Auf ein Wort II (war: Bücher für E-Techniker)

Hallo zusammen,

da das ganze wg. „off topic“ abgeschlossen wurde, möchte ich – anstelle einer stillen Kommunikation mit Reinerlein per Email – doch einen neuen Thread aufmachen, um auch anderen die Teilnahme zu ermöglichen.

Die These stand ja im Raume, dass im gegenwärtigen Bildungssystem eine massive Entwertung des Abiturs in Verbindung mit größtenteils desinteressierten Studienanfängern – hauptsächlich in sinnlosen geisteswissenschaftlichen Fächern – stattfände.

Executive Summary meines zugegeben längeren Beitrags: Das ist Quatsch :smile:

Da mir dieser Vorwurf also ebenso alt wie unsinnig vorkam, habe ich mich auf die Suche nach Belegen für diese These gemacht und ein wenig im statistischen Jahrbuch geblättert. Man kann das selbst nachlesen, wenn man unter

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/des…

bzw. gleich in Kapitel 6 unter

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/des…

schaut. Dort wird das Material freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

Zunächst einmal zur These „Heutzutage bekommt jeder Schüler ein Abitur in die Hand gedrückt“

Dazu lesen wir nach: Insgesamt erlangen nach wie vor lediglich ein gutes Viertel eines Jahrgangs (rund 25%) Fachhochschul- oder allgemeine Hochschulreife. Der Rest verteilt sich auf Realschul- und Hauptschulabschluss, sowie – erschütternd häufig – auf Abgänger ohne jeden Schulabschluss. Immerhin rund 8% eines Jahrgangs.

Es gibt allerdings starke regionale Unterschiede. Ich habe mir mal ein paar Beispiele herausgepickt. HS steht für Hauptschulabschluss, RS für Realschule, (F)HSR für Hochschul- bzw. Fachhochschulreife (ein verschwindend geringer Anteil, der mit den regulären Abiturienten zusammengerechnet wird). Nicht berücksichtigt sind Absolventen der Berufsschulen, bei denen die Fachhochschulreife erlangt wird.

Land %HS %RS %(F)HSR
--------------------------
Hamburg 26 32 42
Bayern 35 43 22
Sachsen 12 57 31
Thüringen 15 51 34
NRW 23 44 33

Man sieht, dass Hamburg in der Tat einen recht hohen Anteil an Abiturienten hat. Heißt das nun, dass dort das Abitur hinterher geworfen wird bzw. „nichts wert“ ist? Ich glaube kaum. Vielmehr ist es schwierig, ein landwirtschaftlich geprägtes Flächenland wie Bayern mit einem hoch entwickelten Stadtstaat wie Hamburg zu vergleichen. Darum habe ich NRW mit aufgenommen. Ein Bundesland mit großer Flächenausdehnung aber auch Ballungszentren im Ruhrgebiet und Städten wie Köln und Düsseldorf. Es liegt erwartungsgemäß in der Abiturientenquote zwischen Bayern und Hamburg. Mich würde mal interessieren, wie der Vergleich München – Hamburg aussähe. Leider gibt das die Statistik nicht her.

Es fällt ferner auf, dass in den genannten „Leuchtturmländern“ Thüringen und Sachsen die Hauptschulen gänzlich verkümmern. Leider werden die Abgänger ohne Abschluss nicht nach Ländern aufgeschlüsselt, ich könnte mir aber vorstellen, dass eine Häufung in den fünf neuen Bundesländern nicht ganz ausgeschlossen ist.

Das wiederum würde für meine These sprechen, dass man dort besser im Ausgrenzen als im Integrieren ist. Der abwertende Beisatz über die „Fidschis“ von Reinerlein spricht Bände. Obwohl der Anteil der Ausländer in den neuen Bundesländern verschwindend gering ist, sind dort die stärksten Gruppierungen der radikalen Rechten mit ausländerfeindlichen Parolen zu finden. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Eine Quote von gut 25% eines Jahrgangs mit Berechtigung zum Hochschulstudium halte ich für skandalös niedrig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Anteil der Hauptschüler und Menschen ohne Schulabschluss mit gut 33% noch immer höher ist.

Natürlich wurden die Inhalte des Abiturs immer wieder angepasst. Der Tutzinger Maturitätskatalog ist nun wirklich asbach, da könnte man ja gleich „Trivium et Quadrivium“ aus der Mottenkiste holen.

Der Katalog wurde bereits nach 10 Jahren von der KMK in der „Vereinbarung zur Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II“ (sog. reformierte Oberstufe) wieder ad acta gelegt. Aber auch diese Reform wurde bereits mehrfach reformiert. Die neueste Errungenschaft ist die Einführung von G8 (also zwölf Jahre bis zum Abitur auch im Westen) und „Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung“ (EPA).

Ich kann mich aus meiner Schulzeit, die gänzlich post-Tutzingen verlaufen ist, nicht über einen Mangel an Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fächern erinnern. Wohl aber wurde bereits damals das Ende des Abendlandes heraufbeschworen, sollten tatsächlich mal ein paar mehr Schüler das Abitur bestehen.

Der Anteil ist seitdem recht konstant geblieben. Was allerdings Trend nach unten hat, dass sind die Studentenzahlen. Kein Wunder, bei all der „Abiturienten sind doof“ und „Studenten sollen kräftig blechen“ Propaganda die von Leuten wie Reinerlein und merkwürdigen Politclowns betrieben wird.

*Da* kann man wirklich mal sagen: Das wurde so bestellt, das wird jetzt so gegessen. Ich gönne den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen genau wie den Ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten deren langsames dahinsiechen bis hin zur Bedeutungslosigkeit. So dämlich-elitär wie da immer rumgetan wird, sind die Studiengänge so attraktiv, wie Rumpelstilzchen in der Striptease Bar.

Aber kein Grund zur Panik. Der Löwenanteil (ein knappes Drittel) findet sich zwar noch immer bei den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Zu recht. Dort hat man die besten Aussichten auf die wirklich hohen Gehälter. Wo sonst bekommt man für Milliardenverluste zig Millionen Bonuszahlungen aufs Konto? Und wie wir ja alle immer fleißig lernen, wird Erfolg einzig und allein in Euro gemessen. Je mehr man hat, desto besser und wertvoller ist man.

Rechnet man aber Mathematiker, Naturwissenschaftler und Ingenieure in einem Topf zusammen, kommen die sogar auf ein paar Prozent mehr! Das streut sich allerdings auf die Fachbereiche.

Vor allem Mathematiker haben ein besonderes Talent, alles, was auch nur ansatzweise sinnvoll praktisch zu gebrauchen ist, sofort zu vergraulen. Man möchte dort einfach mit ranzigen alten Wandtafeln und knarzendem Holzgebänk aus Gaußschen Zeiten alleine vor sich hin grübeln.

Daher werden Dinge wie Informatik gleich in eigene Fakultäten ausgelagert oder, wie bei Operations Research, zu den Wirtschaftswissenschaftlern geschoben. Die bedanken sich artig und marmorieren erstmal die Empfangshalle.

Die Geisteswissenschaften kommen gerade mal auf ein Fünftel der Erstsemester. Vermutlich, weil auch die von Drittmitteln fast vollkommen verschont bleiben und der Putz von den Wänden bröckelt. Von „Abermilliarden Studenten“ kann jedenfalls keine Rede sein.

Bemerkenswert ist, dass man das Studium in Deutschland erfolgreich so unattraktiv gemacht hat, dass von der (im internationalen Vergleich) ohnehin mageren Anzahl der Studienberechtigten nur 75% auch tatsächlich ein Studium anfangen.

Wenn ich mir die ganze Sache so anschaue, dann kann ich nur folgern: Es werden dringend mehr Geistes- und Sozialwissenschaftler benötigt, die dem verkalkten Rest erklären, dass elitäres Getue und Ausgrenzung nichts bringen.

Wenn Schüler und Studenten scharenweise nicht verstehen, was ihre Lehrer und Dozenten da so von sich geben, dann liegt das nicht an den Empfängern des Wissens, sondern an dessen Vermittlern! Wenn von mageren 70 Anfängern noch immer die Hälfte planmäßig(!) rausgeekelt wird, anstatt sich mit intensiven Förderungskonzepten zu beschäftigen, dann verdienen die Fakultäten ihren Untergang.

Nicht zuletzt anhand der Beispiele im näheren und ferneren Ausland kann man sehen, dass bessere Förderung in Breite und Tiefe gut Ergebnisse bringt.

Hier verpulvert man sein Geld lieber in viel zu lange Studienzeiten und an die weltweit höchste Anzahl von Studienabbrechern, die natürlich nur deshalb scheitern, weil sie alle zu blöd waren.

Mir ist vollkommen unklar, warum Akademiker der Meinung sind, ihr Wissen wäre schlechter, wenn sie es mit mehr Menschen teilen. Ein Elitegefasel von 10% Abiturientenquote wird hoffentlich der gruselige Traum eines ewig Gestrigen bleiben.

Eine Berechtigung zum Hochschulzugang sollte allen gewährt werden, die dazu die Fähigkeiten haben und nicht, wie in der kommunistischen Planwirtschaft vielleicht gewollt, einer kleinen Alpha++ Elite vorbehalten sein.

Es sollte weiterhin das unbedingte Ziel sein, Kinder und junge Menschen so weit es nur irgend geht auf ihrem Weg zu fördern und zu integrieren. Jede Anstrengung und jeder Euro ist dort gerechtfertigt und wird sich langfristig bezahlt machen. Nicht weniger, mehr Abiturienten und Hochschulabsolventen werden gebraucht! Mindestens 50% eines Jahrgangs sollte eine Hochschulausbildung bekommen.

Ich habe allerdings eher die Befürchtung, es wird genau gar nichts geschehen, bis die Zahlen so erdrückend sind, dass man – voll im „Schweinezyklus“ – in der Tat jeden auf die Uni schickt, nur damit unsere Politclowns formal nicht komplett ohne Hosen da stehen. Die Ausbildung wird dann aber ein paar Jahre dauern.

Spätestens dann wird die deutsche Wirtschaft lernen, dass Absolventen aus Polen, Tschechien oder Finnland nicht schlechter sind, als die ehemaligen deutschen Ingenieure.

Und was die deutschen Traditionshäuser betrifft, so hat leider unser GröFaZ dafür gesorgt, dass die deutsche wissenschaftliche Elite entweder gleich umgebracht, in den Selbstmord oder aber ins Exil getrieben wurde. Davon haben wir uns bis heute nicht richtig erholt.

David Hilbert hat es in Göttingen auf den Punkt gebracht, als er von irgend einem Nazi-Schergen zur „deutschen Mathematik“ befragt wurde. Er soll geantwortet haben „Die deutsche Mathematik? Die gibt’s doch gar nicht mehr.“.

Wie seht ihr das denn mit den ganz doll schlimm vielen Abiturienten? Habt ihr alle Angst, dass euer Diplom/Master/Bachelor/was-auch-immer weniger wert ist, wenn euer Nachbar auch eins hat? Sind Schüler heute dümmer, als sie es vor 10 oder 20 Jahren waren? Und wenn ja, wie wird das gemessen? PISA?

Gruß & gute Nacht

Fritze

Moin,
erstmal muss ich sagen das ich momentan studiere (Chemie).

Executive Summary meines zugegeben längeren Beitrags: Das ist
Quatsch :smile:

Ich weiß nicht, wie das früher war. Aber die Vorlesungen mit Erstsemestern sind wirklich übel, was den Lautstärke- und Konzentrationspegel angeht.
Meine Prognose ist, dass das mit dem 12er Abi eher schlimmer wird, aber das ist ein anderes Thema.

Zunächst einmal zur These „Heutzutage bekommt jeder Schüler
ein Abitur in die Hand gedrückt“

Das denke ich auch nicht. Das liegt vor allem an der nicht vorhandenen individuellen Förderung/Betreuung. Somit wird dort naturgemäß stark ausgesiebt.

Es fällt ferner auf, dass in den genannten „Leuchtturmländern“
Thüringen und Sachsen die Hauptschulen gänzlich verkümmern.

Wobei alle Thüringer die ich bisher im Studium gesehen habe wirklich ganz vorne mit dabei waren. Die hatten quasi das ganze Erste Semester in der Schule gehabt.

Eine Quote von gut 25% eines Jahrgangs mit Berechtigung zum
Hochschulstudium halte ich für skandalös niedrig. Vor allem,
wenn man bedenkt, dass der Anteil der Hauptschüler und
Menschen ohne Schulabschluss mit gut 33% noch immer höher ist.

Man muss aber auch bedenken, dass unsere Universitäten nicht die nötigen Kapazitäten haben um, z.B. 20% mehr Studienanfänger aufzunehmen.

*Da* kann man wirklich mal sagen: Das wurde so bestellt, das
wird jetzt so gegessen. Ich gönne den
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen genau wie den
Ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten deren langsames
dahinsiechen bis hin zur Bedeutungslosigkeit.

Hier in Göttingen sind die Studienzahlen Chemie immer weiter am steigen. Wir befinden uns an der Kapazitätsgrenze, sodass nächstes Jahr erstmals ein NC eingeführt werden muss.

Rechnet man aber Mathematiker, Naturwissenschaftler und
Ingenieure in einem Topf zusammen, kommen die sogar auf ein
paar Prozent mehr! Das streut sich allerdings auf die
Fachbereiche.

Nunja, Chemiker verdienen deutschlandweit am meisten, nach Chefärzten.
Einstiegsgehalt mit Dr.rer.nat.: 63000EUR pa

Vor allem Mathematiker haben ein besonderes Talent, alles, was
auch nur ansatzweise sinnvoll praktisch zu gebrauchen ist,
sofort zu vergraulen. Man möchte dort einfach mit ranzigen
alten Wandtafeln und knarzendem Holzgebänk aus Gaußschen
Zeiten alleine vor sich hin grübeln.

Ja, so wie damals dieser verrückte Turing. Völlig bedeutungslos ob jede Aussage beweisbar ist oder nicht - nur deswegen haben wir heute Computer. D.h. nur weil heutzutage etwas keinen Nutzen hat, heißt das noch lange nicht, dass es nicht irgendwann einmal äußerst wichtig wird.

Daher werden Dinge wie Informatik gleich in eigene Fakultäten
ausgelagert oder, wie bei Operations Research, zu den
Wirtschaftswissenschaftlern geschoben. Die bedanken sich artig
und marmorieren erstmal die Empfangshalle.

Bei uns gehört die Informatik immernoch zur Mathematik. Das ist natürlich von Uni zu Uni unterschiedlich, da auch alle andere Spezialisierungen haben.

Wenn ich mir die ganze Sache so anschaue, dann kann ich nur
folgern: Es werden dringend mehr Geistes- und
Sozialwissenschaftler benötigt, die dem verkalkten Rest
erklären, dass elitäres Getue und Ausgrenzung nichts bringen.

Frage zum Verständnis: bist du Geisteswissenschaftler?

Wenn Schüler und Studenten scharenweise nicht verstehen, was
ihre Lehrer und Dozenten da so von sich geben, dann liegt das
nicht an den Empfängern des Wissens, sondern an dessen
Vermittlern!

Sicherlich geht da einiges besser. Aber in den Naturwissenschaften sind halt einige Fähigkeiten, wie ein gewisses mathematisches Grundverständnis absolut notwendig. Das ist z.T. sicher erlernbar und somit das Versagen der Schule. Bei uns gibt es dafür Mathevorkurse.
Wenn es dann aber immer noch nicht klappt, weil man halt eher ein rechtshemisphärischer Mensch ist, hat das nichts mit elitärem Gehabe zu tun: Naturwissenschaften bauen halt alle auf einem soliden mathematischen Fundament auf. Sicher könnte man die Leute da irgendwie durchboxen, aber das bringt ihnen genau garnichts, weil im Job nämlich genau das von ihnen verlangt wird.

Wenn von mageren 70 Anfängern noch immer die
Hälfte planmäßig(!) rausgeekelt wird, anstatt sich mit
intensiven Förderungskonzepten zu beschäftigen, dann verdienen
die Fakultäten ihren Untergang.

Rausekeln, zum Teil. Zum größeren Teil merken die Studenten aber, dass das Fach einfach ganz anders ist als sie es sich vorgestellt haben. Auch ich wechsele nächstes Semester das Studienfach, aber nicht weil ich es nicht geschafft hätte.

Nicht zuletzt anhand der Beispiele im näheren und ferneren
Ausland kann man sehen, dass bessere Förderung in Breite und
Tiefe gut Ergebnisse bringt.

Ja, da müssen wir noch einiges nachholen.

Hier verpulvert man sein Geld lieber in viel zu lange
Studienzeiten und an die weltweit höchste Anzahl von
Studienabbrechern, die natürlich nur deshalb scheitern, weil
sie alle zu blöd waren.

Zu lange Studienzeiten? Ein Chemiestudent hat durchschnittlich eine 65-Stunden-Woche (48 SWS+Vor- und Nachbereitung inkl. Protokolle) aufgrund der erst kürzlich erfolgten Verkürzung des Studiums.
Es gibt einfach viel Stoff, der rübergebracht werden muss, viele Fähigkeiten, die entwickelt werden müssen, das braucht seine Zeit.

Mir ist vollkommen unklar, warum Akademiker der Meinung sind,
ihr Wissen wäre schlechter, wenn sie es mit mehr Menschen
teilen.

Ich weiß nicht wo du das her hast, aber alle Akademiker die ich kenne, sind Feuer und Flamme, jedem alles über ihr Fach zu erzählen.

Eine Berechtigung zum Hochschulzugang sollte allen gewährt
werden, die dazu die Fähigkeiten haben und nicht, wie in der
kommunistischen Planwirtschaft vielleicht gewollt, einer
kleinen Alpha++ Elite vorbehalten sein.

Im Prinzip ja.

Es sollte weiterhin das unbedingte Ziel sein, Kinder und junge
Menschen so weit es nur irgend geht auf ihrem Weg zu fördern
und zu integrieren. […] Nicht
weniger, mehr Abiturienten und Hochschulabsolventen werden
gebraucht! Mindestens 50% eines Jahrgangs sollte eine
Hochschulausbildung bekommen.

Auf jeden Fall. Insbesondere muss eine individuelle Förderung her.

Ach Fritze,

von wegen „Auf ein Wort“ - das sind zu viele Wörter. Und

Executive Summary meines zugegeben längeren Beitrags: Das ist
Quatsch :smile:

„Executive Summary“ ist auch Quatsch.
Nee, da lese ich gar nicht erst weiter - auch wenn es vielleicht interessant ist, was Du Du sagen willst.

Grüße von Pit,
dem Fettnapftreter

Gehaltfrage - semi OT
Moin,

Nunja, Chemiker verdienen deutschlandweit am meisten, nach
Chefärzten.
Einstiegsgehalt mit Dr.rer.nat.: 63000EUR pa

interessant!
Wo kriegt der das?!
In diesem Betrieb möchte ich gerne auch arbeiten!

Gandalf

Hallöle.

Gleich vorneweg: Egal was Du nimmst, nimm weniger!

Nach dem total blamablen, polemischen Sprücheklopfen über den DDR-Kindergarten, den merkwürdigen Kommentaren zur internationalen Forschung, kommt jetz der nächste Blödsinn.

Die These stand ja im Raume, dass im gegenwärtigen Bildungssystem
eine massive Entwertung des Abiturs in Verbindung mit größtenteils
desinteressierten Studienanfängern – hauptsächlich in sinnlosen
geisteswissenschaftlichen Fächern – stattfände.

Executive Summary meines zugegeben längeren Beitrags:
Das ist Quatsch :smile:

Executive Summary meines Beitrags zu Deinem Beitrag: Das ist Quatsch.

Was ich beschrieb, ist beobachtbare Realität. Das Abitur hat ganz eindeutig im Niveau nachgelassen, da muß noch nicht einmal den DDR-Wenzel ziehen, um den Stich zu bekommen.
Lehrpläne lassen sich auch wunderbar vergleichen, und auch dort sind sytematisch Indizien für den Niveauabbau zu finden.

Da mir dieser Vorwurf also ebenso alt wie unsinnig vorkam, habe ich
mich auf die Suche nach Belegen für diese These gemacht und ein
wenig im statistischen Jahrbuch geblättert.

Dann lies die Zahlen, die die Kultusministerien kolportieren und beschäftige Dich abseits Deiner rauschartigen Schimpferei mit der Politik, die das Bildungssystem dergestalt umbaut, so daß Abitur für vierzig, fünfzig, sechzig Prozent eines Jahrgangs möglich wird.

Heißt das nun, dass dort das Abitur hinterher geworfen wird bzw.
„nichts wert“ ist?

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch.

Ich glaube kaum. Vielmehr ist es schwierig, ein landwirtschaftlich
geprägtes Flächenland wie Bayern mit einem hoch entwickelten
Stadtstaat wie Hamburg zu vergleichen.

Dummes Gerede. Abiturientenquote ist Abiturientenquote. Und die z.B. hängt sehr viel stärker von rechtlichen Verriegelungen des Gymnasiums ab. Du könntest demnach nur folgern, daß in Hamburg rechtlich mehr Schüler auf das Gymnasium übergehen dürfen.
Du könntest noch nicht einmal folgern, daß das an einer etwaigen besseren Durchlässigkeit liegt.
Die Erfahrungen und die Analysen zum gegliederten Schulsystem zeigen daran anknüpfend, daß die Anfoderungen davon unmittelbar betroffen sind. Die aufgliederten Schulen sind nicht dimensioniert für die Lehre leistungsgemischter Klassenverbände, so daß der Brotkorb unweigerlich niedriger aufgehängt werden muß, wenn mehr von den bewußt erzeugten Hauptschülern und Realschülern an das Gymnasium und dann zum Abitur verfrachtet werden.

dass in den genannten „Leuchtturmländern“

Diesen Begriff habe ich an keiner Stelle zu keiner Zeit in diesem Kontext benutzt.

Thüringen und Sachsen die Hauptschulen gänzlich verkümmern

Ohne offizielle Hauptschule in diesen Ländern ist das nur für Dich eine Überraschung. Dennoch ist in Thüringen und Sachsen das gegliederte Schulsystem voll ausgeprägt, wird nur nach außen hin anders dargestellt.

Der abwertende Beisatz über die „Fidschis“ von Reinerlein spricht
Bände. Obwohl der Anteil der Ausländer in den neuen Bundesländern
verschwindend gering ist, sind dort die stärksten Gruppierungen der
radikalen Rechten mit ausländerfeindlichen Parolen zu finden.

Du mußt wohl spinnen, oder was soll das?
Ich bin weder ausländerfeindlich noch rechts und die „Fidschis“ waren absichtlich für solche „Experten“ wie Dich d e u t l i c h sichtbar in Gänsefüßchen gesetzt, daß nicht das passiert, was Du in brillanter Idiotie notiert hast. Aber wie heißt es so schön: Nichts auf der Welt ist idiotensicher, denn Idioten sind zu erfinderisch.
„Fidschis“ war ein umgangssprachlicher Ausdruck und nicht ausländerfeindlich besetzt. Im Gegenteil, mit den Leuten, die sich damals in der DDR zum Bleiben entschlossen, kam ich wunderbar aus. Freundliche, zuvorkommende, leistungswillige Menschen, die Bildung und deutsche Tugenden für ihre Kinder hochhielten. Die sind gänzlich integriert worden, spätenstens mit der 1. Kindergeneration, im Gegensatz zu euren/unseren türkischen Parallelgesellschaften.

Daß Du aus der dort implizit enthaltenen, selbstverständlichen und natürlichen Forderung an die Ausländer, sich an Deutschland anzupassen, einen solche Überleitung zum rechtsradikalen Milieu strickst, spricht Bände – und ist nebenbei an Blödheit nicht zu übertreffem, denn das ist der notwendige kulturelle Einordnungszwang, den die BRD seit über 40 Jahren verschlafen hat und der jetzt die vielen Probleme mit der Ausländerintegration verursacht, u.a. im Bildungswesen.

Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Bitte nicht! Ich weiß nicht, ob man eine weitere „intellektuelle Glanzleistung“ dieser Couleur an einem Tage verkraften kann, ohne mit schwerer Hirnblutung aus beiden Ohren mit dem Stuhl nach hinten wegzukippen.

Eine Quote von gut 25% eines Jahrgangs mit Berechtigung zum
Hochschulstudium halte ich für skandalös niedrig.

Eine Quote von 25%, die ja definitiv nicht mehr der Situation entspricht, halte ich für skandalös hoch. Das sind mindestens 15% zuviel.

Natürlich wurden die Inhalte des Abiturs immer wieder angepasst. Der :Tutzinger Maturitätskatalog ist nun wirklich asbach, da könnte man
ja gleich „Trivium et Quadrivium“ aus der Mottenkiste holen.

Der Katalog wurde bereits nach 10 Jahren von der KMK in der
„Vereinbarung zur Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe in der
Sekundarstufe II“ (sog. reformierte Oberstufe) wieder ad acta
gelegt. Aber auch diese Reform wurde bereits mehrfach reformiert.
Die neueste Errungenschaft ist die Einführung von G8 (also zwölf
Jahre bis zum Abitur auch im Westen) und „Einheitliche
Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung“ (EPA).

Du Naivchen!
Glaubst Du, nur weil die KMK auf Grund von jahrelangem, massivem Druck den MNT-Unterricht auf dem Papiere aufmöbeln wollte, sind diese prosaischen, unscharfen Absichtserklärungen von irgendeinem Wert?

Stundenzahlen und erläuternde Abhandlungen über den MNT-Unterricht sprechen eine andere Sprache. Der Tutzinger Maturitätskatalog ist tief im Fundament des gegliederten Schulsystems verankert und wird auch in den gegenwärtigen Systembewegungen nicht im geringsten angetastet. Noch schlimmer: Die Ausdünnung des Lehrstoffs zugunsten unscharfer „Kompetenzen“ schädigt vor allem den MNT-Unterricht, denn die MNT-Fächer sind am stärksten von klassischen Unterrichtsmethoden abhängig, wie z.B. ausgedehntes Üben, Systematisierung von Arbeitsmethoden, Schülerexperiment, Hausaufgaben, Lehrervortrag. MNT-Unterricht muß g e m a c h t werden und es reicht keinesfalls, den Schülern pseudokonkrete Kompetenzen zu vermitteln, so daß diese lernen, wie man am besten davon redet, wie man den Stoff machen w ü r d e.

Das passiert nämlich; statt die Kenntnisse und das Können eigenhändig zu machen, wird den Schülern eine inhaltsleere Kompetenz ans Knie genagelt, um über die Kenntnisse und das Können dumm in der Weltgeschichte zu schwafeln, im Zweifel jedoch unfähig zu sein, rechnerische oder experimentelle Ergebnisse von A bis Z herbeizuführen.

Ich kann mich […] nicht über einen Mangel an mathematisch-
naturwissenschaftlichen Fächern erinnern.

Du kanntest nie eine Schule, die im gelebten Schulalltag die MNT-Fächer gleichberechtigt neben den Schönen Künsten, den Sprachen, den Gesellschaftswissenschaften und dem Sport gelten ließ.
Demzufolge ist Deine schulische Erfahrung von keinem Wert, zumal sie statistisch widerlegt wird; u.a. von den Pflichtstundenzahlen und den Lehrplänen.

Was allerdings Trend nach unten hat, dass sind die Studentenzahlen.
Kein Wunder, bei all der „Abiturienten sind doof“ und „Studenten
sollen kräftig blechen“ Propaganda die von Leuten wie Reinerlein und
merkwürdigen Politclowns betrieben wird.

Du bist ein wahrer Könner, wenn es um dummes Polemisieren und unzumutbares Vereinfachen geht.

Ich griff nirgends das Thema „Studenten sollen kräftig blechen“ auf.
Ich sprach nirgends von „Abiturienten sind doof“.

Vielmehr lautete meine differenzierte Kritik: Die meisten geisteswissenschaftlichen Studenten zeigen geistige Leistungen, die mit „doof“ recht treffend beschrieben wären. Umfassende Allgemeinbildung Fehlanzeige, grundlegendes Begreifen physikalischer, technischer oder mathematischer Zusammenhänge kaum ausgeprägt, desöfteren von Anforderungen auf Reifezeugnisniveau überfordert.
Das ist eine astreine Feststellung und keine beliebige Meinung von mir.

An der Tagesordnung ist eine großmäulige Nöhlerei, wie Du sie hier wunderbar zelebrierst.

Erschreckend wie das der Debatte um das Schulsystem gleicht: Es können ja nur die Lehrer schuld sein, wenn die Kinder so schlecht sind.
Daher sind natürlich die Professoren automatisch schuld, und natürlich mindestens 99,9% von denen, wenn die Studenten nichts verstehen und/oder schlecht sind.

Hauptsache, Du versuchst, einem differenzierenden Beobachter wie mir dümmliche Sachen zu unterstellen.

Ich gönne den mathematisch-naturwissenschaftlichen genau wie den
ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten deren langsames Dahinsiechen
bis hin zur Bedeutungslosigkeit.

Ja, ja.

Vor allem Mathematiker haben ein besonderes Talent, alles, was auch
nur ansatzweise sinnvoll praktisch zu gebrauchen ist, sofort zu
vergraulen. Man möchte dort einfach mit ranzigen alten Wandtafeln
und knarzendem Holzgebänk aus Gaußschen Zeiten alleine vor sich hin
grübeln.

Ohohohoo, der Experte spricht. Lauscht ihm alle.

Keine Ahnung was Du für Mathematiker kennst, ich bin Ingenieur und ich weiß, was ich einem Mathematiker auf den Tisch legen muß, um nach zwei Wochen keine Antwort wie „Das Problem ist lösbar.“ hören zu müssen, sondern dann ein richtiges Ergebnis zu bekommen.

Darüber hinaus wurde ich als Ingenieurphysiker anders ausgebildet als reguläre Ingenieure und ich w e i ß, daß die Ingenieure noch viel theoretischer und mathematischer ausgebildet werden müßten, um die Anforderungen der zukünftigen Jahre in Schlagdistanz zu halten.
Ich hätte nie dermaßen kreativ und übergreifend arbeiten können, wenn ich nicht mathematisch und physikalisch wie ein Physiker bzw. Mathematiker ausgebildet worden wäre. Und auch wenn ich alt bin, rechne ich jedem der von Dir idealisierten Recheningenieure mit links was vor. Eine abstrakte mathematische Hintergrund- und Systembildung bedeutet nicht automatisch die Unfähigkeit, ingenieurtechnische Problemstellungen in außerordentlicher Geschwindigkeit bis zum bitteren Ende durchhacken zu können.
Wo Du nur diesen Blödsinn hernimmst…

Wenn ich dagegen beobachte, was Deine reinen Rechenknechte, üblicherweise FH-Ingenieure, an elementarem physikalischen Verständnis nicht auf die Reihe bekommen, da kann einem schlecht werden. Formeln, Sätze, Integrale werden hingenommen und deswegen nicht verstanden, weil die beweisende und durchdenkende Art der Mathematiker und Physiker (und der guten Ingenieure) fehlt.
Die Elektrotechnik ist nicht vom Himmel gefallen. Aber sie wäre im Nirgendwo versackt, wenn anstatt der schlauen Denker die stumpfen Rechner die Oberhand hätten…

Operations Research

ist vielerorts typischerweise Wirtschaftsmathematik, nicht Wirtschaftswissenschaft. Und wenn, dann gibt es für die BWL-Tölpel sensationell abgespeckte Varianten und die Mathematiker machen derweil ordentliches Operations Research.

ohnehin mageren Anzahl der Studienberechtigten nur 75% auch
tatsächlich ein Studium anfangen.

Das liegt u.a. daran, daß mehr und mehr Schüler zum Reifezeugnis geprügelt werden, die so gut wie keine Erfolgsaussichten im Studium hätten. Die Folge ist ein Abwandern in die Berufsausbildung.

In der Berufsausbildung kolportieren die Interessensverbände im Gegenzug, daß es viele Berufe gäbe, die nur was für Abiturienten wären.

Hinzukommt das sinkende Niveau der Schulbildung, so daß Arbeitgeber umgekehrt stärker auf Abiturienten zurückgreifen, um irgendwie eine brauchbare Ausgangsposition für die Berufsausbildung im Betrieb sicherzustellen.

Es gibt noch weitere Gründe in diesem Spannungsverhältnis Berufsausbildung-Hochschulstudium, doch um die Kehrseite der Medaille „Studium nicht attraktiv genug“ zu zeigen, reicht es zu.

dass elitäres Getue und Ausgrenzung nichts bringen.

Elite ist was Gutes. Geld- und Sozialelite nicht, aber Intelligenz- und Leistungselite.

Ausgrenzung geht Hand in Hand mit Geld- und Sozialelite, wie das gegliederte Schulsystem zeigt.
Wenn Du aber ein funktionierendes Gegenstück möchtest, ein integriertes Schulsystem, bist Du auf den Leistungsgedanken in fundamentalen Ausmaßen angewiesen. Andernfalls verschwindet Dir die integrierte Schule unterhalb des Radars, was das Niveau angeht.

Wenn Schüler und Studenten scharenweise nicht verstehen, was ihre
Lehrer und Dozenten da so von sich geben, dann liegt das nicht an
den Empfängern des Wissens, sondern an dessen Vermittlern!

Ja, ja.

Es könnte auch an der Faulheit, der Disziplinlosigkeit, der mangelnden Vorbereitung, der unzureichenden Nachbereitung, der geistigen Überforderung, dem Leistungsunwillen, der Dünnbrettbohrerei, der Anstrengungsunfähigkeit und der schlecht ausgeprägten Selbständigkeit der Studenten liegen.

Wenn von mageren 70 Anfängern noch immer die Hälfte planmäßig(!)
rausgeekelt wird, anstatt sich mit intensiven Förderungskonzepten zu
beschäftigen, dann verdienen die Fakultäten ihren Untergang.

Ja und nein. Die grundlegende Idee dahinter, jedem Schüler der höheren Lehranstalt einen Studienplatz zu bieten und jeden Schüler maximal zu fördern, ist korrekt.

Das funktioniert aber nur mit vergleichsweise geringen Schülerzahlen und nur mit harter Auslese für die höhere Lehranstalt.
Alle sonstigen Kriterien sind zum Scheitern verurteilt, wie übrigens die DDR immer dann gezeigt hat, wenn sie politisch-ideologische Ausnahmen von der Leistungsauslase zur erweiterten Oberschule machte.

Deine skandalös niedrige Abiturientenquote zu erhöhen, am Ende vielleicht zu verdoppeln, wird für das Gegenteil sorgen; noch mehr planmäßiger Rausschmiß im Grundlagenstudium getreu der Linie friß oder stirb.

Nicht zuletzt anhand der Beispiele im näheren und ferneren Ausland :kann man sehen, dass bessere Förderung in Breite und Tiefe gute :Ergebnisse bringt.

Aber nicht mit Hilfe gegliederter Schulsysteme.
Die bildungsstarken Länder benutzen wenigstens ein Gesamtschulsystem, manche ein Gemeinschaftsschulsystem, a b e r zum Studium findet immer harte Auslese statt; in Finnland, in Japan, auch früher im Einheitsschulsystem der DDR.

viel zu lange Studienzeiten

weltweit höchste Anzahl von Studienabbrechern

Das Diplom und der Magister waren keine zu langen Studienmodelle.
Wäre das Diplom ein bißchen schärfer umrissen worden, mit mehr regelndem Einfluß des Staates, strafferen Anforderungen an die Studenten unter gleichzeitiger Verbesserung der Lehre, hätte Deutschland den perfekten Universitätsabschluß bewahren können.

Ich hätte das Diplom lieber ausgedeht; statt einem wissenschaftlich-praktischen Semester im fünfjährigen Universitätslehrgang, hätte ich im Hauptstudium ein 6. Studienjahr eingebunden. Erhöhte Anzahl von Lehrveranstaltungen, u.a. Vorlesungen und Übungen verwandter Ingenieurfächer, und deutlich verlängerte praktische Phasen.

Ergebnis: mit 24 ein allseitig gut vorbereitetes, theoretisch und praktisch umfassend geprägtes Gesamtpaket.
Den Ingenieuren von heute täte außerdem ein verpflichtendes einjähriges Ingenieurpraktikum vor dem Studium gut. Zu meiner Zeit gab es das; entweder nach der EOS ein Jahr studienrelevant arbeiten oder eine Berufsausbildung (Berufsausbildung mit Abitur bzw. Abitur mit Berufsausbildung) geltend machen. Sonst wurde der Zugang zu technischen Studiengängen verweigert.

Mir ist vollkommen unklar, warum Akademiker der Meinung sind, ihr
Wissen wäre schlechter, wenn sie es mit mehr Menschen teilen.

Mir ist vollkommen unklar, warum mehr als 10-15% der Gesellschaft ein Studium absolvieren sollen, wenn die Welt und das gesellschaftliche Leben eines Staates sehr viel mehr Akademiker überhaupt nicht braucht.

Wissens- und Leistungselite heißt nicht großkotziges Gehabe oder eingebildetes Benehmen. Gewöhnlich sind es ausgerechnet die Studenten, die den erfahrenen Facharbeitern und Meistern mit 25 und ofenwarmem Diplom die Welt erklären möchten, die auf Grund von mangelnder Elitenbildung ins Studium durften.

Oder dämmert Dir die Verbindung zwischen dem gegliederten Schulsystem, dem freien Zugang zur Hochschule und dem systematischen, strukturierten Versagen der Spitzenpolitik, der Hochfinanz und der führenden Wirtschaftskreise noch immer nicht?
Schau Dir die lange Reihe inkompetenter Bundeskanzler seit Adenauer an. Schau Dir Schröder an; 2. Bildungsweg. Eine Katastrophe. Schau Dir die ideologischen Versager der SED und der KPdSU an, die den Könnern in die Parade fuhren. Schau Dir die amtierende Bundeskanzlerin an, die zu DDR-Zeiten mindestens knietief in der roten Jauchegrube stand, studieren durfte, promovieren durfte, und was diese Frau jetzt für Gesinnungen vertritt, was sie für Politik betreibt. Das ist Schröder zum Quadrat.

Deutschland braucht Elitenbildung, dringend! Wissens- und Leistungselite. Keine politische, keine ideologische, keine soziale und keine finanzielle Elitenbildung. Das hatten wir nämlich in den letzten 100 Jahren abwechselnd und es hat nie funktioniert.

Abitur für viele oder alle und das Studium für viele oder alle ist eine Schnapsidee der westdeutschen Linken. Pure sozialistische Gleichmacherei.

Und was die deutschen Traditionshäuser betrifft, so hat leider unser
GröFaZ dafür gesorgt, dass die deutsche wissenschaftliche Elite
entweder gleich umgebracht, in den Selbstmord oder aber ins Exil
getrieben wurde. Davon haben wir uns bis heute nicht richtig erholt.

Natürlich sind die Nazi schuld, wenn über 60 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs Nachwuchsprobleme im Bildungssystem vorherrschen, zumal dann, wenn die Probleme viel mehr auf die Restauration des Schulsystems vor 1933 zurückzuführen sind.

Sind Schüler heute dümmer, als sie es vor 10 oder 20 Jahren waren?

Zumindest lernen und können sie weniger. Dummheit ist das nicht.

Tschüß

Hallo,

„Executive Summary“ ist auch Quatsch.
Nee, da lese ich gar nicht erst weiter - auch wenn es
vielleicht interessant ist, was Du Du sagen willst.

Genau dafür ist ja so ein Executive Summary. Damit Du bei knapper Zeit den Rest gar nicht erst lesen musst. Gut, dass ich die Zusammenfassung noch eingefügt habe, als ich selbst die vielen Worte nochmal durchgelesen habe :smile:

Gruß

Fritze

Hallöle.

Nach dem total blamablen, polemischen Sprücheklopfen über den
DDR-Kindergarten,

hier mal kurz als Randnotiz ein Zitat zum Thema „DDR Kinderkrippe“

_Man sei dort [Ganztagskinderkrippen] nur wenig auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen und habe zu wenig Raum für deren individuelle Entfaltung gelassen: Der Tagesablauf folgte relativ starren Regeln. Die Erzieherinnen und Erzieher dominierten, bestimmten Zeitpunkt und Art der kindlichen Spiele.

Man ging nicht vom individuellen inneren Zustand des Kindes, seinem Erleben, seinem Entwicklungsstand aus, sondern von für alle Kinder gleichgeltenden Erziehungszielen. Auch engagierte Kindergärtnerinnen konnten daran offenbar wenig ändern, weil schlicht das Personal fehlte, um sich dem einzelnen Kind intensiver zuwenden zu können._

Aus „Fremdenfeindliche Gewalt im Osten - Folge der autoritären
DDR-Erziehung?“ von Christian Pfeiffer, der dort die DDR-Sozialwissenschaftler Karl Zwiener und Dieter Sturzbecher zitiert.

http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fremdengewalto…

Aber das sind ja nur Sozialwissenschaftler und Kriminologen.

Sehr schön auf den Punkt hat es der Töpfchenzwang gebracht, den Du mir als „polemisches Sprücheklopfen“ ankreidest. Leider finde ich das Bild nicht mehr, auf dem ca. 30 Kinder in „Reih und Glied“ auf dem Töpfchen sitzen. Aber üblich war es offenbar

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/913391/bi…

Lehrpläne lassen sich auch wunderbar vergleichen, und auch
dort sind sytematisch Indizien für den Niveauabbau zu finden.

Das kann ich nicht feststellen. Worauf genau beziehst Du Dich da?

Dann lies die Zahlen, die die Kultusministerien kolportieren

Ich halte mich doch lieber an die Fakten. Danke.

und beschäftige Dich abseits Deiner rauschartigen Schimpferei
mit der Politik, die das Bildungssystem dergestalt umbaut, so
daß Abitur für vierzig, fünfzig, sechzig Prozent eines
Jahrgangs möglich wird.

Mal abgesehen davon, dass nach meiner Beobachtung durch das unsinnige festhalten am gegliederten Schulwesen gerade das Gegenteil (also Dein Wunsch) forciert wird, sehe ich keinen Nachteil in einer umfangreichen Ausbildung breiter Bevölkerungsschichten.

Ich glaube kaum. Vielmehr ist es schwierig, ein landwirtschaftlich
geprägtes Flächenland wie Bayern mit einem hoch entwickelten
Stadtstaat wie Hamburg zu vergleichen.

Dummes Gerede. Abiturientenquote ist Abiturientenquote.

Natürlich nicht. Hamburg hat aufgrund seiner Struktur mit einer ausgesprochen gut ausgebildeten und wohlhabenden Bevölkerung ganz andere Ansprüche an die Schulausbildung, als sagen wir mal Wurzen an der Mulde oder Pfronten im Allgäu.

die z.B. hängt sehr viel stärker von rechtlichen
Verriegelungen des Gymnasiums ab. Du könntest demnach nur
folgern, daß in Hamburg rechtlich mehr Schüler auf das
Gymnasium übergehen dürfen.

Was genau meinst Du mit „rechtlicher Verriegelung“? Du meinst, es gibt eine gesetzlich begrenzte Abiturientenquote? Das wäre mir aber neu.

Die Erfahrungen und die Analysen zum gegliederten Schulsystem
zeigen daran anknüpfend, daß die Anfoderungen davon
unmittelbar betroffen sind. Die aufgliederten Schulen sind
nicht dimensioniert für die Lehre leistungsgemischter
Klassenverbände,

Das ist in der Tat richtig. Darum sind wir uns ja immerhin soweit einig, dass dieses Schulsystem abgeschafft werden sollte.

so daß der Brotkorb unweigerlich niedriger
aufgehängt werden muß, wenn mehr von den bewußt erzeugten
Hauptschülern und Realschülern an das Gymnasium und dann zum
Abitur verfrachtet werden.

Meiner Meinung nach sind Haupt- und Realschüler nicht dümmer, als ihre Kollegen auf den Gymnasien, sondern lediglich erheblich schlechter ausgebildet. Die häufig beklagte mangelnde Motivation ist ihnen ebenfalls nicht angeboren, sondern eine Folge des miserablen Schulsystems verbunden mit mindestens ebenso schlechten Zukunftsaussichten selbst bei einem guten Hauptschulabschluss.

Thüringen und Sachsen die Hauptschulen gänzlich verkümmern

Ohne offizielle Hauptschule in diesen Ländern ist das nur für
Dich eine Überraschung.

Realschulen gibt es da genauso wenig. Man nennt es „Regelschule“ und führt es als abgespeckte Gesamtschule, weil man das Gymnasium getrennt hält. Aber danke für den Hinweis.

Du mußt wohl spinnen, oder was soll das?
Ich bin weder ausländerfeindlich noch rechts und die
„Fidschis“ waren absichtlich für solche „Experten“ wie Dich d
e u t l i c h sichtbar in Gänsefüßchen gesetzt, daß nicht das
passiert, was Du in brillanter Idiotie notiert hast.

Also, wenn ich „Kanake“ in Anführungsstriche setze ist es nicht minder abschätzig als ohne. Genauso wenig, wie bei Menschen mit Down-Syndrom von „Mongos“ zu sprechen, oder eben von „Fidschis“, die überwiegend aus Vietnam oder Kuba kamen.

„Fidschis“ war ein umgangssprachlicher Ausdruck und nicht
ausländerfeindlich besetzt.

Ja nee, is klar.

Daß Du aus der dort implizit enthaltenen, selbstverständlichen
und natürlichen Forderung an die Ausländer, sich an
Deutschland anzupassen, einen solche Überleitung zum
rechtsradikalen Milieu strickst, spricht Bände

Klar. Wenn ich nicht in Berlin-Kreuzberg eine Gruppe Jugendliche freundlich als „Na ihr Kanaken!“ begrüßen kann, sind die nur noch nicht richtig an die deutsche Umgangssprache angepasst.

Eine Quote von 25%, die ja definitiv nicht mehr der Situation
entspricht, halte ich für skandalös hoch. Das sind mindestens
15% zuviel.

Was hast Du an der Statistik auszusetzen? Ich habe ja die Quellen angegeben.

Glaubst Du, nur weil die KMK auf Grund von jahrelangem,
massivem Druck den MNT-Unterricht auf dem Papiere aufmöbeln
wollte, sind diese prosaischen, unscharfen Absichtserklärungen
von irgendeinem Wert?

Sie sind genau soviel Wert, wie irgendwelche Lehrpläne und Strategiepapiere es immer sind.

Stundenzahlen und erläuternde Abhandlungen über den
MNT-Unterricht sprechen eine andere Sprache.

Ich habe mir gerade mal eine Stundentafel eines Hamburger Gymnasiums herausgegoogelt.

http://www.wilhelm-gymnasium.de/index.php?option=com…

Demnach hat ein 10. Klässler dort 35 Unterrichtsstunden pro Woche. Davon 12 in „MNT“ Fächern, 13 in Deutsch und Fremdsprachen, 4 in Geschichte und Politik, 2 in Philosophie oder Religion, 2 in Sport und 2 in Kunst oder Musik. Ich kann da keine Unterrepräsentanz von MNT feststellen.

Geht man ferner davon aus, dass zu jedem Fach pro Woche insgesamt mindestens eine Stunde Hausaufgaben hinzukommen, hat ein Schüler von 15 Jahren eine 48 Stunden Woche. Das ist sicher keine Unterforderung.

MNT-Unterricht muß g e m a c h t werden

Das gilt gleichermaßen für jeden anderen Unterricht auch. Was für eine banale Aussage.

Das passiert nämlich; statt die Kenntnisse und das Können
eigenhändig zu machen, wird den Schülern eine inhaltsleere
Kompetenz ans Knie genagelt, um über die Kenntnisse und das
Können dumm in der Weltgeschichte zu schwafeln, im Zweifel
jedoch unfähig zu sein, rechnerische oder experimentelle
Ergebnisse von A bis Z herbeizuführen.

Den Eindruck habe ich aber nicht. Es wird meiner Meinung nach im Gegenteil viel zu sehr auf das Machen der Schüler eingegangen und die Vermittlung der notwendigen Theorie zu Gunsten eigener „Forschung“ der Schüler vernachlässigt.

Es ist aber allemal besser, als das stumpfe Auswendiglernen im Frontalunterricht des vorvorigen Jahrhunderts.

Du kanntest nie eine Schule, die im gelebten Schulalltag die
MNT-Fächer gleichberechtigt neben den Schönen Künsten, den
Sprachen, den Gesellschaftswissenschaften und dem Sport gelten
ließ.

Ich meine, dass ich genau das hatte.

Demzufolge ist Deine schulische Erfahrung von keinem Wert,
zumal sie statistisch widerlegt wird; u.a. von den
Pflichtstundenzahlen und den Lehrplänen.

Ich habe ja einen Stundenplan gezeigt. Wo machst Du da jetzt Deine Beobachtungen fest?

Du bist ein wahrer Könner, wenn es um dummes Polemisieren und
unzumutbares Vereinfachen geht.

Welche Folgen die Studiengebühren haben, kann man u.A. hier nachlesen:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,5850…

Ich sprach nirgends von „Abiturienten sind doof“.

Nein. Du sprichst lediglich ca. der Hälfte von Ihnen die Studierfähigkeit ab.

Vielmehr lautete meine differenzierte Kritik: Die meisten
geisteswissenschaftlichen Studenten zeigen geistige
Leistungen, die mit „doof“ recht treffend beschrieben wären.

Da Du ja offensichtlich in einem „MNT“ Bereich arbeitest, begründen sich Deine Kenntnisse auf mehr als anekdotischem Wissen?

Das ist eine astreine Feststellung und keine beliebige Meinung
von mir.

Erläutere mal den Unterschied zwischen Deiner astreinen Feststellung und Deiner Meinung. Mir ist der nämlich ganz und gar nicht klar.

Erschreckend wie das der Debatte um das Schulsystem gleicht:
Es können ja nur die Lehrer schuld sein, wenn die Kinder so
schlecht sind.

Wenn es ein flächendeckendes Phänomen ist und die Schule betrifft, ja. Oder meinst Du, es sind vielleicht Erdstrahlen? Oder Hyperraum-Sub-Eta-Wellen von fiesen Außerirdischen?

Daher sind natürlich die Professoren automatisch schuld, und
natürlich mindestens 99,9% von denen, wenn die Studenten
nichts verstehen und/oder schlecht sind.

Wo wir gerade von Polemik sprechen …

Und natürlich gilt auch hier: Wenn eine große Zahl an Studenten den Stoff nicht versteht, dann sollte man die Frage nach der Qualität der Lehre stellen.

Operations Research

ist vielerorts typischerweise Wirtschaftsmathematik, nicht
Wirtschaftswissenschaft. Und wenn, dann gibt es für die
BWL-Tölpel sensationell abgespeckte Varianten und die
Mathematiker machen derweil ordentliches Operations Research.

Also bitte, kein BWL Bashing bei W-W-W. Da ragieren die ganz sensibel!

Hinzukommt das sinkende Niveau der Schulbildung, so daß
Arbeitgeber umgekehrt stärker auf Abiturienten zurückgreifen,
um irgendwie eine brauchbare Ausgangsposition für die
Berufsausbildung im Betrieb sicherzustellen.

Es ist kein Geheimnis, dass eine bessere Schuldbildung stets auch bessere Vorbereitung auf die Berufsausbildung bedeutet. Warum man weit über die Hälfte der Schüler davon fernhält, ist mir unerklärlich.

Elite ist was Gutes. Geld- und Sozialelite nicht, aber
Intelligenz- und Leistungselite.

Und Du bist der Meinung, diese könne sich nur entfalten, wenn man ihnen die weniger intelligenten Menschen vom Hals hält?

Auch da zeigt die Forschung das genaue Gegenteil. Beide Gruppen, die stärkeren und die schwächeren, profitieren von einem gemeinsamen Lernen mit intensivem Austausch untereinander.

Ausgrenzung geht Hand in Hand mit Geld- und Sozialelite, wie
das gegliederte Schulsystem zeigt.

In der Tat.

Wenn Schüler und Studenten scharenweise nicht verstehen, was ihre
Lehrer und Dozenten da so von sich geben, dann liegt das nicht an
den Empfängern des Wissens, sondern an dessen Vermittlern!

Es könnte auch an der Faulheit, der Disziplinlosigkeit, der
mangelnden Vorbereitung, der unzureichenden Nachbereitung, der
geistigen Überforderung, dem Leistungsunwillen, der
Dünnbrettbohrerei, der Anstrengungsunfähigkeit und der
schlecht ausgeprägten Selbständigkeit der Studenten liegen.

Wenn ich das so lese, fällt mir ein Artikel, der sich mit dem Finnischen Modell beschäftigt, wieder ein:

Domischs Chef Jukka Sarjala, der Präsident des Zentralamts, hat als Grundsatz der finnischen Bildungsphilosophie ausgegeben: „Wir sind nur fünf Millionen; wir können es uns gar nicht leisten, auch nur ein Kind nicht zu fördern.“ Was können deutsche Lehrer daraus lernen? „Dass sie anfangen sollen“, der freundlich-leise Domisch wird plötzlich laut, „ihre Kinder so gern zu haben wie ihren Stoff.“
http://www.schule.bremen.de/schulen/isl/pisa/print_2…

Das gilt uneingeschränkt auch für Professoren und deren Studenten.

Deine skandalös niedrige Abiturientenquote zu erhöhen, am Ende
vielleicht zu verdoppeln, wird für das Gegenteil sorgen; noch
mehr planmäßiger Rausschmiß im Grundlagenstudium getreu der
Linie friß oder stirb.

Warum müssen die schlechteren Studenten rausgeschmissen anstatt gefördert werden?

zum Studium findet immer harte Auslese statt; in Finnland,
in Japan, auch früher im Einheitsschulsystem der DDR.

Keine Ahnung, die DDR kommt in aktuellen Statistiken nicht mehr vor. Aber in Finnland fangen laut OECD 72% eines Jahrgangs das Studium an (berechtigt wären 91%, stimmt, ganz krasse Auslese!), in Japan wären 69% berechtigt und immerhin 41% nehmen dann auch ein Studium auf.

Das Diplom und der Magister waren keine zu langen
Studienmodelle.

Sie haben nur zu lange gedauert. Und dann wurden mit komischen Zwangsexmatrikulationen die Studenten hinten rausgekegelt, obwohl ihnen vielleicht nur noch ein oder zwei Scheine für den Abschluss gefehlt haben.

Wäre das Diplom ein bißchen schärfer umrissen worden, mit mehr
regelndem Einfluß des Staates,

Ja, da spricht die DDR Erfahrung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch mehr regelnder Einfluss des Staates die Qualität der Hochschulen verbesserte. Im Gegenteil.

Den Ingenieuren von heute täte außerdem ein verpflichtendes
einjähriges Ingenieurpraktikum vor dem Studium gut.

Du meinst, so wie in den von Dir so abfällig betrachteten Fachhochschulen?

Mir ist vollkommen unklar, warum mehr als 10-15% der
Gesellschaft ein Studium absolvieren sollen, wenn die Welt und
das gesellschaftliche Leben eines Staates sehr viel mehr
Akademiker überhaupt nicht braucht.

Mal abgesehen davon, dass ich die Zahl für mindestens an den Haaren herbeigezogen halte, leben wir Gott sei Dank nicht in einer Planwirtschaft, der sich die Menschen unterzuordnen haben, sondern hier dürfen sich Menschen weitgehend frei entfalten. Eine akademische Ausbildung dient eben nicht nur der bedarfsgerechten Versorgung mit Menschenmaterial.

Wissens- und Leistungselite heißt nicht großkotziges Gehabe
oder eingebildetes Benehmen. Gewöhnlich sind es ausgerechnet
die Studenten, die den erfahrenen Facharbeitern und Meistern
mit 25 und ofenwarmem Diplom die Welt erklären möchten, die
auf Grund von mangelnder Elitenbildung ins Studium durften.

Das habe ich aber anders beobachtet. Es ist ja nicht so, dass die Bildungselite weniger arrogant wäre, als die soziale Elite. Immer, wenn man Menschen zu sehr erklärt, sie wären was Besseres, als der Rest, kommen merkwürdige Ergebnisse dabei heraus.

Wenn man ihnen dann noch, wie auch die These von Christian Pfeiffer, die nicht zur Gruppe/Elite gehörenden Menschen als Feindbild eintrichtert, wird es gefährlich.

So kommt es mir vor, wenn die vermeintliche Bildungselite sich in ihrem Elfenbeinturm verbarrikadiert und mit dem Bildungspöbel bitteschön nicht in Berührung kommen möchte.

Schau Dir die lange Reihe inkompetenter Bundeskanzler seit
Adenauer an. Schau Dir Schröder an; 2. Bildungsweg. Eine
Katastrophe.

Sein Vorgänger hatte den ersten Bildungsweg durchlaufen, sogar promoviert und war mindestens eine genauso große Katastrophe.

Willy Brandt hingegen war ein Studienabbrecher.

Schau Dir die amtierende Bundeskanzlerin an, die zu DDR-Zeiten
mindestens knietief in der roten Jauchegrube stand, studieren
durfte, promovieren durfte,

Das durften in der DDR generell nur politisch genehme Genossen. Darum wundert mich ja auch, wie jemand dieses Bildungssystem für ein leuchtendes Beispiel halten kann.

Deutschland braucht Elitenbildung, dringend! Wissens- und
Leistungselite. Keine politische, keine ideologische, keine
soziale und keine finanzielle Elitenbildung. Das hatten wir
nämlich in den letzten 100 Jahren abwechselnd und es hat nie
funktioniert.

Und Du meinst, noch ne Elite mehr macht’s dann besser?

Meiner Meinung nach braucht Deutschland dringend mehr Zusammenarbeit und Mitmenschlichkeit, nicht mehr Ausgrenzung.

Abitur für viele oder alle und das Studium für viele oder alle
ist eine Schnapsidee der westdeutschen Linken. Pure
sozialistische Gleichmacherei.

Das hat überhaupt nichts mit sozialistischer Gleichmacherei zu tun. Eine Solidarität des Handelns wird von allen Parteien und nicht politischen Organisationen vollkommen zu Recht stets als Tugend gepriesen.

Natürlich sind die Nazi schuld, wenn über 60 Jahre nach dem
Ende des 2. Weltkriegs Nachwuchsprobleme im Bildungssystem
vorherrschen, zumal dann, wenn die Probleme viel mehr auf die
Restauration des Schulsystems vor 1933 zurückzuführen sind.

Seitdem haben die deutschen Universitäten ihre Leuchtturmpositionen an andere abgegeben. Mit der Abwanderung vieler der besten Wissenschaftler, vor allem in die USA, ist auch deren Wissen, Forschung und Lehre dahin gegangen. Das war ideologisch so gewollt.

Es ging mir um eine Erklärung der Vormachtstellung der USA bei Forschung und Wissenschaft. Und natürlich haben die dortigen hervorragenden Universitäten eine starke Magnetwirkung auf ausländische Wissenschaftler. Man muss Doktoranden und Professoren nicht lange bitten, um sie ans MIT, CalTech oder vergleichbare Institutionen zu bekommen.

An ostdeutschen Universitäten hingegen haben schon Gastprofessoren aufgrund der vergleichsweise große Gefahr für Leib und Leben, wenn nicht ihrer selbst, so doch ihrer Familienmitglieder, dankend abgelehnt. Auch eine Folge des Erziehungssystems der DDR.

Sind Schüler heute dümmer, als sie es vor 10 oder 20 Jahren waren?

Zumindest lernen und können sie weniger. Dummheit ist das
nicht.

Aha. Dann sollte man sie anständig fördern und anschließend auf die Uni schicken, wo sie hingehören.

Gruß

Fritze

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Grüß Dich.

hier mal kurz als Randnotiz ein Zitat zum Thema „DDR Kinderkrippe“

Hmm, wie kommst Du denn jetzt auf die Krippe?
Von Krippe sagte ich nichts. Lesen scheint Dir arge Probleme zu bereiten.

Davon abgesehen:

Man sei dort nur […]

Sehr schön auf den Punkt hat es der Töpfchenzwang gebracht,
den Du mir als „polemisches Sprücheklopfen“ ankreidest.

Hochgradig amüsant. Das sinnfreie Geschwafel über das Thema und die abstrusen Rückschlüsse hatten wir vor ein paar Jahren. Millionen Ostdeutsche zuckten kopfschüttelnd zusammen, als wieder einmal andere Menschen, u.a. mit Deiner sehr indoktrinierten Geisteshaltung, ihnen erzählen wollten, wie ihre Kinderkrippen- und Kindergartenzeit ausgesehen hat.

Was bist Du nur für ein armer Mensch, daß Du nichts als Extreme kennst und mehr als Gift und Galle spuckst, wenn es über ein Deinen Horizont übersteigendes Bildungssysteme geht.
Menschen wie Du sind sensationelle Gesellschaftsspalter, denn was glaubst Du, wie die Ostdeutschen reagieren, wenn ein Quatschkopf wie Du ohne Ahnung von der Sache, ohne Lebenserfahrungen und ohne jegliche Fähigkeit zur Differenzierung den Menschen erzählen will, wie das alles funktioniert hat? Und es ist kein Geheimnis, daß auch im Jahre 2009 keine differenzierte DDR-Berichterstattung existiert. Dort ist weiterhin das politisch-ideologische Bild Westdeutschlands und besonders der CDU-CSU vorherrschend, was nicht mit den Alltagserfahrungen u.a. von mir und anderen Menschen übereinstimmt. Da muß man noch nichtmal verklären oder beschönigen; es ist einfach Blödsinn. Die Reaktion, an der die alten Länder selber schuld sind, ist dann der Trotz der Leute, die - obwohl sie es besser wissen und sich über ihr Handeln im Klaren sind - die negativen Seiten ausblenden.
Das ist die gesellschaftliche Leistung, die Leute Deiner geistigen Couleur erschaffen; Gesellschaftsspalterei, 20 Jahre nach der Wende. Wirklich sehr gut.

Leider finde ich das Bild nicht mehr, auf dem ca. 30 Kinder in „Reih
und Glied“ auf dem Töpfchen sitzen.

Das ist ja was schlimmes, wenn die Kinder einen geordneten Tagesablauf erfahren und frühzeitig sauber werden. Heute rennen die verzogenen, tobsüchtigen und kreischenden Kinder noch im Alter von 3 Jahren mit der Windel herum - unglaublich. Manche sogar noch länger. Was diese Erziehung zur Unselbständigkeit, die Überbehütung und das Überschütten mit Wohlstand macht, sieht oder besser hört man in den Kindergärten und Schulen. Wenn ich heutzutage in einen Kindergarten gehe, fallen mir fast die Ohren ab, so laut brüllt es aus jeder Ecke und die Kinder machen, was sie wollen.
Dafür wundern sich dann Menschen wie Du, warum alles aus den Fugen gerät und die Kinder selbst die ständig sinkenden Anforderungen nicht mehr bewältigen, weder im Kindergarten, noch in der Schule, noch im Studium.
Da bleibt ja nur noch die Flucht nach vorne und das kollektive Beschuldigen der Lehrer und Hochschullehrer, ansonsten müßtest Du eingestehen, daß das westdeutsche Schul- und Erziehngssystem vollständig versagt hat. Unsere Kinder, die Kinder unserer Nachbarn usw. zeigten und zeigen jedenfalls keine Ausfallerscheinungen, trotz (oder auf Grund?) der strengeren Erziehung, der guten Erziehung und Bildung in Kinderkrippe und Kindergarten. Sie erinnern sich positiv an ihre Vorschulerziehungszeit. Vor allem e r l e b e n sie es am eigenen Leib mit ihren eigenen Kindern (unseren Enkeln), was Frühförderung und eine geordnete Erziehung ausmachen bzw. was das Fehlen der professionellen, staatlichen Erziehung die Kinder lebenslang an Intelligenz und Chancen kostet.

In dem Sinne sind Deine kurzgeschlossenen Reden eine Beleidigung des differenzierten Denkens. Wenn Du das Kürzel DDR liest, brennt irgendeine Sicherung in Deinem Kopf durch und es folgen wahnsinnige Haßtiraden, obwohl Du keine Kenntnisse von den Dingen hast.
Das ist wirklich großartig.

sehe ich keinen Nachteil in einer umfangreichen Ausbildung breiter
Bevölkerungsschichten.

Ich wollte es eigentlich nicht tun, weil es nicht zielführend ist, aber ich bleibe auf der von Dir begonnenen Ost-West-Schiene:
Das hatten wir hier schon.
Nochmal: Ein integratives Schulsystem ist mit Deinen Vorstellungen vom leistungslosen, reinen Behüten nicht zu machen.

Ich glaube kaum. Vielmehr ist es […]

Was Du glaubst, ist irrelevant. Deine Schlußfolgerung aus den Zahlen ist einfach falsch. Bayern hat unter allen Bundesländern die dichtesten Regeln für den Übergang an das Gymnasium und hat die schlechtesten Übergangsmöglichkeiten von anderen Schulen auf das Gymnasium. Die Abiturientenquote ist erwartungsgemäß niedrig, obschon die 22% natürlich nicht stimmen. Das ist in Bayern inzwischen mehr.
Dein Gerede vom Ländlichen und vom Städtischen ist falsch, oder zumindest nicht relevant, weil es weitaus stärkere Einflußfaktoren gibt.

Hamburg hat aufgrund seiner Struktur mit einer ausgesprochen
gut ausgebildeten und wohlhabenden Bevölkerung ganz andere Ansprüche
an die Schulausbildung

Ach deswegen zerreißen sich die südlichen Bundesländer über die Anforderungen der nördlichen Bundesländer, einschließlich der Schulabschlußprüfung und der Reifeprüfung, das Maul.
Der MNT-Unterricht z.B. in Hamburg ist ein Witz, ein Vielzahl unterschiedlicher Studien hat Kenntnisunterschiede von einigen Schuljahren zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands festgestellt; die südlichen Bundesländer Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg wollen sogar ein koordiniertes süddeutsches Abitur aufziehen, weil das Gefälle nach Norden deren Geduld wohl langsam überstrapaziert.

Das ist in der Tat richtig. Darum sind wir uns ja immerhin soweit
einig, dass dieses Schulsystem abgeschafft werden sollte.

Meine Beweggründe sind aber diametral zu Deinen. Ich bin gegen das veraltete gegliederte Schulsystem, weil ich ein sehr viel besseres Schulsystem erleben konnte. Man würde jedoch den Bock zum Gärtner machen, wenn das gegliederte Schulsystem durch die sozialistische Gleichmacherei der westdeutschen Gesamtschule ersetzt werden würde.

Lern- und Leistungsschule ist - leicht reformpädagogisch aufgebohrt - die (ost-)deutsche Tradition im Schulwesen, und die hat sich absolut bewährt.

Meiner Meinung nach sind Haupt- und Realschüler nicht dümmer, als
ihre Kollegen auf den Gymnasien, sondern lediglich erheblich
schlechter ausgebildet.

Da täuschst Du Dich gewaltig.

Auch wenn regelmäßig andere Töne propagandistisch unters Volk gestreut werden: Intelligenz ist größtenteils vom Umfeld des Kindes geprägt. Der genetische Einfluß mag in Spitzenbereichen relevant sein, u.a. war das gut im Talent- und Begabtenschulsystem der DDR zu beobachten, für die meisten Kinder ist er es nicht. Kinder können in einem breitgefächerten Maße geistig beschleunigt oder gebremst werden; von schlauen Schülern abgesehen, die den Übergang von der Realschule auf das Gymnasium schaffen, trotz Realschule, ist das gegliederte Schulsystem maßgeblich an der sich auseinanderbewegenden geistigen Entwicklung der Kinder schuld. Beziehungsweise ist das Absicht, um sich eigens die Existenzberechtigung zu schaffen, auf die sich das Schulsystem im Anschluß beruft. Hier in Ostdeutschland ist das ganz deutlich zu merken. Die Realschüler von vor 10, 15 Jahren, die noch zu DDR-Zeiten frühgefördert, eingeschult und in der Unterstufe (Grundschule) mit der DDR-Pädagogik belehrt worden sind, waren anders als die jetzigen Realschüler. Die jetzigen Realschüler (und Gymnasiasten) sind die Kinder, die das gegliederte Schulsystem von A bis Z durchlaufen haben. Und momentan kommen gleichzeitig mehr und mehr Junglehrer in das Bildungssystem, die den leistungsfeindlichen, am Schüler ausgerichteten Methodenzirkus von A bis Z aufsaugen mußten. Siehe da, das Beklagen über die Kinder explodiert.
Die Schule und die Art und Weise des Lehrens und des zwischenmenschlichen Umgangs in der Schule prägen Kinder stark; wenn ich Kinder auf der Hauptschule verkommen lasse, ist die lange prägende Phase der Schulzeit unwiederbringlich verloren. Ähnlich ergeht es inzwischen den Realschulen, die eigentlich nur ausgedünnt werden, um den Abstand zum Gymnasium konstant zu halten.

Die häufig beklagte mangelnde Motivation ist ihnen ebenfalls nicht
angeboren, sondern eine Folge des miserablen Schulsystems verbunden
mit mindestens ebenso schlechten Zukunftsaussichten selbst bei einem
guten Hauptschulabschluss.

Wenn ich das lese. Du sprichst mit einem Ostdeutschen; ein Hauptschulabschluß ist hier kein Schulabschluß sondern ein Haufen Dreck. Einen Hauptschulabschluß gab es in der DDR nicht und alles unterhalb der Abschlußprüfung 10. Klasse ist ein Schulabbruch.
Es existiert kein „guter Hauptschulabschluß“, ein Hauptschulabschluß ist grundsätzlich schlecht. Ein längst veraltetes, abgeflachtes und unzureichendes Modell. Und besonders im Osten gewinnt niemand einen Blumentopf mit dem Hauptschulabschluß, denn die Arbeitslosigkeit ist dermaßen hoch, daß die Aussicht auf eine Arbeit mit lokal quadratischer Konvergenz gegen Null geht. :wink:

oder eben von „Fidschis“, die überwiegend aus Vietnam
oder Kuba kamen.

Reime Dir nur weiter die Dir passende Welt in Deinem Kämmerlein zusammen.

Klar.

Blablabla, und wieder Dünnpfiff.

Demnach hat ein 10. Klässler dort 35 Unterrichtsstunden pro Woche.
Davon 12 in „MNT“ Fächern, 13 in Deutsch und Fremdsprachen, 4 in
Geschichte und Politik, 2 in Philosophie oder Religion, 2 in Sport
und 2 in Kunst oder Musik. Ich kann da keine Unterrepräsentanz von
MNT feststellen.

Ich aber, und zwar stark!

Ich zähle außerdem 10 Stunden und nicht 12.
4 Mathematik + 2 Physik + 2 Chemie + 2 Biologie.
Geographie ist den Gesellschaftswissenschaft beigeordnet.

10 von 35 sind lächerlich, nichtmal ein Drittel!
Außerdem gelten weitere enorme Einschränkungen:
Die 28% MNT sind der Spitzenwert in der 5.-10. Klasse. Die vorherigen Klassen bieten noch geringere Umfänge an MNT-Unterricht.

Die Stundenzahl für Mathematik ist unter aller Würde.

Der Fachunterricht in der 5.-10. Klasse ist sehr spät ausdifferenziert, wie man an stundenzahlschwachen Pfuschfächern wie „Geschichte und Globus“ oder „Naturwissenschaft/Technik“ sieht.

Polytechnischer Unterricht fehlt völlig.

Es ist in manchen Klassen Epochenunterricht vorgesehen, so daß kontinuierliche Lehre mit all ihren Vorteilen in den entsprechenden Fächern nicht stattfinden kann, und die Stoffvermittlung bei Lehrerausfall sehr viel stärker betroffen ist.

Ich sagte bereits: Du kennst keine Schule, die den MNT-Unterricht gleichberechtigt und mit der erforderlichen Intensität umsetzt. Die von Dir aufgestöberte Stundentafel stützt dagegen meine Einschätzung, daß es nicht von ungefähr kommt, wenn Abiturienten einerseits nicht die Voraussetzungen für ein MINT-Studium mitbringen und andererseits das richtige schulische Biotop für die gute Vorbereitung auf das MNT-Studium fehlt.

Geht man ferner davon aus, dass zu jedem Fach pro Woche insgesamt
mindestens eine Stunde Hausaufgaben hinzukommen, hat ein Schüler von
15 Jahren eine 48 Stunden Woche.

Unsinn.
Erster Fehler: Schulstunden sind keine vollen Stunden.
Zweiter Fehler: Die veranschlagte Zeit für die Hausaufgaben ist eine blanke Unterstellung.

Das ist sicher keine Unterforderung.

Wenn ich Deine Quelle betrachte, ist das eine starke Unterforderung und vor allem Dünnbrettbohrerei.
Für ein „humanistisches Gymnasium“ sind die Sprachen schwach vertreten. Für gegenwärtige Erkenntnisse zur Sprachbeherrschung deutscher Schüler ist das Fach Deutsch sehr schwach vertreten.
Überflüssige Quatschereifächer wie Religion tummeln sich im Stundenplan. Die Wahlpflichtfächer sind einseitig, auch für ein humanistisches Gymnasium.

Den Eindruck habe ich aber nicht.

Dann ist Dein Eindruck falsch.
Am lautesten beklagen sich schließlich die Lehrer, die den Kompetenzenzirkus lehren müssen…

Es ist aber allemal besser, als das stumpfe Auswendiglernen im
Frontalunterricht des vorvorigen Jahrhunderts.

Den Brückenschlag Auswendiglernen und Frontalunterricht sehe ich nicht; das ist keine natürliche Verwandtschaft. Und auch der Verweis auf das 19. Jahrhundert ist deplaziert.

Ich meine, dass ich genau das hatte.

Wenn ich auf den Dachboden gehe und in meinem Schulzeug wühle, hat sich Dein Eindruck schnell erledigt. Besonders deshalb, weil ich den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig der EOS besuchte.

Welche Folgen die Studiengebühren haben, kann man u.A. hier nachlesen

Klopf, Klopf, ich äußerte mich nicht zu Studiengebühren. Warum Du mich deshalb mit diesem Problem in Verbindung bringst, ist mir unverständlich.

Nein. Du sprichst lediglich ca. der Hälfte von Ihnen die
Studierfähigkeit ab.

In den kommenden fünf Jahren trifft diese Schätzung sicherlich zu.
Wir sind auf dem Wege dorthin.

Da Du ja offensichtlich in einem MNT-Bereich arbeitest, begründen
sich Deine Kenntnisse auf mehr als anekdotischem Wissen?

Schon einmal was von Studium generale und technischen Wahlpflichtfächern für Nichttechniker gehört?

Wenn es ein flächendeckendes Phänomen ist und die Schule betrifft,
ja.

Wo ist das Phänomen denn bitte „flächendeckend“?

Und warum sollte die Wahrscheinlichkeit größer sein, daß die Lehrer dieses „flächendeckende Phänomen“ verschulden und nicht die indiskutable Schulstruktur, die schlechten Lehrpläne, die im Sturzflug befindliche Erziehung der Eltern, die gewaltige Unterfinanzierung des Bildungssystems, die leistungsfeindliche schülerorientierte Pädagogik, die den Lehrern vorgeschrieben wird?

Ich bin glühender Lehrerbeschützer und wenn ich Deine „Kritik“ lese, bin ich froh, kein Lehrer zu sein, weder in der Schule noch in der Hochschule, der sich mit solchen blindwütigen und einseitigen Gesinnungen herumschlagen muß.

Der Lehrer - der Fußabtreter der Nation. Wirklich sehr gut.

Die Eltern sollen lieber ihre Kinder vernünftig erziehen und die akademisierte Frühförderung und Weiterführung der familiären Erziehung den Könnern überlassen, das heißt dem Staat, in Form von Krippenerzieherinnen, Kindergartenerzieherinnen, Lehrern und Horterzieherinnen, anstatt über die wichtigsten Berufszweige der Gesellschaft dermaßen unreflektiert herzuziehen.

Oder meinst Du, es sind vielleicht Erdstrahlen?
Oder Hyperraum-Sub-Eta-Wellen von fiesen Außerirdischen?

Ja, ja, wenn Dir nichts Vernünftiges einfällt, dann kommen solche geistig brillanten Äußerungen.

Du hast in Deinem Kommentar schon eine Weile nichts mehr über die DDR berichtet… fühlst Du Dich da nicht unwohl?

Und natürlich gilt auch hier: Wenn eine große Zahl an Studenten den
Stoff nicht versteht, dann sollte man die Frage nach der Qualität
der Lehre stellen.

Das war vielleicht zu meiner Studienzeit so.
Heutzutage ist das kurzgeschlossenes Denken.

Wenn ich tagtäglich den Campus beobachte, müssen die Studenten aber schnell die Klappe halten und zunächst vor der eigenen Türe kehren…

Es ist kein Geheimnis, dass eine bessere Schuldbildung stets auch
bessere Vorbereitung auf die Berufsausbildung bedeutet.

Es ist aber Unfug, zu kolportieren, daß irgendein Lehrberuf in der Berufsausbildung das Reifezeugnis ais Voraussetzung braucht.
Die Lehrzeiten sind ohnhin viel zu lang und könnten ohne Qualitätseinbußen gekürzt werden.

Und Du bist der Meinung, diese könne sich nur entfalten, wenn man
ihnen die weniger intelligenten Menschen vom Hals hält?

Nein, es ist eine Frage des Brotkorbs.

Wer viele zum Reifezeugnis und zum Hochschulabschluß führen will, muß den Brotkorb niedriger aufhängen.
Sinnvoller ist es, das Bildungs- und Gesellschaftssystem nicht künstlch zu überakademisieren und soviele Studierte hervorzubringen, wie tatsächlich gebraucht werden, wenn das Bildungssystem das Maximum aus der Bevölkerung herausholt.
Wenn die Breitenbildung ordentlich funktioniert (rationelle Einheitsschule, Berufsausbildung, Weiterqualifizierng) sind Abiturientenquoten von 30% und mehr überflüssig.

Elitenbildung würde außerdem die Hochschullandschaft und die Forschung beschleunigen. Es wären zwar weniger Fachkräfte in dem Bereich tätig, das wären dann aber die wirklich schlauen Leute, wo die Dinge zügig vorwärtsgehen.

Wenn Schüler und Studenten scharenweise nicht verstehen, was ihre
Lehrer und Dozenten da so von sich geben, dann liegt das nicht an
den Empfängern des Wissens, sondern an dessen Vermittlern!

Ja und nein. Ja, das gibt es. Nein, die Lösung ist nicht das System an die Schüler anzupassen, sondern den Schülern Beine zu machen und die Prozente an schlechten Lehrern rauszuwerfen.

Die Kinder müssen von Beginn an besser gefördert werden, dann könnte man auch wieder das Niveau verlangen, was z.B. die Polytechnische Oberschule ab dem 1. Tag der 1. Klasse konsequent durchsetzte.

Jetzt das Bildungssystem in den Wind der ungenügenden Voraussetzungen der Kinder zu drehen, hieße das Ende jeglicher Bildung in Deutschland.
Der Unterricht darf keine Rücksicht auf zappelige, konzentrationsunfähige, anstandslose, unhöfliche, anstrengungsunwillige, unordentliche, disziplinlose, reizüberflutete, von visueller geselleschaftlicher Gewalt geprägte, desinteressierte Kinder nehmen, sondern Familie und Staat müssen dafür sorgen, daß die Kinder am Ende des 6. Lebensjahr hohe Normen an den Intellekt und an das Betragen erfüllen, so daß mit ihnen ordentliche Schule gemacht werden kann.

Domischs Chef Jukka Sarjala, der Präsident des Zentralamts, hat als
Grundsatz der finnischen Bildungsphilosophie ausgegeben: „Wir sind
nur fünf Millionen; wir können es uns gar nicht leisten, auch nur
ein Kind nicht zu fördern.“ Was können deutsche Lehrer daraus
lernen? „Dass sie anfangen sollen“, der freundlich-leise Domisch
wird plötzlich laut, „ihre Kinder so gern zu haben wie ihren Stoff.“

Das ist ein westdeutsches Problem. Ein Problem der Lehrerausbildung.

Unser jüngster Sohn traf sich vor drei Wochen mit seiner ehemaligen Unterstufenlehrerin zum Kaffeetrinken. Er beschrieb sie als so herzlich und kinderlieb wie zu POS-Zeiten.

Wenn ich haufenweise schlechte Abiturienten zum Lehrerberuf zulasse, wovon viele lieber was anderes studiert hätten, brauche ich mich nicht wundern, daß am Ende kinderfeindliche, zynische Technokraten herauskommen.

Der Lehrerberuf muß in Zukunft mit den strengsten Zulassungsvoraussetzungen überhaupt verriegelt werden, um nur die besten Schüler, die leistungsmäßig u n d charakterlich-zwischenmenschlich geeignet sind, in den Lehrerberuf zu ziehen.

Warum müssen die schlechteren Studenten rausgeschmissen anstatt
gefördert werden?

Weil die Hochschulen noch schlechter finanziert werden als das Schulsystem.

Keine Ahnung, die DDR kommt in aktuellen Statistiken nicht mehr vor.
Aber in Finnland fangen laut OECD 72% eines Jahrgangs das Studium an
(berechtigt wären 91%, stimmt, ganz krasse Auslese!), in Japan wären
69% berechtigt und immerhin 41% nehmen dann auch ein Studium auf.

Wie immer sehr unreflektiert und nicht differenziert genug.

Belies Dich über die Zulassungsprüfungen in Finnland und Japan und wie sich dabei schlechtere Ergebnisse auf das Studium auswirken.
Dann begreifst Du hoffentlich den Fehler dieser bloßen Zahlenschieberei.

Für Deine DDR-Bildung:

Abiturientenquote 7-19%, >10 % nur Ende der 50er bis Mitte der 60er
95% davon zum Hochschulstudium
Studienabbrecherquote Ende der 50er

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Da bleibt ja nur noch die Flucht nach vorne und das kollektive
Beschuldigen der Lehrer und Hochschullehrer, ansonsten müßtest
Du eingestehen, daß das westdeutsche Schul- und
Erziehngssystem vollständig versagt hat. Unsere Kinder, die
Kinder unserer Nachbarn usw. zeigten und zeigen jedenfalls
keine Ausfallerscheinungen, trotz (oder auf Grund?) der
strengeren Erziehung, der guten Erziehung und Bildung in
Kinderkrippe und Kindergarten. Sie erinnern sich positiv an
ihre Vorschulerziehungszeit. Vor allem e r l e b e n sie es am
eigenen Leib mit ihren eigenen Kindern (unseren Enkeln), was
Frühförderung und eine geordnete Erziehung ausmachen bzw. was
das Fehlen der professionellen, staatlichen Erziehung die
Kinder lebenslang an Intelligenz und Chancen kostet.

Je früher die Förderung beginnt, desto besser läuft es in der Schule. Da werden die Grundlagen gesetzt. Deshalb ist der Kindergarten sehr wichtig in der Entwicklung, was aber im westen nicht beachtet wird.

Lern- und Leistungsschule ist - leicht reformpädagogisch
aufgebohrt - die (ost-)deutsche Tradition im Schulwesen, und
die hat sich absolut bewährt.

Leistung muß sich lohnen und eshalb fehlen Anreize in der Schule. Kuschelnoten usw. bringen nichts. Auch MINT-Fächer sind kaum noch zu finden. Dafür gibt es immer mehr unwichtiges, was aufgeblasen wird.

Wer viele zum Reifezeugnis und zum Hochschulabschluß führen
will, muß den Brotkorb niedriger aufhängen.
Sinnvoller ist es, das Bildungs- und Gesellschaftssystem nicht
künstlch zu überakademisieren und soviele Studierte
hervorzubringen, wie tatsächlich gebraucht werden, wenn das
Bildungssystem das Maximum aus der Bevölkerung herausholt.
Wenn die Breitenbildung ordentlich funktioniert (rationelle
Einheitsschule, Berufsausbildung, Weiterqualifizierng) sind
Abiturientenquoten von 30% und mehr überflüssig.

Nicht für alles sind Akademiker gut. Manche Leute sind absolut begabte Handwerker, was auch in einer Gesellschaft gebraucht wird. Es kann nicht nur einseitig Beruf X ausgebildet werden, was Wirtschaft und Gesellschaft nicht braucht. Außerdem sind die Akademikerqoute im Ausland nur aufgrund mangelnder Ausbildung so hoch. Da gibt es sowas wie hier nicht.

Der Unterricht darf keine Rücksicht auf zappelige,
konzentrationsunfähige, anstandslose, unhöfliche,
anstrengungsunwillige, unordentliche, disziplinlose,
reizüberflutete, von visueller geselleschaftlicher Gewalt
geprägte, desinteressierte Kinder nehmen, sondern Familie und
Staat müssen dafür sorgen, daß die Kinder am Ende des 6.
Lebensjahr hohe Normen an den Intellekt und an das Betragen
erfüllen, so daß mit ihnen ordentliche Schule gemacht werden
kann.

Erziehung war schon immer Aufgabe der Eltern. Lehrer sollen hauptsächlich Wissen vermitteln. Dabei wird ein gewisses Niveau der Erziehung von den Eltern vorausgesetzt. Nur bleibt heute alles an den Lehrern hängen.

Nein, ein 5-6jähriges Hochschulstudium mit einem Abschluß auf
oder über Master-Niveau ist optimal.

Der Bachelor ist als erster Abschluß schon gut. Damit kann man dann anfangen zu arbeiten und holt später den Master nach.

Des weiteren betrachte ich die Fachhochschulen nicht abfällig,
mir bereitet die abgeflachte Ausrichtung dieser Institutionen
Probleme und die schlechten Erfahrungen von früher mit
derartigen Modellen.

FHs haben ihre Berechtigung als praxisorientierten Hochschule. Ähnliches hieß in der DDR Ingenieurhochschule. Auch diese Einrichtungen werden gebraucht, um nicht nur Leute im Elfenbeinturm zu haben, wie es bei Uniabsolventen ist.

Hallo,

Außerdem sinddie Akademikerqoute im Ausland nur aufgrund
mangelnder Ausbildung so hoch. Da gibt es sowas wie hier nicht.

Woher dieses Gerücht nur immer kommt. Natürlich gibt es auch im Ausland Berufsausbildung. Oder meinst Du, Handwerker, Kaufleute und Techniker werden grundsätzlich nur aus Deutschland importiert?

Gerade in Finnland gibt es auch die klassische Lehre neben der dort eher üblichen Berufsausbildung an besonderen Berufsschulen, ähnlich wie hier z.B. auch bei Heilberufen (Physiotherapeuten, Krankenpfleger, Altenpfleger, etc.) oder an Berufsfachschulen. Diese Ausbildung ist keineswegs schlechter, als hierzulande.

Man hat im Ausland allerdings erkannt, dass man wirtschaftlich erheblich besser dasteht, wenn man möglichst viele Menschen akademisch ausbildet.

In Deutschland ist die Qualität der handwerklichen Berufsausbildung sicher hoch, aber es reicht nicht aus, wenn wir uns nur alle gegenseitig die Haare schneiden.

Gruß

Fritze

Natürlich gibt es im Ausland kaum eine Ausbildung. Grade in Nordamerika gibt es nur kurze Kurse oder eine Anlernzeit. Das sind dann die Mechaniker oder Kaufleute.

Hallo,

Hmm, wie kommst Du denn jetzt auf die Krippe?
Von Krippe sagte ich nichts. Lesen scheint Dir arge Probleme
zu bereiten.

Die autoritäre Erziehung mit höchstem Anpassungsdruck wurde in der DDR von der Kinderkrippe über Kindergarten, Grundschule, Schule bis hin zu Berufsausbildung und Studium sehr konsequent umgesetzt.

Was die Leseschwierigkeiten betrifft, so scheinen mir die eher bei Dir ausgeprägt. Sonst hättest Du ja mal auf die Quelle zurückgreifen können und dort selbst lesen können, warum die Auswirkungen dieses Systems alles andere als positiv sind.

Davon abgesehen:

Wenn Du das Kürzel DDR liest, brennt irgendeine Sicherung in Deinem
Kopf durch und es folgen wahnsinnige Haßtiraden, obwohl Du keine
Kenntnisse von den Dingen hast. Das ist wirklich großartig.

Also die Hasstiraden kommen hier eigentlich von Dir. Es zeigt sich, dass die Aufarbeitung der DDR Geschichte noch lange nicht abgeschlossen ist.

Und was Indoktrination betrifft, so gilt das eher umgekehrt. Während wir, nicht zuletzt aufgrund der dort lebenden Verwandtschaft, stets von unseren „Brüdern und Schwestern“ gesprochen haben (bzw. Onkeln und Tanten) und den Alltag dort durch Paketsendungen mit trinkbarem Kaffee, essbarer Schokolade, tragbarer Unterwäsche, Damenstrumpfhosen, Dosenmilch, etc. erträglicher gemacht haben, wurde auf der anderen Seit den Kindern und Schülern stets was von „Klassenfeind“ eingebläut, breite Teile der Bevölkerung paramilitärisch ausgebildet, die HJ quasi nahtlos in Form der FDJ fortgesetzt, etc.

Man kann das ganze kurz machen: Wenn das System der DDR überlegen gewesen wäre, dann hätte es nicht zu so erbärmlichen Produkten und letztlich der eigenen Bedeutungslosigkeit bis zur Selbstauflösung geführt.

Trotz der offensichtlichen Mängel im Westdeutschen Bildungs- und Ausbildungssystem hat sich die westliche Form durchgesetzt. Warum? Weil ohne persönliche Freiheit alles andere wertlos ist. Kreativität lässt sich nicht durch Drill erzwingen und auch nicht gezielt in fünf Jahres Plänen herbeialchemisieren.

Und das ist auch der Kernpunkt meiner Kritik am gegenwärtigen – und von Dir in einer noch erheblich verschärfte Form geforderten – ausgrenzenden Bildungssystem.

Man verzichtet auf die Ideen und Kreativität der Mehrheit (in Deinem Falle: von 85%) der Bevölkerung und meint, die Elite würde das schon richten.

Das funktioniert auf so vielen Ebenen nicht, dass es mich sehr wundert, wieso es irgend jemandem tatsächlich nicht bewusst sein kann.

Auch wenn regelmäßig andere Töne propagandistisch unters Volk
gestreut werden: Intelligenz ist größtenteils vom Umfeld des
Kindes geprägt. Der genetische Einfluß mag in Spitzenbereichen
relevant sein, u.a. war das gut im Talent- und
Begabtenschulsystem der DDR zu beobachten, für die meisten
Kinder ist er es nicht. Kinder können in einem
breitgefächerten Maße geistig beschleunigt oder gebremst
werden; von schlauen Schülern abgesehen, die den Übergang von
der Realschule auf das Gymnasium schaffen, trotz Realschule,
ist das gegliederte Schulsystem maßgeblich an der sich
auseinanderbewegenden geistigen Entwicklung der Kinder schuld.

Genau das sage ich doch: Der Unterschied besteht nicht in einer genetischen Veranlagung, sondern in der systematisch schlechteren Ausbildung. Rahmenbedingungen vom Elternhaus her selbstverständlich eingeschlossen.

Die häufig beklagte mangelnde Motivation ist ihnen ebenfalls nicht
angeboren, sondern eine Folge des miserablen Schulsystems verbunden
mit mindestens ebenso schlechten Zukunftsaussichten selbst bei einem
guten Hauptschulabschluss.

Wenn ich das lese. Du sprichst mit einem Ostdeutschen; ein
Hauptschulabschluß ist hier kein Schulabschluß sondern ein
Haufen Dreck.

So denken offenbar nicht nur ewig gestrige DDRler, sondern auch ein großer Teil der Westbevölkerung. Daher kommt die mangelnde Motivation der Schüler (ich bin eh auf dem Abstellgleis) und darum gehört das gegliederte Schulsystem auf den Müllhaufen der Geschichte!

Demnach hat ein 10. Klässler dort 35 Unterrichtsstunden pro Woche.
Davon 12 in „MNT“ Fächern, 13 in Deutsch und Fremdsprachen, 4 in
Geschichte und Politik, 2 in Philosophie oder Religion, 2 in Sport
und 2 in Kunst oder Musik. Ich kann da keine Unterrepräsentanz von
MNT feststellen.

Ich aber, und zwar stark!

Ich zähle außerdem 10 Stunden und nicht 12.
4 Mathematik + 2 Physik + 2 Chemie + 2 Biologie.
Geographie ist den Gesellschaftswissenschaft beigeordnet.

Seit wann das denn? Klima, atmosphärische Prozesse, Vegetationszonen, Landschaftsökologie, Meteorologie, Geologie, Mineralogie, alles klar Naturwissenschaft. Es gibt Bereiche, die in die Wirtschaftswissenschaft und Politik reichen, aber die Anteile sind eher gering.

10 von 35 sind lächerlich, nichtmal ein Drittel!

12/35 sind etwas mehr als ein Drittel, aber Sport und Musik würde ich auch nicht den Geisteswissenschaften hinzurechnen.

Der Unterricht teilt sich somit ziemlich genau in ein Drittel MNT, ein Drittel Sprache und ein Drittel Gesellschaftswissenschaft/Kunst/Musik/Sport.

Polytechnischer Unterricht fehlt völlig.

Ja. Zum Glück. „Einführung in die Sozialistische Produktion“ fällt ersatzlos weg. Der Arbeitseinsatz der älteren Schüler als billige Ersatzkräfte für Produktionsengpässe ist ebenfalls nicht vorgesehen. Dinge wie technisches Zeichnen sind an technischen Gymnasien, Realschulen sowie – für die entsprechenden Berufsgruppen – an der Berufsschule Pflicht.

Geht man ferner davon aus, dass zu jedem Fach pro Woche insgesamt
mindestens eine Stunde Hausaufgaben hinzukommen, hat ein Schüler von
15 Jahren eine 48 Stunden Woche.

Unsinn.
Erster Fehler: Schulstunden sind keine vollen Stunden.

Ach ja. Ich vergaß. Nur 45 Minuten. Also: in Summe gute 38 Stunden pro Woche.

Zweiter Fehler: Die veranschlagte Zeit für die Hausaufgaben
ist eine blanke Unterstellung.

Ja. Normalerweise dürften es *pro Fach* (nicht pro Unterrichtsstunde) mehr als eine Stunde pro Woche sein.

Wenn ich auf den Dachboden gehe und in meinem Schulzeug wühle,
hat sich Dein Eindruck schnell erledigt. Besonders deshalb,
weil ich den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig der
EOS besuchte.

Dann sollte man vielleicht eher ein technisches Gymnasium zum Vergleich heranziehen?

http://www.g17-hamburg.de/tg/inhalte

et voilà: 34 Wochenstunden, davon 15 im MNT Bereich.

Schon einmal was von Studium generale und technischen
Wahlpflichtfächern für Nichttechniker gehört?

Ersteres ist eher ein Witz und das zweite ist mir von Universitäten gänzlich unbekannt. So wenig, wie ein Physiker Veranstaltungen der Altphilologen besuchen muss, so wenig gilt das umgekehrt.

Wenn es ein flächendeckendes Phänomen ist und die Schule betrifft,
ja.

Wo ist das Phänomen denn bitte „flächendeckend“?

Du beschreibst es doch so, als wären es keine Einzelfälle, sondern betreffe gleichsam alle Schüler und Studenten, die Dir in Deinem harten Alltag auf dem Campus begegneten.

Ich bin glühender Lehrerbeschützer

Und ich bin glühender Schüler- und Studentenbeschützer.

Wer viele zum Reifezeugnis und zum Hochschulabschluß führen
will, muß den Brotkorb niedriger aufhängen.

Nein. Er muss die Schüler besser fördern, damit sie den „höheren Brotkorb“ erreichen können.

Elitenbildung würde außerdem die Hochschullandschaft und die
Forschung beschleunigen.

Die Forschung in dem Bereich sagt da anderes. Genauso, wie es in Unternehmen dumm ist, die Mitarbeiter nicht konsequent an den Innovationsprozessen zu beteiligen, ist es, auf die Ideen der großen Bevölkerungsmehrheit zu verzichten. Geradezu hirnrissig ist es, dies zu tun, um Innovation zu fördern.

Ja und nein. Ja, das gibt es. Nein, die Lösung ist nicht das
System an die Schüler anzupassen, sondern den Schülern Beine
zu machen und die Prozente an schlechten Lehrern rauszuwerfen.

Genau. Wenn die Menschen einfach nicht ins System passen wollen, dann muss man sich eben andere Menschen besorgen. Das System zu ändern wäre hingegen abwegig. Auch wenn Du es nicht hören willst: Diese Sichtweise ist typisch für Menschen, die von Kindheit bis zum Erwachsenenalter das DDR Bildungssystem durchlaufen haben.

Die Kinder müssen von Beginn an besser gefördert werden,

Das kann ich nur 100% unterstützen! Wir verstehen allerdings unter Förderung offensichtlich vollkommen verschiedene Dinge.

Unser jüngster Sohn traf sich vor drei Wochen mit seiner
ehemaligen Unterstufenlehrerin zum Kaffeetrinken. Er beschrieb
sie als so herzlich und kinderlieb wie zu POS-Zeiten.

Ja. Es soll auch Menschen gegeben haben, die Margot Honecker als überlaufendes Fass voll der Sahne menschlicher Güte wahrgenommen haben.

Das durften in der DDR generell nur politisch genehme Genossen.

Unsinn. Und was sind bitte „politisch genehme Genossen“?
Wenn Du damit Linientreue meinst: falsch.

Also wer in der DDR die offensichtliche Auslese von Wissenschaftlern mit linientreuen Ansichten und Ergebnissen erfolgreich verdrängen kann, mit dem ist es schwierig, darüber überhaupt zu diskutieren.

Das hat überhaupt nichts mit sozialistischer Gleichmacherei zu tun.

Und ob das Absolvieren der höheren Lehranstalt und der
Universität für sehr viele oder alle Schüler sozialistische
Gleichmacherei ist.
So rot könnten nichtmal die Kommunisten werden.

Dann werden breite Teile der EU, vor allem in den skandinavischen Ländern, von ultra-Kommunisten regiert. Gut, dass wir da nicht leben müssen.

Eine Solidarität des Handelns

Was soll denn das sein? Was soll eine Solidarität des Handels
im Bildungssystem sein?

Wenn sich Lehrer und Schüler sowie Schüler untereinander helfen und ergänzen, anstatt auszugrenzen und abzuspalten.

Wenn ich mir die Veröffentlichungen im Maschinenbau oder der
Elektrotechnik anschaue, empfinde ich Dein Empfinden als
gestört.

Mal abgesehen davon, dass diese Veröffentlichungen äußerst selten auf Deutsch verfasst sind:

Man darf natürlich nicht in irgendwelche Ranglisten schauen,
die irgendwie nach irgendwelchen Kriterien erstellt worden
sind, und die jeder interpretieren kann, wie er möchte.

Sondern man muss die nach geheimen Kriterien angefertigte Reinerlein-Rangliste konsultieren. Is klar.

Und es ist natürlich verdammt unfair, wenn sowas wie der Ruf einer Universität von Studenten und Professoren zur Auswahl ihrer Studien- oder Forschungsstätte herangezogen werden.

Wenn die TU Dresden 200 Millionen Euro mehr bekommen würde und
dann reihenweise Spitzenforscher anzieht, würde es keine drei
Jahre dauern, bis die TU Dresden weltweit als beste
Universität geführt würde – ohne daß sich irgendwas in der
Lehre, in der Umsetzung von Theorie in die Praxis oder in den
Studiengängen geändert hätte.

Warst Du eigentlich mal am MIT oder in Harvard? Das interessante ist, dass dort die Studenten und Doktoranden teilweise in dunklen Kellerverliesen und Bretterbuden, in denen es von der Decke tropft oder, je nach Jahreszeit, unerträglich heiß oder kalt ist, arbeiten. Sie tun das nicht, weil sie diese Umgebung so toll finden. Sie sind da, weil dort eine hervorragende Gemeinschaft von Forschern und Studenten zusammenarbeitet. Bereits Erstsemester und sogar Schüler werden mit konkreten wissenschaftlichen Aufträgen in Experimente eingebunden und ernst genommen. Jederzeit ist ein freundlicher und fruchtbarer Austausch über alle Grenzen der Fachbereiche und Fakultäten hinweg nicht nur möglich, sondern aktiv gefördert. Diese dämliche „MNT gut, Rest schlecht“ Getue ist ihnen genauso fremd, wie pochen auf ergonomische Arbeitsplätze mit 35 Stundenwoche nach BAT IIa mit Familienzulage.

Das macht den Unterschied aus. Nicht die – zugegeben international natürlich hervorragend positionierten – Koryphäen, sondern die gesamte kreative und offene Atmosphäre, in der alle Studenten gefördert, eingebunden und ernstgenommen werden. Wo ein Professor es für unerträglich hält, wenn seine Vorlesungen nicht verstanden werden und sein Konzept zur Not auch radikal ändert, anstatt rumzujammern, die Studenten seien so blöd.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe dort auch nicht studiert. Ich durfte aber einen Freund besuchen, der es dorthin geschafft hat (mit Umweg über Göttingen, nachdem man ihn an der TU München für „des Studiums unwürdig“ erklärt hatte).

Und das Bildungssystem der USA so klar zu verkennen ist schon dummdreist, wenn man bedenkt, wie sehr Du Dich über die vermeintliche Unkenntnis der Kritiker des DDR Bildungssystems aufregst.

Die USA geben einen erheblich größeren Teil ihres Haushalts für öffentliche Bildung aus, als es beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Und natürlich ist es einem glühenden Verfechter des zentralistischen DDR Systems ein Graus, dass in den USA die Strukturen gänzlich dezentral sind. Mit den daraus resultierenden gewaltigen regionalen Unterschieden, Vor- und Nachteilen.

An ostdeutschen Universitäten hingegen haben schon Gastprofessoren
aufgrund der vergleichsweise große Gefahr für Leib und Leben, wenn
nicht ihrer selbst, so doch ihrer Familienmitglieder, dankend
abgelehnt. Auch eine Folge des Erziehungssystems der DDR.

Ach, wer denn? Wann? Wieviele? Auf Grund welcher Gründe genau?

Siehe: http://www.zeit.de/2008/19/C-Rechtsexremismus_stern_ oder aktueller hier
http://www.zeit.de/2009/30/Kommentar-Dresden-Attentat

Der Fall, den ich meinte, ist nicht darunter. Es ging um einen farbigen Gastprofessor, der samt Familie wieder abgereist ist, weil seine Kinder von Rechtsradikalen bedroht wurden. Es gab sogar eine offizielle Reisewarnung vom US Department of State für den Osten Deutschlands.

Generell lässt sich sagen, dass der Ruf Ostdeutschlands, fremdenfeindlich zu sein, im Ausland recht wohl wahrgenommen wird. Und zwar schon recht bald nach der „Wende“.

http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,977…

Die Statistik weist es auch glasklar nach, dass die Gefahr für Ausländer, Opfer eines rassistischen Übergriffs zu werden in Ostdeutschland erheblich höher ist, als im Westen. Und das, obwohl dort verschwindend wenige Ausländer leben.

Das kannst Du natürlich nicht sehen wollen, aber es ist deshalb nicht weniger real.

Du scheinst auch keinerlei Vorstellung davon zu haben, was es
unsere Gesellschaft kosten würde, 50% der Kinder oder mehr an
die Universität zu schicken.

Du scheinst keine Vorstellungen davon zu haben, was es uns kosten wird, das nicht zu tun.

Und der Nutzen? Äußerst fragwürdig, denn es gibt auf Grund der :Schieflage zugunsten der Geistes- und Wirtschaftswissenschaften bzw. :zuungunsten der MNT-Fächer schon jetzt viel zuviele Absolventen mit :den falschen Abschlüssen.

Mal ganz davon abgesehen, dass es nicht Aufgabe sein kann, Menschen nach dem Bedarf der sog. „freien“ Wirtschaft zu produzieren, gibt es selbst nach diesem Maßstab zu wenige Abschlüsse in allen Fachbereichen. Das Land der Dichter und Denker hat sich abgemeldet und sendet vorerst mal lieber das Testbild.

Die Chance über die berufliche Weiterqualifizierung ignorierst
Du ebenfalls.

Du meinst, ein Abendkurs in der Volkshochschule „Excel für Mütter“ gleicht ein Hochschulstudium aus?

Wir brauchen keine akademisierte Gesellschaft, sondern einfach
eine gebildete Gesellschaft. Breitenbildung heißt aber nicht
automatisch, die Universitätsabschlüsse jedem
hinterherzuwerfen.

Es geht überhaupt nicht um das hinterherwerfen, sondern um eine hochwertige Ausbildung.

Gruß

Fritze

Natürlich gibt es im Ausland kaum eine Ausbildung.

Genau. Die sind alle doof — Natürlich gibt es im Ausland eine Ausbildung.

Grade in Nordamerika gibt es nur kurze Kurse oder eine Anlernzeit. Das
sind dann die Mechaniker oder Kaufleute.

Das ist falsch. Es gibt dort keine betriebliche Ausbildung, wie in Deutschland. Dennoch gibt es selbstverständlich eine Berufsausbildung. Die wird dort in einem Äquivalent zur hiesigen „Berufsfachschule“, den „Colleges“ gelehrt.

Wenn Du beispielsweise Koch werden möchtest, gehst Du auf ein „culinary college“.

http://www.ciachef.edu/

Frisöre gehen auf ein hair design college

http://www.collegeofhairdesign.com/

KFZ Mechaniker wird man in einer Automotive School

http://www.lincolnedu.com/careers/automotive/automot…

Das selbe gilt für alle anderen Berufe.

Natürlich gibt es auch in den USA ungelernte oder angelernte Hilfskräfte. Aber die gibt es bei uns auch.

Gruß

Fritze

Man kann das ganze kurz machen: Wenn das System der DDR
überlegen gewesen wäre, dann hätte es nicht zu so erbärmlichen
Produkten und letztlich der eigenen Bedeutungslosigkeit bis
zur Selbstauflösung geführt.

Vieles wurde aus der DDR importiert. So schlecht kann es nicht gewesen sein. Günstiger kam das natürlich auch.

Trotz der offensichtlichen Mängel im Westdeutschen Bildungs-
und Ausbildungssystem hat sich die westliche Form
durchgesetzt. Warum? Weil ohne persönliche Freiheit alles
andere wertlos ist. Kreativität lässt sich nicht durch Drill
erzwingen

Nach 1990 wurde vieles, was besser war, weggeworfen, da nicht so cool. Das Bildungssystem der DDR war schon moderner und hat sich an der Bildung aus der Weimarer Republik orientiert, während im Westen noch das Bildungswesen aus dem 19. Jahrhundert besteht.

darum gehört das gegliederte Schulsystem auf

den Müllhaufen der Geschichte!

Vollkommen richtig. Durch die undurchlässigkeit der Bildungswege ist die Chancengleichheit sehr schlacht zu erkennen.

Ja. Zum Glück. „Einführung in die Sozialistische Produktion“
fällt ersatzlos weg. Der Arbeitseinsatz der älteren Schüler
als billige Ersatzkräfte für Produktionsengpässe ist ebenfalls
nicht vorgesehen. Dinge wie technisches Zeichnen sind an
technischen Gymnasien, Realschulen sowie – für die
entsprechenden Berufsgruppen – an der Berufsschule Pflicht.

Es geht um allgemeinbildende Schulen und da gibt es sowas nicht. Wer kann denn heute was nach Schulabschluß? Auch der Arbeitseinsatz (PA) war zum lernen da, um später die Voraussetzungen für den Beruf zu erlangen.

Und es ist natürlich verdammt unfair, wenn sowas wie der Ruf
einer Universität von Studenten und Professoren zur Auswahl
ihrer Studien- oder Forschungsstätte herangezogen werden.

Diese Ranglisten sagen nichts über die Lehre aus, da es dort nur um Forschung geht. Ein Student hat mit Forschung nichts zu tun. Erst ab der Promotion oder Forschungsmaster kommt man damit in Berührung.

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Hallo,

Vieles wurde aus der DDR importiert. So schlecht kann es nicht
gewesen sein. Günstiger kam das natürlich auch.

Das führt im Rahmen dieses Threads zu weit und wurde seit 1990 bestimmt auch schon hundertmal diskutiert. Es handelte sich dabei eher um Entwicklungshilfe als um Importe. Es gab wohl vereinzelt Schreibmaschinen oder die „Präsident“ Nadeldrucker, aber von „vieles wurde aus der DDR importiert“ zu sprechen ist schon ein wenig auf von Schnitzler Niveau :smile:

Nach 1990 wurde vieles, was besser war, weggeworfen, da nicht
so cool. Das Bildungssystem der DDR war schon moderner und hat
sich an der Bildung aus der Weimarer Republik orientiert,
während im Westen noch das Bildungswesen aus dem 19.
Jahrhundert besteht.

Ich bin wirklich kein Freund des gegenwärtigen deutschen Schulsystems, aber in der DDR war das Schulsystem auf politische Indoktrination und möglichst rasche Überführung von Menschenmaterial in die sozialistische Fertigung ausgerichtet. Ich halte das nicht für modern.

Ja. Zum Glück. „Einführung in die Sozialistische Produktion“
fällt ersatzlos weg. Der Arbeitseinsatz der älteren Schüler
als billige Ersatzkräfte für Produktionsengpässe ist ebenfalls
nicht vorgesehen. Dinge wie technisches Zeichnen sind an
technischen Gymnasien, Realschulen sowie – für die
entsprechenden Berufsgruppen – an der Berufsschule Pflicht.

Es geht um allgemeinbildende Schulen und da gibt es sowas
nicht. Wer kann denn heute was nach Schulabschluß? Auch der
Arbeitseinsatz (PA) war zum lernen da, um später die
Voraussetzungen für den Beruf zu erlangen.

Warum solle man auf allgemeinbildenden Schulen Spezialwissen vermitteln? Mir wäre wohler, wenn die Schüler erstmal alle Lesen, Schreiben und Rechnen könnten. Das ist insbesondere bei vielen Hauptschülern in erschreckendem Maße nicht der Fall!

Über den Arbeitseinsatz als „Lernmittel“ lasse ich mich mal lieber nicht aus.

Diese Ranglisten sagen nichts über die Lehre aus, da es dort
nur um Forschung geht. Ein Student hat mit Forschung nichts zu
tun. Erst ab der Promotion oder Forschungsmaster kommt man
damit in Berührung.

Das ist einer der riesigen Fehler. Warum sollten Studenten nicht von Anfang an in die Forschung eingebunden werden? Hier dürfen sie in der Tat mit Forschung nicht mal in Berührung kommen!

Davon abgesehen geht in diversen Rankings (THES eingeschlossen) selbstverständlich die Qualität der Lehre ein, die in anderen Ländern auch sehr viel systematischer erhoben wird, als hierzulande.

Dort zahlen Studenten nämlich nur Gebühren, wenn sie dafür auch etwas geboten bekommen.

Gruß

Fritze

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Hallöle.

Sonst hättest Du ja mal auf die Quelle zurückgreifen können und dort
selbst lesen können, warum die Auswirkungen dieses Systems alles
andere als positiv sind.

Das ist ja das Problem, was Du auch überhaupt nicht verstehst.
Ich brauche nicht auf „Quellen“ zurückzugreifen, um zu wissen wie es in der DDR war und wie das alles funktionierte. Ich brauche auch keine Quellen, um die Nachteile zu sehen oder aber die Vorteile.

Also die Hasstiraden kommen hier eigentlich von Dir.

Entschuldigung? Du beschimpfst ohne ein Fünkchen Sachkenntnis mich als rechtsextrem, implizit alle neuen Bundesländer als Nazihochburg, unterstellst große Ausländerfeindlichkeit, schreibst eine aggressiven weltanschaulich extremst antikommunistisch durchtränkte Parole nach der anderen und versuchst dann, den anderen Deine neurotischen Anwandlungen zu unterstellen?

Daß ich nicht lache.

Es zeigt sich, dass die Aufarbeitung der DDR Geschichte noch lange
nicht abgeschlossen ist.

Daß Du damit nicht am Ende auf die Nase fällst. Deine Vorstellungen von „Geschichtsaufarbeitung“ zeigst Du ja ständig: Einseitigkeit. Herabwürdigende, generalisierende und indifferente Einseitigkeit.
Zu Deinem Pech liegt die Deutungshoheit über die DDR bei den Ostdeutschen.

Nicht vergessen: Wir entledigten uns der SED und ihrem Regime alleine, ohne die rechthaberische und besserwisserische Hilfe von westdeutschen „Brüdern und Schwestern“ wie Dir.

Die Fachliteratur kann schreiben, was sie möchte, solande Zusammenhänge von Millionen von Menschen anders wahrgenommen wurden, wird das vom konservativen Parteienspektrum kolportierte Bild verpuffen.
Der einzige Effekt ist, wie ich beschrieben hatte, die Gesellschaftsspalterei, die von armen Menschen wie Dir betrieben wird. Und natürlich von der Union und der FPD, um umgekehrt die westdeutschen Mitbürger zu aktivieren.
Ich erinnere an die peinliche Bierzeltrede Stoibers und an die vielen anderen Ereignisse dieser reaktionären Schiene.

Und was Indoktrination betrifft, so gilt das eher umgekehrt.

Ein schlechter Witz. Du zeigst Dich hier doch absolut halsstarrig und uneinsichtig, und explodierst wie der Krakatoa, wenn das Kürzel DDR fällt und Dir einer ins Gesicht schlüssig darlegen kann, daß Dein Standpunkt fragwürdig bis falsch ist.

die HJ quasi nahtlos in Form der FDJ fortgesetzt

Den indiskutablen und völlig falschen Vergleich mit dem Nationalsozialismus hatte ich eigentlich schon früher von Dir erwartet. Zeugt nicht besonders von Geist.

Wenn das System der DDR

von dem hier gar keine Rede ist

überlegen gewesen wäre

was nirgends von niemandem gesagt wurde

dann hätte es nicht zu so erbärmlichen Produkten

was natürlich falsch ist.

Ich erkläre Dir das jetzt nicht, nur soviel: Die DDR-Wirtschaft zerfie in zwei Teile; die Produktion für den internationalen Markt und die Produktion für den heimischen Markt. Es gibt unzähliche Beispiele für hervorragende Produkte, die für Devisen ins Ausland gingen, während die Konsumgüterproduktion für das eigene Volk litt.

Nebenbei: Dein Gerede über die Mangelwirtschaft zeigt des weiteren extreme Lücken in der deutsch-deutschen Geschichtskenntnis, ansonsten wüßtest Du, daß unter Walter Ulbricht die DDR trotz enormer Reparationsleistungen nicht nur so gut wie schuldenfrei wurde, sondern bescheidener Wohlstand aufkam. Mitte bis Ende der 60er hätten Dich die Ostdeutschen ausgelacht, wenn Du ihnen hättest erzählen wollen, daß es keine Apfelsinen, Bananen, Melonen, vielfältige Textilien usw. gab. Der extreme Mangel in der Konsumgüterversorgung, der heute sinnbildlich für DDR steht, war eine Folge der Politik Honeckers. Der revidierte das NÖSPL, verstaatlichte die vielen verbliebenen privatwirtschaftlichen Betriebe und überforderte die DDR-Wirtschaft mit einer völlig falschen Sozial- und Ressourcenpolitik.

Daß Du diese Differenzierung nicht schaffst, zeigt, daß Du weder ausreichende Geschichtskenntnis besitzt, noch solidarisch über das Leben Deiner ostdeutschen „Brüder und Schwestern“ denkst.

Du rührst einfach nur in einem unerträglich dummen, zu 100% sachkenntnisfreien Brei aller möglichen billigen Klischees über die DDR herum.

hat sich die westliche Form durchgesetzt. Warum?

Weil das der politische Verlauf der Wende gewesen ist und der Löwenanteil aller Maßnahmen von der Bundesregierung nach deren Weltbild vorgenommen worden sind. Die ideologisch motivierte Auflösung der Einheitsschule, die die DDR-Bürger unbedingt erhalten wollten, ist das beste Beispiel dafür.

Und das ist auch der Kernpunkt meiner Kritik am gegenwärtigen –
und von Dir in einer noch erheblich verschärfte Form geforderten –
ausgrenzenden Bildungssystem.

Daß ich nicht lache. Ich hätte am liebsten ein Einheitsschulsystem.
Der Unterschied ist: Im Gegensatz zu Dir verfüge ich über die absolute Erfahrungshoheit, wie so ein System arbeiten muß, damit es dauerhaft funktionieren kann, denn ich durchlief im Gegensatz zu Dir ein solches System als Schüler, als Familienvater und ich beschäftige mich seit der Wende theoretisch intensiv mit dem Thema.

Deine sozialistische Gleichmacherei wird nicht funktionieren.

Man verzichtet auf die Ideen und Kreativität der Mehrheit (in Deinem
Falle: von 85%) der Bevölkerung

Ernsthaft: Das ist wirklich eine blöde Unterstellung.

Es ist absolut nicht einzusehen, warum eine Abiturienten- und Akademikerquote von 15% die restlichen 85% ausschließen sollte.
Sind Facharbeiter oder Meister nicht kreativ oder ideenreich?
Du klingst so, als sei alles unterhalb des Diploms oder des Magisters niederes, unwürdiges Volk. Ich empfand die meinen Arbeitskollektiven zugeordenten Facharbeiter, Meister, Fachschulingenieure und Diplomingenieure alle als ideenreich und kreativ. Jeder auf seine Art und Weise. Doofköppe findet man überall, auch Akademiker sind diesbezüglich keine Ausnahme.

Das Problem ist: Ein Hochschulstudium kostet wahnsinnig viel Geld und eine Gesellschaft braucht keinen ausufernden Vorrat an Akademikern. Eine Gesellschaft muß gebildet sein, nicht zwanghaft akademisiert.

Was glaubst Du, was in der DDR in Bewegung geriet, als Walter Ulbricht forderte, daß Ende der 70er 85% der Bevölkerung einen Hoch- oder Fachschulabschluß haben sollten.
Zugegeben, daß Bildungssystem bekam einen neuerlichen Schub, besonders im Hoch- und Fachschulwesen, doch die Forderung war illusorisch. Das sah Ulbricht nach einer Weile selber ein.

Die Stärke einer Volkswirtschaft ist die pluralistische Arbeitsteilung und hoffentlich ein harmonisches Miteinander von Facharbeitern, Meistern, Ingenieuren.

Wie stellst Du Dir bitte eine Gesellschaft mit 50%, 60% oder noch mehr Akademikern vor?
Was ist dann der Wert des akademischen Abschlusses? Noch wichter: Was ist dann das Niveau des akademischen Abschlusses?

Universitätsabschluß ist was anderes als 10. oder 12. Klasse.

Wenn ich das lese. Du sprichst mit einem Ostdeutschen; ein Hauptschulabschluß
ist hier kein Schulabschluß sondern ein Haufen Dreck.

So denken offenbar nicht nur ewig gestrige DDRler, sondern auch ein :großer Teil der Westbevölkerung.

Das hat mit „ewig gestrig“ nichts zu tun, sondern ist einfach Erziehung und intellektueller Anspruch.
Oder was soll 9. Klasse bitte schön sein? Das ist ein Schulabbruch, denn es fehlen viele wichtige Kenntnisse aus der 10. Klasse und natürlich die große Schulabschlußprüfung.

Geographie ist den Gesellschaftswissenschaften beigeordnet.

Seit wann das denn? Klima, atmosphärische Prozesse, :Vegetationszonen, Landschaftsökologie, Meteorologie, Geologie, :Mineralogie, alles klar Naturwissenschaft.

Das machte zu meiner Schulzeit den Löwenanteil des Faches aus, was zu der Zeit noch Erdkunde hieß und auch als Naturwissenschaft konzipiert war. Doch Geographie gehört inzwischen in allen Bundesländern zu den Gesellschaftswissenschaften, weil die entsprechenden Inhalte überwiegen und die Betonung auf dem Bindeglied von den MNT-Fächern zu den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern liegt.

Davon abgesehen: Auch wenn wir die 2 Wochenstunden Geographie hinzunehmen würden, änderte sich nichts an der Analyse der krassen MNT-Vernachlässigung. An den sonstigen gymnasialen Profilen sieht es nicht besser aus wie an dem zitierten humanistischen Gymnasium.

Polytechnischer Unterricht fehlt völlig.

Ja. Zum Glück. „Einführung in die Sozialistische Produktion“ fällt
ersatzlos weg. Der Arbeitseinsatz der älteren Schüler als billige
Ersatzkräfte für Produktionsengpässe ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Und da sind wir wieder. Wunderbar.

Dann sollte man vielleicht eher ein technisches Gymnasium zum
Vergleich heranziehen?

Nein, ein technisches Gymnasium ist keine allgemeinbildende Schule, sondern gehört zu den berufsbildenden Schulen; die EOS war eine klar auf allseitige Allgemeinbildung ausgerichtete Lehranstalt. Die Zweige, die später leider abgeschafft worden sind, waren Bestandteil der Differenzierung, dennoch entfiel kein Fach von der Stundentafel.

So wenig, wie ein Physiker Veranstaltungen der Altphilologen
besuchen muss, so wenig gilt das umgekehrt.

Falsch. Eine gute Universtität läßt sich nicht lumpen und verlangt von den Ingenieuren, Physikern usw. nichttechnische Fächer und von den sonstigen Studiengängen technische Fächer zur Ergänzung und Vertiefung ihrer universitären Ausbildung. Zumindest ein Wahlpflichtfach im Grundstudium und ein Wahlpflichtfach im Hauptstudium. Mit den Bachelorstudiengängen ist das komplizierter geworden, aber noch vorhanden.

Du beschreibst es doch so, […]

Wo denn? Ich sage immer, daß das mein Eindruck ist und daß die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen dahin führen. Ich sage nicht, daß wirkliche alle Schüler und Studenten sind.
Im Gegenteil, ich bin froh, daß regelmäßig gute Leute in der Übung sitzen, ansonsten hätte ich längst auf die Promotion geschissen und wäre wieder auf und davon. Denn ohne schöne Momente und ein bißchen Freude geht es nicht.

Und ich bin glühender Schüler- und Studentenbeschützer.

Ich würde sagen, daß Du vielmehr Ausreden und Ausflüchte für das kollektive Versagen einer größer werdenden Anzahl von Studenten und Schülern suchst.

Kein Problem wenn Du die Problematik in der universitären Lehre differenziert diskutieren würdest, aber Du behauptest, daß hauptsächlich die Lehrer bzw. Professoren an der Bildungsmisere schuld wären. Und d a s ist falsch.

Viele Köche verderben den Brei und die Lehrer sind die letzten, die irgendeine Schuld trifft. Du kannst Dich ja einmal 6 Stunden vor eine „normale“ Klasse stellen und beweisen, daß Du es besser kannst.

Ich gebe ehrlich zu, daß ich froh bin, an der Hochschule mit vermeintlich Erwachsenen zu tun zu haben und relativ unantastbar von studentischer Seite zu sein. Täglich viele Schulstunden vor überfüllten Klassen herumturnen müssen, die zehn Meilen gegen den Wind nach der unerträglichen antiautoritären Erziehung stinken und voll von plärrenden, ungehobelten, pseudo-hyperaktiven oder pseudo-hochbegabten halben Schwererziehbaren sind, nein Danke!

Das macht kein normaler Mensch länger als eine Woche mit.

Großer Respekt für die pädagogischen Kämpfer, die sich das antun und dafür noch von Menschen wie Dir herabgewürdigt werden.
Leider nimmt man den Lehrern zusehens ihre Macht, ihre natürliche Vormachtsstellung in der schulischen Hierarchie und verkrüppelt sie in ihrer Ausbildung geistig durch die Pädagogik des offenen Unterrichts und des schülerbezogenen Lehrens.

Nein. Er muss die Schüler besser fördern, damit sie den „höheren
Brotkorb“ erreichen können.

Ich würde mich sogar zu einem Feldversuch breitschlagen lassen, der abgeschottet von der restlichen Schul- und Hochschullandschaft durchgeführt werden könnte, nur um Dir zu beweisen, daß nicht alle Menschen jeden beliebig aufgehängten Brotkorb erreichen können.

auf die Ideen der großen Bevölkerungsmehrheit zu verzichten.

Siehe oben: Warum soll das ein Verzicht sein, wenn 85% der Kinder den von mir theoretisch erörterten anspruchsvollen Übergang auf die höhere Lehranstalt nicht schafften, sondern in die Berufsausbildung, die Meisterausbildung, die Fachschulausbildung und die Weiterqualifizierung gehen?

Es ist leichter, die kapitalistischen Unternehmer staatlich zu zwingen, seine Mitarbeiter vernünftig udn würdig einzubinden, als eine Gesellschaft volkswirtschaftlich und schulisch zu überstrapazieren, um gigantische Akademikerquoten zu erzeugen.

Wenn die Menschen einfach nicht ins System passen wollen, dann muss
man sich eben andere Menschen besorgen. Das System zu ändern wäre
hingegen abwegig.

Richtig, und zwar dann, wenn nicht mehr sichergestellt werden kann, daß eine Systemänderung etwas zum Positiven wendet.

Auch wenn Du es nicht hören willst: Diese Sichtweise ist typisch für
Menschen, die von Kindheit bis zum Erwachsenenalter das DDR
Bildungssystem durchlaufen haben.

Daß der Mensch erziehbar und formbar ist, war schließlich eines der Ideale.

Du mußt aufhören zu ideologisieren, sondern nüchtern nachdenken:
Wir alle verlangen bestimmte Sachen vom Bildungssystem. Es ist aber nicht möglich, eine beliebige Forderung durch ein beliebiges oder beliebig angepaßtes System zu realisieren. Irgendwo muß ein Strich gezogen werden, der nicht unterschritten werden darf. Das verlangst Du aber, wenn Du das gegliederte Schulsystem durch eine gleichmacherische Gesamtschule ersetzen willst.
Das ist im Grunde fast Ingenieurwissenschaft: Unter gegebenen, unverrückbaren Randbedingungen x_1 … x_n soll in einer geforderten Zeit t ein System die gewünschten Ziele y_1 … y_n schaffen.
Es gibt Störungen, die kann ein System aber nicht ausgleichen, z.B. wenn mehr und mehr Kinder sprachlich und geistig auf Sonderschulniveau in der 1. Klasse ankommen.
Es gibt Grenzen und ein Schulsystem, was gegenüber seinen Schülern kein Mindestmaß an wie auch immer formulierten Anforderungen durchsetzt, versagt zwangsläufig.
Der Mensch kann nicht auf der Stelle stehen, wenn er sich vorwärtsbewegen will. :wink:
In diesem eingeschränkten Sinne müssen sich selbstverständlich die Kinder an das System anpassen. Wenn das nicht der gesellschaftliche Konsens ist, können wir es gleich lassen, denn dann macht jeder, was er will, keiner was er soll, und alle machen mit.

Ja. Es soll auch Menschen gegeben haben, die Margot Honecker als
überlaufendes Fass voll der Sahne menschlicher Güte wahrgenommen haben.

Wie immer. Du kannst nicht sachlich bleiben, sondern was über Deinen Biedermeierhorizont reicht, wird sofort abfällig, selbstgefällig und großkotig niedergemacht. Unmöglich, daß eine böse DDR-Unterstufenlehrerin tatsächlich kinderlieb sein könnte.

mit dem ist es schwierig, darüber überhaupt zu diskutieren.

Du akzeptierst einfach nicht, daß Deine festgefahrene und uneinsichtige Linie schlichtweg falsch ist und daß Du ein Dir indoktriniertes Klischee nach dem anderen bemühst. Und wenn Dir dann jemand erzählt, daß das alles wesentlich differenzierter im Alltag ablief, als Du Dir einbildest oder in irgendwelchen oberflächlichen Fernsehdokumentationen gesehen hast, besitzt Du dann sogar die Frechheit, diese Leute herabzuwürdigen und deren Lebenslauf zu diskreditieren. Sehr, sehr gut.

Dann werden breite Teile der EU, vor allem in den skandinavischen
Ländern, von ultra-Kommunisten regiert.

Nochmal: Betrachte die Zahlen differenzierter, und Du wirst erkennen, daß dort eine Auslese stattfindet, ohne die es nicht funktioniert und daß u.a. nicht alle Abschlüsse von gleicher Qualität sind, was z.B. von den Ergebenissen in Zulassungsprüfungen abhängt, die den Zugang zu bestimmten Einrichtungen verwehren. Was wirklich stärker akademisiert ist als bei uns in Deutschland, ist das Bildungssystems. Das hat sich Finnland z.B. von der DDR entlehnt und war auch Kennzeichen der Vorschulerziehung und Kinderbetreuung im gesamten Ostblock. Auch in Japan ist die Erzieherin ein akademischer Beruf.

Des weiteren befinden die skandinavischen Länder in einer schwierigen Lage, weil die Überakademisierung z.B. vieler Berufsbilder zu Mangelerscheinungen geführt hat. Bestes Beispiel sind die Handwerker, die scharenweise aus dem Ausland geholt werden.

Deine Zahlenschieberei ist nicht zielführend, um die wahre Situation abzubilden.

Wenn sich Lehrer und Schüler sowie Schüler untereinander helfen und
ergänzen, anstatt auszugrenzen und abzuspalten.

Und wie soll diese Hilfe aussehen?

Mal abgesehen davon, dass diese Veröffentlichungen äußerst selten
auf Deutsch verfasst sind

Aha. Daher entpuppt sich ein Streifzug durch die elektrotechnischen und maschinenbaustechnischen Institute und Fakultäten an den Unis als Leseliste deutscher Literatur.
Wenn ich englischsprachige Beiträge sehe, sind das in der Regel Übersetzungen des zuvor veröffentlichen deutschen Artikels oder ein Ausländer hat den Artikel verfaßt.

Einbildung ist auch eine Bildung.

Warst Du eigentlich mal am MIT oder in Harvard?

Ja. Als ich nach der Wende einige Jahre in den Staaten war, nutzte ich die Gelegenheit, um mir die angeblichen „Eliteuniversitäten“ anzuschauen.
Daher auch meine Einschätzung, daß das keine Wunderkisten sind, sondern mit Wasser kochen wie alle anderen. Der Ruf und die Sonderstellung der ökonomisierten Forschung in den USA läßt das Geschäft dort laufen, nicht eine besonders tolle Lehre oder besonders überragende Bedingungen für die Studenten.
Die Studenten bezahlen eine verdammte Menge Geld und wollen dafür etwas bekommen; davon ist sind die Zustände dort entscheidend geprägt und das hat natürlich nicht bloß Vorteile.
Die vielzitierte Philosphie der Ive-League-Universitäten war zwar vorhanden, aber ich hätte mehr erwartet. Im Grunde konnte ich den typischen angelsächsischen Ansatz in einem etwas eleganteren Gewand beobachten. Mir hat mein straffes, aber gemeinschaftliches Studium zu DDR-Zeiten besser gefallen; schon deshalb, weil es keine Studiengebühren gab und die Lehre der Professoren einer sinnvollen Kontrolle unterworfen war. Wie gesagt: Für den Studenten ist Lehre viel, viel wichtiger als Forschung, so daß Bedingungen wie an den Ivy-League-Einrichtungen dem Löwenanteil der Studenten keinerlei Nutzen brächten.

Ein Student, der dieses Sommersemester in meiner Übungs saß und der von der LMU München wechselte, um mutig im „fernen Osten“ weiterzustudieren, erzählte mir ein Anekdote, die sich nach der Erhebung der LMU Münschen zur „Eliteuniversität“ zutrug. Der Professor kam in den Hörsaal und sagte: „Herzlichen Glückwunsch. Sie studieren jetzt an einer Eliteuniversität. Machen Sie sich aber nichts vor, denn das betrifft Sie und die Lehre nicht, sondern nur die Forschung. Für Sie ändert sich überhaupt nichts.“.

BAT IIa

BAT ist nicht, das heißt TVL.

Und das Bildungssystem der USA so klar zu verkennen ist schon
dummdreist, wenn man bedenkt, wie sehr Du Dich über die
vermeintliche Unkenntnis der Kritiker des DDR Bildungssystems aufregst.

Mein DDR-Reifezeugnis hat mir 1992 soviele credits eingebracht, daß ich von den absoluten Spezialvorlesungen abgesehen alleine für Reifezeugnis annähernd das volle 1.+2. Studienjahr für den Bachelor anerkannt bekam.

Und den Niveauunterschied auch zwischen dem mangelhaften gegliederten Schulsystem zur High School konnte ich am eigenen Leib miterleben. Das Bildungssystem der USA zeigt gut, wie die Breitenbildung des Volkes im großen Stile mißlingen kann, wenn Differenzierung, autonome Schulen und ökonomische Rahmenbedingungen das System fest im Würgegriff haben.

Generell lässt sich sagen, dass der Ruf Ostdeutschlands

Zwei Dinge; einerseits: Rechte Gewalt gibt es im Westen auch. Andererseits: Ostdeutschland wird von Armut und Arbeitslosigkeit beherrscht; dort kommt die rechte Anfälligkeit der paar Irrlichter her und nicht, wie Du völlig sinnfrei unterstellst, aus dem SED-Regime.

Darüber hinaus tust Du so, als ob das regelrechte Massenphänomene sind, die millionenfach täglich vorkommen, was aber Deine zitierten Quellen nicht belegen. Stimmung kann gemacht werden, und diese Stimmungsmache bezüglich des „rechtsradikalen Ostens“ nervt seit der Wende. Ich könnte spontan gar nicht sagen, wann ich zuletzt einen rechten Skinhead im Stadtbild gesehen hätte.

Du scheinst keine Vorstellungen davon zu haben, was es uns kosten
wird, das nicht zu tun.

Eine äußerst dumme Parole.

dass es nicht Aufgabe sein kann, Menschen nach dem Bedarf der sog.
„freien“ Wirtschaft zu produzieren, gibt es selbst nach diesem
Maßstab zu wenige Abschlüsse in allen Fachbereichen.

Aha. Dann erkläre mir, wozu wir tonnenweise Soziologien, Betriebswirtschaftler, Philosophen, Psychologen et cetera w i r k l i c h in solchen ungezügelten Mengen brauchen.

Du meinst, ein Abendkurs in der Volkshochschule „Excel für Mütter“
gleicht ein Hochschulstudium aus?

Und wieder der gleiche Blödsinn. Wenn Dir nichts einfällt, dumme, pampige, unsachliche Kommentare. Derartigen Blödsinn vernimmt man nichtmal an einem schwer betrunkenen Stammtisch.

Es geht überhaupt nicht um das hinterherwerfen, sondern um eine
hochwertige Ausbildung.

Natürlich ist es Hinterherwerfen von Abschlüssen, wenn Deine Abiturienten- und Akademikerquoten realisiert werden würden.
Daß eine solche Umstellung zudem viele, viele, viele, viele, viele Jahre bräuchte, ist der nächste Pferdefuß.

Hochwertige Ausbildung heißt nicht die totale Akademisierung der Gesellschaft. Das Anheben der Breitenbildung und die richtige Spezialisierung und Weiterqualifizierung im Beruf macht hohe Akademikerquoten überflüssig.

Tschüß

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Zu Deinem Pech liegt die Deutungshoheit über die DDR bei den
Ostdeutschen.

Genau. Wer denen das Leben in der DDR erklären will, kann einpacken.

Nebenbei: Dein Gerede über die Mangelwirtschaft zeigt des
weiteren extreme Lücken in der deutsch-deutschen
Geschichtskenntnis,

Damals ging der Hauptteil der Waren in den Export und der Rest kam in die Binnenwirtschaft. Natürlich konnte man keinen Mist im Ausland verkaufen, weshalb immer die beste Qualität dort verkauft wurde.

Was wirklich stärker akademisiert ist

als bei uns in Deutschland, ist das Bildungssystems. Das hat
sich Finnland z.B. von der DDR entlehnt und war auch
Kennzeichen der Vorschulerziehung und Kinderbetreuung im
gesamten Ostblock. Auch in Japan ist die Erzieherin ein
akademischer Beruf.

Nicht nur da. Auch die nichtärztlichen Gesundheitsberufe sind im Ausland alles Akademikerberufe. Ohne Bachelor geht da nichts. Genau deshalb wird die Ausbildung der BRD in diesen Ländern nicht anerkannt und da muß reichlich nachgeholt werden.

Und das Bildungssystem der USA so klar zu verkennen ist schon
dummdreist, wenn man bedenkt, wie sehr Du Dich über die
vermeintliche Unkenntnis der Kritiker des DDR Bildungssystems aufregst.

Da gibt es auch keine Berufsausbildungen wie hier. Nur läuft das am CC ab und dann gibt es den Associate, was wie eine Lehre ist.

Aha. Dann erkläre mir, wozu wir tonnenweise Soziologien,
Betriebswirtschaftler, Philosophen, Psychologen et cetera w i
r k l i c h in solchen ungezügelten Mengen brauchen.

Das hatte ich auch geschrieben, daß früher nach Bedarf ausgebildet wurde. Damit konnte jeder einen tollen Beruf erlernen und dieser wurde gebraucht. Einseitig ist das heute, wo Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt schlechte Bedingungen haben, da es zuviele davon gibt.

Hallo,

Du schreibst selbst, dass die Haupt- und Realschüler nicht dümmer seien, als die Gymnasiasten, dass Intelligenz nicht in erster Linie vererbt würde sondern auf einer soliden Ausbildung beruhe, verweigerst aber gleichzeitig aus irgendwelchen „systembedingten“ Gründen der überwiegenden Mehrheit ihre optimale Ausbildung.

Hochwertige Ausbildung heißt nicht die totale Akademisierung
der Gesellschaft. Das Anheben der Breitenbildung und die
richtige Spezialisierung und Weiterqualifizierung im Beruf
macht hohe Akademikerquoten überflüssig.

Gleichzeitig, verstehe ich das richtig, machst Du mit 50 Jahren Deinen Doktor? Deiner Meinung nach brauchen wir also keineswegs mehr junge Akademiker, da haben wir ja schon zu viele von, sondern mehr alte verbitterte Männer mit Doktortitel?

Sei mal froh, dass Du nicht mehr im System der DDR leben musst.

Gruß

Fritze

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