Au-pair Suche, was kann schief gehen

Hallo,
welche Fehler können wir als Aur-Pair Gatsgeber vermeiden?

Wie weit im voraus (Zieltermin 08.02) sollten wir uns für eine Person entscheiden?

Hat jemand Erfahrung bei der eigenen (ohne Agentur) Suche ?

Ralf

Wie weit im voraus (Zieltermin 08.02) sollten wir uns für eine
Person entscheiden?

Falls das Au-Pair aus einem Land kommt, wo es ein Visum braucht, möglichst bald, denn das kann dauern mit dem Visum.

Ansonsten würde ich dir raten, mal bei http://www.google.de nach den Stichwörtern „aupair“ „au-pair“ und „au pair“ zu suchen, da findest du massenweise Infos im Net.

Gruß
Nelly

Hallo Ralf

welche Fehler können wir als Aur-Pair Gatsgeber vermeiden?

Ich halte es für falsch ohne eine Agentur zu arbeiten. Zwar sparst Du möglicherweise die Vermittlungsbegühren. Es kann aber auch später viel falsch laufen (z.B. Ihr kommt mit dem Aupair nicht klar) - und dann ist jemand Professionelles da, um doch noch etwas für Euch oder für das Au-pair zu retten. Dabei denke bitte auch an das Aupair, das gegebenenfalls mit dem Visum an Euch gebunden ist, und, wenn Ihr es „verstoßt“, nach Hause zurückreisen muß !

Wie weit im voraus (Zieltermin 08.02) sollten wir uns für eine
Person entscheiden?

1/2 Jahr Vorlauf ist notwendig, wenn ein Visum beantragt werden muß.

Gruß Andreas

Hallo Ralf,

ich bin auch der Ansicht, dass es besser ist über eine gute Agentur zu suchen. Die meisten Aupairs kommen übrigens aus den ehemaligen Ostblockstaaten, da sie hier eine gute Chance bekommen, während Aupairs aus der EU hier besser bezahlte Jobs annehmen können, und daher schwerer zu finden sind.
Und Aupairs aus den ehemaligen Ostblockstaaten MUSST du mit einer Agentur suchen, geht gar nicht anders, während du EU-Aupairs selbst suchen kannst.

Was mir bei einer Agentur wichtig ist:

  • Dass ich Auswahl habe (also nicht nur einen Vorschlag bekomme)
  • Dass ich Wünsche anbringen kann und die Agenturleiterin Hilfestellung gibt (dieses Mädchen könnte evtl. zu Ihnen passen)
  • Dass ich vor der Entscheidung mit dem Aupair telefonieren kann (habe mich durch ein Telefonat auch schon umentschieden)
  • Dass ich Hilfestellung bei Schwierigkeiten bekomme und eine Ansprechpartnerin habe (und das Aupair ebenfalls eine hat)
  • dass notfalls kostenfrei oder deutlich ermäßigt umvermittelt wird (habe ich aber noch nie in Anspruch genommen)

Natürlich kann man auch selbst suchen und Glück haben. Aber ich finde, es ist Gold (Geld) wert, wenn die Sache mit dem Aupair gut geht, das Mädchen zuverlässig ist und in die Familie passt. Und die Wahrscheinlichkeit ist einfach höher, wenn du eine gute Agentur als Hilfe hast. Und du hast einfach weniger Stress mit dem Drumrum, dem ganzen Papierkram, der Anreise usw., wenn dir jemand sagt, was wann wo stattfindet.

welche Fehler können wir als Aur-Pair Gatsgeber vermeiden?

Fehler in Bezug auf was oder wen?
Ich finde es sehr wichtig, dass man für eigene Freiräume sorgt. Sprich: Wenn das Aupair ein eigenes Zimmer hat, in das sie sich abends zurückziehen kann, ist es selbstverständlich, dass ich das auch habe. Möglichkeiten sind z.B. Wohnzimmer gehört abends den Gasteltern, Küche ist für alle (eigener Fernseher fürs Aupair!), oder „Tür zu“ bedeutet „wir möchten unsere Ruhe“.

Wie weit im voraus (Zieltermin 08.02) sollten wir uns für eine
Person entscheiden?

Visum dauert ca. 3 Monate. Sehr viel früher zu entscheiden hat erfahrungsgemäß wenig Sinn, weil die Mädchen, sobald sie sich entschieden haben sich als Aupair zu bewerben, auch so bald wie möglich kommen wollen. Wenn du also schon ein halbes Jahr im Voraus eine haben willst, kann es sein dass sie nicht mag, weil sie hofft eine Familie zu finden die sie früher nimmt.

Na dann wünsche ich viel Erfolg!

Andrea

Hallo Ralf.
Ich möchte hier mal den Fall einer mir befreundeten Familie schildern, es bezieht sich auch ein bisschen auf die Antwort von Andrea.
Diese Familie hat ein Au-Pair selbst gesucht, sie kam aus Wales und sprach kein Wort Deutsch und ihr Englisch war auch nur schwer verständlich. Sie bekam ein eigenes Appartement im Keller des Hauses ( sehr schön) mit allen Annehmlichkeiten. Die Familie erwartete von ihr, dass sie sich an häuslichen Arbeiten beteiligt, wie das halt üblich ist. Abends sollte sie dann, bitteschön, in ihr schönes Appartement entschwinden, damit die Familie unter sich sei. Das Au-Pair, das übrigens schon 21 war, war nach 14 Tagen mit den Nerven fertig, wollte nur noch heim. Sie hat sich schließlich auf eigene Faust( und das sprach für sie ) eine andere Stelle gesucht.
Ich will damit eigentlich nur sagen: Wenn man ein Au-Pair ins Haus nimmt, muss man sich eigentlich darüber im Klaren sein, dass für eine bestimmte Zeit ein zusätzliches Familienmitglied ins Haus kommt und keine billige Arbeitskraft, die dann, nach Feierabend , bitteschön, zu verschwinden hat.
Ich habe das absichtlich so überspitzt formuliert, weil mir schon manchmal im Zusammenhang mit Au-Pairfamilien der Verdacht kam, das es sich um ein preiswertes Hausmädchen handelt.
Ich habe auch schon sehr positive Erfahrungen in einer befreundeten Familie erlebt, die noch bis heute freundschaftliche Beziehungen zu ihrem finnischen und italienischen Au-Pairmädchen pflegen.
Seid nett zu ihr!
Gruß
Rabchen

Beide Seiten beachten
Hallo Rabchen,

Ich will damit eigentlich nur sagen: Wenn man ein Au-Pair ins
Haus nimmt, muss man sich eigentlich darüber im Klaren sein,
dass für eine bestimmte Zeit ein zusätzliches Familienmitglied
ins Haus kommt

ja, da hast du recht

und keine billige Arbeitskraft, die dann, nach

Feierabend , bitteschön, zu verschwinden hat.

hab ich das richtig verstanden dass du meine Ansicht so interpretiert hast?
Ich will dir mal den umgekehrten Fall schildern: Mein Schwager hatte auch ein Aupair. Anfangs war ja alles prima. Aber nach einigen Monaten fing es trotz aller Freundschaft an ziemlich nervig zu werden dass das Mädel abends ständig dabeisass (sie ging trotz Wohnung in der Stadt nie aus oder zu Freunden). Auch wenn man sich gut versteht und mag: Wo bleibt die Möglichkeit sich als Ehepaar mal auszusprechen? Wir haben sie den ganzen Tag um uns rum, unterhalten uns beim Essen, beim Kaffe, bei gemeinsamen Unternehmungen und Ausflügen. Sie ist dabei wenn abends Besuch da ist, bei abendlichen Feiern usw.

Bin ich wirklich verpflichtet, mein Eheleben komplett ins Schlafzimmer zu verlagern, nur damit das Aupair rund um die Uhr Ansprache hat? Ich bin der Ansicht dass auch ich ein Rückzugsrecht habe, egal ob ich mit Kindern lebe, in einer WG oder mit Aupair. Auch von einer großen Tochter kann ich verlangen dass sie ihre Eltern abends unter sich sein lässt. Muss nicht jeden Abend sein, aber regelmäßig.

Wenn klare Absprachen getroffen werden - von vornherein! - ist das Ganze für beide Seiten ok.
Wenn sich unsere Aupairs bei uns so furchtbar unwohl fühlen wie du meinst dass es bei dieser Regelung sein muss, frage ich mich wie unsere erste das ein volles Jahr aushalten konnte und dann auch noch ihre Freundin herschicken, die derzeit bei uns ist? Und die fühlt sich komischerweise auch wohl. Ein Rätsel?

Seid nett zu ihr!

Ja. Aber vergesst euch selber auch nicht darüber.

Andrea

Hi Ralf,

nachdem schon einige Expertinnen hier geantwortet haben, noch ein paar Ideen zur Auswahl. Ich bitte darum, dass ich jetzt nicht wegen Rassismus oder Chauvinismus überfallen werde:

  • Ihr müßt Euch klar sein, was Ihr von dem Au Pair wollt. Es ist hier der begriff „billiges Hausmädchen“ gefallen. Aber Ihr braucht ja wahrscheinlich kein Au Pair, weil Ihr Euch so langweilt. Und das, was Ihr wollt, müßt Ihr auch klarmachen.

  • Au Pairs kommen aus allen Teilen der Welt, mit sehr verschiedenen Zielen. Bedenke einmal, dass das (die/der?) Au Pair ihre/seine Reise selber zahlt. Das bedeutet für eine Frau aus Zentralafrika oder Südamerika eine gewaltige Investition. Nur Reiche aus diesen Kontinenten können sich so etwas leisten, und die kommen nicht zum Arbeiten nach Europa.

  • Au Pairs aus EU-Staaten und den USA kommen, um ihren Horizont zu erweitern. Wenn sie bei Dir Arbeiten übernehmen sollen, sollten sie damit vertraut sein (also, wenn sie Kinder hüten sollen, wäre es gut, wenn sie jüngere Geschwister haben).

  • Au Pairs aus Osteuropa kommen auch wegen der Horizonterweiterung. Sie sind aber meistens darauf eingestellt, arbeiten zu müssen, und ich vermute, dass viele auch damit rechnen, für zusätzliche Arbeit extra bezahlt zu werden. Die geringsten Anpassungsschwierigkeiten haben wohl Au Pairs aus angrenzenden Ländern (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn), die den Umgang mit uns schwierigen Deutschen gewohnt sind und auch schnell mal für ein paar Euro nach Hause auf Urlaub können.

Hoffentlich hilft das ein wenig.

Cheers, Felix