Auf den Spuren der Alchemisten

Hallo,

wenn ich mich recht erinnere hat einer meiner Professoren mal erwähnt, dass es theoretisch möglich ist, alle Stoffe und Elemte
künstlich im Labor herzustellen (also auch Gold). Der Nachteil liegt darin, dass die Kosten bei der Herstellung den Wert bei weitem übertreffen würden. Im Internet oder in Büchern habe ich diesbezüglich nichts gefunden, was mich weiterbringen könnte. Oder habe ich mich einfach nur verhört???

Bis denne, Jahangir

wenn ich mich recht erinnere hat einer meiner Professoren mal
erwähnt, dass es theoretisch möglich ist, alle Stoffe und
Elemte
künstlich im Labor herzustellen (also auch Gold).

Wenn man Gold herzustellen versucht, müßte man doch den Atomkern verändern!! Ich glaub nicht, daß das so leicht geht!

Im Prinzip ist dies kein Problem, wenn man die richtigen Gerätschaften hat. So wie man die Atome in den verschiedenen Elementen „sprengen“ kann (aus Plutonium entsteht durch Kernzerfall irgendwann mal Blei), kann man natürlich auch zwei Elemente „zusammenkleben“ (Kernfusion nennt man das, wobei die Allgemeinheit hier nur an das Nachmachen der Prozesse auf der Sonne versteht). Dieses „Zusammenkleben“ von Elementen macht aber gewisse Probleme. Hoher Energieaufwand, Radioaktivität und meist neue instabile Elemente/Isotope. Die Herstellung von Gold ist deshalb vollkommen unrentabel und auch gefährlich (radiaktive Isotope von Gold entstehen dadurch; chemisch gibt es aber keinen Unterschied zum „normalen“ Gold).

Eher lohnt es sich aus Graphit Diamanten herzustellen. Erst kürzlich wurde im SPIEGEL darüber berichtet. Russische Forscher haben es geschafft Schmuckbrillanten herzustellen, die nur Spezialisten mit leistungsfähigen Mikroskopen vom Naturstein unterscheiden können. Diese Umwandlung ist aber ein reiner physikalischer Effekt, keine chemische Umwandlung.

Ich hoffe es so einfach als möglich erklärt zu haben. Profis mögen mir verzeihen, daß ich hier mich so ausdrückte.

Schau mal bei http://www.chemie.de bzw. http://www.physik.de mal rein. Dort müßten Erklärungen, die wissenschaftlich genauer sind, vorhanden sein. Diesen Themenbereich lernt man als Naturwissenschaftler spätestens im Grundstudium von Physik und Chemie.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Oliver,

Wenn man Gold herzustellen versucht, müßte man doch den
Atomkern verändern!! Ich glaub nicht, daß das so leicht geht!

doch, das geht schon. Klaus hat das in seiner obenstehenden Nachricht ganz gut ausgeführt.

Zugegeben, es ist nicht sonderlich sinnvoll, Kernprozesse zur Herstellung von Gold zu verwenden. Allerdings ist das „zusammenwerfen“ verschiedener Atomkerne das einzig mögliche Verfahren, um superschwere mit 100 und mehr Protonen zur erzeugen. Diese Elemente kommen wegen ihrer kurzen Lebensdauer in der Natur nicht vor, aber die Untersuchung lohnt sich prinzipiell, um etwas über die Kräft IM Atomkern zu lernen. Solche Experimente werden u.a. an der GSI in Darmstadt durchgeführt, die auf diese Weise schon die Element 110, 112 und wenn ich nicht irre auch 114 „hergestellt“ haben.

Ciao,

Markus

Hi Oliver,

Wenn man Gold herzustellen versucht, müßte man doch den
Atomkern verändern!! Ich glaub nicht, daß das so leicht geht!

doch, das geht schon.

Ich hab ja nicht gesagt, daß es NICHT geht, ich meinte nur, daß es andere kostspielige und gefährliche Dinge gibt, mit denen man sich beschäftigen kann!

Eher lohnt es sich aus Graphit Diamanten herzustellen. Erst
kürzlich wurde im SPIEGEL darüber berichtet. Russische
Forscher haben es geschafft Schmuckbrillanten herzustellen,
die nur Spezialisten mit leistungsfähigen Mikroskopen vom
Naturstein unterscheiden können. Diese Umwandlung ist aber ein
reiner physikalischer Effekt, keine chemische Umwandlung.

Bei der Herstellung von Diamant aus Graphit werden chemische Bindungen zwischen den Kohlenstoffatomen verändert (aus delokalisierten Molekülorbitalen zwischen den aus Sechsringen besteheden Kohlenstoffschichten werden gewöhnliche Sigmabindungen zwischen sp3-Hybridorbitalen). Damit ist die Diamantherstellung im Gegensatz zur Goldherstellung eindeutig eine chemische Umwandlung.

1 „Gefällt mir“