Aufbau Deutschunterricht im Ausland

Hallo,

ich möchte gerne einen Einführungsunterricht über die deutsche Sprache gestalten. Nun bin ich unsicher wie ich diesen Unterricht für Erwachsene, nicht deutsch sprechende Teilnehmer aufbauen soll.

Meine Gedanken sind entweder: „A,B,C“ lehren oder einfache Sätze bilden wie: „Hallo, mein Name ist…“

Für Tipps bin ich euch sehr dankbar !

Hallo,

Nun bin ich unsicher wie ich diesen
Unterricht für Erwachsene, nicht deutsch sprechende Teilnehmer
aufbauen soll.

Meine Gedanken sind entweder: „A,B,C“ lehren

Damit es „interessant“ ist, würde ich erst einmal thematisch/ bei Bedarf auch mündlich einsteigen.
Geht es denn um Unterricht in einem Land, in dem nicht das lateinische Alphabet verwendet wird (oder in dem viele Menschen nicht lesen und schreiben können)?
Wenn du jetzt zwei Mal „nein“ gedacht hast, dann kann das abc irgendwann kommen, aber eine Sprache lernt man nicht damit, dass man nur die Aussprache der Buchstaben kennt.

oder einfache Sätze bilden wie: „Hallo, mein Name ist…“

Wenn ich eine neue Sprache lernen wollte, wäre das für mich wesentlich wichtiger, motivierender.

Es gibt im Internet viele Seiten, auf denen Deutsch gelehrt wird. Hol dir dort Anregungen. Eine kommentierte Liste findest du hier: http://www.deutschstunden.de/Links/Deutsch/DaF
Du wirst beim „Abgucken“ feststellen, dass manche Bereiche der deutschen Sprache ganz schön schwierig sind - und deshalb langatmig erklärt werden müssen. Dinge, auf die man als Muttersprachler gar nicht so kommen würde…

Hallo dacruz,

Meine Gedanken sind entweder: „A,B,C“ lehren oder einfache
Sätze bilden wie: „Hallo, mein Name ist…“

wage gar nicht, etwas anderes zu erwägen als die praktische Variante b), wenn du deine Schüler wirklich begeistern willst!

Mein letzter Anlauf, eine Fremdsprache zu lernen war Persisch, aber mit dem langweiligen Alphabet, das sie erst einmal über Wochen durchziehen wollte, hat mich die Persischlehrerin gleich abgeschreckt und ich bin nach dem ersten Mal nie wieder hingegangen!

Das lateinische Alphabet lässt du, wenn deine Schüler noch nicht entsprechend alphabetisiert sind, nur immer häppchenweise einfließen.

Das kann man auch auf sehr spielerische Weise machen, z. B. mit Büchern von sehr bekannten Autoren und deren sehr bekannten Buchtiteln, deren Bücher man in die Hand gibt und entziffern lässt!

Bei einem didaktischen Russisch-Selbst-Versuchsunterricht für Lehrerkollegen an der VHS, wo ich unterrichtete, konnte ich den Titel „Der Idiot“ und „Dostojewski“ auf Anhieb entziffern, obwohl ich vorher nie mit Russisch oder dem kyrillischen Alphabet in Berührung gekommen war.

Gruß Gernot

Herzlichen Dank für eure hilfreichen Tipps !

Es wird sich um thailändische Schüler/Innen handeln. Daher ist das „A,B,C“ noch einmal schwieriger ! Diese „Einstiegsmethode“ werde ich dann wohl getrost streichen.
Ich hatte nur überlegt wie ich als Kind in der Grundschule zum ersten Mal Deutsch hatte, vergass aber das ich natürlich schon nativ sprechen konnte ! :wink:

Hallo,

Es wird sich um thailändische Schüler/Innen handeln.

Sag das doch gleich :smile:

Ich bin vor kurzem über diese Seite gestolpert: http://www.thaideutschefreundschaft.de/ - im Moment wohl deutlich noch im Aufbau, aber vielleicht für dich als Lehrer ganz interessant, um zu sehen / hören, wo Probleme liegen können und welche Sätze evtl. interessant sind.

Moin,
es gibt ein Studium , das heißt „Deutsch als Fremdsprache“, abgekürzt DaF.
Hobbykünstler haben im Bereich des Sprachenlehrens (oder des Lehrens ganz allgemein) eigentlich nichts zu suchen, aber es gibt immer und überall (Erste Allgemeine Verunsicherung, 1985) welche die glauben, sie dürften und sie könnten es.

Als Lehrer für Französisch und Spanisch habe ich in Frankreich eine Zeit lang Deutsch unterrichtet - was glaubst Du, wie ich da anfangs auf die Fresse gefallen bin!

Pit

Hallo Pit, hallo Dacruz,

es gibt ein Studium , das heißt „Deutsch als
Fremdsprache“, abgekürzt DaF.

Als ich Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts anfing, gab es das noch nirgends und die Lehrwerke waren auch ganz miserabel und atmeten sogar noch den Mief der Fünfzigerjahre (ich denke da an Schulz/Griesbach und Schulz/Sundermeyer z.B.). Die Dinger kursieren teilweise heute noch.

Hobbykünstler haben im Bereich des Sprachenlehrens (oder des
Lehrens ganz allgemein) eigentlich nichts zu suchen, aber es
gibt immer und überall (Erste Allgemeine Verunsicherung, 1985)
welche die glauben, sie dürften und sie könnten es.

Als Lehrer für Französisch und Spanisch habe ich in Frankreich
eine Zeit lang Deutsch unterrichtet - was glaubst Du, wie ich
da anfangs auf die Fresse gefallen bin!

Ich glaube, ich habe das in den USA damals noch nicht einmal selbst gemerkt. Da hatte ich übrigens überhaupt kein Lehrwerk zur Hand, denn ich sollte ja Conversational German unterrichten.

Das war mit Kursteilnehmern, die teilweise selbst überhaupt erst im zweiten Semester Deutsch auf Vier-Wochenstundenbasis hatten, natürlich nicht so ohne Weiteres möglich. Also habe ich auch oft Grammatik erklärt.

Diese Austauschprogramme mit Lehrverpflichtung waren oft wenig durchdacht. Das lag aber weniger an den Austauschstudenten als an der Fachbereichsleitung.

Ich hoffe, das hat sich mittlerweile gebessert. Learning by Doing ist aber grundsätzlich nicht das Schlechteste. Ein wenig Anleitung kann aber auch nicht schaden.

Ich würde Dacruz raten, einfach mal in einem DaF-Anfängerkurs an der VHS, dem Goethe-Institut oder an einer Uni zu hospitieren, vielleicht auch in einem entsprechenden Alphabetisierungskurs, bevor ich mich auf den Weg nach Thailand mache.

Ganz wichtig finde ich auch, dass Dacruz Lehrmaterial aus Deutschland mitnimmt, denn in Thailand kommt man da nicht mehr so leicht dran.

Lehrmaterial kann auch ein Spiel sein. Mit einem kleinen Technik-Quartett (z.B. Autos, Lokomotiven, Landmaschinen) kann man z.B. wunderbar die Adjektivsteigerung üben.

http://www.daf-portal.de/material/index.php?viewCat=24

Gruß Gernot