Auf uns wurde geschossen!

Hallo ihr Jäger mit Hundeerfahrung (Steffen? Catweazle?)

Vorgestern hatte ich auf einem Hundespaziergang einen recht unerfreulichen Zwischenfall: Zwischen mir und dem ca. 30 m vor mir auf dem Weg laufenden Hund pfiff ein Schuß durch. Wem er galt, war für mich nicht zu erkennen.

Zur Erläuterung: Ich bin als Hundausbilder und Geländerittführer für die Belange der Jäger hochsensibilisiert. Aber in diesem Fall ist mir kein Fehlverhalten meinerseits bewußt. Der Weg war im Weinberg, vom Waldrand mind. 200 m entfernt, der Hund ist top ausgebildet und wer mich beobachtet hat, hätte sehen können, daß ich ihn in regelmäßigen Abständen ins „Vorsitz“ und „bei Fuß“ heranrufe, er hat nicht gejagt, nicht mal den Weg verlassen, der geschottert und mit PKW befahrbar ist, und an Wochenenden stark von Spaziergängern frequentiert ist.

Es war 21:20 Uhr und damit zugegeben schon recht spät, aber an diesem längsten Tag des Jahres noch deutlich vor Sonnenuntergang und keine Dämmerung. Leider war außer mir weit und breit niemand unterwegs, den ich hätte fragen können, was da los war. Es war davor (ca. 1/2 Std) und danach ca. 1/4 Std) kein weiterer Schuß zu hören.

Nun wüßte ich gerne, was ich untenehmen soll. Einerseits bin ich froh, daß uns nichts passiert ist, und daß ich nun weiß, daß mein Hund wirklich schußfest ist, aber eigentlich bin ich der Meinung, daß man das nicht einfach so hinnehmen muß, auch wenn Nachforschungen wahrscheinlich im Sande verlaufen.

Anzeige bei der Polizei? Oder gibt es Jagdbehörden, bei denen man sich melden kann? Es könnte ja auch ein nicht dazu autorisierter Mensch mit Waffe gewesen sein!
Einen gezielten „Anschlag“ schließe ich aus, da ich hier seit ca. einem halben Jahr nicht mehr war und auch nur sehr selten Spazieren gehe.

Schon mal vielen Dank für (hoffentlich qualifizierte) Antworten, (habe bei der „Experten-Suche“ leider nicht meine gewünschten Favoriten gefunden)

Gruß, Eddy

Hallo Eddy,
über die untere Jagdbehörde (Landratsamt, Kreisfreie Stadt) würde ich mir den Jagdpächter/Inhaber benennen lassen. Dann unterhaltet Euch.
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

OWT

Hallo,

ich persönlich würde es der Polizei melden. Mag zwar sein, dass das in deinem Fall nichts bringt, aber wenn sich die Vorfälle häufen, kann die Polizei nicht tatenlos bleiben. Letztlich werden dadurch auch Menschen gefährdet.

Gruß, Niels

Hallo,

mit Schusswaffeneinsatz ist nicht zu spaßen und spaßt üblicherweise auch die Polizei nicht, wenn in direkter Nähe zu Menschen geschossen wird. Aufgrund der inzwischen vergangenen Zeit wird eine Spurensuche zwar wohl eher negativ verlaufen bzw. nicht merh durchgeführt werden, aber bei sofortiger Meldung des Vorfalls hätte man ganz sicher nach dem Projektil gesucht, dieses sichergestellt und dann versucht herauszubekommen, aus welcher Waffe es stammt. Schließlich muss der Schuss ja nicht von einem Jäger abgegeben worden sein. Kann durchaus auch andere Hintergründe geben.

Gruß vom Wiz

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Hi Eddy,

da du vor und nach dem Schuss nichts gesehen und gehört hast: Bist du dir sicher, dass der Schütze überhaupt in der Nähe war?

Zur Erklärung: Wir haben in unserem Hundeclub mal einen Film über das Jagen und den damit verbundenen Schusswaffengebrauch gesehen. Darin wurde erklärt, dass es schon zu mysteriösen Todesfällen gekommen ist, die sich erst viel später dadurch aufklärten, dass Kilometer entfernt ein Jäger einen Fehlschuss getan hat, der auch noch so unglücklich ausgerichtet war, dass es Kilometer entfernt im Dorf einen Toten gegeben hat (wirklich kein Unsinn).

Ein Jäger sollte sich vor dem Schuss immer vergewissern, dass in Schussrichtung bei einem Fehlschuss ein (unbelebtes) Hindernis die Kugel aufhalten kann. Sonst fliegt die meilenweit. Bzw. wenn ein See das Geschoss ablenkt fliegt die auch meilenweit in eine völlig andere Richtung (logischerweise).

Sollte dies nicht als Erklärung herbeigezogen werden können, schließe ich mich den Vorrednern hier an. Zumindest die untere Jagdbehörde sollte informiert werden, die hat nämlich auch Infos über die dort Jagdberechtigten.

Demnächst also Hund und Herrchen immer mit kugelsicherer Weste! Netten Spaziergang.

Gruß
Nita

Jägerlatein
Hallo,

auch wenn die Sache mit einem unkontrollierten Schuß nicht
harmlos ist, so scheint mir in den unten stehenden
Behauptungen doch 'ne Menge Jägerlatein drin zu stecken.

Zur Erklärung: Wir haben in unserem Hundeclub mal einen Film
über das Jagen und den damit verbundenen Schusswaffengebrauch
gesehen. Darin wurde erklärt, dass es schon zu mysteriösen
Todesfällen gekommen ist, die sich erst viel später dadurch
aufklärten, dass Kilometer entfernt ein Jäger einen Fehlschuss
getan hat, der auch noch so unglücklich ausgerichtet war, dass
es Kilometer entfernt im Dorf einen Toten gegeben hat
(wirklich kein Unsinn).

Ja, vielleicht 1km und der Schuß war dann tatsächlich
sehr unglücklich ausgerichtet, nähmlich mit einem guten
Winkel schräg gegen den Himmel (ballistische Bahn).
Trotzdem wird man den Knall gut hören können, falls nicht
gerade durch starke Umgebungsgeräusche überlagert.

Ein Jäger sollte sich vor dem Schuss immer vergewissern, dass
in Schussrichtung bei einem Fehlschuss ein (unbelebtes)
Hindernis die Kugel aufhalten kann.

Diese unbelebte Hindernis ist bei einem horizontalen Schuß
in jedem Fall die Erde (nur wenige 10…100m hinter dem Ziel).

Sonst fliegt die meilenweit.

Eine Meile ist je nach Gusto ein Entfernung größer 1,5km.
Das sind für Jagdwaffen schon recht große Reichweiten.
Von mehreren Meilen (oder auch Km kann da kaum die Rede sein).
Was anderes sind millitätische Waffen, die eine wesentlich
höhere Vo haben und aerodynamisch günstiger geformt sind.

Bzw. wenn ein See das Geschoss ablenkt fliegt die
auch meilenweit in eine völlig andere Richtung

Wasser hat dann wohl doch Balken, wahrscheinlich aus Stahl :wink:

Ansonsten wird die „völlig andere Richtung“ bei einem
flachen Schuß nach ein paar hundert Metern Richtung
Seeboden gehen. Bei einem ballistischen Schuß macht es
dagegen nur plopp beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche
und weg ist die Kugel.

(logischerweise).

Eher weniger logisch.

Sollte dies nicht als Erklärung herbeigezogen werden können,
schließe ich mich den Vorrednern hier an. Zumindest die untere
Jagdbehörde sollte informiert werden, die hat nämlich auch
Infos über die dort Jagdberechtigten.

Und wenn es gar kein Jäger war??? Wie gesagt, Jagdgewehr
hört man wahrscheinlich wesentlich weiter als die Kugel
fliegt.

Gruß Uwi

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Rückfrage
Hallo,

Zwischen mir und dem ca. 30 m vor
mir auf dem Weg laufenden Hund pfiff ein Schuß durch. Wem er
galt, war für mich nicht zu erkennen.

Mir kommt das etwas komisch vor. Deshalb folgende Fragen:

War da kein Schuß (Knall) zu hören ? Wenn ja, woher kam er?
So wie Du es beschreibst, müßte der Schuß rel. flach
„durchgepfiffen sein“. War das so? (dann wäre der Schütze
wohl nicht weit weg gewesen)
War ein Einschlag zu vernehmen?

Aber in diesem Fall ist mir kein
Fehlverhalten meinerseits bewußt. Der Weg war im Weinberg, :vom Waldrand mind. 200 m entfernt,

Das wäre erstens eine Entfernung, die für einen geziehlten
Jagdschuß schon sehr weit wäre.
Zweitens darf natürlich kein Jäger schießen, wenn augen-
scheinlich Menschen in Schußrichtung sich aufhalten.

Sonnenuntergang und keine Dämmerung. Leider war außer mir
Es war davor (ca. 1/2 Std) und danach ca. 1/4 Std)
kein weiterer Schuß zu hören.

Also war der Schuß doch deutlich hörbar und die Richtung
auszumachen?
Kannst Du nachsehen, ob in fraglicher Richtung (Wald) sich
evtl. ein Ansitz im Wald befindet?

Nun wüßte ich gerne, was ich untenehmen soll. Einerseits bin
ich froh, daß uns nichts passiert ist, und daß ich nun weiß,
daß mein Hund wirklich schußfest ist, aber eigentlich bin ich
der Meinung, daß man das nicht einfach so hinnehmen muß, auch
wenn Nachforschungen wahrscheinlich im Sande verlaufen.

Für einen geziehlten Schuß eines Jägers wäre das doch
mindestens eine sehr grobe Fahrlässigkeit und eine große
Frechheit.
Ein eher zufälliger Schuß, der dadurch entstand, daß der
Schütze nicht durch’s Gebüsch sehen konnte, wäre immer
noch groß fahrlässig.
Was sonst noch für Leute da rumballern könnten, weiß wohl
niemand. Das wäre dann eh eine Sache für die Polizei.

Gruß Uwi