Audiokabel Selbstbau?

Hallo Experten,

Ich will ein Gerät über eine Distanz von ca. 10m an einen Vollverstärker anschließen. Jetzt habe ich mir mal eines von diesen üblichen Billig-Doppelcinch-Audiokabeln angeschaut. Das ist ja eigentlich nichts anderes als etwas dickerer Klingeldraht. Kann man das nicht durch irgendwas hochwertigeres ersetzen? Ich habe z.B. noch eine Rolle Twisted-Pair Kabel von der LAN-Verkabelung rumfliegen. Würde es klappen, wenn man einfach für jeden Kanal ein Adernpaar auflegen würde?

Gruß
Stefan

Hallo Experten,

Twisted-Pair Kabel von der LAN-Verkabelung rumfliegen. Würde
es klappen, wenn man einfach für jeden Kanal ein Adernpaar
auflegen würde?

Jou!
Kat5 oder besser eignet sich hervorragend für diesen Zweck. Es ist nicht nur geschirmt (bringt eigentlich wenig), sonder vor allem verdrillt.

Den Schirm kannst Du einseitig auf die Masseleitung legen. Und diese Seite an die Ton-Quelle anschliessen (es sei denn der Verstärker hat PE-Anschluss).

Machs nur bitte nicht so, wie viele altgediente Elektriker. Die nehmen nämlich gerne ein ganzes Paar als Plus und ein anderes Paar als Masse.
=:open_mouth:
Schon mehrmals z.B bei Busverkabelung mit Kat5 gesehen.

MfG

C.

Hi,

und Danke für Deine Antwort.

Den Schirm kannst Du einseitig auf die Masseleitung legen. Und
diese Seite an die Ton-Quelle anschliessen (es sei denn der
Verstärker hat PE-Anschluss).

Gilt hier nicht auch die VDE Vorschrift, dass eine Schirmung immer beidseitig aufgelegt werden muss?

Machs nur bitte nicht so, wie viele altgediente Elektriker.
Die nehmen nämlich gerne ein ganzes Paar als Plus und ein
anderes Paar als Masse.

Hmmm, öhhh… ich wollte eigentlich die Masse auf die Schirmung geben und für Links und Rechts jeweils ein Adernpaar nehmen. Die Symmetrie-Eigenschaften der Verdrillung kann man ja mangels passendem Signal sowieso nicht ausnutzen.

Schon mehrmals z.B bei Busverkabelung mit Kat5 gesehen.

Busverkabelung mit Kat5? Wer macht denn sowas? Und für was?

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

Den Schirm kannst Du einseitig auf die Masseleitung legen. Und
diese Seite an die Ton-Quelle anschliessen (es sei denn der
Verstärker hat PE-Anschluss).

Gilt hier nicht auch die VDE Vorschrift, dass eine Schirmung
immer beidseitig aufgelegt werden muss?

Für Klein-Spannung (

Hi,
ich bin bisher noch nie auf die Idee gekommen, aber jetzt angeregt durch die Nachfrage finde ich die Idee wirklich gut.
Ich weiß nicht wie das Innenleben eines LAN-Kabels aussieht. Wenn ich mir allerdings die Billig-Cinch-Kabel ansehe, erinnern die mich eher an billige Lautsprecherkabel. Ginge das auch? Ich habe nämlich noch reichlich Boxenkabel hier. Anderenfalls hätte ich noch Instrumenten-/Mikrofonkabel.

Danke und Gruß

Kater

Gilt hier nicht auch die VDE Vorschrift, dass eine Schirmung
immer beidseitig aufgelegt werden muss?

Erstens nein. Siehe auch Post von Peter.
Zweitens bei räumlich ausgedehnten Anlagen führt das beidseitige Auflegen des Schirmes dazu, dass über den Schirm Potentialausgleichströme fliessen. Bestenfalls führt das zu mehr Störungen, schlimstenfalls zu Schäden an Leitungen und/oder Geräten.

Schirm soll nur abschirmen. Für den POtentialausgleich sind andere zuständig.

Hmmm, öhhh… ich wollte eigentlich die Masse auf die
Schirmung geben und für Links und Rechts jeweils ein Adernpaar
nehmen. Die Symmetrie-Eigenschaften der Verdrillung kann man
ja mangels passendem Signal sowieso nicht ausnutzen.

Doch. Die Festigkeit der verdrillten Leitung gegenüber magnetischen Einstreungen (die grosse Mehrheit) aller Störungen) ist unabhängig davon, ob die Verbindung symetrisch, oder unsymetrisch ist.

Zweitens würdest Du Dir bei Deiner Version eine fette Übersprechung zwischen den Kanälen einhandeln.

Und drittens ist der Widerstand der Ader deutlich konstanter, als der Widerstand eines Schirmes :smile:

Busverkabelung mit Kat5?

Ja. Wieso?

> Wer macht denn sowas?

(Fast) alle. Kat5 (und Nachfolger) kostet ja kaum mehr, als Y-(st)-Y, ist aber für den Einsatzzweck sehr gut geeignet.

> Und für was?

LON, EIB, RS485, wasweissich. Ist sehr gut für fast alle Feldbussarten, die eine 100-Ohm_Leitung gerne hätten.

MfG

C.

Hi,
ich bin bisher noch nie auf die Idee gekommen, aber jetzt
angeregt durch die Nachfrage finde ich die Idee wirklich gut.
Ich weiß nicht wie das Innenleben eines LAN-Kabels aussieht.

Bei Kat5 sind es vier verdrillte, massive Doppel-Ader, 0,6…0,8 qmm jede, mit gemeinsamen Schirm und Beilauf. Eine Mindestanzahl an Verdrillungen pro Längeneinheit ist einzuhalten. Die Paare sind miteinander auch verdrillt, jedoch relativ sanft.

Bei Kat6 und 7 sind die Einzelpaare selbst auch noch geschirmt und die Verdrillung ist enger.

Wenn ich mir allerdings die Billig-Cinch-Kabel ansehe,
erinnern die mich eher an billige Lautsprecherkabel. Ginge das
auch? Ich habe nämlich noch reichlich Boxenkabel hier.

Die üblichen Boxenkabel sind weder geschirmt, noch verdrillt. Würde davon abraten.

Anderenfalls hätte ich noch Instrumenten-/Mikrofonkabel.

Das ist OK. Nur leider meistens mono :smile:

MfG

C.

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Moin,

Gilt hier nicht auch die VDE Vorschrift, dass eine Schirmung
immer beidseitig aufgelegt werden muss?

Erstens nein. Siehe auch Post von Peter.

Ich vergaß, dass wir von analogen Signalen reden. Mein Fehler.

Doch. Die Festigkeit der verdrillten Leitung gegenüber
magnetischen Einstreungen (die grosse Mehrheit) aller
Störungen) ist unabhängig davon, ob die Verbindung symetrisch,
oder unsymetrisch ist.

Zweitens würdest Du Dir bei Deiner Version eine fette
Übersprechung zwischen den Kanälen einhandeln.

Und drittens ist der Widerstand der Ader deutlich konstanter,
als der Widerstand eines Schirmes :smile:

Nun bin ich endgültig verwirrt! Bitte nochmal für mich kleinen Dummen…

Was ich auflegen wollte ist folgendes:

RCA1 ("links")
 Masse ------------------------------
Signal ------------ \
 \ \ Kabelschirm
 \ ----------------------------
 x======================== Adernpaar 1
 TP-Kabel
 x======================== Adernpaar 2
RCA2 ("rechts") / ---------------------------
 / / Kabelschirm
Signal ------------ /
 Masse -----------------------------/

Habe ich Dich richtig verstanden, dass ich stattdessen von jedem Adernpaar eine Ader auf Masse legen soll? Also so:

RCA1 ("links")
 Masse --------------x---------------
Signal ------------ \ \
 \ \ \ Kabelschirm
 \ \ ----------------------------
 x-----=================== Adernpaar 1
 TP-Kabel
 x-----=================== Adernpaar 2
RCA2 ("rechts") / / ---------------------------
 / / / Kabelschirm
Signal ------------ / /
 Masse --------------x--------------/

LON, EIB, RS485, wasweissich. Ist sehr gut für fast alle
Feldbussarten, die eine 100-Ohm_Leitung gerne hätten.

Autsch. Stimmt - sowas gibt es ja auch noch. Da merkt man, dass der eigene Blickwinkel zu eng ist. Hatte bisher nur mit Büro-LAN-Verkabelungen zu tun.

Gruß
Stefan

Habe ich Dich richtig verstanden, dass ich stattdessen von
jedem Adernpaar eine Ader auf Masse legen soll? Also so:

Genau so. Natürlich von jedem benutzten Adernpaar. Die anderen zwei Paare kannst Du kurz vor dem Stecker irgendwie nichtleitend terminieren. Oder einseitig mit dem Schirm verbinden.

Beipielhafte Belegung wäre:

CD-Seite:

Links:
Mittelpin - Grün
Ring - dazugehöriges Weiss

Rechts:
Mittelpin - Orange
Ring - dazugehöriges Weiss

Restliche Leitungen (falls sie nicht für Triggeraufgaben, andere Kanälle o. Ä. benutzt werden) zusammen mit Schirm auf einen der Ringe (egal, welchen. Sind eh im Player direkt verbunden).

Verstärkerseite:
Links:
Mittelpin - Grün
Ring - dazugehöriges Weiss

Rechts:
Mittelpin - Orange
Ring - dazugehöriges Weiss

Restliche Leitungen sowie Schirm:
vorher gekürzt und die Enden einzeln isoliert.

Vorsicht: die massiven Leiter eines Kat5-Kabels sind einzeln nicht besonders mechanisch belastbar und brechen in der Nähe des Steckers gerne ab. Also bitte für Biege- und Zugentlastung sorgen und fertige Leitung nicht durch häufige Bewegung belasten.

Beim häufigen Umstecken ist Litze (wie bei Patchleitungen) den massiven Leitern vorzuziehen.

Viel Erfolg!

MfG

C.

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Die üblichen Boxenkabel sind weder geschirmt, noch verdrillt.
Würde davon abraten.

Hi,
danke für die Info. Sind diese normalen dünnen zweiadrigen Cinchkabel denn geschirmt und verdrillt?

Gruß

Kater

Sind diese normalen dünnen zweiadrigen
Cinchkabel denn geschirmt und verdrillt?

Die Cinchleitungen sind üblicherweise koaxial aufgebaut. Die äussere Lage ist dann gleichzeitig Schirm, Masseleitung und Potentialausgleich in einem.

Bei üblichen Audioanwendungen (Grössenordnung 1…2 m, häusliche Umgebung, lo- bis mittlere hi-fi) ist das auch absolut ausreichend.

MfG

C.

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Die Cinchleitungen sind üblicherweise koaxial aufgebaut. Die
äussere Lage ist dann gleichzeitig Schirm, Masseleitung und
Potentialausgleich in einem.

Hi,
ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von Kabeln, aber Coax-Kabel kenne ich nur als Antennenkabel, oder war das alte Telefonkabel nicht auch ein Coax-Kabel?
Mal für Laien: Welches preisgünstige und nicht allzu dicke Kabel aus dem Baumarkt könnte man denn sinnvollerweise verwenden? Denn das billige normale Cinch-Kabel scheint ja nicht die schlechteste Lösung zu sein, jedenfalls anscheinend sogar besser als manches teurere oder dickere Kabel.

Danke und Gruß

Kater

Hi,

Genau so. Natürlich von jedem benutzten Adernpaar. Die anderen
zwei Paare kannst Du kurz vor dem Stecker irgendwie
nichtleitend terminieren. Oder einseitig mit dem Schirm
verbinden.

Alles klar. Jetzt habe ich’s verstanden.

Nur noch eine letzte Frage: wie sieht das eigentlich mit der Impedanz aus? Welche I. hat das „Original“-Audiokabel? Oder spielt das im NF Bereich keine Rolle?

Vorsicht: die massiven Leiter eines Kat5-Kabels sind einzeln
nicht besonders mechanisch belastbar und brechen in der Nähe
des Steckers gerne ab. Also bitte für Biege- und Zugentlastung
sorgen und fertige Leitung nicht durch häufige Bewegung
belasten.

Beim häufigen Umstecken ist Litze (wie bei Patchleitungen) den
massiven Leitern vorzuziehen.

Wenn, dann sowieso Litzenkabel. Auch wenn ich davon nicht ganz soviel auf Lager habe wie von Verlegekabel.

Viel Erfolg!

Danke Dir!

Gruß
Stefan

Nur noch eine letzte Frage: wie sieht das eigentlich mit der
Impedanz aus? Welche I. hat das „Original“-Audiokabel?

Verschieden und bei billigen Kabeln auch noch schwankend. Ich würde schätzen irgendetwas zwischen 50 und 400.

>Oder

spielt das im NF Bereich keine Rolle?

Entgegen anderslautenden Meinungen einiger Herrsteller von überteuerten Leitungen ist die Impedanz einer Leitung erst dann wirksam, wenn die Leitungslänge in der gleichen Grössenordung ist, wie die höchste übertragene Wellenläge.

Im akustischen Bereich (bis 30 kHz -seien wir grosszügig :smile: wären das einige Kilometer.

Mit anderen Worten: bei NF-Geräteverbindungen ist die Impedanz der Leitung bei handelsüblichen Werten Schnurz :smile:

MfG

C.

ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von Kabeln, aber
Coax-Kabel kenne ich nur als Antennenkabel, oder war das alte
Telefonkabel nicht auch ein Coax-Kabel?

Telefonkabel sind üblicherweise in der Bauform Y-(st)-Y verlegt, also mehradrige, massive, leicht verdrillte Leitung.

Wenn Du eine bilige Cinch-Strippe durchschneidest, wirst Du einen ähnlichen Aufbau, wie bei Antennenleitungen finden - eine isolierte Seele, von einem gewickelten Schirm umgeben. Daher kann man aushilfsweise auch Videosignale über kurze Strecken über eine übliche Cinch-Leitung mit leichten Qualitätseinbussen übertragen.

Durch ein definiertes Verhältnis von Durchmesser des Innenleiters zum Schirm erhält die Antennenleitung ihre geforderte Impedanz.

Mal für Laien: Welches preisgünstige und nicht allzu dicke
Kabel aus dem Baumarkt könnte man denn sinnvollerweise
verwenden? Denn das billige normale Cinch-Kabel scheint ja
nicht die schlechteste Lösung zu sein, jedenfalls anscheinend
sogar besser als manches teurere oder dickere Kabel.

Das kommt darauf an: auf die Entferung (und ggf. die Impedanz der Quelle) und auf Deinen Qualitätsanspruch. Definiere beide, dann wird sich etwas finden lassen :smile:

MfG

C.

Das kommt darauf an: auf die Entferung (und ggf. die Impedanz
der Quelle) und auf Deinen Qualitätsanspruch. Definiere beide,
dann wird sich etwas finden lassen :smile:

Mir persönlich geht es eigentlich nur darum ein Signal sauber vom CD-Player zum Mischpult zu übertragen bzw. vom Mischpult zum Verstärker und das über eine Länge von 1 bis maximal 3 Metern. Ich glaube aber kaum, dass man da im Baumarkt oder auch in vielen Fachgeschäften eine brauchbare Information bekommen würde.

Gruß

Kater

Mir persönlich geht es eigentlich nur darum ein Signal sauber
vom CD-Player zum Mischpult zu übertragen bzw. vom Mischpult
zum Verstärker und das über eine Länge von 1 bis maximal 3
Metern. Ich glaube aber kaum, dass man da im Baumarkt oder
auch in vielen Fachgeschäften eine brauchbare Information
bekommen würde.

Solange Du keine gesteigerten High-End-Ansprüche an die Anlage stellst, sind für diese Anwendung handelsübliche Cinch-Stripen absolut ausreichend. Sie kosten so wenig und sind so überall (sogar in Supermärkten) zu bekommen, so dass Selbstbau in diesem Fall wenig sinnvoll erscheint.

Die Leitungen gibt es auch fertigkonfektioniert Cinch-Klinke, falls Mischpult keine Cinch-Ein- und Ausgänge bereitstellt.

Ansonsten jegliche Leitungen und Stecker kann man recht preiswert bei Reichelt (www.reichelt.de) bekommen.

Wie gesagt, bei 1…3 m lohnt der Selbstabau nur bei ganz ausgefallenen Anforderungen :wink:

MfG

C.

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