Hallo,
Trotz(1) vollen(2) Magens(3) probierte(4) der(5) erfahrene(6)
Koch(7) in(8) aller(9) Ruhe(10) die(11) leckere(12) Suppe(13)
des(14) neuen(15) Lehrlings(16).
1,3 Kausaladverbial
4 Prädikat
5,7 Subjekt
8, 10 Modaladverbial
11,13 O4
2,6,9,12, 14-16 Attribut (mit 14-16 Genitiv-Attribut. und 15
einem Attribut im Attribut)
Ich finde das ein wenig schwer nachzuvollziehen, da z.B. ja nicht „5“ und „7“ Subjekte sind, sondern alles von 5 bis 7, besser also die Satzglieder nochmal aufschreiben:
Trotz vollen Magens = Konzessivadverbial, da „trotz“ keinen Grund (Kausal-) angibt, sondern eine Einräumung (Konzessiv-)
probierte = Prädikat
der erfahrene Koch = Subjekt
in aller Ruhe = Modaladverbial
die leckere Suppe = direktes Objekt / Akkusativobjekt
des neuen Lehrlings = Genitivattribut
vollen, erfahrene, aller, leckere, neuen = Attribute
Würdet ihr das als richtig ansehen? Ich habe Schwierigkeiten
zu entscheiden, ob nun jedes einem Substantiv vorangestellte
Adjektive gleich zum Attribut wird oder ob es teil des
Satzgliedes bleibt (z.B. 8-10, statt 8,10 und 9 Attribut).
Ja, du hast alles richtig gemacht, bis auf das Kausaladverbial, da eigentlich ein Konzessivadverbial sein muss. Kausal wäre z.B. „wegen“ oder „aufgrund“.
Weiterhin werden Genitivattribute als eigenständige
Satzglieder markiert, obwohl sie (in dem Fall) an das Objekt
gebunden sind?
Auch Genitivattribute sind erstmal „nur“ Attribute. Diese kann man aufteilen in verschiedene Unterarten. Hier in dem Beispielsatz haben wir Genitivattribute (also ein Stück zumindest) und… wie sagt man dazu? Adjektivische Attribute vielleicht. Attribute sind aber auch immer Teil eines weiteren Satzgliedes, da sie sich immer auf etwas beziehen müssen, also sind sie meist Teil des Subjekts oder eines Objekts. Und ja, auch Attribute können noch mehr Attribute enthalten, wie etwa ein adjektivisches Attribut in einem Genitivattribut.
Ach und wenn wir schon dabei sind: Verbvalenz von probieren:
I. probieren 2
II. Sn, Sa
III. Sn Hum, Sa -Anim
Diese Kürzel kenne ich nicht. Das Verb müsste aber bivalent sein, es verlangt ein Subjekt und ein direktes Objekt, welches auch ein Nebensatz oder eine Infinitivgruppe sein kann. Heißen „Sn“ und „Sa“ vielleicht Substantiv im Nominativ bzw. Akkusativ? Da passt NP (Nominalphrase) besser, es können da ja auch Pronomen stehen. Ob das Subjekt unbedingt human sein muss, hmm… auch Katzen können Schlagsahne probieren, vllt. ist daher +Anim besser? Fürs Objekt fallen mir keine Gegenbeispiele ein, „Ich probiere die Katze“ ist semantisch ganz schön markiert… also stimmt -Anim wohl.
mit 5-7, 11-13 obligatorisch Ergänzungen, 1-3, 8-10 freie
Angaben, und 14-16? Zählen Genitivattribute noch als freie
Angabe oder schon als fakultative Ergänzung (und damit
probieren 2(+1)=3)
Die Begriffe kenne ich nun auch wieder nicht. Was ist denn der Unterschied zwischen einer freien Angabe und einer fakultativen Ergänzung? In der Linguistik benutzt man anscheinend andere Termini… aber an der Verbvalenz dürften sie nichts ändern.
Obligatorisch sind Attribute m.W. nur in wenigen Fällen, wie z.B. in Bezug auf Verwandtschaftsbezeichnungen.
Danke im Voraus
Viele Grüße aus China,