Hallo Robby
wir diksutieren im Militär-Forum gerade darüber wie weit die
dt. Atomforschung davor war, die A-Bombe zu bauen…
Wie schon erwähnt, ist diese Frage wohl sehr schwer zu beantworten. Kürzlich wurden bislang unveröffentliche Briefe von Niels Bohr veröffentlich, aus denen hervorgeht, daß er der Überzeugung war, daß Heisenberg mit vollem Ernst versuchte, eine Atombombe zu bauen und vermutlich nur technisch auf einem falschen Weg war.
Inwieweit Bohr Überzeugungen nun der Wirklichkeit entsprachen, seien einmal dahingestellt, aber er war mit Sicherheit näher am Geschehen als wir heute.
dabei kam die Frage auf…wieso die Amerikaner 1945 2
verschiedene A-Bomben auf Japan warfen… eine Proton-Bombe
(oder ähnlicher Name) und eine U-235 Bombe… die Frage ist
nun… worin liegt der Unterschied zwischen beiden
Bomben…sprich sind die Forschungsprojekte fast gleichwertig
oder müssen beide Wege auf unterschiedlichen Wegen vollzogen
werden??
Eigentlich sind das keine zwei verschiedenen Bomben (beides waren Kernspaltungsbomben), es wurden lediglich zwei verschiedene Materialien verwendet, nämlich einmal U235 und einmal Plutonium.
Beide Materialien hatten so ihre Probleme. U235 musste erst in natürlich vorkommenden Uran angereichert werden, ein Prozess, der damals ziemlich langsam ging. Plutonium kommt gar nicht natürlich vor und musste erst erbrütet werden - und ist zumal hochgiftig.
So viel ich weiss, wusste man zu Anfang nicht, welches Material das Vielversprechendere war und es gab Stimmen für und wider beider Materialien. Für Uran benötigte man eine Aufbereitungsanlage, für Plutonium einen Reaktor mit hohem Neutronenfluss. Man hat sich dann entschlossen, beide Wege zu verfolgen, um nicht viel Zeit zu verlieren, wenn sich ein Weg als Sackgasse herausgestellt hätte.
Letztlich waren beide Wege erfolgreich, wenn auch die Uran-Methode am Ende mehr spaltbares Material ergeben hat. Die erste Atombombe - die Versuchsbombe in der Wüste von Nevada - war eine Uranbombe und man hatte danach noch Material für zwei Bomben - Hiroshima (Uran) und Nagasaki (Plutonium). weitere Bomben hätten noch mindestens ein halbes Jahr gedauert - aber das wussten die Japaner ja nicht.
Die von Dir erwähnte „Protonen-Bombe“ kenne ich mit dem Begriff nicht. Vielleicht meinst Du damit die Fusionsbombe. Diese wurde zwar im Manhatten-Projekt auch angedacht, aber wegen der zu grossen Schwierigkeiten und den Zweifeln, ob das überhaupt möglich wäre, nicht weiter verfolgt. Teller hat sie dann nach dem Krieg entwickelt und der erste erfolgreiche Test war meines Wissens 1953.
Gruß
Thomas