Hallo Beth,
Bis in ca. 10 Jahren kommt mein Strom nicht mehr aus dem Kraftwerk, sondern aus meiner eigenen dezentralen Energieversorgung. Im Sommer wird Wasser durch direkte Sonneneinstrahlung aufgeheizt und für den Winter gespeichert, für den Strom funktioniert das mit Wasserstoff als Energieträger. Dies nicht mehr mit Solarpanelen, sondern mit unaffälligne Kunststoffpolymeren, welche aussehen wie diese Schindeln, welche manche Hausbauer als Alternative für den Verputz verwenden. Solche Polymere werden auch die Grundlage für einen zukünftgen Autolack darstellen.
Keine Sciene-Fiction, sondern das alles existiert bereits. Einige Kraftwerke sind weiterhin nötig, um Energiespitzen zu decken, diese Spitzen wären aber womöglich abdeckbar durch Kraftwerke, die regenerative Energien nutzen. Das wietverbreitete Erdgasnetz wird es dennoch erlauben, für den Fall der Fälle auf fossile Energien zurückgreifen zu können.
Wie gesagt: Die Technik existiert bereits. Per sie ist sie sogar billiger als die bisherige Lösung, in welcher man Kraftwerke, Überlandleitungen, Wiederaufarbeitungsanlagen, Castor-Transporte, Öltanker und die Mercedesflotte des lokalen Ölscheichs mitfinanzieren muß. Aber leider fidet eben noch keine günstige, vollautomatisierte Massenproduktion von Brennstoffzellen und Photovoltaikpolymeren statt.
Dem Land, welches die anstehenden Energieprobleme technisch patentierbar bzw. exportierbar löst, wird dieses Jahrhundert gehören. Die Wirtschaft setzt größte Hoffnung in diese Verfahren und läßt erhebliche Mittel in deren Entwicklung fließen, ohne daß dies in der Öffentlichkeit wahrgenommen würde. Wer vor 2 Jahren sein Geld in die Daimler-Tochter Ballard investiert hätte, der hätte sein Aktienvermögen vervierzigfacht…
Das von Dir kritisierte linkökologische Denken des letzten Jahrtausends gibt es gottseidank immer weniger. Die Grünen, welche aus überwiegend ideologischen (aber auch rationalen) Gründen ein Gleichgewicht mit der Natur anstreben, und Entscheidungsträger in der Wirtschaft, die den Reibach des Jahrhunderts machen wollen, rudern letztendlich in die gleiche Richtung. Sie müßten nur noch das restlich vorhadene Gipskopfdenken überwinden und zusammen rudern. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit.
Ich will gar nicht von Klimaproblemen reden. Auch nicht über eine anstehende Ölverteurung (da die „neuen“ Lager technisch schwierig abzubauen) und militärisch ausgetragenen Verteilungskämpfen… Energiekonzerne wie Shell haben schon sehr genau kalkuliert, daß Öl mittelfristig zu teuer sein wird, und arbeiten daher kräftig in eine Richtung, die man früher als „alternativ“ bezeichnet hätte.
Der Atomausstieg kann diese Entwicklung entscheidend fördern. Die Stromkonzerne mit ihrer intensiven politischen Lobbyarbeit werden kaum Interesse haben, daß die Verbraucher künftig billigen ausländischen Atomstrom beziehen. Sie werden Versuchen müssen, kleine, dezentrale Energieversorgungsanheiten anzubieten und an deren Erkauf und Unterhalt zu verdienen. Besonders viele andere Möglichkeiten gibt es für sie ja auch gar nicht.
Also: Der Atomausstieg it nicht grüne Bremserpolitik des letzten Jahrtausends, sondern hat durchaus einen sehr konstruktiven Aspekt. Deutschland hat heute schon bei „alernativen“ Energien die Nase vorne 
Oliver