- Klasse Grundschule
Hallo Christian,
Ach ich dachte immer bei Insolvenzen werden Insolvenzverwalter
eingesetzt, die sich um die maroden Betriebe kümmern? Das das
alles von den Banken gemacht wir, war mir neu:
Der Insolvenzverwalter kommt, wenn es meist schon zu spät ist.
Bevor Kinowelt Insolvenz anmeldete, haben die Banken schon ein
halbes Jahr zusammen gesessen. Daher auch das Unverständis
über das Verhalten der ABN Amro.
… und sich „mächtig angestrengt“ die ganze Sache zu richten?
Das einzige was ich aus meiner persönlichen Erfahrung zu diesem Thema sagen kann:
1.) hinterher haben es alle Banken sowieso besser gewußt!
2.) hat in der Insolvenzphase jede Bank versucht über das Ausüben von Druck auf die Mitarbeiter das meiste von ihrem Kredit zu sichern - egal wie, weil
3.) jeder Bänker Angst hatte, seinen Vorständen in Frankfurt beichten zu müssen, daß die Kohle (2-stellige Millionen DM-Kredite) mehrheitlich den Bach runtergeht.
Von Anstrengung im Vorfeld war damals innerhalb der Firma aber auch gar nix zu bemerken! (Firmenumsatz mit dem die Firma damals abgeschmiert ist: 150 Mio Euro).
Ach und was ist mit den Mitarbeitern der an die Wand
gefahrenen Betrieben? Die kriegen von den Banken ohne Job
massenhaft Geld nachgeworfen und nicht gleich die Dispos
gestrichen?
Kann ich nicht sagen, ich bin im Firmenkreditbereich. Ich weiß
nur, daß wir seid einem Jahr rumeiern, um einen Laden vor der
Pleite zu retten. Und das, obwohl der Kredit schon komplett
abgeschrieben ist, was meist das Ende bedeutet. Aufgelöste
Wertberichtungen sind aber aus meiner Sicht das am leichtesten
verdiente Geld, daher bleibe ich trotzdem dran, obwohl es
wirtschaftlich seit dem 31.12.2001 keinen mehr interessiert.
Und siehe da, gestern konnten wir schon rund 25 TEuro
Wertberichtigung wieder auflösen.
Ich fang gleich das Heulen an über Deine Treue - oder soll ich mit dem Hut rumgehen? Oder ist das einfach nur kaufmännische Gebahren, daß man nie aufgeben soll; getreu de alten Hanse-Spruch:
Geld verschwindet nicht, es wechselt nur den Besitzer
Ach und wer ist den gegen Kreditausfall versichert und nach
hinten durch einen Einlagensicherungsfond abgesichert? Welcher
klein- und mittelständige Unternehmer ist schon so gut
abgefedert?
Der Einlagensicherungsfonds sichert die Kunden einer Bank ab,
und nicht die Bank. Ob es bei uns eine Kreditversicherung
gibt, weiß ich nicht.
Na wenn ihr keine Kreditversicherung habt, was seid Ihr dann bloß für einen Bank? Frag mal in Deiner Rechnungsabteilung/Finanzabteilung nach!
Die Kreditversicherer, mit denen Banken zusamenarbeiten
(Hermes usw.) betreffen nur Auslandskredite.
Die meinte ich auch nicht, sondern die Versicherungen, die ausgefallenen Forderungen versichern im Inland.
Kreditversicherungen, wie Du sie evtl. meinst, versichern
Handelsforderungen der Unternehmen untereinander (Unternehmen
hier mal ungleich KI).
Um genau solche geht es. Und die habt ihr mit 100% Sicherheit auch.
Ach, wer produziert denn das Geld? Die Banken oder die
produzierenden Wirtschaft?
Au backe, ich dachte Du bist Wirtschaftsingenieur. Schon mal
was von Geldschöpfung gehört? Ohne Banken gäbe es nur
Zentralbankgeld, das wäre dann doch ein bißchen wenig.
Wie war das doch gleich mit der Henne und dem Ei? Wer braucht wen? Die Wirtschaft die Banken? So habe ich Deine Stellungnahme aufgefasst! Antwort hast Du richtigerweise unten selbst gegeben.
Und kommen wir doch gleich zur entscheidenen Frage: Braucht
die produzierenden Wirtschaft die Dienstleistung? Oder die
Henne das Ei?
Jeder braucht einander. Genau deswegen wehre ich mich gegen
den Vorwurf, daß Banken unproduktiv seien.
Banken sind Dienstleister, ergo unproduktiv. Oder siehst Du „Finanzprodukte“ als reale Produkte wie Socken, Waschmittel oder Computer an?
Klar, dort wurden Kredit und Kredit und Kredite von macht- und
reichtumsgeilen Bänker an macht- und reichtumsgeile Kunden
abgegeben, damit man möglichst viel Verdiehen/kaufen kann
(asiatische Immobilienblase). Nur mit der Rückzahlung hat es
dann nicht so richtig funktioniert.
Genau. Und jetzt wollen/können die Banken keine Kredite mehr
vergeben, und siehe da: Eine Volkswirtschaft liegt am Boden.
Ne, jetzt ist einfach die Kohle verfeuert, im warsten Sinne des Wortes! Wenn Du beim Roulett keine Kohle mehr hast um zu setzen (= investieren) und Du Dir somit die Chance auf neue Einnahmen genommen hast, ist einfach sense; Punkt.
Diese Art von überhitzter Wirtschaft gibt es genug; siehe Immobilienbereich, siehe Aktienbereich, siehe Handybereich, siehe …
Siehe hierzu für Deutschland: Schneider, Flow Tex und andere
Nana, Schneider, ja, Flowtex wohl eher weniger.
Schneider war der Beste Gauner aller Zeiten, da er den Banken ihre eigene Beschränktheit gezeigt hat. Wer einen Bauplan mit der doppelten der gezeichneten Fläche verkaufen kann, der kann mit Fug und Recht behaupten, das er die andere Seite ganz schön gelinkt hat.
Was Schmider und Konsorten angeht, hat das echte Züge vom Hase und Igel-Spiel. Da steckt mehr dahinter als pure Berechnung.
btw: Wer hatte und hat bei den obigen 2 Beispielen das
Nachsehen? Die Banken? Die Handwerker! Die armen Arschlöcher,
die wieder mal von der Konkursmasse nix abgekriegt haben!
Werden die jetzt von den Banken mit „güstigen“ Krediten
gestützt?
Komisch, mir war so, als wenn Peanuts genau der Begriff dafür
war, was die Deutsche Bank seinerzeit aus der Portokasse an
die Handwerker bezahlt hat. In meinem aktuellen Fall, haben
wir auf Geld verzichtet, um die Handwerker abfinden zu können.
Wer kein Geld von uns bekommen wird, sind die Vorstönde, die
den Karren in den Dreck gefahren haben, und fröhlich auf
unsere Kosten auf eine Weise expandierten, die wir ihnen im
Kreditvertrag untersagt hatten.
Lassen wir es dabei, daß ich 3 Firmen kenne, die mit 25 TEuro, 45 TEuro und 60 TEuro Verlust aus der Sache rausgegangen sind. Waren wohl nicht alle so generös wie Deine Bank.
Volkswirtschaft ist doch auch ein Teil des Studiums zum
Wirtschaftsingenieur. Den Eindruck, als ob da so wirklich viel
hängen geblieben wäre, machst Du irgendwie nicht.
Komplimente dieser Art von fachlich Unbeleckten mag ich nur wie folgt kommentieren:
Bezeichnende private Äußerungen über seine Diskussionspartner abzugeben sind sowas von unterste Schublade, das hat man mir schon in der 1. Klasse Grundschule beigebracht!!!
Leider scheints Du immer dann zu Beleidigungen zu greifen, wenn Dir Deine Argumente ausgehen. Kein sehr schöner Zug!
Und der Grund, warum ich mich über den Quatsch so aufrege, ist
diese ständige Pauschalsierung und Kultivierung von
Feindbildern. Banken, Lehrer, Beamte im allgemeinen, alles
Verbrecher.
Na vielleicht ist an „Volkesmeinung“ doch noch was dran. Da würde ich mich mal mit Diskussionen versuchen und nicht mit enensolchen stereotypen Äußerungen, die Du offensichtlich an anderen nicht schätzt.
Gruß Klaus
P.S.: Note für Volkswirtschaftslehre im Studium: 2,4 (für alle die es interessiert)