...auf daß er sich schätzen ließe

Hi

das waren viele Neuigkeiten weiter unten zu den „Hl. Drei Königen“.
Ich hätte weitere Fragen zum Umfeld der Geschichte.

  1. Gab es eine Volkszählung unter Augustus?
  2. Galt sie für das gesamte röm. Reich oder nur für die Provinz Judäa?
  3. Machte es Sinn für die Römer die Menschen zur Zählung in die Stadt
    der Väter reisen zu lassen?
  4. Wenn nein, wohnten dann die Eltern von Jesus in Bethlehem und nicht
    in Nazareth?

Gruß
Wolfgang

Hallo, Wolfgang,

  1. Gab es eine Volkszählung unter Augustus?

Ja, allerdings war es keine Volkszählung im heutigen Sinne sondern eine Feststellung der Steuerpflichtigen.

  1. Galt sie für das gesamte röm. Reich oder nur für die
    Provinz Judäa?

Die Steuerhebung galt für das gesamte römische Reich.

  1. Machte es Sinn für die Römer die Menschen zur Zählung in
    die Stadt der Väter reisen zu lassen?
  2. Wenn nein, wohnten dann die Eltern von Jesus in Bethlehem
    und nicht in Nazareth?

Das hing mit der Art der Organisation in Judäa zusammen. Joseph war ein Nachkomme Davids und Bethlehem ist die Stadt Davids. Offenbar mußte man sich dort einfinden, wo die Sippe beheimatet war.
Gruß Eckard.

Hallo Eckard.
Danke für den Hinweis auf die Steuerpflicht.

Ja, allerdings war es keine Volkszählung im heutigen Sinne
sondern eine Feststellung der Steuerpflichtigen.

Das hing mit der Art der Organisation in Judäa zusammen.
Joseph war ein Nachkomme Davids und Bethlehem ist die Stadt
Davids. Offenbar mußte man sich dort einfinden, wo die Sippe
beheimatet war.

Steuern hat man aber doch immer am Wohnort bezahlt. Wäre also unsinnig sich
deshalb an einem anderen Ort zählen zu lassen. Außerdem muß das doch eine immense
Reisetätigkeit hin und her ausgelöst haben. Eigentlich für die Römer
wiertschaftlich unsinnig.

Gruß
Wolfgang

Steuern hat man aber doch immer am Wohnort bezahlt. Wäre also
unsinnig sich deshalb an einem anderen Ort zählen zu lassen.
Außerdem muß das doch eine immense Reisetätigkeit hin und her
ausgelöst haben. Eigentlich für die Römer wirtschaftlich unsinnig.

Hallo, Wolfgang.
meines Erachtens geht aus dem Text nur der Anlaß zu Josefs Reise hervor, nicht der Grund dafür. Wenn wir annehmen, dass Josef ein nicht allzu vermögender Handwerker war, der in Nazareth als einzelner veranlagt worden wäre, wäre ein möglicher Grund gewesen, sich zur Verwandschaft zu gesellen, um sich dort gemeinsam veranlagen zu lassen, vielleicht als Abhängiger eines großen Haushaltes. Das hätte Steuern sparen helfen.

Aber es ist natürlich auch möglich, dass die Römer nicht die Einzelpersonen, sondern die Sippen zur Steuer veranlagten, da sich an Hand der Personenzahl vielleicht eine Art Kopfsteuer festmachen ließ.
Aber das sind natürlich nur Vermutungen, die sich aus dem kurzen Text bei Lukas allein sicher nicht ganz schlüssig beweisen lassen.

_# [2.1] Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.

[2.2] Und diese Schätzung* war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.

[2.3] Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

[2.4] Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,

[2.5] damit er sich schätzen ließe mit Maria, …_

Mehr über die römischen Steuern zur Zeit Jesu kannst Du hier nachlesen: http://www.joerg-sieger.de/einleit/nt/01gesch/nt18.h…
Diese Seite ist überhaupt recht interessant, weil sie viel Hintergrund bietet, der sich vor allem auf Lebensart und Umstände dieser Zeit bezieht.

Grüße
Eckard.