Au Pair ohne Agentur

Hallo zusammen,

hat jemand hier Erfahrung mit der Beschäftigung von Au Pairs ohne Agentur? Welcher administrative Aufwand ist zu betreiben, wo könnten Probleme entstehen?

Wir haben guten Kontakt in die diversen Partnerstädte unserer Stadt (alle in EU-Mitgliedsstaaten gelegen) und wollten jetzt einfach mal die jeweiligen Verwaltungen anschreiben, ob jemand Interesse hat uns eins seiner Kinder/Verwandten/Bekannten/… für ein Jahr zu den üblichen Konditionen „auszuleihen“. Die „üblichen Konditionen“ habe ich jetzt einfach mal bei einigen Agenturen im Internet nachgelesen und werden selbstverständlich eingehalten (und sicher vielfach übererfüllt, wenn ich an ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad, etc. denke). Die Unterlagen der BAA habe ich eben auch gefunden und werde sie jetzt durcharbeiten

Die Fahrt zu organisieren ist sicher kein Problem, KV-Anmeldung dürfte wohl über die AOK laufen, Unfallversicherung und Haftüflicht ist sicher auch wichtig, ausländerrechtlich habe ich bei der BAA gesehen, müssten wir für Kandidaten aus SLO und PL eine Arbeitserlaubnis bei der BAA beantragen, die aber unproblematisch erteilt würde, aber was wäre sonst noch zu beachten?

Natürlich kann man über so eine persönliche Empfehlung genau so viel Glück oder Pech mit dem Kandidaten haben, wie über eine eher anonyme Agentur, und es ist ggf. „politisch problematisch“ jemand dann wieder zurück zu schicken, und man würde ja auch keinen automatischen Ersatz bekommen, aber in diesem Zusammenhang würden für mich die Vorteile einer persönlichen Empfehlung überwiegen. Schließlich würde der Empfehlende persönlich mit seinem guten Namen „haften“ - man kennt sich schließlich, bzw. den Vorgesetzten.

Würde mich über Rückmeldungen freuen.

Gruß vom Wiz

Hallo Jörg,

was willst du denn genau wissen?

hat jemand hier Erfahrung mit der Beschäftigung von Au Pairs
ohne Agentur?

Ja.

Welcher administrative Aufwand ist zu betreiben,

Du musst einen Einladungsbrief schreiben und einen von dir unterschriebenen Vertrag in 2-facher Ausfertigung. Einen davon schickt dir das Mädchen unterschrieben zurück, mit dem anderen geht sie samt Einladungsbrief zum Konsulat. Dort muss sie einen Deutschtest machen. Nach ca. 3 Monaten erfährst du, ob sie das Visum bekommt oder nicht.
Allerdings: Dieses Prozedere trifft natürlich nur auf Länder zu, wo man noch ein Visum braucht, also nicht EU. EU dürfte viel einfacher sein, weil kein Visum nötig ist. Damit habe ich aber keine Erfahrung, da in der Regel Mädels aus EU-Staaten kein Interesse an Aupair in Deutschland haben. Der bezahlte Satz in Deutschland ist im Verhältnis zu anderen Ländern relativ niedrig, und als EU-Mitglied kann man ja auch einen anderen Job bekommen.

Ich denke daher, um ein Mädel aus der EU zu bekommen, müsst ihr entweder gute Bekannte des Mädchens sein, oder zumindest in einer sehr attraktiven Großstadt wohnen. Oder du musst Glück haben :smile:

übererfüllt, wenn ich an ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad,
etc. denke).

Eigenes Zimmer ist Voraussetzung. Auch wenn du es für übererfüllt hältst - sehr viele Mädchen haben inzwischen ganz schön hohe Ansprüche was man als Familie so alles bieten soll, von wegen kostenlos Internet surfen, eigener TV usw. (letzteres finde ich aber auch empfehlenswert, da ich es nicht so toll finde, wenn sie abends immer mit im Wohnzimmer säße). Zum Glück haben aber noch nicht alle diese hohen Ansprüche. (Aber schau mal zu Greataupair.com. Als Gehaltsvorstellung gibt es da nicht wenige, die 400 USD wöchentlich (!) angeben. Tja, wer’s bezahlen kann…)

Die Fahrt zu organisieren ist sicher kein Problem,
KV-Anmeldung dürfte wohl über die AOK laufen,

Es gibt eigene Aupair-Versicherungen, die Krankheit, Unfall und Haftpflicht einschliessen und relativ preisgünstig sind.

was wäre sonst noch zu beachten?

Mädel anmelden, sobald sie da ist und abmelden wenn sie wieder weg ist z.B. :smile:

Natürlich kann man über so eine persönliche Empfehlung genau
so viel Glück oder Pech mit dem Kandidaten haben,

Ja, stimmt. Das Schwierigste finde ich das „Persönliche“, gerade wenn es Probleme gibt. Das Mädel ist ja Familienmitglied, und da sagt es sich irgendwie nicht so leicht, dass sie gründlicher staubsaugen soll etc. Als unerfahrene Familie ist man diesbezüglich meistens aus Unsicherheit zu nachgiebig…
Ich habe relativ gute Erfahrungen damit gemacht, von Anfang an - also bevor das Mädel kommt - insbesondere das herauszustellen, was an dem Job bei uns NICHT so toll ist und hundertmal zu fragen ob das für sie ok ist. Wenn dann zum hundertsten mal ein „Ja, das ist ok für mich“ kommt, sollte die Wahrscheinlichkeit schon höher sein, dass es klappt.

Viel Erfolg!

Matilda