Hallo Schorsch,
Das klingt zunächst gut, du übersiehst aber mehrere
Schwachstellen. Zum einen gilt diese Sicherheit allenfalls
dann, wenn genau ein Datum auf diese Weise verschlüsselt
wurde. Sobald der gleiche Algorithmus aber auf mehrere Daten
angewendet wird, gibt es bereits eine ganze Reihe von
Angriffsflächen. Insbesondere reicht es, ein einziges
Geheimnis auf beliebigem anderen Wege aufzudecken, um Zugriff
auf alle Geheimnisse zu haben.
Nehmen wir an, Du weisst, dass 3075 die verschlüsselte Version von 1234 ist. Welche Zahl verbirgt sich dann hinter 5853? Lösung unten [1]
Vor allem Familienangehörige
dürften auf diese Weise sehr schnell den Schutz aushebeln,
schwupps bestellt Sohnemann auf Vatis Kreditkarte.
Als Sohnemann brauch ich keinen Entschlüsselungsalgorithmus, um an Vatis Kreditkarte zu kommen 
Verschlüsselst du verschiedene Daten aber mit verschiedenen
Algorithmen, dürfte der Aufwand, die Algorithmen den Daten
zuzuordnen höher sein, als sich schlicht die Daten zu merken.
Siehe in der Antwort an Frank das Beispiel mit den TAN, welche sich ja dauernd ändern.
Wo sucht der Einbrecher nach Bargeld? Unterm Kopfkissen, im
Schmutzwäschebehälter und in der Keksdose auf dem Schrank.
Auch wenn Omma niemanden je mitgeteilt hat, wo ihr gebündeltes
Bares liegt, hat’s der Einbrecher doch innert 5 min. gefunden.
Auch wenn die Anzahl der möglichen Algorithmen unendlich ist -
von 100 Personen dürften locker 90 gleiche
Verschlüsselungsmethoden wählen. Sehr beliebt z. B. die
Taliban-Verschlüsselung: bilde ziffernweise den Offset zur 10.
Ich wette, dass trotzdem ca. 100% aller Kriminellen zuerst den Code direkt eingeben und erst nach (mehrmaliger) Fehlermeldung an eine Entschlüsselung denken.
Wählt der Verschlüsseler eine komplexere Methode (sie muss
primitiv bleiben, siehe zwei Absätze höher), wird lediglich
der Aufwand grösser, bei hinreichendem Aufwand wird die
Methode schnell offensichtlich werden.
Ja, mit hinreichenden Aufwand lässt sich so ziemlich jede Verschlüsselung knacken.
Der einzige Grund, warum man Lupos Methode dennoch als
hinreichend sicher (gegenüber unbekannten dritten) anzusehen
ist, ist der, dass ein Angreifer zunächst eine der bekannten
einfacheren Methoden verwenden wird, um an die Geheimzahl bzw.
an das Geld heranzukommen.
Jepp!
Ciao,
Pürsti
[1] Hinter 5853 verbirgt sich 2345. Die Verschlüsselung lautet ceil((x-4) * 5/2), die Entschlüsselung floor(x * 2/5 + 4). Solch ein einfacher Algorithmus ist doch einfach zu knacken, oder?