Hallo,
Habe das nun schon öfter gehört und verfahre selbst auch so,
allerdings würde mich mal interessieren, warum das eigentlich
so ist. Weißt Du da Genaueres?
meine Erkenntnisse habe ich aus der Computerzeitschrift c’t, nicht aus eigenen Erfahrungen.
Zum einen ist es so, daß jeder Rohlingshersteller einen möglichst hohen Wert auf seine Rohlinge schreiben möchte. Ist einfach verkaufsfördernd. Natürlich nicht zu sehr übertreiben, sonst geht gar nichts mehr, aber ein wenig die Toleranz ausnutzen…
Wenn man also eine Stufe langsamer brennt, ist man eher auf der sicheren Seite als andersrum.
Zum zweiten passen die Brenner ihre Laserleistung tatsächlich auf den Rohling an (die Kennung des Rohlings wird aus einem speziellen Bereich vor dem Brennen ausgelesen). Natürlich möchte auch jeder Brennerhersteller eine möglichst hohe Zahl auf seinen Brenner schreiben, also nutzt auch er die Tolerant nach oben aus. Also ist man auch hier auf der sichern Seite, wenn man etwas darunter bleibt.
Beim brennen wird ja tatsächlich ein ‚Loch‘ (genauer: ein nicht reflektierender Bereich) in die Beschichtung des Rohlings geschossen. Wenn man das zu schnell macht, wird der Bereich nur noch ein wenig verändert, nicht mehr zu hundert Prozent. Das bedeutet hinterher beim lesen weniger Kontrast und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für Lesefehler (die Schicht ist ja nicht an jeder Stelle völlig gleich, es gibt immer Toleranzen). Und irgendwann sind es dann so viele Fehler, daß der CD-Leser nicht mehr mag.
Andererseits kann es bei zu starkem Brennen (also zu langsam bei gleichzeitig zu hoher Laserleistung) dazu führen, daß die ‚Löcher‘ zu groß werden, weil der Rand mit ‚angekokelt‘ ist. Und dann kann das dazu führen, daß auch die Nachbarbereiche als Loch erkannt werden, weil der Rest, der noch reflektiert, einfach zu klein geworden ist und zu wenig Laserlicht zurückkommt. Dieser Fall ist bei modernen Brennern aber ziemlich unwahrscheinlich, da die Laserleistung entsprechend der Geschwindigkeit zurückgenommen wird. Man verliert also nichts außer ein wenig Zeit, wenn man zu langsam brennt. Bei älteren Geräten mag das evt. anders sein.
Ein großes Problem ist, daß dem Brenner die Kennung des Rohlings vielleicht unbekannt ist. Leider stehen da nämlich nicht die Daten, sondern nur der herstellercode drauf. Für einen haufen Rohlinge sind die Brennparameter in der Firmware (einem Speicher im Steuerprogramm des Brenners) abgelegt. Aber eben nicht für zukünftige Rohlinge, die es bei Herstellung des Brenners noch gar nicht gab. Das führt bei unbekannten Rohlingen dazu, daß dann Mittelwerte vermutet werden, die aber unter Umständen gar nicht passen und zu Fehlversuchen führen. Ein Update der Firmware kann hier helfen, wird aber grade bei Billigprodukten nicht immer angeboten.
Zusammenfassend: lieber etwas langsamer, dann ist die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiches Brennen höher. Aber auch nicht zu langsam, das bringt dann keine Verbesserung mehr.
Gruß
Axel