Auf den Bruder aufpassen

Hallo Andreas,

du erwartest also, dass der Grosse den Kleinen der gar nicht weg will, am Arm packt und wegzieht. da dieser nicht will wird er wohl mit rumbrüllen beginnen und so wird auch die Aufmerksamkeit von der rabiaten Lady erweckt.
Im Endeffekt soll sich der grosse also wegendes Kleinen im Extremfall verprügeln lassen?

Erwarestu du nicht ein bischen viel?

Eignetlich hat er nämlich völlig Recht!
Er ist nicht die zuständige Aufsichtspersonen.

Gruss Ivo

1 „Gefällt mir“

Hi,

Der Große macht nichts, die Mutter macht nichts

hier liegt doch wohl eher das Problem begraben, meinst du nicht. Du und die Mutter, ihr tut nichts. Der Bruder hat erstmal keinerlei Verantwortung oder Aufsichtspflicht gegenüber seinem kleineren Bruder. Wenn du verhindert bist, muss die Mutter ran und umgekehrt. Den großen Bruder könnt ihr höchstens nett bitten.

Gruß
Cess

1 „Gefällt mir“

Hallo Andreas,

Mein Sohn (fast 12) weigert sich beharrlich, auf seinen Bruder
(grade 7 Jahre alt geworden) beim Spielen draußen aufzupassen.

Ich habe selbst einen Bruder, der knapp 5 Jahre jünger ist als ich. Da meine Eltern beide Vollzeit berufstätig waren (was ich völlig okay fand und noch finde), musste ich auch oft auf den Kleinen aufpassen. Zuhause war das auch wirklich in Ordnung, aber den Zwerg dann noch mitschleppen zu müssen, wenn die Eltern da sind, das war dann schon oft nervig. Stell dir doch mal vor: Du willst baden gehen. Dein Bruder soll mitkommen. Du willst das nicht, er will das nicht, aber es muss eben sein. Es ist einfach PEINLICH (und störend dazu), mit 12 einen kleinen „Nervzwerg“ im Schlepptau zu haben.

Es soll ja nicht ständig um ihn herumlaufen, aber wenn er
merkt, dass es brenzlig wird, soll er schon reagieren.

Ja, dazu muss der Kleine aber immer dabei sein.

Das
lehnt er kategorisch ab, er meint, er ist nur für sich
verantwortlich, sein Bruder sei ihm egal, und die Eltern
müssen selbst auf den Kleinen aufpassen.

Ist ja auch so. Klar, man ist eine Familie, die natürlich zusammen halten sollte, aber wenn ihr Eltern eigentlich Zeit hättet und der Große trotzdem als Babysitter herhalten soll, dann ist das nicht in Ordnung. Der Junge braucht auch mal Zeit für sich bzw. allein mit seinen Freunden.

Eine recht egoistische Einstellung.

Ja, finde ich auch. Es ist wirklich egoistisch von den Eltern, den Großen immer als Babysitter einzusetzen.

Ich finde, mit fast 12
Jahren kann man auch Verantwortung übernehmen.

Ja, in erster Linie für sich selbst, ab und an auch mal für die jüngeren Geschwister. Ich denke, wenn das kein Dauerzustand mehr ist, wird er sicher gelegentlich auf den Kleinen aufpassen, vielleicht im Tausch gegen gewisse „Vorrechte“ als Großer.

Wie ist
Ihre/eure Meinung ?

Tja, die hast du nun bekommen. Ich glaube aber nicht, dass sie dir sonderlich gefällt.
In erster Linie musst du mit deiner Frau klären, welche gemeinsame Linie ihr verfolgen wollt. In deinem Beispiel hast du da einen schönen Einblick gegeben, genau so sollte es nicht laufen.
Euer Kleiner scheint auch nicht viel Wert auf den brüderlichen Schutz zu legen. Wenn der Große aufpassen soll, dann mach dem Kleinen klar, dass er auf den Großen hören muss. Eigentlich sollte ein Kind mit 7 Jahren aber in der Lage sein, mal eine Stunde oder zwei draußen zu spielen, ohne dass es ständig überwacht wird. Wenn er sich beim ersten mal nicht von der Vierzehnjährigen fernhält, beim zweiten mal tut er es sicher (wenn der Große dann nämlich nicht mehr den Kopf für ihn hinhalten muss). Wahrscheinlicher ist ohnehin, dass er ohne den Großen mit seinen etwa gleichaltrigen Freunden spielt. Gib also dem Großen mal etwas Freiraum und trau dem Kleinen dafür auch mal was zu.

Viele Grüße, Heike (die selbst große Schwester ist und auch 2 Kinder hat)

Konkretes Vorbild
Hiho,

Der Große macht nichts, die Mutter macht nichts

„Schimpfe niemals über Kinder, schau Dir nur die Eltern an“, heißt es in einem Sprichwort.

Wenn die Mutter nichts macht - in dieser und in anderen Situationen - wie soll er Große dann lernen, Verantwortung zu übernehmen?

Ihr könnt Ihn nicht überreden, daß er sich für den Kleinen verantwortlich fühlen soll. Ihr könnt es ihm nur vorleben - und zwar beide Elternteile. Tut ihr das nicht, wird der Große seine Einstellung auch nicht ändern.

Liebe Grüße,
Nike

3 „Gefällt mir“