Hi Peter!
die Lösung liegt doch auf der Hand: da die Industrie ohnehin
dreckig ist und so fürchterlich stinkt, schalten wir den Jungs
den Strom ab uns alles ist gut.
gerade als Betriebswirt im Bereich Kosten-Controlling ist mir
sehr daran gelegen, die immensen Energiekosten möglichst zu
verringern. Nicht umsonst beschäftigen sich bei uns
hochqualifizierte Fachleute mit dem Bereich „Energiesparen“;
und es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Strom sich durch
einfachste Handgriffe und geringste Investitionen einsparen
lässt.
Lassen sich so die 30% sparen, die uns durch Abschalten der Kernkraftwerke (momentan) fehlen würden?
Und dann diese dummen Menschen, die abends vor dem TV sitzen
und Fußball schauen.
Was der Industrie recht ist, kann dem Privathaushalt doch nur
billig sein. Auch im privaten Bereich gibt es viele
Möglichkeiten. Oder muss bei Dir immer Festbeleuchtung brennen
und jedes Gerät auf Stand-By laufen? Auch dabei interessiert
mich der ökologische Effekt eigentlich überhaupt nicht. Die
500,- Mark, die ich von meinem Stromversorger zurückbekommen
habe, allerdings schon.
Ich spare Strom, indem ich kein gerät auf Standby laufen habe und immer hinter mir das Licht ausmache. Ich schmeiße die Spülmaschine/Waschmaschine erst an, wenn sie voll sind.
Ich besitze einen sparsamen TV.
Ich verwende, wo es optisch vertretbar ist, Energiesparlampen. Ich spare nun im Vergleich zu vor 5 Jahren 20 Mark p.a.
Die sollen, so wie jeder normal und
politisch korrekt denkende Mensch mit ihrem Hund in den Wald
gehen. Dort braucht man keinen Strom (oder ist die Haltung von
Hunden mittlerweile auch politisch inkorrekt?).
Na, wenn´s ein Kampfhund ist… :o)
Naja, das arme Hündchen kann ja nichts dafür. Schließlich ist der Besitzer schuld. Daher kann man doch auch den Köter nicht einschläfern.
Leider interessiert in diesem Land das Leid eines Hundes die Leute mehr als schwer verletzte Kinder.
Das ist schon bezeichnend für unsere arrogante, gelangweilte Luxusgesellschaft.
Außerdem haben wir doch schon ein paar Wasserkraftwerke und
Windräder. Das reicht bestimmt schon fast aus, um uns alle mit
dem nötigen Strom für Karma-spendende lavalampen auszustatten.
Was denn, die Dinger sind doch umweltschädlich. Ausserdem sind
Kerzen doch viel romantischer.
Aber denke doch bitte an die energieintensive Herstellung von europ. Kerzen aus industrieller Herstellung.
Ein guter Grüner hat allerdings biologisch korrekte Bienenwachskerzen aus Südamerika zu Hause.
Wen schert schon, daß die Dinger von den zarten Händen 10-jähriger Mädchen gerollt werden…
reicht es nicht, bauen wir eben noch ein paar Solarkraftwerke.
Platz haben wir ja auf den Fläche der ehemaligen Autobahnen.
Wen schert es schon, daß das hierfür verwendete Silizium die
größte chemische Schweinerei seit Ben Hur ist?
Naja, für Silizium fehlt mir der chemische Hintergrund. Die
meiner Meinung nach grösste chemische Sauerei aller Zeiten ist
aber neben so wunderschönen Mittelchen wie VX, Tabun oder Lost
die Herstellung von Plutonium 239. Tödlich, nicht zu
entsorgen, Halbwertzeit 24400 Jahre. Da kann Silizium sicher
nicht mithalten, oder?
Nein. Allerdings ist die notwendige Menge an Silizium im Verglaich zu Plutonium bei Kernkraftwerken immens. Da erscheint die Sache dann wieder in anderem Licht.
Man bedenke auch, daß die Plutonium-Entsorgung geregelt und kontrollierbar ist. Was mit alten Solarzellen aus privater Nutzung passiert, möchte ich mir hingegen noch nicht einmal vorstellen müssen.
Z.Zt. ist für mich noch keine wirkliche Alternative zur
Kernenergie zu sichten, allerdings dauert es ja auch noch gut
32 Jahre, bis bei bisheriger Planung der letzte Reaktor vom
Netz gehen soll. Mal sehen, was die Forschung in dieser Zeit
auf die Beine stellt.
Das wird spannend, denn nach heutigem Kenntnisstand ist eine Substitution der Kernkraft durch rein umweltfreundliche Energieerzeugungsformen unmöglich.
Hoffentlich belehrt man mich eines besseren und man erfindet die befriedigende Lösung für alle. Ich hoffe es wirklich.
Die Realität sagt mir allerdings, daß in 2-4 Jahren ein gravierender Regierungswechsel in Deutschland stattfinden wird. Dies wird dann dazu führen, daß man die Dinger einfach laufen lässt.
Dieser Konsens ist das Papier nicht wert, auf dem er steht. Nur deshalb haben die Energiekonzerne zugestimmt.
Merkwürdig an der ganzen Diskussion ist für mich nur, dass
bereits 16 der 35 existierenden Reaktoren in der BRD vom Netz
gegangen sind, ohne dass das grossartig ins Gewicht gefallen
wäre. Merkwürdig, dass ein Land, dass angeblich auf seine
Kernreaktoren angewiesen ist, immerhin 35 Mrd. Kwh Strom ins
Ausland exportieren kann. Merkwürdig, dass wir zwar seit 1960
munter Kernreaktoren gebaut haben, aber erst 1979 mit der
Erforschung einer Endlagerstätte für thermischen radioaktiven
Abfall begonnen wurde - und man es in 21 Jahren nicht
geschafft hat, zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen. Die
ERAM in Morsleben ist keine Alternative, die Anlage ist nicht
zur Einlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet.
Das ist hahnebüchen, jedoch nicht zu ändern. Man muß sich eben jetzt was einfallen lassen.
Es geht auch gar nicht darum, ob man nun Atomkraft gut oder schlecht findet. Ohne sie gehen die Lichter aus. Das ist Realität und alles Gerede drumherum ist makulativ, bevor man nicht wirklich leistungsfähige Alternativenergien gefunden hat.
Gruß,
Mathias