlich gar nicht inne halten, und auch gar nicht dabei
in sich hineinschauen -
Nonsens, habe ich nicht behauptet!
obgleich alle, die glauben,
behaupten, daß zu glauben eine Sache sei, die sich in ihrem
Inneren abspiele, und wer sollte denn kompetenter sein, die
Ursachen des Glaubens zu kennen, als die, die es bereits tun?
„… die sich in ihrem Inneren abspielen …“
Genau das ist der Casus Cnaktus. Sie schauen nur in ihr Inneres, blind dafür, adss es da draußen auch etwas gibt.
Nun gut, du hast trotzdem den Vorschlag, stattdessen nach
außen zu gucken, um - glaubenslos - die Ursache des Glaubens
zu finden.
Und nun sagt du, daß jemand die findet, wenn er vor einem
Berglöwen stehe, der ihn bedrohe?
Die Randbedingung, daß er das tun solle, wenn er sich zum
ersten Mal bewußt werde, kann er ja nicht erfüllen, denn dann
wäre er nicht in der Lage, deinem Rat zu folgen…
Und zwar soll er - zum Zweck des Findens der Ursache des
Glaubens - nun seine Angst vor dem ihn bedrohenden Berglöwen
in den Berglöwen projizieren?
Nach dem, was wir wissen, was „projizieren“ ist, soll also der
verängstigte Berglöwenbetrachter nun dem Berglöwen sagen:
„Du - Berglöwe - hast Angst vor mir!!“
(denn das heißt, „seine Angst auf einen anderen projizieren“!)
Da hast du recht: ich habe den falschen Begriff benutzt. Aber hast du den Sinn dieser kleinen Story wirklich nicht begriffen?
Und durch das Aussprechen oder Denken dieser magischen Formel,
(von der wir übrigens aus zwischenmenschlichen Erfahrung
wissen, daß sie sehr sehr gut funktioniert!), soll jetzt der
real bedrohende Berglöwe plötzlich (!?) zu einem Gott werden
!!
In früheren und auch heutigen Kulturen sind götter Tiere oder Naturerscheinungen. Mein Vorschlag dies zu erklären ist doch ein wunderbare „Theorie“!
Dein Schüler, der sich aufmachte die Ursache des Glaubens zu
finden, produziert selbst einen Gott, mit Hilfe einer
psychoaktiv auf Berglöwen wirkenden magischen Formel, deren
Wirkungskraft daher rührt, daß eine eigene Angst zu einer
Angst des Angsterzeugers umgewandelt wurde.
Donnerwetter!!
Find ich logisch!!
Und nun sagst du folgerichtig, daß dieser von deinem Schüler
erzeugte, gezauberte Gott ein Gott der Angst ist?
Danke für die Zustimmung. Und so wurde damals ein Gott der Freude, der reichen Ernte und der Fruchtbarkeit gefunden.
Ist es nun ein Gott, der selbst Angst erzeugt? Nein,
denn das wäre ja sinnlos, denn Angst erzeugen tat ja der
Berglöwe schon. Deine Idee war es, die Angst vor dem
Berglöwenm in eine Angst des Berglöwen zu verzaubern (=
Projektion).
s. o.
Da nun dadurch, daß der Berglöwe die Angst seines Betrachters
projektiv verpaßt bekommt, der Berglöwe zum Gott wird, wie du
meinst, muß der Gott doch wohl ein Gott sein, der selbst Angst
hat , muß folglich ein Gott der Angst vor dem
Berglöwenbetrachter sein, oder!?
s. o.
Aber obwohl du nun diesem Menschen die Fähigkeit zuordnest,
solches Zauberwerk zu tun, und du zudem ja noch die
Randbedingung gestellt hattest, dass er sich zum ersten Mal
selbst bewußt sein solle, sagt du nun nach Erledigung
dieser Zauberei: „Sie erkannten nicht, das diese Gefühl von
ihnen selbst produziert wurde“??
Aus der Erfahrung, die ich mit meinen Mitmenschen habe, behaupte ich allerdings, dass sie meistens ihre Fehler nicht bei sich suchen, sondern dass immer der Andere schuld an ihrer Misere haben.
Und eine weitere Frage bleibt offen: Wenn nun schon mit diesem
Ereignis immerhin ein Gott gezaubert wurde - wenn auch nicht
der Gott, der von dir intendiert war, sondern vielmehr einer,
der Angst vor dem Menschen hat,
s. o.
der ihn verehrt - ist denn
dann wenigstens zugleich das erreicht worden, weshalb du den
ganzen Schulungsgang zur Initiation ersten ursprünglichen
Glaubens hier vorgestellt hast? Nämlich die Erkenntnis der
Ursache des Glaubens?
Diese Frage musst du beantworten, wenn du meine Lektionen verstanden hast.
Ist die Erzeugung eines Gottes (auch wenn er die falschen
Eigenschaften hat) die Ursache des Glaubens an den Gott?
Sollte sich da vielleicht der raffinierte Gedanke verstecken,
den du uns hier so überzeugend dargelegt hast, bis auf ein
paar kleine Nebensächlichkeiten (richtig zu projizieren lernen
wir halt noch): Dass nämlich die existierenden bzw. die als
existierend gedachten Götter tatsächlich die Ursache des
Glaubens sind?
Nein, dass habe ich nicht behauptet. Ich habe behauptet, dass der Mensch Empfindungen, die er in sich empfunden hat, die er aber nicht erklären konnte, äußeren Erscheinungen zuordnete. Da aber die Empfindungen so groß waren, dass er sie vor sich selbst nicht erklären konnte, entschloss er sich, diese Empfindungen einer imaginären, höheren Instanz zuzuordnen.
Und dass es dafür tatsächlich völlig
gleichgültig ist, ob die Götter existieren oder als
existierende gedacht werden?
Denn wenn sie nicht existieren, werden sie mittelst Projektion
existierend gemacht, sprich: als existierend gedacht: Nämlich
exakt so, wie du es beschreibst: eine tief im eigenen „ersten“
Selbstbewusstsein liegende Objektivierung dieses
Selbstbewusstseins selbst. Und dieser Akt ist zugleich die
Initiation des Kultes ihrer Verehrung.
Ja!
Wenn sie aber eh existieren, warum sollte man sie dann noch
durch Projektion in die Existenz bringen?
Du hast uns somit perfekt erklärt, wie es zur Existenz von
Berglöwengöttern kommt, den weder du, noch sonst hier jemand
weit und breit glaubt(e) wohl, dass Berglöwengötter unabhängig
vom menschlichen Selbstbewusstsein existieren. Es macht nichts
dass es etwas schief lag.
Du willst es nicht verstehen und versuchst, indem du meinen Text wortwörtlich nimmst, meine Gedanken zwischen meinen unbeholfenen Worten gegen meine Theorie zu stellen. Glaubst du wirklich, ich wollte die Existenz von Berglöwen beweisen? Es ist für Glaubende (auch so eine Erfahrung, die ich mit meinen Mitmenschen gemacht habe) offenbar nicht möglich, sich objektiv und diverenziert über ihren Glauben zu unterhalten. Mit Schlagen und Kratzen versuchen sie, dass Entsetzliche: „sie könnten falsch glauben“, zu entgehen, anstatt sich ihrem Glauben sicher zu sein und mit offenen Auge für ihre Sache einzustehen.
Warum habe ich mir eigentlich jetzt so viele Mühen gemacht.
Man kann einen Gläubigen nicht überzeugen.
GFL