Atheistische Kulturen 2

Hi,

da also anscheinend niemand von einer rein atheistischen Kultur weiss (und es gibt sehr viele Kulturen, die sich unabhängig voneinander entwickelt haben), kann man fast annehmen, daß es sowas nicht gibt.

Dies verführt mich zu der Annahme, daß man das als statistischen Beweis :smile: für die Existenz Gottes ansehen könnte (als Ergänzung zur Diskussion im Physikforum)

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Gruß Maitre

Hallo zur Fortsetzung,

Gedanken „existieren“ auch, allerdings auf andere Weise als materielle Dinge. Es „existieren“ auch logische oder mathematische Beziehungen. Gefühle „existieren“.

„Existenz“ bedeutet eben vielerlei, und man kann nicht von der einen Art auf die andere schließen, wie es Gottesbeweise tun.

Das ist so ähnlich wie der folgende Schluss:

  1. Dieser Schreibtisch ist weiß.
  2. Weiß ist eine Farbe.
  3. Also ist dieser Schreibtisch eine Farbe.

Formal ist dieser Schluß zwar richtig:
Aus A folgt B, aus B folgt C, also folgt aus A auch C.

Aber da die benutzten Begriffe verschiedene Arten von Existenz „besitzen“, ist der Schluss doch falsch.

„Weil die Mehrheit der Menschen Gott annimmt, muss es ihn geben.“
Dieser Satz ist von ähnlicher Struktur, nämlich:

  1. Die Mehrheit nimmt Gott an.
  2. Was die Mehrheit annimmt, existiert.
  3. Also existiert Gott.

Bemerkung: Aber in welcher Weise er existiert, ob als reales oder gedachtes Wesen, darüber kann der Schluss keine Auskunft geben.

Ich merke aber, dass ich mich wieder mit religiösen Menschen anlege. Ich möchte betonen, dass ich niemandem zu nahe treten möchte. Als Glaubenssatz ist der Satz in Ordnung. Beweise freilich sind etwas ganz anderes.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

nicht ganz
Warum denn nun ein 2. Thread?

Meine Antwort siehe unten: es gibt keine atheistischen Kulturen, aber viele ohne Gottesbegriffe…

Dies verführt mich zu der Annahme, daß man das als
statistischen Beweis :smile: für die Existenz Gottes ansehen
könnte (als Ergänzung zur Diskussion im Physikforum)

Die Diskussion im Physikforum ist abstrus, weil sowohl die theologischen als auch die physikalischen Argumente von einem anthropomorphen Gottesbegriff ausgehen.

Die (christliche) Konzeption einer creatio ex nihilo setzt aber einen absoluten Gottesbegriff voraus.

Basta

Siehe mein Posting unten „Es war einmal“

Gruß
Metapher

Hallo!

Dies verführt mich zu der Annahme, daß man das als
statistischen Beweis :smile: für die Existenz Gottes ansehen
könnte (als Ergänzung zur Diskussion im Physikforum)

Und wenn die überwiegende Mehrzahl der uns bekannten Kulturen in ihren Mythen davon ausgeht, daß die Erde flach ist, dann ist das damit bewiesen?

Grüße,
Vlado

Meine Antwort siehe unten: es gibt keine atheistischen
Kulturen, aber viele ohne Gottesbegriffe…

Wenn also der Glaube an Gott oder ein höheres oder leitendes Wesen nicht von diesen selbst den Menschen eingegeben wurde, kann man dann annehmen, daß Menschen im Grunde ihres Wesens abergläubisch sind?

Oder neigen sie eher dazu, einen Strohalm zu haben, an dem sie festhalten können, falls sie in Situationen kommen, welche sie aus eigener Kraft nicht meistern können?

Also eher arme, alte, schwache oder unterdrückte Menschen.

Die ursprünglichen Religionen waren hauptsächlich Naturreligionen, welche sich an Göttern orientierten, welche sichtbar waren. Während ich aus einer aussichtslosen Situation gerettet werde, sehe ich eine (Katze, schlange, Sonne,…). Durch weitergabe und Bestätigung (es passiert etwas ähnliches) entwickelt sich ein Glaube.

Könnte es so gewesen sein?

Gruß Maitre

Beweise & Widerlegungen
Hi Maitre

Meine Antwort siehe unten: es gibt keine atheistischen
Kulturen, aber viele ohne Gottesbegriffe…

Wenn also der Glaube an Gott oder ein höheres oder leitendes
Wesen nicht von diesen selbst den Menschen eingegeben wurde,
kann man dann annehmen, daß Menschen im Grunde ihres Wesens
abergläubisch sind?

Also, falls ich dich recht verstehe, nimmst du folgendes an:
Falls es keine einzige Religion gab/gibt, die ohn Götter auskommt, dann könnte das zumindest ein Hinweis sein, daß die Idee von Göttern den Menschen von diesen Göttern selbst eingegeben worden sei. Ist es das, was du meinst?

Diese Meinung wird natürlich durch den Versuch des Dr. Thomas Miller, sie durch eine etwas verquere Verwendung der Schlussfolgeregeln der formalen Logik zu widerlegen, nicht aus den Angeln gehoben. Denn man kann immer - und unwiderlegbar sagen, daß eine Idee, auf die ein Mensch kommt, ihm von einem Gott eingegeben worden sei.

Dazu ist es gar nicht notwendig, diese Meinung dadurch zu unterstützen, daß alle Menschen diese Idee haben.

Abgesehen davon, daß ich dir ja sagte, daß Religionen, die keinen Gott verehren, durchaus häufig sind.

Nun scheinst du mir zweierlei zu folgern:

  1. Wenn nicht alle Menschen Götter verehren, dann kann die Götter-Idee nicht von den Göttern eingegeben sein.

Das ist nicht folgerichtig, denn es könnte ja sein, daß nur einige Götter ihren Verehrern eine Idee von ihnen eingeben, and ander Götter tun das nicht.

Oder es könnte ja sein, daß Götter nur einigen Menschen eine Idee von Göttern eingeben.

  1. Und weiter folgerst du, daß, falls die Idee von Göttern nicht von Göttern den Menschen eingegeben wurde/werden, und folgerichtig die Idee von Göttern von den Menschen selbst entwickelt wurde, daß dann die Menschen abergläubisch sein müssen.

Wobei du unter „abergläubisch“ verstehen möchtest, daß Menschen aus bestimmten psychologischen Gründen auf diese Idee kommen: Angst, Schwäche usw. usw.

Auch diese Folgerung ist nicht korrekt.
Denn erstens haben wir genügend Kenntnisse von dem, was du „Naturreligionen“ nennst, um sagen zu können, daß Göttervorstellungen keineswegs etwas mit Angst und Schwäche zu tun haben/hatten.

Und ferner: Warum soll es denn nicht möglich sein, daß Menschen aus sich selbst heraus die Idee entwickeln, daß es Götter gebe, die dem Menschen den Glauben an sie eingegeben hätten?

Du selbst bist das beste beispiel dafür: Du hattest ursprünglich den Gedanken, die Idee von Göttern sei den Menschen von den Göttern gegeben. Hast du diesen Gedanken nun selbst entwickelt, oder ist er dir von einem Gott eingegeben worden?

Ich nehme an, du siehst, daß das nicht entscheidbar ist. „Vernünftig“ aber wäre es, zu sehen, daß es ein menschlicher Gedanke ist, daß es Götter gebe, die den Menschen machen und ihm ferner seine Gedanken (an sie) steuern.

Nur eines ist sicher: Es sind Menschen selbst , die einen Gott denken, und zwar so, daß er auch „existiere“ (oder „sei“), auch wenn er (der Mensch) nicht an ihn (den Gott) denke.

Und wenn wir sagen, ein Gott gibt dem Menschen ein, einen Gott zu denken, dann ist auch dies wiederum ganz offensichtlich ein menschlicher Gedanke!

Und umgekehrt: Wenn wir sagen, ein Gott ist eine frei Erfindung des Menschen, dann könnte es auch sein, daß dieser Gott den menschen so gemacht hat, daß er glaubt, er habe den Gott erfunden.

Und zuletzt könnte es ja auch sein, daß auch die Idee, es gebe keinen Gott, dem Menschen von einem Gott eingegeben sei.

Es liegt in der Natur solcher Überlegungen, daß sie sich weder beweisen, noch widerlegen lassen… und das macht sie ja so interessant.

Gruß
Metapher

2 „Gefällt mir“

Hallo Maitre,

soweit ich weiß, suchten Die Menschen in früheren Kulturen einfach Begründungen für Dinge, die ihnen unerklärlich waren.
Das Wetter zum Beispiel… Man war ja abhängig von einer guten ernte. Aber die Ursachen für Unwetter oder auch schädlingsplagen waren unbekannt. (Heute wissen wir es zwar, aber ändern können wir das Wetter trotzdem nicht)
Sie wollten etwas tun und wußten nicht was. Da war die Annahme eines Gottes und dessen Anbetung als Aktion einfach naheliegend. Die meisten dieser Kulturen hatten ja viele Götter, für jeden Zweck einen. Das kann von der entstehung her ja kein Zufall sein. Na und dann kamen die Fragen, die sich die Menschen zwangsläufig stellen, wenn sie sich ihrer selbst bewußt werden. Woher kommen wir? Wohon gehen wir? Wer lenkt die Welt?
Oder auch daaas Thema Wunder. es passieert etwas, daß naach den bisherigen erfahrungen und Erkenntnissen nicht passieren dürfte. ein Zusammentreffen verschiedener Umstände, einfach etwas zwar Mögliches aber in einer bestimmten Zeit eben Unerklärliches.

Ich nehme an, in einem gewissen Stadium der Entwicklung sind diese Fragen nur mit Religion in irgend einer Form zu beantworten. Aus diesem Grund wird es eine atheistische Kultur, die sich aus den Anfängen heraus entwickelt, gar nicht geben können. Irgendein Schöpfer oder Weltenlenker ist überall.

Gernot Geyer

Hallo Metapher,
(doch noch mal - bitte zuerst den unteren Beitrag lesen!)

Diese Meinung wird natürlich durch den Versuch des Dr. Thomas
Miller, sie durch eine etwas verquere Verwendung der
Schlussfolgeregeln der formalen Logik zu widerlegen, nicht aus
den Angeln gehoben. Denn man kann immer - und
unwiderlegbar
sagen, daß eine Idee, auf die ein Mensch
kommt, ihm von einem Gott eingegeben worden sei.

Ich habe mich ja nur dagegen gewehrt, dieses Vorgehen einen " Beweis" zu nennen.

… daß das nicht entscheidbar ist.

Sehr richtig.

Es liegt in der Natur solcher Überlegungen, daß sie sich weder
beweisen, noch widerlegen lassen… und das macht sie ja so
interessant.

Das meine ich nicht. Die Überlegungen sind nicht deshalb interessant, weil sie sich nicht beweisen oder widerlegen lassen, sondern aus einem anderen Grund: weil merkwürdigerweise der Gedanke an Religion ein menschliches Bedürfnis darstellt, dem man sich kaum entziehen kann.

Gruß

Thomas Miller

Hallo zusammen,

Dies verführt mich zu der Annahme, daß man das als
statistischen Beweis :smile: für die Existenz Gottes ansehen
könnte

Evolutionstheoretiker sagen, dass es früher ein Vorteil war, einen „Götterglauben“, eine „Religion“ zu haben. Das einigt den Stammesverband (hab ich möglicherweise auch hier schon gelesen).
Wie auch immer. Sicher sind die von Metapher u.a. genannten Gründe, das „zu erklären, was man sich sonst nicht erklären kann“, Grund für einen Götter- (Gottes-) Glauben.
Gruss, Stucki

Hallo Metapher und Dr. Miller,

vorab folgendes. Ich bin KEIN gottgläubiger Mensch, versuche aber, meine Einstellungen zu überprüfen und zu verifizieren.
Dabei fiel mir auf, daß mir keine Kulturen bekannt sind, welche ohne Götter oder höhere Wesen auskommen. Wenn ich aber feststelle, daß eine große Mehrheit eine andere Meinung hat als ich, überprüfe ich zuerst meine eigene Einstellung, bevor ich mich daran mache, die Meinung der Mehrheit kritisch zu sehen.

Diese Meinung wird natürlich durch den Versuch des Dr. Thomas
Miller, sie durch eine etwas verquere Verwendung der
Schlussfolgeregeln der formalen Logik zu widerlegen, nicht aus
den Angeln gehoben. Denn man kann immer - und
unwiderlegbar
sagen, daß eine Idee, auf die ein Mensch
kommt, ihm von einem Gott eingegeben worden sei.

Das sehe ich genauso, es gibt weder Beweis noch Gegenbeweis. Siehe unten.

Ich habe mich ja nur dagegen gewehrt, dieses Vorgehen einen
" Beweis" zu nennen.

Hier muß ich zugeben, den falschen Ausdruck gewählt zu haben. HINWEIS ist natürlich richtig. Danke an Metapher für die Berichtigung.

Es liegt in der Natur solcher Überlegungen, daß sie sich weder
beweisen, noch widerlegen lassen… und das macht sie ja so
interessant.

Das meine ich nicht. Die Überlegungen sind nicht
deshalb
interessant, weil sie sich nicht beweisen oder
widerlegen lassen, sondern aus einem anderen Grund: weil
merkwürdigerweise der Gedanke an Religion ein menschliches
Bedürfnis darstellt, dem man sich kaum entziehen kann.

KAUM ist in diesem Zusammenhang wohl das richtige Wort. Weil ich und viele andere dieses Bedürfnis nicht haben. Ich halte zwar viele Aussagen bezüglich ethischen und humanitärem Verhalten in den Religionsschriften für richtig und auch wertvoll, brauche dafür aber kein höherstehendes Wesen.

Mein Grundgedanke war: Wenn es KEINE oder kaum eine Kultur ohne religiösen Hintergrund gibt, deutet das eher darauf hin, daß Gott sich den Menschen offenbart hat (in diesem Falle sollte ich auch glauben) oder daß Menschen generell dazu neigen, die eigene Unzulänglichkeit durch die Existenz eines höheren Wesens ausgleichen zu wollen.

Ich suche Hinweise. Es ist naturlich nicht beweisbar, ob der Glaube an Gott den Menschen eingegeben wurde oder diese ihn ohne Eingebung selbst entwickelt haben, allerdings halte ich es für wenig wahrscheinlich, daß mir mein Unglaube von Gott eingegeben wurde. Den habe ich wohl eher selbst entwickelt aus einer Assoziationskette.

Gruß Maitre

Hi

Dies verführt mich zu der Annahme, daß man das als
statistischen Beweis :smile: für die Existenz Gottes ansehen
könnte (als Ergänzung zur Diskussion im Physikforum)

Nimmt man alle Lebewesen, die es auf der Erde gibt, im Verhältniss zu der Anzahl der Personen, die an Gott glauben, so ist die Menge derer, die an einen Gott glauben statistisch so gering, dass man dies als Beweis nehmen kann, dass es keine Form „Gott“ geben kann.
Das ist weder satierisch noch böswillig gemeint, sonder meine Überzeugung.

MfG

Gertfried

Hallo ihr alle

Interressant an einer solchen Diskussion ist immer, dass die Teilnehmer von der Existens eines Gottes ausgehen, anstatt für zehn Minuten inne zu halten und davon auszugehen, dass es KEINEN Gott gibt und versuchen, die Ursache eines solchen Glaubens zu finden.
Vielleicht haben unsere Vor-Vor-Vorfahren, die sich zum ersten Mal selbst Bewußt wurden, vor einem sie bedrohenden Berglöwen gestanden und ihr Gefühl der Angst auf diese Tier projektiert. So wurde der Berglöwe zum Gott der Angst. Sie erkannt nicht, dass dieses Gefühl von ihnen selbst produziert wurde.
Und so fanden sie für jedes ihnen neu-bewuste Gefühl eine andere Projektionsfläche. Ich meine, das ist ein geschickter Schachzug, eine unbekannte Gefühlsregung zu erklären, ohne sich selbst hinterfragen zu müssen, was diesen einfachen und lebensphilosophisch unbewanderten Lebewesen bestimmt noch unbekannt war.

Dabei fiel mir auf, daß mir keine Kulturen bekannt sind,
welche ohne Götter oder höhere Wesen auskommen.

So entstanden vielleicht die Götter.

oder daß Menschen generell dazu
neigen, die eigene Unzulänglichkeit durch die Existenz eines
höheren Wesens ausgleichen zu wollen.

s. o.

Weitere Argumente behalte ich mir für andere Treats vor.

MfG Gertfried

Götter der Angst :smile:
Hi Maitre

aber, meine Einstellungen zu überprüfen und zu verifizieren.

aber dann verstehe ich nicht, wieso du jetzt doch wieder sagst:

Dabei fiel mir auf, daß mir keine Kulturen bekannt sind,
welche ohne Götter oder höhere Wesen auskommen.

denn du hast doch in deinem thread unten eine Antwort gekriegt,
aus der zu siehst, daß es viele Kulturen gibt, die ohne
Gottesbegriff auskommen…

Mein Grundgedanke war: Wenn es KEINE oder kaum eine Kultur
ohne religiösen Hintergrund gibt, deutet das eher darauf hin,
daß Gott sich den Menschen offenbart hat (in diesem Falle
sollte ich auch glauben)

Naja, auch dazu hab ich dir ja schon im Posting oben ziemlich
ausführlich geantwortet… es deutet keineswegs darauf hin.

oder daß Menschen generell dazu
neigen, die eigene Unzulänglichkeit durch die Existenz eines
höheren Wesens ausgleichen zu wollen.

und die historischen Befunde zeigen, daß die Göttervorstellungen
nicht aus einem Gefühl der Unzulänglichkeit entstanden
sind.

Es ist vielmehr eine weitverbreitete moderne Phantasie,
daß Gottes/Götter-Vorstellungen ein Zeichen von Angst und
Schwäche sein müßten bzw. gewesen sein müßten. Als ob unsere
uralten Vorfahren nichts anderes als Angst im Kopp gehabt haben
könnten und kein anderes Selbstgefühl als Schwäche. Bei deren
Lebensumständen wären sie sicher niemals die Vorfahren heutiger
Angsthasen gworden - :smile:

Alles sieht jedoch danach aus, daß diese moderne Phantasie
selbst wieder eine Angstbewältigungsstrategie ist (eine
Projektion eigener Lebensunsicherheiten auf andere). Bin mir
darin aber noch nicht sicher.

Gertfried Lammersdorfs Berglöwe, der zum „Gott der Angst“ wurde

  • selten so gelacht!

*grummel* jetzt hab ich dir extra das Posting oben geschrieben
zu genau den folgenden Sachen und du fängst wieder von vorne
an?

…Es ist naturlich nicht beweisbar, ob der
Glaube an Gott den Menschen eingegeben wurde oder diese ihn
ohne Eingebung selbst entwickelt haben…

?? oben hattest du noch eingesehen, daß beides weder beweisbar
noch widerlegbar ist…

… allerdings halte ich es für wenig wahrscheinlich, daß mir
mein Unglaube von Gott eingegeben wurde.

und jetzt leitest du sogar eine WAHRSCHEINLICHKEITsrechnung
daraus ab?
70% gegen den berglöwigen Gott der Angst?
30% dafür?

Den habe ich wohl eher selbst entwickelt aus einer
Assoziationskette.

ja - hä - aber der Eindruck, daß du sie selbst entwickelt
hast, könnte dir ebenfalls von einem Gott der Angst oder
so eingegeben worden sein!

Gruß
Metapher

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Super! *G*
Hi Gertfried

Interressant an einer solchen Diskussion ist immer, dass die
Teilnehmer von der Existens eines Gottes ausgehen…

die Teilnehmer? vielleicht sehe ich da was verkehrt, aber mindestens die Hälfte tut doch das gerade nicht!

anstatt für zehn Minuten inne zu halten und davon auszugehen,
dass es KEINEN Gott gibt und versuchen, die Ursache eines
solchen Glaubens zu finden.

Das ist super !! Also, du hast folgende Lehre:
daß einer selbst dann, wenn er davon ausgeht (also voraussetzt?), daß es keinen Gott gibt, allein durch Innehalten (!!) die Ursache des Glauben zu finden vermag?
Und daß es für diesen gigamäßigen Weisheitstrip tatsächlich nicht mehr als 10 min bedürfe? Einfach bloß innehalten?

Oder sollte ich dich falsch verstanden haben, und du meinst folgendes:
Es solle einer, der an an einen Gott glaubt, 10 min mit diesem Glauben innehalten (also aufhören damit)?
um dann zu versuchen, vorauszusetzen, es gebe keinen Gott?
Mit dem Zweck, die Ursache des Glaubens herauszufinden?

Aber warum sollte denn einer, der eh an einen Gott glaubt, die Ursache des Glaubens herausfinden wollen?

Und wieso soll es für die Forschung nach den Ursachen des Glaubens notwendig sein, mit dem Glauben aufzuhören?

Und wie soll jemand, der ja während des Innehaltens nicht an einen Gott glaubt, nach den Ursachen von etwas forschen, von dem er voraussetzt, daß es dieses Forschungsziel gar nicht gibt???

Nun scheint es, daß du einen Vorschlag machst, auf welchem Wege derjenige nun die Ursache des Glaubens herausfinden könne:

Er muß nämlich gar nicht inne halten, und auch gar nicht dabei in sich hineinschauen - obgleich alle, die glauben, behaupten, daß zu glauben eine Sache sei, die sich in ihrem Inneren abspiele, und wer sollte denn kompetenter sein, die Ursachen des Glaubens zu kennen, als die, die es bereits tun?

Nun gut, du hast trotzdem den Vorschlag, stattdessen nach außen zu gucken, um - glaubenslos - die Ursache des Glaubens zu finden.

Und nun sagt du, daß jemand die findet, wenn er vor einem Berglöwen stehe, der ihn bedrohe?
Die Randbedingung, daß er das tun solle, wenn er sich zum ersten Mal bewußt werde, kann er ja nicht erfüllen, denn dann wäre er nicht in der Lage, deinem Rat zu folgen…

Und zwar soll er - zum Zweck des Findens der Ursache des Glaubens - nun seine Angst vor dem ihn bedrohenden Berglöwen
in den Berglöwen projizieren?
Nach dem, was wir wissen, was „projizieren“ ist, soll also der verängstigte Berglöwenbetrachter nun dem Berglöwen sagen:
„Du - Berglöwe - hast Angst vor mir!!“
(denn das heißt, „seine Angst auf einen anderen projizieren“!)

Und durch das Aussprechen oder Denken dieser magischen Formel, (von der wir übrigens aus zwischenmenschlichen Erfahrung wissen, daß sie sehr sehr gut funktioniert!), soll jetzt der real bedrohende Berglöwe plötzlich (!?) zu einem Gott werden !!

Dein Schüler, der sich aufmachte die Ursache des Glaubens zu finden, produziert selbst einen Gott, mit Hilfe einer psychoaktiv auf Berglöwen wirkenden magischen Formel, deren Wirkungskraft daher rührt, daß eine eigene Angst zu einer Angst des Angsterzeugers umgewandelt wurde.

Donnerwetter!!

Und nun sagst du folgerichtig, daß dieser von deinem Schüler erzeugte, gezauberte Gott ein Gott der Angst ist?

Ist es nun ein Gott, der selbst Angst erzeugt? Nein, denn das wäre ja sinnlos, denn Angst erzeugen tat ja der Berglöwe schon. Deine Idee war es, die Angst vor dem Berglöwenm in eine Angst des Berglöwen zu verzaubern (= Projektion).

Da nun dadurch, daß der Berglöwe die Angst seines Betrachters projektiv verpaßt bekommt, der Berglöwe zum Gott wird, wie du meinst, muß der Gott doch wohl ein Gott sein, der selbst Angst hat , muß folglich ein Gott der Angst vor dem Berglöwenbetrachter sein, oder!?

Aber obwohl du nun diesem Menschen die Fähigkeit zuordnest, solches Zauberwerk zu tun, und du zudem ja noch die Randbedingung gestellt hattest, daß er sich zum ersten Mal selbst bewußt sein solle, sagt du nun nach Erledigung dieser Zauberei: „Sie erkannten nicht, das diese Gefühl von ihnen selbst produziert wurde“??

Und eine weitere Frage bleibt offen: Wenn nun schon mit diesem Ereignis immerhin ein Gott gezaubert wurde - wenn auch nicht der Gott, der von dir intendiert war, sondern vielmehr einer, der Angst vor dem Menschen hat, der ihn verehrt - ist denn dann wenigstens zugleich das erreicht worden, weshalb du den ganzen Schulungsgang zur Initiation ersten ursprünglichen Glaubens hier vorgestellt hast? Nämlich die Erkenntnis der Ursache des Glaubens?

Ist die Erzeugung eines Gottes (auch wenn er die falschen Eigenschaften hat) die Ursache des Glaubens an den Gott?

Sollte sich da vielleicht der raffinierte Gedanke verstecken, den du uns hier so überzeugend dargelegt hast, bis auf ein paar kleine Nebensächlichkeiten (richtig zu projizieren lernen wir halt noch): Daß nämlich die existierenden bzw. die als existierend gedachten Götter tatsächlich die Ursache des Glaubens sind? Und daß es dafür tatsächlich völlig gleichgültig ist, ob die Götter existieren oder als existierende gedacht werden?

Denn wenn sie nicht existieren, werden sie mittelst Projektion existierend gemacht, sprich: als existierend gedacht: Nämlich exakt so, wie du es beschreibst: eine tief im eigenen „ersten“ Selbstbewußtsein liegende Objektivierung dieses Selbstbewußtseins selbst. Und dieser Akt ist zugleich die Initiation des Kultes ihrer Verehrung.

Wenn sie aber eh existieren, warum sollte man sie dann noch durch Projektion in die Existenz bringen?

Du hast uns somit perfekt erklärt, wie es zur Existenz von Berglöwengöttern kommt, den weder du, noch sonst hier jemand weit und breit glaubt(e) wohl, daß Berglöwengötter unabhängig vom menschlichen Selbstbewußtsein existieren. Es macht nichts daß es etwas schief lag.

Aber es gibt natürlich die noch viel interessanteren Götter, die nicht an berglöwenanaloge Gegenstände assoziiert werden…

Gruß
Metapher

2 „Gefällt mir“

Hallo Thomas

Die Überlegungen sind nicht
deshalb
interessant, weil sie sich nicht beweisen oder
widerlegen lassen, sondern … weil
merkwürdigerweise der Gedanke an Religion ein menschliches
Bedürfnis darstellt, dem man sich kaum entziehen kann.

Das meine ich auch, sonst würden doch nicht Scharen von Atheisten versuchen, das Gegenteil zu beweisen und niemand würde es in seinem Staatswesen für nötig halten, Religionen zu verbieten. Wovor sollte er Angst haben, wenn er nicht insgeheim doch fürchten würde, dass da so etwas wie Gott sein könnte.

Beste Grüße
Sylvia

Hallo Gertfried

Interressant an einer solchen Diskussion ist immer, dass die
Teilnehmer von der Existens eines Gottes ausgehen,

Das ist doch auch richtig so. Wenn ich etwas beweisen oder widerlegen will, muss ich von seiner Existenz ausgehen. Jeder Chemiker, der irgendwelche molekularen Strukturen beweisen oder widerlegen will, muss erst mal davon ausgehen, dass sie existieren. Und dann gibt es für ihn zwei Möglichkeiten von Ergebnis:

  1. Er weist nach, dass die Struktur nicht existiert.
  2. Er kann nicht nachweisen, dass die Struktur nicht existiert, das heißt er kann weiter davon ausgehen, dass sie existiert, bis diese Annahme widerlegt wird.

Positive Beweise gibt es selbst in der Naturwissenschaft nicht, warum sollte es sie in den Geisteswissenschaften geben, wo ich noch nicht mal stoffliche Untersuchungsmaterialien zur Verfügung habe?

anstatt für
zehn Minuten inne zu halten und davon auszugehen, dass es
KEINEN Gott gibt und versuchen, die Ursache eines solchen
Glaubens zu finden.

Welchen Glauben willst du da finden? Den, dass es keinen Gott gibt, oder den, dass es einen Gott gibt? Beides ist nicht möglich, weil beides eines positiven Beweises bedürfte, den es in der Wissenschaft nicht gibt.

Die Berglöwengeschichte ist mir zu verworren, da enthalte ich mich mal sicherheitshalber eines Kommentars.

Freundliche Grüße und ein angstfreies Wochenende :wink:
Sylvia

Thanks, Thomas, diese Definitionen helfen mir auch bei der Zukunfts-Definition weiter :smile:)

mfg Sylvia

Hallo Gertfried

Das ist weder satierisch noch böswillig gemeint, sonder meine
Überzeugung.

Vielleicht doch „satierisch“? Du scheinst in deine Statistik auch die Tiere miteinzubeziehen.

mfg und ein tierisch gutes Wochenende
Sylvia :smile:)))

Hi,

Dies verführt mich zu der Annahme, daß man das als
statistischen Beweis :smile: für die Existenz Gottes ansehen
könnte (als Ergänzung zur Diskussion im Physikforum)

Und wenn die überwiegende Mehrzahl der uns bekannten Kulturen
in ihren Mythen davon ausgeht, daß die Erde flach ist, dann
ist das damit bewiesen?

„Statistischer Beweis“ war einfach ein falscher Ausdruck von mir, wie Metapher in einem Antwortartikel ganz richtig festgestellt hat. „Hinweis“ ist das richtige Wort.

Gruß Maitre

Nimmt man alle Lebewesen, die es auf der Erde gibt, im
Verhältniss zu der Anzahl der Personen, die an Gott glauben,
so ist die Menge derer, die an einen Gott glauben statistisch
so gering, dass man dies als Beweis nehmen kann, dass es keine
Form „Gott“ geben kann.

Was bringt Dich zu der irrigen Annahme, daß alle Lebewesen ausser dem Menschen NICHT an Gott glauben??

Gruß
Thomas