Hi!
Mein Vater hatte Heilig Abend eine scheinbar logische Erklärung für die Entstehung dieses Spruches, aber ich möchte da noch ein paar andere Meinungen einholen.
Danke im voraus! Marcus
Hi!
Mein Vater hatte Heilig Abend eine scheinbar logische Erklärung für die Entstehung dieses Spruches, aber ich möchte da noch ein paar andere Meinungen einholen.
Danke im voraus! Marcus
Hi! Marcus!
Es gibt da mehrere Erklärungen. Wenn du magst, kann ich den ganzen Abschitt aus dem Röhrich zitieren.
Die zwei gängigsten sind:
Vom Pferd auf den Esel, von Esel auf dem Hund kommen. Also der Abstieg vom Pferdewagen über den Eselskarren auf das Hundefuhrwerk. Ein Händler, der diesen Abstieg mitmachte, war ganz unten, eben beim Hund, angekommen.
Die andere gibt an, dass auf dem Boden von Geldtruhen eine Hund gemalt war und zwar zur Abschreckung. Wie so ein Hund, den man ja nicht sehen konnte, abschrecken sollte, ist mir ein Rätsel. Das nur nebenbei! Wenn nun der Geldtruhenbesitzer den Hund sehen konnte, war die Truhe leer, er war pleite und auf den Hund gekommen.
Ich finde beide recht nett. 
Gruß Fritz
Hallo !
Wie man sagt ‚Vom Pferd auf den Esel kommen‘, so auch Auf den Hund kommen: herunterkommen, in schlechte Verhältnisse geraten, wobei die Tierrangfolge noch weiter nach unten fortgesetzt - vom Pferde- zum Esel- und schließlich zum Hundefuhrwerk - oder der Hund einfach als etwas Verächtliches im Vergleich zum Menschen gebraucht ist. Im Jahre 1664 riefen die siegreichen deutschen Soldaten dem bei St. Gotthard an der Raab geschlagenen Türken zu: »Komst aufn Hund und nit aufn Gaul!«, und in einem neueren Volkslied,1867 auf den unglücklichen Habsburger Maximilian in Mexiko gedichtet, heißt es:
Von dem Tag an und der Stunde
War der Kaiser auf dem Hunde.
Eine Erklärung liefert P. Abl. Er weist darauf hin, daß in früherer Zeit zur Abschreckung von Dieben am Boden größerer Geldkassetten ein bissiger Hund abgebildet war (entsprechende Beispiele sind vor allem noch in Österreich anzutreffen).
In anderen Berichten ist dagegen die Rede von städtischen Geldtruhen, die einen ähnlich Bilderschmuck am Boden aufwiesen und eher als Mahnung zur Sparsamkeit zu verstehen waren, denn wer zu schnell auf den Hund (den Boden) kam, hatte alles andere als sparsam gewirtschaftet: er hatte kein Geld mehr, war am Ende. E. Zeller berichtet in ihrem Roman ‚Lampenfieber‘ (1974) von einer Truhe in einem pommerschen Dorf, auf deren Boden ein Hund gemalt war: wenn die Truhe keine Vorräte mehr barg, war man ‚auf den Hund gekommen‘.
S. Colditz wiederum führt die Bezeichnung für einen verarmten Menschen auf die Tatsache zurück, daß verarmte Bauern früher anstatt eines Pferdes einen Hund als Zugtier benutzten. In diesem Sinne kann man auch sagen: ‚Vom Pferd auf den Esel, vom Esel auf den Hund, vom Hund auf den Bettelsack kommen‘, d.h., völlig verarmen, sozial immer weiter absteigen.
Auf die Bedeutung der Verarmung bezieht sich auch eine Erklärung von P. Abl im Zusammenhang mit dem Sprichwort: ‚Kommste übern Hund, so kommste übern Schwanz‘, das meist ermunternd gebraucht wird im Sinne von: wenn du dies bewältigst, schaffst du auch das Ganze. Sie ist vorwiegend im norddeutschen Raum geläufig, obwohl der Ursprung in einem Würfelspiel zu suchen ist, das im 15. Jahrhundert auch in Wien bekannt war und bereits von den alten Römern gespielt wurde. Die Spieler benutzten dabei 4 Astralagi (= Knochenstücke aus der Fußwurzel von Schaf oder Ziege). Diese hatten vier Flächen mit je 1,3,4,6 Augen. Als schlechtesten Wurf bezeichnete man den sogenannten ‚Hundswurf‘ (canis benannt nach dem Sternbild des Hundes), d.h., wenn alle vier Astralagi die Einerseite (die Seite mit dem Hund) zeigten. Wer einen ‚canis‘ geworfen hatte, verlor seinen ganzen Einsatz. Bei manchen Spielen galt auch der Wurf von vier Sechsern als verloren. Zum Trost hatte man ein Sprüchlein: ‚Komme ich über den Hund (= über die Vier), so komme ich auch über den Schwanz‘ (= über die Siebenzahl des großen Hundes - gemeint sind die drei neben dem eigentlichen Sternbild stehenden Sterne). Der Prediger Johann von Capistran wandte das Wortspiel auf jene an, die zügelloser Spielwut frönten und dadurch Hab und Gut verloren.
(Völlig) auf dem Hund sein: gesundheitlich am Ende, sich ausgemergelt und am Ende der Kräfte fühlen.
Die scherzhafte Frage: ‚Seid ihr auch auf den Hund gekommen?‘ meint heute mitunter: Habt ihr euch auch einen Hund ‚angeschafft‘?
Aus der verächtlichen Bedeutung, die an dem Hunde haftet, erklären sich die vielen geringschätzigen Zusammensetzungen wie Hundsgemein, Hunde
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Hund, S. 3 ff.Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 2990 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 756 ff.) © Verlag Herder]
Gruß Max
Hallo Marcus,
neben den von Max und Fritz genannten Erklärungen kenn ich noch eine.
Wenn ein Pferd oder ein Zugochse nicht mehr konnte und geschlachtet wurde, war das Fleisch so zäh, daß es selbst für die Suppe nichts mehr taugte. Das Fleisch wurde an die Hunde verfüttert und das Pferd (der Ochs) ist eben vor die Hunde bzw. auf den Hund gekommen.
Gandalf