Auch eine Form von Kindesmisshandlung(?)

Hallo zusammen!

Kürzlich lernte ich im Zug einen Jungen (ca. 13 J) kennen.
Er reiste allein zu seiner Oma.

Besonders auffällig war, dass er außergewöhnlich übergewichtig war und bereits feinmotorisch und auch beim Gehen ziemlich eingeschränkt und unbeholfen.

Als er seinen Rucksack auspackte kamen zum Vorschein Schoko-Müsli-Riegel, Lipton-Eistee, Bifi-Roll und Schokoladen-Cookies.
Während der 2-stündigen Fahrt verputzte er diese Dinge, ohne dabei den Blick von seinem transportablen DVD-Recorder zu wenden.

Irgendwann zwischendrin erzählte er mir „übrigens, meine Eltern haben eine Praxis, sind Ärzte“.

Mir geht dieser Junge einfach nicht aus dem Kopf.

Gut, wahrscheinlich hat jeder schonmal seinem Kind etwas ernährungsmäßig Ungesundes zu essen gegeben, und bestimmt bin ich kein totaler Verfechter von „nur“ gesund, roh oder sonstwas.

Aber mir tut dieses Kind einfach Leid.
Allein die Vorstellung, was möglicherweise im Sport-oder Kunstunterricht abläuft ist schlimm.
Ich vermute, dass das Übergewicht dieses Jungen nicht krankhaft bedingt ist, sondern durch schlechte Ernährung kommt, grade im Hinblick auf das, was er als Reiseproviant dabei hatte.
Und das finde ich erschreckend, zumal die Eltern - grade als Ärzte - es eigentlich besser wissen müssten.

Natürlich kann ich auch nichts daran ändern, und eigentlich geht es Außenstehende nichts an…oder doch?
Was denkt Ihr?

Angelika

Hallo Angelika

Ich gebe dir auf jeden Fall Recht, dass es Misshandlung ist, sein Kind so ungesund zu ernähren, dass es physische und pschychische Schäden erleidet. Ich kenne auch einen solchen Fall, der zwar noch nicht so drastisch ist, aber beide Eltern auch Aerzte sind.
Villeicht hat es was damit zu tun, dass solche Leute sich so sehr auf ihren Beruf konzentrieren, keine Zeit mehr für ihr Kind haben, und es in der verbleibenden Zeit dann wenigstens ein bisschen „verwöhnen“ wollen.
überlastung führt dann noch dazu, dass man in der Erziehnung gar kein Durchsetzungsvermögen mehr hat, und beschreitet dann einfach den Weg des geringsten Wiederstandes.
Kann so sein, muss aber nicht.
Du hast das Gefühl das es dich was angeht, und das tut es natürlich auch. Aber realistisch gesehen, kannst du nichts dagegen tun.

Grüsse
Nadia

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auch ich misshandle meine Kinder (Arztmeinung)
Hallo Angelika,

vielleicht treffe ich nicht ganz, was du erzaehlen
wolltest, aber es erinnert mich an unseren Arztbesuch
letzte Woche. Wir sind vor ein paar Monaten umgezogen
und waren deshalb das erste Mal bei einem neuen Kinderarzt.
Nichts Schlimmes, beide Jungs brauchen ein „Sportlerattest“,
damit sie einen Spielerpass fuer den Fussballclub bekommen.

  1. Sohn - ist uebergewichtig. Ich weiss das, sein Vater
    weiss das, er weiss das. Er ist 13 und zum Teil IMHO selbst
    fuer seine Ernaehrung zustaendig. Er ist im Uebrigen kaum
    Suessigkeit, hin und wieder ein Eis, und das oft nicht
    fertig. Sein Problem ist, dass er einfach zu viel isst,
    hauptsaechlich Fleisch und Kohlehydrate. Ich biete ihm
    gesundes Essen an, koche mit wenig Fett, versuche, dass er
    seinen Appetit erstmal an Gemuese/Salate stillt, animiere
    zum ungesuessten Tee/ Wasser trinken usw. Wenn er dann
    mit seinem Taschengeld Burger und Doener kauft, bzw.
    Limos (hier stimmt die ‚keine Suessigkeiten‘ Aussage nicht
    mehr, ich weiss), dann kann ich ihn darauf hinweisen, aber
    nicht permanent noergeln. Ein Teil seines Problems ist
    im Uebrigen, meiner Meinung nach, auch Veranlagung (ich
    kann das sagen, ich hab’s ihm ja nicht vererbt).
    Naja.
    Der Arzt hat mich so ‚richtig zur Sau‘ gemacht, so habe
    ich mich jedenfalls gefuehlt. Er war nicht direkt
    unhoeflich, aber sehr herablassend und hat auf sehr selt-
    same Weise mir ein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich
    ja offensichtlich Schuld bin.

Dann kam Sohn 2.
Ein Jahr aelter, etwas groesser und wiegt leicht mehr
als die Haelfte des ‚kleinen‘ Bruders, mit anderen Worten:
er ist gerade mal so an der Grenze zu untergewichtig (auch
hier nehme ich an, dass Vererbung eine grosse Rolle spielt -
er ist so ein richtiger „Quartalsfresser“, d.h. er isst
in rauen Mengen, wenn es ihm schmeckt; an manchen Tagen
aber auch fast nichts - reinstopfen kann ich es ihm nicht).

Ohne Luft zu holen, hat mir der Arzt wieder
den schwarzen Peter zugeschoben.

Offensichtlich mache ich - zumindest auf dem Gebiet
der Ernaehrung - alles falsch und bin eine schlechte Mutter.

Ich werde in mich gehen und einen neuen Arzt suchen.

Gruesse
Elke

Hallo Angelika,

ich halte es für eine Form der Vernachlässigung.
Sicherlich ist es eine Frage der Veranlagung, wenn man zum dick sein neigt. Nur wenn man einer negativen Veranlagung noch Nahrung gibt - das ist dann kein Zeichen für gute Fürsorge.

Kinder, die einen weichen Zahnschmelz haben, werden doch auch mehr zu zahnfreundlichem Verhalten angehalten. Auf Kindern mit Behinderung wird auch vernünftig eingegangen. Kinder mit Sehschwäche bekommen eine Brille. Infektanfällige Kinder bekommen auch eine andere Behandlung als robuste.

Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, wenn ein Kind zu Übergewicht neigt, aber es einfach so gehen zu lassen - bis es wirklich gesundheitliche Schäden hat … das kanns doch nicht sein.

Die Eltern müssen sich mit ihnen genauso auseinander setzen, wie mit einem Kind, dass gesundheitliche Defizite hat. – notfalls auch mit ärztlicher Hilfe. Es muss auf jeden Fall geklärt werden, ob es gesundheitliche Ursachen hat.

Ich habe selbst ein Kind, dass für seine Größe und Gewicht - einfach immer nur zu jung war. Auch das erste Jahr volles Stillen hat nichts daran geändert - von wegen, Stillkinder sind nicht dick -gg.
Es liegt Vieles auch daran, dass Dickmacher bei uns immer und überall verfügbar gehalten werden. Ein Kind muss nicht ständig Dickmachendes in allen Variationen daheim haben, Großeltern können sich auch zurückhalten, ein Kind braucht keine Geldbeträge in der Tasche zu haben, wenn es in der Schule ist. Die Sache mit den Großeltern habe ich sogar noch etwas anders gelöst. Ich habe bewusst wenig Süssigkeiten gekauft - immer mit dem Argument, wenn Geburtstag ist - gibts vom Oma wieder ein Fresspaket. Das hatte dann immer was ganz Besonderes.

Gruß
Utemaus

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Hallo Elke,

Ohne Luft zu holen, hat mir der Arzt wieder
den schwarzen Peter zugeschoben.

bei mir traf es zwar nicht meine eigenschaft als Mutter, ich habe es trotz eigener Ernährungsprobleme geschafft, dass meine Tochter normal mit dem Essen umgeht.

Aber jeder Arzt, der mich sieht, weiß zunächst mal, dass ich mich zuwenig bewege. (Ja klar, dieses Jahr sind es erst 3300 km mit dem Rad, ich kenne Leute, die zur Zeit schon über 10000 kommen.)

Hatte ich mal eine OP-Voruntersuchung beim Arzt, da meinte der, mein Puls sei zu langsam, ich würde mich wohl zuwenig bewegen (sic!). Das ist ja schon von der Sahe her falsch, aber damals hatte ich zu allem Überfluss einen Weg in die Arbeit von mindestens 15 km. Ich fragte einfach zurück, ob ich das Mehr an Sprot treiben solle, bevor ich nach Ismaning in die Arbeit radle, oder nachdem ich von der Arbeit wieder nach Hause geradelt bin.

Der Arzt sah auf meine Adresse und sagte kein Wort mehr.

Ich werde in mich gehen und einen neuen Arzt suchen.

Das habe ich damals auch getan.

Schönen Gruß, Karin

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Hallo zusammen!

Erstmal danke für Eure Antworten, und ja, ich denke auch, dass die Eltern wohl selten mit dem Kind gemeinsam etwas unternehmen.

Ein bisschen böse vermutet: das wird mit Essen und teuerem Equipment (ich finde einen tragbaren DVD-Player luxuriös) für den Sohn kompensiert.

Vielleicht habe ich mich etwas schlecht verständlich ausgedrückt.
Der Junge war nicht ein bisschen übergewichtig, sondern bei einer Größe von ca. 1,55 passte er nicht mehr auf einen Sitz in der Bahn, sondern benötigte den zweiten Sitz auch noch.
Schwer zu schätzen, aber mit Sicherheit deutlich oberhalb von 100 Kilo.

Es ist nicht so, dass ich eine schwebende Elfe bin, und auch ich weiß, wie enorm schwer es ist ein halbwegs normales Gewicht zu halten.

Unser Sohn rollt auch mitunter die Augen, wenn es mal wieder etwas „zu Gesundes“ gibt, aber das Ganze mit einem Augenzwinkern.

Angelika

ja, aber…
hi,

sicher ist das verhalten der eltern grob fahrlässig.

aber das selbe trifft auf eltern zu:

-die ihre kinder nur mit rohkost ernähren
-die ihre kinder im auto/wohnung zuqualmen

da kann man eigentlich nichts machen.

cu
alex

Hallo,
was die anderen schon geantwortet haben, trifft auch meine Meinung.

Hinzufügen wollte ich noch, dass Ärzte nicht unbedingt Ahnung von gesunder Ernährung haben. Wie viele Krankheiten sind ernährungsbedingt oder lassen sich durch Ernährungsumstellung beeinflussen. Trotzdem fragen Ärzte doch fast nie nach den Ernährungsgewohnheiten oder geben Ernährungstips.

Gruß
Nelly

Hallo Angelika und die anderen,

obwohl ich in vielen Dingen mit den Antworten übereinstimme oder diese zumindest nachvollziehen kann, sollte man es sich sooooooooooooo einfach dann doch wieder nicht machen. Wie kannst du sicher sein, dass die Eltern wissen, was der Junge im Zug verdrückt?
Vielleicht hat er sich die „Naschis“ im Bahnhof selbst gekauft - vom Taschengeld!

Ich kenne die Problematik und bin als Mutter selbst davon betroffen. Meine heute 13jährige Tochter ist auch übergewichtig - mittlerweile hat sie 15 Kilo zuviel auf den Rippen. Als kleines Kind war sie schon relativ kräftig und mit 8 Jahren dann das, was man allgemein als „moppelig“ bezeichnen würde. Sie ist bis dahin auf dem Land großgeworden, hatte reichlich Bewegung und frische Luft und ich habe immer Wert auf ausgewogene Ernährung gelegt. Genascht hat sie kaum. Tagsüber war sie bei einer Tagesmutter - da hatte ich natürlich wenig Einfluss auf die Ernährung, aber ich kann behaupten, dass dort immer frisch und mit viel Gemüse gekocht wurde. Mopsig war sie trotzdem…

Als sie 8 war, habe ich dann das erste Mal den Kinderarzt darauf angesprochen, um frühzeitig zu vermeiden, dass es noch mehr Gewicht wird: Seine Reaktion:

„Um Himmels Willen, das Kind ist mitten im Wachstum, da kann und darf man jetzt gar nichts machen, das wächst sich schon zurecht“

Das gleiche haben mir dann in den nachfogenden Jahren noch andere Ärzte erzählt.

Super! Mittlerweile ist sie 13, massiv zu dick, das Bindegewebe am ganzen Körper gerissen. Und ich? Verzweifelt! Weil sie mir einerseits leid tut und ich andererseits macht- und hilflos davorstehe.

Und die Ärzte heute? Zitat:

„naja, da sollten sie schon mal sehen, dass sie vom Gewicht runterkommt. Aber strikte Diät mitten in der Pubertät - um Gottes Willen!“ Meine Anfrage nach einer Kur wurde mild belächelt. „Kur? Da müsste sie mindestens 20 KG zuviel haben, sonst wird das nicht bewilligt“

Na fein - war daraufhin kurz davor, mein Kind zu mästen.

Mittlerweile hat sie eine ebenso dicke beste Freundin und weil sie dick sind, naschen sie aus Frust und haben auch keinerlei Lust mehr auf irgendeine Art von Sport. Ein Teufelskreislauf! Einfluss habe ich kaum. Zuhause ist sie vernünftig, in der Ganztagesschule wird genascht was das Zeug hält. (Ich finde oft genug die leeren Verpackungen in der Schultasche oder im Mülleimer:frowning: )

Wenn sie es mal schafft, diszipliniert 3 KG abzunehmen, nimmt sie danach 5 wieder zu!

Mißhandle ich mein Kind deswegen?

Du kannst mir eines glauben: ich war wegen ihres Dickseins von Pontius zu Pilatus und habe um Hilfe und Rat gebeten. Geholfen hat niemand. Für irgendwelche
„Abnehm-Programme“ ist sie entweder gerade zu alt oder noch zu jung.

Nein, ich mißhandle mein Kind nicht. Ganz im Gegenteil, dürfte es wenigen Kindern so gut gehen wie meinen - und das meine ich keineswegs (nur) materiell.

So, das war mein Senf dazu, mal aus der etwas anderen Perspektive. Vielleicht gehts ja den Eltern des Jungen nicht anders?

LG,

Ironlady

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Einfluss der Ernährung
Hallo Ironlady,

danke für den Erfahrungsbericht *Sternchengeb*.

Ich gebe zu, auch ich denke bei auffallend übergewichtigen Kindern meistens spontan an falsche Ernährungserziehung durch die Eltern - Asche auf mein Haupt.

Dabei habe ich drei absolut unterschiedliche Esser daheim:

Tochter 1, 10 Jahre alt, ist ein Quartalsesser. Wenn sie gerade mal das jeweilige Essen auf dem Tisch zum Lieblingsessen macht (wobei diese Vorliebe durchaus auch nur einen Tag halten kann *nerv*), kann sie Unmengen essen. Fünf Portionen sind nix, das haut sie lässig weg.

Wenn sie keine Lust hat, lebt sie tagelang von fast nichts.

Alles, was Vitamine enthalten könnte, meidet sie. Obst, Gemüse, Fruchtsaft - nein, danke, seit Jahren.

Sie ist sehr selten mal erkältet, sehr schlank, recht sportlich. Eigentlich ist sie ein biologisches Wunder…

Tochter Nr. 2 ist extrem dünn, schon immer. Und ein andauernd hungriges Kind. Sie ißt einfach zu jeder Mahlzeit Unmengen, ist zum Glück auch nicht wählerisch. Als Zwischenmahlzeit (!!!) braucht sie 2-5 Äpfel UND 1-2 Bananen UND abends um zehn gerne noch eine Schüssel Haferflocken mit Milch. Das, was sie an Nährstoffen und Vitaminen täglich zu sich nimmt, reicht eigentlich für eine ganze Familie.

Beide Töchter essen von sich aus recht wenige Süßigkeiten, höchstens im Sommer ein Eis.

Sohn, 5 Jahre alt, ißt auch relativ viel, sowohl Obst/Gemüse als auch viel zu viel Süßkram. LEIDER hat er Mamas Schokoladensucht geerbt. Egal, wo ICH meine Droge verstecke, ER findet sie und vernichtet sie mit großen Bissen *grummel*. Er ist schlank, aber nicht dünn, und ich hoffe mal, dass er nicht zum Moppel wird.

Ich versichere Euch, dass alle Kinder theoretisch gleich gesund ernährt werden. Soviel zu den Grenzen der Erziehung…

Viele Grüße,

Inselchen

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Danke für die Sicht auf die andere Seite
Hallo Ironlady!

Danke für Deinen Blick auf die andere Seite der Medaille. Dass die Situation ebenso für Eltern schwer ist, daran habe ich ehrlich gesagt *so* nicht gedacht.

Das mit dem heimlich Kaufen am Bahnhof kann ich definitiv ausschließen, der Junge wurde von der Mutter in den Zug gesetzt, also keine heimlichen Einkäufe.

Der Teufelskreis mit „für eine Kur zu wenig dick“ Frustfraß und Süßkramautomaten in der Schule oder erreichbarer Nähe ist wirklich schlimm.

Es ist für mich enorm schwer vorzustellen, dass Deine Tochter sich und ihr Äußeres sozusagen aufgegeben hat.
Wie furchtbar muss sie sich fühlen, und wie aussichtslos muss es ihr erscheinen!

Wie ich in meinem posting schrieb, auch ich bin keine Elfe.
War als Kind auch ziemlich dick und zudem mit einer äußerst attraktiven, gertenschlanken Mutter „geplagt“.

Ich kenne also das Gefühl, sich wie ein Mops vorzukommen, sich potthässlich zu fühlen, während alle anderen bildschön sind.
Und natürlich habe ich heimlich (Süßkram) gefressen, nur war damals nicht so einfach dranzukommen, es hielt sich also in Grenzen.

Vielleicht hatte ich Glück, dass es zuhause gesundes Essen gab, jedenfalls haben sich meine Babyspeckrollen mit etwa 14/15 verabschiedet.

Der Junge im Zug hatte sicher mehr Übergewicht als 20 Kilo, und ich denke nach wie vor, dass bei ihm zuhause etwas schief läuft.
Aber Du hast Recht, man sieht nur einen Bruchteil und weiß nicht, was weiter dahintersteckt.

Für Deine Tochter hätte ich noch eine Idee, bei der sie ALLES, wirklich alles essen darf was sie mag.

Allerdings gewisse Dinge kontrolliert, und sie muss alles Gegessene täglich aufschreiben.

Ich rede von Weight Watchers, deren Konzept alles andere als eine blöde Diät ist, sondern ein Umdenken möglich macht.
Das Programm (auch für Jugendliche), ist ausgewogen, gesund und obendrein erfolgreich.

Angelika

Pfundskur AOK
Hallo Ironlady,

mach mal mit deiner Tochter bei der Pfundskur von der AOK mit. Auch Versicherte anderer Kassen haben Zugang. Es kostet nicht viel, ist auch für Kinder/Jugendliche geeignet und sehr sinnvoll. Man lernt etwas über Nahrungsmittel und Ernährung generell, außerdem gibt es Sportangebote. Eine Bekannte hat mit ihrem 14jährigen Sohn erfolgreich teilgenommen. Er war auch so „mitteldick“, musste nur sein Gewicht 2 Jahre lang halten, damit es sich „zurechtwachsen“ kann.
Die Pfundskur findet jedes Frühjahr statt (also eher eine längerfristige Hilfe). Informieren kann man sich aber jetzt schon.
Vielleicht konnte ich dir ja etwas helfen.

Viele Grüße, Heike

hallo ironlady,

du beantwortest ja selbst deine frage.
wenn sie 3 kilo abnehmen muß, nimmt sie 5 kilo zu.
sieh zu, daß sie die nächsten jahre ihr gewicht hält. in dem alter streckt sie sich noch ein wenig und wird dadurch etwas schlanker.
zunehmen wäre natürlich nicht gut. sport könnte durchaus eine freizeitbeschäftigung werden.

strubbel
&:open_mouth:)

Hallo zusammen!

Eine Bekannte von mir hat in einer Hauswirtschaftschule gelernt.
Sie kocht hervorragend und ebenso gesund.
Man glaubt nicht wie köstlich Gemüse und Salat schmecken kann!
Ihre kleine Tochter fragte ich mal was ihre Lieblingsspeise sei.
Gemüse war ihre verblüffende Antwort!

Meine beiden Nachbarkinder sind kugelrund. Haben schon auch eine Veranlagung dazu. Aber wenn ich frage was sie heute gegessen haben kommen: Leberkäse, Schweinebraten, Tiefkühl-Pizza, Hamburger, Pomfritz…
Ihr Dicksein kommt nicht von der Menge der Nahrung sondern von dem Müll den sie täglich verzehren.
Und dieses Zeugs schmeckt ihnen natürlich auch noch weil sie nichts anderes kennen.

Es ist sehr Zeitaufwendig gut und gesund zu kochen! Welche Mutter hat diese Zeit heute noch?

Da wird halt dann der Riegel mitgegeben und schnell eine Fertigsuppe in die Microwelle gestellt um die Mäuler zu stopfen.
Was in dieser " Industrienahrung" an Giften und Konservierungsstoffen steckt ist kriminell! Manche dieser Inhaltsstoffe sind in anderen Ländern nicht mal in der Tiernahrung erlaubt.
Wenn dann doch mal zu Obst und Gemüse gegriffen wird, das dann meist aus dem Discounter stammt, kommt noch das Gift dazu das bei der Produktion dieser Produkte verwendet wird.

Wen wundert es da noch wenn die sogenannten Zivilisationskrankheiten zur Epedemie werden.

Von den Ärzten hört man da nicht viel. Schließlich brauchen die Kranke um ihre Praxen zu füllen.

Freundliche Grüße,
celo

Hallo ihr Lieben,
wollte mich noch ganz herzlich für die vielen Antworten und Tipps auf meine Antwort bedanken. Vieles davon war mir nicht ganz neu, einige Anregungen werde ich aber sicher aufnehmen. Fettes Danke, zumal es um mein Thema ja eigentlich gar nicht primär ging… :o)

Liebe Grüße,
Ironlady

Hallo Angelika,

klar spielt es eine wichtige Rolle was und wieviel das Kind isst. Aber die meisten Kinder können essen soviel sie mögen (und das ist eben nicht so übermäßig viel) und sind trotzdem schlank. Sie hören eben einfach auf, wenn sie satt sind und essen erst wieder, wenn neuer Hunger da ist.

Wenn das Kind aber von Baby auf nie gelernt hat, die Signale seines Körpers (hier Hunger und Sattsein) richtig zu erkennen und wertzuschätzen, sind solche massiven Essstörungen vorprogrammiert.

Einige Beispiele:

Ein Baby schreit. Aha, denken die wohlmeinenden Eltern, es hat wohl Hunger. Also bekommt es eine Flasche. Das Baby hatte aber vielleicht keinen Hunger, sondern ihm war langweilig. Vielleicht hat es anfangs sogar den Sauger/die Brust abgelehnt. Aber irgendwann hat es aufgegeben und gelernt, dass auch die Flasche schön ablenkt bzw. beschäftigt. Sowas funktioniert dann zuweilen ein ganzes Leben lang so.

Ein Kind hat sich weh getan und weint. Zum Trost bekommt es schnell einen Lolli. Naschen tröstet ja so gut. In den Arm nehmen zwar auch, aber das gab’s halt nicht.

Langweilige Zeiten wie Zugfahren, Wartesituationen etc. werden gern mit Essen überbrückt anstatt die Langeweile unmittelbar zu bekämpfen.

Wer kennt nicht die vielen Naschereien zur Belohnung, Nasch- oder Essensentzug zur Bestrafung? (Ich will damit nicht sagen, dass ich Belohnungen mit Süßem generell ablehne, ich finde es aber wichtig, auch andere Belohnungsformen einzusetzen.)

Kinder müssen oft ihren Teller leer essen, auch wenn sie längst satt sind und das auch deutlich spüren. Dieses Signal wird missachtet und später verlernt.

Und dann noch die ganzen Gründe, warum man dies und jenes essen soll oder muss und anderes nicht. Die eigenen Vorlieben, Gelüste und Abneigungen der Kinder werden oft von Erwachsenen nicht respektiert. (Selbstverständlich alles im Rahmen einer einigermaßen gesundheitsverträglichen Ernährung.)

Wenn so ein Kind dann Zeit seines Lebens nie den richtigen Umgang mit Hunger und Sattsein geübt hat, ihm dieser im Gegenteil sogar regelrecht abgewöhnt wurde, dann hilft auch eine gesündere, maßvollere Ernährung wenig. Menge und Zeitpunkt des Essens muss dann vom Kopf gesteuert werden, was als sehr einschränkend erlebt wird, weil eben Trauer, Frust, Langeweile, Wut, Freude usw. bisher auch mit Essen kompensiert wurden. Das Kind muss also neue Wege finden, mit diesen Gefühlen umzugehen. Dabei hilft aber keine Diät.

Solches Ess-Verhalten trainieren Eltern ihren Kindern aber nicht absichtlich an (meine Vermutung). Wahrscheinlich haben sie es selbst nicht anders gelernt, haben vielleicht ebenfalls Probleme mit dem Essen, wussten sich keinen anderen Rat, haben aber auf jeden Fall nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt (auch das eine Unterstellung von mir).

Um zur Ausgangsfrage/Überschrift zurückzukommen: Wem soll man da die Schuld geben? Ich finde, in dem Fall dieses Jungen steckt ganz, ganz viel Leid und Hilflosigkeit, bei allen Beteiligten. Die Eltern haben mit zunehmendem Alter des Jungen die Kontrolle über sein Essverhalten verloren und müssen hilflos mit ansehen, wie er sich „totfrisst“. Sie geben ihm trotzdem Süßigkeiten mit, weil er danach verlangt und sie nicht anders können. Das hat sich über die Jahre so eingespielt und immer fester verfahren.

Vorwerfen würde ich ihnen vielleicht, den richtigen Zeitpunkt verpasst zu haben, sich und dem Kind Hilfe zu holen. Für ihre eigene Unzulänglichkeit im Erkennen und adäquaten Reagieren auf Gefühle des Kindes (anstatt zu füttern) und vielleicht, nein bestimmt, auch auf ihre eigenen Gefühle/Signale können Sie möglicherweise nichts, denn auch sie waren mal Kinder und wurden entsprechend „dressiert“.

Letztlich kommen wir dann zu der Frage, wer ist überhaupt in der Lage Kinder zu erziehen, wer darf, wer sollte und wer darf keine Kinder haben? Und wer kontrolliert das, legt das fest bestimmt das?

Das wäre aber ein anderes Posting.

Ich hoffe, mich einigermaßen verständlich ausgedrückt und ein paar neue Aspekte beigetrageb zu haben.

Viele Grüße
Ulla

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Hallo Ulla,

deine Ausfuehrungen sind einleuchtend und
verstaendlich.
Trotzdem fuehle ich mich mit meinem beiden Soehnen
(Beschreibung weiter unten) da wieder genau in die
Ecke gedrueckt, dass ich schuld an seinen knapp 20kg
zuviel sein soll.
Aber irgendwie stimmt es dann eben nicht, weil ich
da noch die Bohnenstange gleich daneben habe.
Sie sind gerade mal 15 Monate auseinander und ich
kann wirklcih nicht sehen, wo ich solche gravierende
Unterschiede in der Erziehung gemacht habe.

Nun ist es in unserer Familie so, dass die beiden
eben keine Gene teilen und der Schluss einfach nahe liegt,
dass die Vererbung eine viel groessere Rolle spielt,
als wir das gemeinhin sehen. Was du schreibst klingt alles
so logisch und hat bestimmt einen Einfluss, aber ich
wehre mich eben dagegen, darin das A und O zu sehen.

Gruesse
Elke

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Hallo Celo,

Es ist sehr Zeitaufwendig gut und gesund zu kochen! Welche
Mutter hat diese Zeit heute noch?

Nein, da muss ich dir widersprechen. In ca. 30 Minuten kann man ein schmackhaftes und gesundes Essen zubereiten, welches die individuellen Vorlieben der Familienmitglieder berücksichtigt. Näheres dazu aber vielleicht lieber im Kochbrett.

Viele Grüße, Heike

Hallo Elke,

danke für deine Rückmeldung. Nein, mir ging es gar nicht darum, Schuld zuzuweisen, im Gegenteil. Ich wollte vielmehr darauf hinweisen, dass es bei solchen massiven Esstörungen auch noch andere Aspekte als ausschließlich „zu viel“ oder „falsch“ gibt.

Dieses „Abgewöhnen“ vom natürlichen und gesunden Umgang mit Hunger und Sattsein funktioniert auch nicht bei allen Kindern (sonst gäbe es wohl noch viel mehr dicke Kinder). Eine Freundin von mir ist entsprechend erzogen worden („hier haste nen Keks, nun sei ruhig“) und ist heute stark übergewichtig. Ihre Schwerster dagegen hat sich nie mit dem Keks zufrieden gegeben und ist immer noch sehr, sehr schlank.

Und dass die Kinder auch viel Eigenes mitbringen an Veranlagung, Esslust, Frustrationstoleranz usw. halte ich für unbestreitbar. Die Erfahrung mache ich auch täglich bei meinen beiden.

Ich wollte mit meinem Beitrag aufzeigen, dass es eben viel komplizerter ist, so eine Essstörung zu erklären und Schuldzuweisungen (hier die Misshandlung) unangebracht sind. Hier sind z.B. auch viele gesellschaftliche Zusammenhäng zu berücksichtigen. Und auch da kann es keine Schuldzuweisungen geben.
Die Frage, ob du tatsächlich einen Anteil an dem Gewichtsproblem deines Sohnes haben solltest, kannst IMHO nur du allein für dich beantworten.

Grüße
Ulla

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Bewise
Hallo Heike,

Das mußt Du mir aber mit einem Testessen beweisen! :wink:)