Ich weiß, dass „aufwändig“ jetzt wegen „Aufwand“ mit ä geschrieben wird.
Aber wie ist das mit dem Wort „Aufwendungen“. Wird das jetzt auch mit ä geschrieben? Ich denke, nicht, hab es jedenfalls noch nie so gesehen. Aber müßte es doch eigentlich, oder?
„Aufwändig“ kannst du auch noch nach der alten Rechtschreibung schreiben, also „aufwendig“ (genau wie Stängel/Stengel).
Das Wort „Aufwendungen“ kommt von dem Verb „aufwenden“, wird also weiterhin mit „e“ geschrieben.
Im Deutschen gibt es einige Wörter, die nicht ihrem Wortstamm angepasst werden, da dieser nicht mehr wirklich erkennbar ist.
Ein Beispiel dafür ist das Substantiv „Eltern“.
Eigentlich müsste es „Ältern“ (weil es von „alt“ kommt)heißen.
Zugegeben: Das würde auch sch***e aussehen
Ich denke, genau deshalb wird auch „aufwenden“ und „aufwendungen“ weiterhin mit „e“ geschrieben!
Ich denke, genau deshalb wird auch „aufwenden“ und
„aufwendungen“ weiterhin mit „e“ geschrieben!
Ansonsten müßte man ja auch „Ich wände … auf.“, „Er hat … aufgewändet.“, etc. schreiben, was ja nun wirklich bescheuert aussähe, und wobei man sich unwillkürlich fragen müßte, was das denn mit Wänden zu tun haben sollte…
Komisch nur, daß man „aufwändig“ trotzdem so häufig lesen muß, obwohl es doch anscheinend keine Pflicht ist, das so zu schreiben…
(Schlimmer noch ist aber diese unsägliche, sinnentstellende Getrenntschreibung - aber das ist’n anderes Thema.)
Ansonsten müßte man ja auch „Ich wände … auf.“, „Er hat
… aufgewändet.“, etc. schreiben, was ja nun wirklich
bescheuert aussähe, und wobei man sich unwillkürlich fragen
müßte, was das denn mit Wänden zu tun haben sollte…
Stimmt; und das zeigt einmal mehr die entsetzliche Inkompetenz der „Reformer“.
Komisch nur, daß man „aufwändig“ trotzdem so häufig lesen muß,
obwohl es doch anscheinend keine Pflicht ist, das so zu
schreiben…
Wenn du mal genau beobachtest, wie die Leute schreiben, so wirst du merken, daß viele das „dass“ übernommen haben, aber oft andere Wörter, sogar viele andere Wörter mit „ß“ schreiben, wie „beeinflußt“ oder dergl. Nicht die Regeln werden verstanden und übernommen, sondern nur einzelne Wörter. Dadurch wirkt sich die Reform noch verheerender aus als so schon. Die Zahl der (selbst nach neuer Ortho-/Kakographie) falschen Schreibungen ist m.E. enorm gestiegen. Aber einzelne Sachen prägen sich ein. (Vermutlich gerade die schrecklichsten, wie aufwändig…)
(Schlimmer noch ist aber diese unsägliche, sinnentstellende
Getrenntschreibung - aber das ist’n anderes Thema.)
Wie recht du hast! Das führt letztendlich zu solch haarsträubendem Unsinn wie „Maß geblich“ oder ähnlichem (was, s.o., auch nach neuem Recht unter Strafe steht, aber durch die „Reform“ erst entstehen konnte).
Aber Gottseidank scheint sich der ganze Regelungsblödsinn auf ein halbwegs erträgliches Maß einzupendeln.
So, das mußte ich mal wieder loswerden. Ist eben eine Plage, nicht nur mit den Blagen (s.u.)
Ein großer Aufwand, schmählich! ist vertan
Hallo, M!
Um das mal systematisch anzugehen:
Ausgang ist das Verb: wenden.
Dazu tritt das Präfix „auf“ => aufwenden.
Davon wird nur ein erstes Nomen abgeleitet durch das Suffix „-ung“ => die Aufwendung.
Ein zweites Nomen wird gebildet aus dem Wortstamm „aufwend“ => der Aufwand.
Hier tritt das Phänomen auf, dass „wenden“ sowohl ein regelmäßiges Verb: „er wendet, er wendete, er hat gewendet“,
als auch ein unregelmäßiges Verb sein kann: „er wendet, er wandte, er hat gewandt“ sein kann.
Von diesem Nomen „der Aufwand“ wird durch das Anhängen des Suffixes „-ig“ das Adjektiv aufwändig gebildet.
Und dies wird ganz gemäß der Regel ( Kraft => kräftig) mit ä geschrieben.
„aufwendig“ war einfach eine altertümlich Missbildung! Und es wurde Zeit, diese abzuschaffen!
Und dies geschah durch wissende und wohl überlegende Experten! Auch wenn noch so viele Laien sich mokieren!
wird in dem „Rat für Rechtschreibung“ derzeit diskutiert; glaubt man der Buschtrommel, so wird zumindest bei Verbkombinationen wie „sitzenbleiben, stehenlassen, kennenlernen u. ä.“ die Zusammenschreibung wieder zur Regel werden; und bei andern wie „anheim stellen, heilig sprechen, müßig gehen u. ä.“ sowohl getrennt als auch zusammen geschrieben oder zusammengeschrieben werden können.
Diese Unsicherheit bewog Bayern und NRW und auch den Kanton Bern an der endgültigen Einführung der Reform zum 1. August dieses Jahres nicht teilzunehmen.
„Aufwändig“ kannst du auch noch nach der alten Rechtschreibung
schreiben, also „aufwendig“ (genau wie Stängel/Stengel).
Das Wort „Aufwendungen“ kommt von dem Verb „aufwenden“, wird
also weiterhin mit „e“ geschrieben.
Im Deutschen gibt es einige Wörter, die nicht ihrem Wortstamm
angepasst werden, da dieser nicht mehr wirklich erkennbar ist.
Ein Beispiel dafür ist das Substantiv „Eltern“.
Eigentlich müsste es „Ältern“ (weil es von „alt“ kommt)heißen.
Zugegeben: Das würde auch sch***e aussehen
Mist, da hast Du mir jetzt den Wind aus den Segeln genommen!
Ich kannte diese Regel bisher noch nicht, und hätte mich gar zu gern mit den zukünftigen Lehrern meiner Tochter über die neue Rechtschreibung z.B. im Falle von „Mähl“ (stammt bekanntlich von „mahlen“) gestritten.
(Schlimmer noch ist aber diese unsägliche, sinnentstellende
Getrenntschreibung - aber das ist’n anderes Thema.)
Wie recht du hast! Das führt letztendlich zu solch
haarsträubendem Unsinn wie „Maß geblich“ oder ähnlichem (was,
s.o., auch nach neuem Recht unter Strafe steht, aber durch die
„Reform“ erst entstehen konnte).
Gerade eben im ZDF-Videotext (und auch auf der Webseite) gelesen:
„Seit dem Suizid des Vaters kümmert er sich um seinen geistig zurückgebliebenen Bruder Arnie (Leonardo DiCaprio), der neben der schwer gewichtigen Mutter (Darlene Cates), die seit sieben Jahren nicht mehr das Haus verlassen hat, zu den seltsamsten Mitgliedern der Familie zählt.“ (http://www.zdf.de/ZDFde/einzelsendung/12/0,1970,2598…)
Einerseits „schwer gewichtigen“ - brutal in der Mitte durchgesäbelt -, andererseits dann wieder (wie’s sich IMHO gehört) „zurückgebliebenen“. - Ja, watt denn nu…?
Die vom ZDF-Videodienst
wissen es halt nicht richtig, Stefan!
Einerseits „schwer gewichtigen“ - brutal in der Mitte
durchgesäbelt -, andererseits dann wieder (wie’s sich IMHO
gehört) „zurückgebliebenen“. - Ja, watt denn nu…?
Es muss eben richtig heißen: schwergewichtig und zurückgeblieben!
Und zwar nach dieser Regel:
_ Getrennt- und Zusammenschreibung
R40 Für Verbindungen mit einem Adjektiv oder Partizip als zweitem Bestandteil sind die folgenden Fälle zu unterscheiden.
Man schreibt zusammen, wenn gegenüber einer entsprechenden gebräuchlichen Wortgruppe z. B. eine Präposition (ein Verhältniswort) oder ein Artikel eingespart wird á§ 36(1)ñ.
mondbeschienen (= vom Mond beschienen), sagenumwoben (= von Sagen umwoben), herzerquickend (= das Herz erquickend), meterhoch (= einen/mehrere Meter hoch)_
„aufwendig“ war einfach eine altertümlich Missbildung! Und es
wurde Zeit, diese abzuschaffen!
Und dies geschah durch wissende und wohl überlegende Experten!
Auch wenn noch so viele Laien sich mokieren!
Daß die alte Rechtschreibung nicht immer logisch war, wissen wir. Aber es ergibt keinen Sinn, mit der neuen Rechtschreibung einerseits solche Unlogik kaschieren zu wollen und anderseits neue Unlogik zu schaffen. So haben wir beide irgendwann einmal gelernt, „plazieren“ zu schreiben, obwohl es von „Platz“ herrührt und somit „platzieren“ richtig gewesen wäre bzw. heute richtig ist. Haben wir deshalb gemurrt?
Oder soll ich beispielsweise Deine obige Aussage über diese Experten so verstehen, daß sie wohl überlegt haben? Also im Sinne von: Naja, möglicherweise haben sie überlegt, möglicherweise auch nicht.
Du darfst nun darüber rätseln, ob diese Zeilen wohl überlegt sind, wobei ich selbstverständlich nicht Deinen persönlichen, sondern Deinen „orthografischen“ Eindruck meine.
Machen wir uns nichts vor: Die deutsche Sprache war noch nie einfach, doch um eines kamen die Schüler von damals und kommen die Schüler von heute nicht herum: das Lernen! Daran hapert es und weniger daran, wie ein Wort geschrieben wird.
Liebe Grüße
Marco
PS: Ein kleines „Prachtstück“ der neuen Rechtschreibung ist die Begründung des Dudens zu Quentchen/Quäntchen. Wohl dem, der sich dabei etwas denkt. Nicht nur dazu fällt mir ein Satz aus Edith Hallwass’ Buch „Gutes Deutsch in allen Lebenslagen“ ein: „Wenn die Begründung einer Regel noch gewaltsamer konstruiert erscheint als die Regel selbst, dann ist an der Sache etwas faul.“ Das schrieb sie 1967.
Ein zweites Nomen wird gebildet aus dem Wortstamm „aufwend“
=> der Aufwand.
hätte dann nicht die Logik erfordert, ein neues Verb wanden einzuführen? Damit wäre mehr Klarheit geschaffen worden als mit dem Heranschleppen des zufällig entstandenen Nomens Aufwand, das doch ziemlich nutzlos neben der Aufwendung steht.