Aua - mein Steißbein!

Liebe Experten,
nach einer längeren (für meine Verhältnisse) Radtour auf einem Gelsattel meldete sich plötzlich und unerwartet mein Steißbein
(ich bin etwas schwergewichtig). Auf den Rat eines erfahrenen Freundes hin, kaufte ich einen Sattel der holländischen Firma Repper.
(es ist ein Ledersattel mit unzähligen langen Spiralfedern). Das Ding federt zwar sehr schön, aber ich habe da noch zwei Fragen:

  1. welche Einstellung ist die günstigste für mein empfindliches
    Steißbein (Neigung?). Jetzt ist er waagerecht ausgerichtet, aber da
    habe ich auch noch ein anderes Problem. Nicht ganz unwichtige
    Teile meiner Anatomie fühlen sich auf dem Sattel beengt, wenn
    nicht sogar etwa ääh eingeklemmt.
  2. Mir wurde gesagt, daß der Sattel erst eingefahren werden muß und
    sich nach und nach der Backside anpassen wird. Stimmt das?
    Ich hoffe auf Eure Ratschläge
    Gruß
    Peter

hallo peter,

nach einer längeren (für meine Verhältnisse) Radtour

wie lang?

Gelsattel

ist auch mist. beim sitzen verdrängt der sitzknochen das gel, so dass
du nach einer weile in einer art „mulde“ sitzt und es noch mehr
drückt als auf einem ungepolsterten sattel …

meldete sich plötzlich und unerwartet mein Steißbein

… was dann genau dazu führt.

einen Sattel der holländischen Firma Repper.

Lepper heisst die firma.

Jetzt ist er waagerecht ausgerichtet,

grundsätzlich schon mal gut.
weil: wenn die spitze nach oben zeigt drückts noch mehr.
und wenn die spitze nach unten zeigt wirst du dazu neigen vom sattel
zu rutschen.

habe ich auch noch ein anderes Problem. Nicht ganz
unwichtige
Teile meiner Anatomie fühlen sich auf dem Sattel beengt,
wenn nicht sogar etwas ääh eingeklemmt.

dann kannst du entweder die sattelspitze doch ein wenig nach unten
neigen, aber eben nur soviel, dass du nicht rutschst oder den lenker
höher stellen.
wie hoch ist denn der lenker momentan? eine gute ausgangsposition für
experimente ist lenker und sattel auf einer höhe.

  1. Mir wurde gesagt, daß der Sattel erst eingefahren werden
    muß und sich nach und nach der Backside anpassen wird. Stimmt das?

das stimmt bei einem ledersattel schon, dass er sich im laufe der
zeit (die ersten ca. 300 km) an den fahrer anpasst. wenn aber die
sitzposition an sich nicht stimmt oder die grundsätzliche form des
sattels nicht zu deiner anatomie passt wird das nie was.

möglicherweise gibts in deinem fall auch noch ein weiteres problem:
wenn du nämlich zu schwer für die federn des sattels bist und der
sattel mehr federt und wippt als er sollte könnte das dem sitzkomfort
auch eher abträglich sein. schau doch mal nach, bis zu welcher
traglast der sattel spezifiziert ist und ob du da gewichtsmässig noch
im limit bist.

Ich hoffe auf Eure Ratschläge

im zweifel hilft nur geduld. den „richtigen“ sattel zu finden kann
schon etwas länger dauern.

grüsse,

medelvio

Hallo Peter
Das Problem ist hoch-individuell und daher überhaupt nicht pauschal zu beantworten.
Ich z.B. kann überhaupt NUR noch mit einem guten Gel-Sattel längere Strecken Rad fahren. Bei den harten „Sportler“-Satteln muss mein Allerwertester sofort aufgeben. Außerdem habe ich die Erfahrung emacht, dass ich die Spitze vorn hoch stellen muss, sonst habe ich das Gefühl runter zu rutschen. Sie muss deutlich höher stehen als die von anderen Rädern/Radfahrern.
Du siehst also: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Gruß,
Branden