Audio- und Videoübertragung. Kabel?

Hallo,

ich möchte im Neubau vorsehen, das die Möglichkeit besteht, z.B. Internetradio über die Steroanlage zu hören. Ich habe nur überhaupt keine Ahnung wie man das am Besten verkabelt. Je mehr Leute ich frage, desto verwirrter bin ich.

Das Büro, in welchem auch der Internetrechner samt Router stehen soll ist ca. 25-30 m (Kabellänge) vom Wohnzimmer entfernt, in welchem die Stereoanlage samt Lautsprecher stehen sollen. Ein CAT7-Kabel samt Dose ist über diese Strecke schon geplant und wird in der Wand verlegt.

Welches Kabel muss ich zusätzlich nehmen, wenn ich beispielsweise Internetradio über die Steroanlage hören möchte, oder Vorlesungen als Internetstreams über den Fernseher (direkt neben der Steroanlage) sehen möchte? Von SVHS bis „normales Kabel mit Lüsterklemmen“ habe ich alles schon als Vorschlag gehört :wink: Jetzt hätte ich gerne den Rat der WWW-Experten. Was mich noch interessiert: Ist es möglich dies einigermassen ordentlich über eine Anschlussdose laufen zu lassen? So wie beispielsweise das Antennenkabel in einer Antennendose endet, würde ich gerne einen sauberen Abschluss haben (keine Kabel die einfach aus der Wand kommen).

Welche Grafikkarte und welche Soundkarte würdet Ihr empfehlen?

Vielen Dank vorab!

Gruss

Jürgen

CAT-5 für Gigabyte-Ethernet
Hallo Jürgen,

für mich hört sich das an, also ob ALLES über Ethernet übertragen werden soll. Dann nutz doch dieses Kabel. Ich würde aber empfehlen für Gigabyte-Ethernet taugliches Kabel zu nutzen.

Wg. der Hochfrequenzfähigkeit (besser als nötig, wo 1 GB Daten durchpassen passen 5 MHz Video 20 Mal rein) kann darüber auch analoges Video übertragen werden. Und wg. symmetrischer Leitungen und nutzbarem Schirm ist auch symmetrischer Ton (idealerweise trafosymmetrisch erdfrei) problemlos zu machen.

In manchen Rundfunkhäusern ist der Mischbetrieb des EDV-Netzes für alles mögliche außer Stromversorgung (aber es gibt ja auch Power-Over-Ethernet) gebräuchlich.

Gruß

Stefan

Hallo Jürgen,

für mich hört sich das an, also ob ALLES über Ethernet
übertragen werden soll. Dann nutz doch dieses Kabel. Ich würde
aber empfehlen für Gigabyte-Ethernet taugliches Kabel zu
nutzen.

Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Das Internetkabel geht direkt zum Router. Die andere Verkabelung muss, so denke ich, direkt an die Sound- und Grafikkarte angeschlossen werden.

Gruss

Jürgen

Hallo,

spar beim Neubau nicht mit Kabeln und Leerrohren, ist immer noch der beste Hinweis, den man geben kann. Auch im Zeitalter von WLAN hat die kabelgebundene Verbindung immer noch viele Vorteile und nie wieder kannst Du dir diese so einfach und billig zu nutze machen, wie bei einem Neubau.

Daher würde ich heute jedes Privathaus ähnlich wie ein Bürogebäude planen. D.h. es gibt einen zentralen Technikraum. Hierzu eignet sich z.B. der Heizungsraum, ein Besenschrank, der Platz unter der Kellertreppe, … Hier sollten alle „verteilbaren“/rangierbaren Leitungen und Anschlüsse zusammengeführt werden. Dazu zählt das Antennenkabel (Kabelanschluss/Sat-Anlage), das Telefonkabel und üblicherweise in Verbindung mit einem der beiden anderen, der Internetzugang.

Für die Versorgung mit Fernsehsignalen setzt Du einen passenden Verstärker/Multiswitch und siehst sternförmig Kabel in alle Räume vor, die irgendwann mal einen TV-Anschluss bekommen könnten (also Schlafzimmer, Kinderzimmer, Hobbyraum, …) Da Kabel kaum etwas kostet, sollte man hierfür die entsprechenden Leerrohre auch gleich bestücken. Die teuren Dosen kann man sich hingegen zunächst sparen. Blindabdeckungen reichen.

Für Telefonanschlüsse (analog/digital) im Haus bietet sich Cat5e oder höher an, praktischerweise also genau das Kabel, was man auch für die PCs und sonstige zukünftige IP-basierte Geräte (Internetradio/-fernsehen, VoIP, …) nutzen kann. Daher plant man hier großzügig mit mindestens zwei Leitungen in jedes Zimmer. Ein Arbeits- oder Wohnzimmer darf gerne auch mal ein paar mehr haben. Mein Arbeitszimmer hat momentan acht Anschlüsse und ich setze dort trotzdem inzwischen einen dezentralen Switch ein (weil ich zu faul bin Kabel nachzuziehen, Kanal wäre vorhanden). Auch daran denken, dass man ggf. mal die Möbel umstellen will oder sich Nutzungen ändern können. Also auch an Anschlüsse in der gegenüberliegenden Raumecke denken (wichtig z.B. auch, wenn man mal vom Fernseher auf einen Beamer wechseln will).

Bei ebay findest Du günstig Patchfelder und passende Auflegewerkzeuge und Crimpzangen für Cat5 aufwärts. Damit legst Du dann alle ins Haus führenden Leitungen in deinem Technikraum auf und hast ein sauberes Rangierfeld.

Für die Telefone kommt jetzt eine mehr oder weniger große Telefonanlage zum Einsatz, bzw. Du kannst natürlich auch direkt das analoge oder ISDN-Signal auf eine bestimmte Dose patchen. Da die kleinen Anlagen für den Privateinsatz noch selten passende Buchsen haben, behilft man sich mit billigen Patchkabeln, die man in der Mitte durchschneidet, und auf die Klemmen in der Anlage auflegt. Bei analogen Telefonen muss man den TAE-Stecker am mitgelieferten Kabel durch einen Cat5-Stecker ersetzen.

Zur Netzwerkverteilung kommt einfach der Splitter nebst Modem und Router auf ein Regalbrett in die Nähe des Patchfeldes und schon bist Du mit allem perfekt flexibel.

Für die Geschichte mit den Videos vom PC auf dem TV im Wohnzimmer würde ich übrigens keine speziellen Kabel legen. Hierzu lieber einen Streamingclient im Wohnzimmer betreiben, der am LAN angeschlossen wird. Hierzu eignet sich z.B. eine Dreambox oder ein Mediacenter-PC, …

Gruß vom Wiz, der übrigens alle diese Sachen im Einsatz hat und damit sehr zufrieden ist.

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