Auch mal ein Lob über einen Lehrer

Hallo Leute,

hier möchte ich auch einmal meinen „Senf“ zum Thema „Lehrer“ abgeben. Keine Angst, ich stoße nicht in das altbekannte Horn der „Lehrerbeschimpfung“. Nein, im Gegenteil. Ich hab diese Woche etwas erlebt, was mich „aus den Socken haute“.

Die Klasse steckt mitten in der Prüfung zur Mittleren Reife und hat deshalb nur noch ganz sporadisch Schule. Am Dienstag dieser Woche war frei.

Dienstag morgen steht der Klassenlehrer unseres Sohnes zusammen mit drei Schulkameraden vor unserer Haustür und fragt, ob unser Kind Zeit und Lust habe, mit ihm und den anderen Schülern zusammen für die mündliche Deutschprüfung am 9.7. noch ein bißchen zu lernen.

Die fünf setzen sich darauf in das Zimmer unseres Sohnes und besprachen nochmals das Referat, das diese Schülergruppe während der Prüfung halten wird.

Ich denke, so ein Engagement ist sicher weit mehr als überobligatorisch. So haben wir aber diesen Lehrer im ganzen Schuljahr kennen gelernt.

Die Schüler duzen ihn, besuchen ihn zuhause, telefonieren mittags mit ihm, wenn sie etwas nicht verstanden haben, haben einfach Vertrauen zu ihm. Einfach vorbildlich

Und: SIE HABEN EINEN HEIDENRESPEKT VOR IHM !!! Niemand hätte es gewagt, in diesem Schuljahr zu schwänzen, ohne Hausaufgaben zu erscheinen etc.

So geht´s auch.

Liebe Grüße
Gisela

als Lehrerkind schliesse ich mich an
Also im Laufe der Schulzeit der drei von mir allein grossgezogenen Kinder habe ich alles nur erdenkliche kennengelernt,aber selten Lehrer ,die wirklich Lust haben auf ihren ,zugegeben schwierigen Job. Mein Vater ist nachmittags in irgendwelchen örtlichen Grotten herumgelaufen und hat Molche gesucht ,mit vorher angerufenen Kindern zusammen hat er diese Entdeckungstour angetreten .Er war sehr beliebt bei den Schülern weil er seinen Job nicht mittags an den Haken gehängt hat sondern immer Spass hatte mit seinen Schülern und gleichzeitig auch mit uns Kindern auf Entdeckungstour zu gehen .
Ganz anders das ,was ich bei meinen KIndern an Lehrkräften kennengelernt hab. Da gab es echt Ausfälle. Das Schlimmste ,was mir paasierte war ein Anruf bei einer Lehrerin,die ich nur echt KURZ was fragen wollte ,sie schrie mich mindestens 10 Minuten an ,was mir einfiele ,sie nachmittags mit Schuldingen zu behelligen .So lange hätt meine Frage garnicht gedauert…
Nunes gibt immer sone und solche.Im Übrigen wäre das Thema Busfahrer auch interesant ,da gibt es auch Geschichten zu ,die man einfach nicht für möglich hält.
Nächset Woche schliesst mein jüngster Sohn die Schule ab ,damit hat sich das Thema Lehrer erledigt. Zumindest für meine Kinder .
Ich bleib immer Lehrertochter(ufz) und Lehreinnenschwester und Lehrerenkel.
Kein einfaches Brot.

Grinst
Kosmokatze

Hallo Gisela,

pauschale Verurteilung von Berufsgruppen sind ohnehin Unfug. Es gibt überall welche, die ihren Job gut oder schlecht machen.

Bei Lehrern ist mir nur aufgefallen, das immer die Lehrer die besten sind, bei dem die Kinder gute Zensuren haben. Ich habe noch keine Eltern oder Kinder gesehen, die sich über einen Lehrer beklagt haben, bei dem die Kinder gute Zensuren bekamen.

Besonders deutlich war es mal in der Klasse unseres Sohnes: Lehrerwechsel fand statt - auch Wechsel der Lernmethode - einige Schüler kamen mit der anderen Methode nicht klar, brachten schlechte Noten - schon gab es Protest! Es wurde sich dann auch über Dinge aufgeregt, die der Lehrer tat und die mit Lerninhalten nichts zu tun hatten.

Viele Grüße
Utemaus

Kann ich nicht bestätigen
Hallo,

Bei Lehrern ist mir nur aufgefallen, das immer die Lehrer die
besten sind, bei dem die Kinder gute Zensuren haben. Ich habe
noch keine Eltern oder Kinder gesehen, die sich über einen
Lehrer beklagt haben, bei dem die Kinder gute Zensuren
bekamen.

Ich hatt in meiner Schulzeit in der 12.Klasse einen Englischlehrer, der zu Beginn der Unterrichtsstunde nicht gefragt hat ‚hat jemand die Hausarbeiten vergessen‘ sondern ‚hat jemand die Hausarbeiten gemacht‘. Gute Noten konnte man leicht bekommen; es wurde sogar mal ein Diktat statt Aufsatz oder Grammatikarbeit geschrieben. Nur - man hat nichts gelernt. Anwesenheit war völlig ausreichend. Es war so schlimm, daß es sogar mir als Schüler zu viel wurde und ich im nächsten Schulhalbjahr einen Kurs bei einem anderen Lehrer belegt habe.
Fazit: gute Noten sind nicht mal bei Schülern das wichtigste Unterscheidungskriterium dafür, ob der Lehrer gut ist oder nicht. Uns war damals am wichtigsten der gegenseitige(!) Respekt.

Axel

Also ich möchte auch mal wieder meinen Senf zum Thema Lehrer dazugeben.
In meiner schullaufbahn hatten wir nur einen Lehrer der es wirklich geschafft hat
, sich mit den Schülern anzufreunden, und immer für sie da zu sein. Der war
wirklich der beliebteste Lehrer an der Schule aber auch von allen seiten
respektiert.

Im gegensatz zu meinem Geschichstlehrer. In der ersten Stunde wo wir in hatten
folgende Aussage : Mädchen sind grundsätzlich schlechter in Geschichte, weil sie
sich nicht für Politik und Wirtschaft interessieren.
Hat ihn sehr gewurmt das ich als Mädchen die Klassenbeste in geschichte war, egal
was er versucht hat um mich dranzukriegen.( Nachprüfungen, alle paar Tage
ausfragen, ständiges kontrolieren im Untericht…

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Beruf - Berufung oder einfach nur Zeit absitzen
Hi!

Genau DAS war es, was ich meinte mit: Motivation muss nichts mit Druck zu tun haben!

Mein Klassenlehrer in meinem letzten Schuljahr (alles Berufliche mal ignoriert) war immer der Meinung, Schule sollte mehr sein, als ein reines Lehrinstitut. Unsere Klasse war die Einzige mit Musikanlage, Kühlschrank und kleinem Herd - es funktionierte!

Dieses strenge Verbot der Nahrungsaufnahme gab es bei uns nicht! Bei Klassenarbeiten schenkte er uns sogar Wasser oder Saft nach! OK, zum einen lässt sich mit dieser Methode natürlich sehr gut kontrollieren, ob jemand abschreibt :wink: Aber ich glaube ihm auch heute noch, wenn er der Meinung ist, Flüssigkeit sei sehr wichtig für die Konzentration und deshalb im Unterricht notwendig.

Mittlerweile rede ich ihn auch mit „Du“ an - damals war dem allerdings nicht so. Unser Respekt war zu groß.

Was mich sehr oft sehr stört, ist die Tatsache, dass dieses Mitleid mit Lehrern so allgegenwärtig ist! Jaa - die haben es ja sooo schwer! Die sind ja sooo gestresst!! Diesen Beruf würde ich im Leben nicht machen!!!
Nun - wenn sich jemand den Beruf des Lehrers aussucht, dann hat er seine Wahl getroffen! Ich würde auch nicht in einer Tiefe von 1000m in einer Umgebung vo 35°C körperlich schwere Arbeiten machen - aber die Leute, die das machen haben vielleicht meinen Respekt verdient - mein Mitleid allerdings nicht!

Ich persönlich suche gerade ein anderes Berufsbild mit der Arbeitszeit von Lehrern. Und vor allem mit der Freizeit - mir fällt keines ein! Hätte ich also meine Priorität auf viel Freizeit gelegt, hätte ich Lehrer werden müssen! Genau das Gleiche gilt aber auch: Wenn ein Lehrer mit den stressigen Kindern nicht kann, hätte er sich einen anderen Beruf auswählen müssen!

Allerdings vertritt keiner meiner ehemaligen Lehrer/innen, mit denen ich auch heute noch in Kontakt stehe, die Auffassung, der Job sei ja soooo anstrengend… ->und das sind größtenteils Hauptschullehrer/innen!

In diesem Sinne
Liebe Grüße
Guido