Hallo,
spar beim Neubau nicht mit Kabeln und Leerrohren, ist immer noch der beste Hinweis, den man geben kann. Auch im Zeitalter von WLAN hat die kabelgebundene Verbindung immer noch viele Vorteile und nie wieder kannst Du dir diese so einfach und billig zu nutze machen, wie bei einem Neubau.
Daher würde ich heute jedes Privathaus ähnlich wie ein Bürogebäude planen. D.h. es gibt einen zentralen Technikraum. Hierzu eignet sich z.B. der Heizungsraum, ein Besenschrank, der Platz unter der Kellertreppe, … Hier sollten alle „verteilbaren“/rangierbaren Leitungen und Anschlüsse zusammengeführt werden. Dazu zählt das Antennenkabel (Kabelanschluss/Sat-Anlage), das Telefonkabel und üblicherweise in Verbindung mit einem der beiden anderen, der Internetzugang.
Für die Versorgung mit Fernsehsignalen setzt Du einen passenden Verstärker/Multiswitch und siehst sternförmig Kabel in alle Räume vor, die irgendwann mal einen TV-Anschluss bekommen könnten (also Schlafzimmer, Kinderzimmer, Hobbyraum, …) Da Kabel kaum etwas kostet, sollte man hierfür die entsprechenden Leerrohre auch gleich bestücken. Die teuren Dosen kann man sich hingegen zunächst sparen. Blindabdeckungen reichen.
Für Telefonanschlüsse (analog/digital) im Haus bietet sich Cat5e oder höher an, praktischerweise also genau das Kabel, was man auch für die PCs und sonstige zukünftige IP-basierte Geräte (Internetradio/-fernsehen, VoIP, …) nutzen kann. Daher plant man hier großzügig mit mindestens zwei Leitungen in jedes Zimmer. Ein Arbeits- oder Wohnzimmer darf gerne auch mal ein paar mehr haben. Mein Arbeitszimmer hat momentan acht Anschlüsse und ich setze dort trotzdem inzwischen einen dezentralen Switch ein (weil ich zu faul bin Kabel nachzuziehen, Kanal wäre vorhanden). Auch daran denken, dass man ggf. mal die Möbel umstellen will oder sich Nutzungen ändern können. Also auch an Anschlüsse in der gegenüberliegenden Raumecke denken (wichtig z.B. auch, wenn man mal vom Fernseher auf einen Beamer wechseln will).
Bei ebay findest Du günstig Patchfelder und passende Auflegewerkzeuge und Crimpzangen für Cat5 aufwärts. Damit legst Du dann alle ins Haus führenden Leitungen in deinem Technikraum auf und hast ein sauberes Rangierfeld.
Für die Telefone kommt jetzt eine mehr oder weniger große Telefonanlage zum Einsatz, bzw. Du kannst natürlich auch direkt das analoge oder ISDN-Signal auf eine bestimmte Dose patchen. Da die kleinen Anlagen für den Privateinsatz noch selten passende Buchsen haben, behilft man sich mit billigen Patchkabeln, die man in der Mitte durchschneidet, und auf die Klemmen in der Anlage auflegt. Bei analogen Telefonen muss man den TAE-Stecker am mitgelieferten Kabel durch einen Cat5-Stecker ersetzen.
Zur Netzwerkverteilung kommt einfach der Splitter nebst Modem und Router auf ein Regalbrett in die Nähe des Patchfeldes und schon bist Du mit allem perfekt flexibel.
Für die Geschichte mit den Videos vom PC auf dem TV im Wohnzimmer würde ich übrigens keine speziellen Kabel legen. Hierzu lieber einen Streamingclient im Wohnzimmer betreiben, der am LAN angeschlossen wird. Hierzu eignet sich z.B. eine Dreambox oder ein Mediacenter-PC, …
Gruß vom Wiz, der übrigens alle diese Sachen im Einsatz hat und damit sehr zufrieden ist.
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