Moin!
Meine Vermutung ist, dass es zwei Grundvoraussetzungen (GV) und eine Ursache für das Problem der US-Toyotas gibt.
GV 1: das Gaspedal bei Toyota ist größer, das Bremspedal kleiner als bei den üblichen US-Fahrzeugen. V.a. bei den Pick-Ups und SUVs US-amerikanischer Provenienz sind die Bremspedale mit deutschen Norm-Kuchenblechen zu vergleichen.
Hier könnte dann eine Umstellung auf Toyota, die ja meist Asien, Europa und die USA bedienen müssen, eine Herausforderung sein.
GV 2: die Pedale von Toyota stehen bei den kleineren Modellen näher zusammen, als bei US-Autos. Dies liegt möglicherweise auch daran, dass es die Modelle in Asien und Europa auch als Handschalter gibt und somit die Durchführung für das Bremspedal weiter rechts liegt. Da hilft dann auch ein größeres Pedal für die Automatikversion nichts bzw. kann sogar kontraproduktiv sein.
Ursache: der gemeine US-Amerikaner erwirbt seinen Führerschein mit 16 Jahren auf einem Automatikfahrzeug und fährt danach mit maximal 100 Km/h auf großen Highways durch die Gegend. Es gibt ein paar wenige Fahrstunden, häufig mit der Familie.
Wie soll man unter solchen Voraussetzungen vernünftig Fahren lernen??
Als Europäer, der sehr viel Zeit in den USA verbracht hat, habe ich mich immer wieder gewundert, wie extrem schlecht dort gefahren wird. Rutscht man schön den Highway entlang, ist alles klar. Man hält seine Spur und schafft es, mit 90 Km/h geradeaus zu fahren. Sobald aber mal Schnee oder sehr viel Regen fällt, ist es aus. Da liegen für solches Wetter bestens geeignete Fahrzeuge wie Chevy Blazer und Ford Explorer reihenweise auf dem Dach und 5 Jahre alte Wischergummis kämpfen auf Pontiac Grand Prixs gegen die Widrigkeiten der Natur.
Ein guter Fahrer kennt sein Auto und wartet es vernünftig.
Ich fuhr drüben einen Lexus LS 400 mit weit über 400.000 Meilen auf der Uhr. Das Auto lief einwandfrei und ich kam in Neuengland auch bei einem Blizzard immer an.
Warum? Weil das Auto gute Winterreifen hatte und anständig gewartet war sowie von einem fähgen Fahrer pilotiert worden ist. Der Lexus war eines der besten Autos, das ich je hatte. 150 USD Service und wieder 30.000 Meilen fahren. Der Wagen konnte sogar noch für 1.500 USD verkauft werden.
Wer allerdings noch nicht einmal in der Lage ist, in eine LKW-geeignete Parklücke rückwärts einzuparken, könnte auch Probleme mit etwas filigraner ausgeführten Pedalerie-Einrichtungen bekommen…
Mich wundert das ganze absolut nicht und ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass hier wirklich ein Toyota-Seriendefekt vorliegen soll. Vielmehr deutet, wie hier ja bereits geschrieben, das Nicht-Bremsen darauf hin, dass hier klumpfüssige Menschen am Steuer eines für ihre Physiognomie und Fahrkünste nicht geeigneten Fahrzeuges unterwegs waren.
Ein GMC Sierra wäre hier eher empfehlenswert gewesen. Den hat selbst Colt Seavers nicht kaputt bekommen…
Gruß,
M.