Atombombe 1945

Hallöchen mal ne Frage an die Experten,

wir diksutieren im Militär-Forum gerade darüber wie weit die dt. Atomforschung davor war, die A-Bombe zu bauen…

dabei kam die Frage auf…wieso die Amerikaner 1945 2 verschiedene A-Bomben auf Japan warfen… eine Proton-Bombe (oder ähnlicher Name) und eine U-235 Bombe… die Frage ist nun… worin liegt der Unterschied zwischen beiden Bomben…sprich sind die Forschungsprojekte fast gleichwertig oder müssen beide Wege auf unterschiedlichen Wegen vollzogen werden??

Wäre mal interessant die Gednaken von Leuten zu lesen die sich damit besser auskennen als ein Militärtheoretiker…

Dank Euch

Robby

Wie weit die deutschen Wissenschaftler 45 wirklich waren wird wohl nie einer wirklich erfahren. Aus abgehörten Gesprächen gefangengenommener führender deutscher Atomphysiker weiß man, daß sie die Physik wohl im Griff hatten. Als sie erfuhren, daß die Amis eine Atombombe auf Japan abgeworfen haben, umrissen Sie kurz die Schwierigkeiten beim Bau und hatten auch die - theoretisch - richtigen Lösungsansätze. Aber ob die ingeniertechnischen Probleme richtig gelöst werden konnten und ob die Kapazitäten jemals ausgereicht hätten weiß wohl keiner.

Zur 2. Frage. Es gibt generell 2 Arten von Atombomben. Solche die ihre Energie durch Spaltung von Atomen gewinnen ( mit Uran oder mit Plutomium) und solche die ihre Energie durch Fusion gewinnen (Wasserstoffbombe). Die Amis haben damals beide Spaltungsbomben gebaut, weil Sie sich wohl ausprobieren wollten, welche von beiden die bessere „Wirkung“ hat.

Gruß Michael

hmm… also die Unterlagen der dt. Atomforschung wurden kürzlich in der USA für weitere 30 Jahre verschlossen…
Komisch an der Sache 2 verschiedene Atombomben zu bauen, finde ich dabei aber die Poition Einsteins… immerhin wollte er ja den Amerikanern eine Waffe in die Hand geben um die Deutschen sagen wir in „Schach“ zu halten… aber wenn die Forschung lediglich zum Zweck mehr Menschen zu töten vorangetrieben wurde… fällt das auch negativ auf Einstein…

zu der U-235 Bombe… es gab ja nur 2 Länder die sowas hatten Deutschland und Frankreich… wo liegt der Unterschied zwischen beiden Bomben???ist es nachgewiesen das die USA an beiden typen forschten???

Robby

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Hallo Robby

wir diksutieren im Militär-Forum gerade darüber wie weit die
dt. Atomforschung davor war, die A-Bombe zu bauen…

Wie schon erwähnt, ist diese Frage wohl sehr schwer zu beantworten. Kürzlich wurden bislang unveröffentliche Briefe von Niels Bohr veröffentlich, aus denen hervorgeht, daß er der Überzeugung war, daß Heisenberg mit vollem Ernst versuchte, eine Atombombe zu bauen und vermutlich nur technisch auf einem falschen Weg war.

Inwieweit Bohr Überzeugungen nun der Wirklichkeit entsprachen, seien einmal dahingestellt, aber er war mit Sicherheit näher am Geschehen als wir heute.

dabei kam die Frage auf…wieso die Amerikaner 1945 2
verschiedene A-Bomben auf Japan warfen… eine Proton-Bombe
(oder ähnlicher Name) und eine U-235 Bombe… die Frage ist
nun… worin liegt der Unterschied zwischen beiden
Bomben…sprich sind die Forschungsprojekte fast gleichwertig
oder müssen beide Wege auf unterschiedlichen Wegen vollzogen
werden??

Eigentlich sind das keine zwei verschiedenen Bomben (beides waren Kernspaltungsbomben), es wurden lediglich zwei verschiedene Materialien verwendet, nämlich einmal U235 und einmal Plutonium.

Beide Materialien hatten so ihre Probleme. U235 musste erst in natürlich vorkommenden Uran angereichert werden, ein Prozess, der damals ziemlich langsam ging. Plutonium kommt gar nicht natürlich vor und musste erst erbrütet werden - und ist zumal hochgiftig.

So viel ich weiss, wusste man zu Anfang nicht, welches Material das Vielversprechendere war und es gab Stimmen für und wider beider Materialien. Für Uran benötigte man eine Aufbereitungsanlage, für Plutonium einen Reaktor mit hohem Neutronenfluss. Man hat sich dann entschlossen, beide Wege zu verfolgen, um nicht viel Zeit zu verlieren, wenn sich ein Weg als Sackgasse herausgestellt hätte.

Letztlich waren beide Wege erfolgreich, wenn auch die Uran-Methode am Ende mehr spaltbares Material ergeben hat. Die erste Atombombe - die Versuchsbombe in der Wüste von Nevada - war eine Uranbombe und man hatte danach noch Material für zwei Bomben - Hiroshima (Uran) und Nagasaki (Plutonium). weitere Bomben hätten noch mindestens ein halbes Jahr gedauert - aber das wussten die Japaner ja nicht.

Die von Dir erwähnte „Protonen-Bombe“ kenne ich mit dem Begriff nicht. Vielleicht meinst Du damit die Fusionsbombe. Diese wurde zwar im Manhatten-Projekt auch angedacht, aber wegen der zu grossen Schwierigkeiten und den Zweifeln, ob das überhaupt möglich wäre, nicht weiter verfolgt. Teller hat sie dann nach dem Krieg entwickelt und der erste erfolgreiche Test war meines Wissens 1953.

Gruß
Thomas

hmm… also die Unterlagen der dt. Atomforschung wurden
kürzlich in der USA für weitere 30 Jahre verschlossen…

Da denke ich , es geht hier weniger um die Unterlagen der dt.
Atomforschung. Rein physikalische/technische Erkenntnisse sind
sowieso lange überholt.
Aber die historischen Randbedingungen und der Umgang mit
Atomforschung überhaupt, sowie der Anteil deutscher Atomforscher
am gesamten Projekt sind vielleicht nicht gerade rühmlich
für die Amerikaner. Sollte sich aus den Unterlagen z.B. heraus-
stellen, daß die USA doch nicht von mit einer Bedrohung durch
deutsche A-Bomben rechneten, dann wäre wahrscheinlich heute
einiges im anderen Licht zu sehen.

Komisch an der Sache 2 verschiedene Atombomben zu bauen, finde
ich dabei aber die Poition Einsteins… immerhin wollte er ja
den Amerikanern eine Waffe in die Hand geben um die Deutschen
sagen wir in „Schach“ zu halten… aber wenn die Forschung
lediglich zum Zweck mehr Menschen zu töten vorangetrieben
wurde… fällt das auch negativ auf Einstein…

So einfach ist es nicht. Dt. hat sich zusammen mit Japan
aufgemacht, die Welt zu erobern. Die USA wurden auf ihrer „Insel“
unfreiwillig mit reingezogen. Die USA hatten bis dahin keine
große Armee und die Rüstungsausgaben waren bescheiden.
Und dann kam Pearl Harbor und der 2. WK mit einer existentiellen
Bedrohung. Davon waren die USA quasi traumatisiert. Da ist es
nicht verwunderlich, daß man auch Angst vor einer Superwaffe
hatte, denn wenn die NAZI’s eine Atomwaffe hatten bauen können,
dann wäre die mit Sicherheit auch zum Einsatz gekommen.
Das Manhattenprojekt verschlang einen ganz erhebliche Teil des
Einkommens der USA, wegen der Angst, kein äquivalentes
Gegenmittel zu haben.
Gruß Uwi

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Atombombe zu bauen: Die zwei unterschiedlichen Wege, die von den USA im zweiten Weltkrieg beschritten wurden, sind :
a) Spaltung von angereichertem Uran 235
b) Spaltung von Plutonium.
Die Schwierigkeit bei a) ist, das Uran durch aufwändige physikalische Prozesse wie ultrazentrifugieren, diffundieren oder elektromagnetische Separation in Beschleunigern aus dem natürlich vorkommenden Isotopengemisch anzureichern. Dafür ist der Bau einer Bombe damit aus diversen Gründen einfacher. Bei b) muß man das Plutonium erst einmal erzeugen, da es natürlich nicht vorkommt. Dafür braucht man einen Kernreaktor, in dem das Plutonium durch die Strahlung entsteht. Das kann man dann einfach chemisch „auskochen“, dafür ist der Bau einer Bombe damit nicht so einfach. Um also Bomben zu bauen, muß man entweder schon Reaktoren bauen können, welche mit nicht angereichertem Uran funktionieren, oder eben Uran anreichern können. In jedem Fall ist eine enorme technische Anfangsleistung erforderlich, zumal alle Grundlagen erst entwickelt werden mußten. Das haben selbst bis heute nur wenige Länder geschafft.
Hinzu kommt, daß es dann immer noch schwierig ist, aus dem Material dann eine „vernünftige“ Bombe zu bauen. Hieran muß meiner groben Schätzung nach ein Team von 5 bis 10 hervorragenden Ingenieuren und Wissenschaftlern ein oder zwei Jahre arbeiten, selbst wenn die Daten über Wirkungsquerschnitte etc. bekannt sind.
Die deutschen Physiker wußten vermutlich theoretisch und in den einfachsten Grundlagen, wie so etwas geht, aber eine fortgeschrittene Infrastruktur zur Realisierung hat meiner Meinung nach in D. weder exisitiert noch wäre sie gegen Kriegsende machbar gewesen. Man kann auch wissen, wie ein Automotor funktioniert und wäre dennoch nicht in der Lage, einen zu bauen.

Grüße
Moriarty

P.S. Die hier gelesene Aussage, die USA hätten eine Fusionsbombe im 2. Weltkrieg eingesetzt, ist nicht richtig. Fusions- (oder thermonukleare, Wasserstoff-) Bomben wurden wesentlich später entwickelt. Sie benötigen eine komplette, funktionierende Atombombe als Ausgangspunkt.

Interessant… danke…

mal noch einige weiterführende Thesen…1966 sagte bspw. ein Anwohner (Stadtilm) aus, das er mit einem der Wissenschaftler regen Kontakt hatte… und der ihm sagte wie schwer zum Beispile diese angeblich gebaute Bombe wäre (demnach hat der gewisse Dr. Rehbein die Bolbe gesehen)… daher meine Frage wie schwer meint ihr war diese Bombe, bzw. wie schwer ist die Atombombe allgemein??? Soll so eine Art Test sein… wenn man sich damit nicht richtig beschäftigt dürfte man das Gewicht auch nicht entsprechend einschätzen. Darum bitte ich mal diejenigen die sich damit auskennen, nicht den genauen Wert anzugeben… um mal zu sehen ob es möglich ist als „normal gebildeter“ Mensch richtig zu liegen… nach den Buch was mir vorliegt traf der Ohrenzeuge genau das Gewicht der US-Bombe und ich denke 1966 wird nicht viel über das Thema veröffentlicht worden sein…

doch weiter im text… angeblich hat Dr. Diebner 1943 gute Erfolge im Bau eines selbsterregenden Reaktors gemacht, die Amerikaner im gegensatz dazu schafften es bereits im Dezember 1942 einen Kernreaktor zur Selbsterregung zu bringen (was habe ich unter diser Erreguung zu verstehen??)

übrigens beauftragte man das Hydrierwerk in Leuna mit der Herstellung von Schwerem Wasser und in Oranienburg lag das Uranaufbereitungswerk.

Die Amerikaner fanden am 11. April 1100 Uranerz (Hauptmasse in Europa), übrigens versuchten die Amerikaner alles fortzuschaffen im Bezug auf Atombombenbau…um den Russen diese Sachen nicht in die Hände gelangen zu lassen… allerdings vergeblich… die russische Atomforschung wurde durch dt. Wissenschaftler und den Stoffen die man in Thüringen fand erst möglich und zwar vergaß man die Zerstörung der Uranaufbereitungsanlage in Stadtilm und Rheinsberg und die anderen Auer-Werke

OK… also wie wir wissen arbeiteten Heisenberg und Diebner an der Sache… diese gaben zu Protokoll… das die Atombombe nicht fertig war… hat es zu jener Zeit noch andere Wissenschaftler im Dt. Reich gegeben, denen man es zutrauen könnte derartige Forschungsprojekte zu realisieren???

Robby

Hi Robby,

zur „Abrundung“ Deines Themas ist vielleicht dieser Link hier für Dich von Interesse: http://www.hagalil.com/shoah/stefan1.htm#statistik

Den gab’s vor kurzem im Geschichtsbrett.

Gruß
Pat