Aufenthaltsbestimmungsrecht

Angenommen eine Mutter, alleinerziehend, von 2 Kindern (5 u. 7 Jahre alt) möchte in eine andere Stadt, zu ihrem neuen Partner ziehen, (400km vom jetzigen Wohnort entfernt). Nach dem ersten Gespräch mit dem Ex-Mann, der keine Einwände zeigte, unternimmt sie die ersten Vorgänge, Gespräche mit Jugendamt, neue Schule suchen, Kindergarten, Whg usw.
Bei einem weiteren Versuch, mit dem Ex zu reden, über mögliche Umgänge und zukünftige Kontakte, stellt er sich stur und war in keinerlei Hinsicht bereit, irgendein Gespräch zu führen.

Jetzt bekam die Mutter ein Schreiben vom Gericht, in dem der Ex-Mann, also Kindesvater, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht wegen „Dringlichkeit“ beantragen will.

Die Mutter hat aber mit dem Kindergarten gesprochen, mit dem Jugendamt, die kleinere der beiden bekommt Frühförderung, und auch ihr Therapeut hat keine Einwände gezeigt.

Die Kinder sind psychisch stabil und in einem Alter, in dem so ein Umzug „tragbar“ ist, so das Jugendamt und der Therapeut.

Die Mutter will in dem neuen Ort eine Familienhilfe beantragen, um den Anfang in dem neuen Ort zu erleichtern.

Welche Möglichkeiten hat nun der Ex-Mann, um das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen, bzw welche Möglichkeiten hat die Mutter, damit sie dieses nicht verliert??

Danke Euch im voraus für die Antworten :o)

Hallo,

inwieweit verlieren die Kinder Kontakte zu ihrem bisherigen Umfeld? Ich meine vielleicht die Großeltern und sonstige Verwandte die am alten Wohnort wohnen; Freunde aus dem Kindergarten und der Schule?

Die Kinder werden durch den Umzug aus ihrem ganzen bisherigen Umfeld, der gewohnten Umgebung und ihren sozialen Kontakten herausgerissen. Die Kinder sind jetzt stabil, aber alle Beteiligten garantieren dass sie das nach dem Umzug immer noch sind?

Jugendamtsmitarbeiter sind keine Psychologen die die Folgen dieser Veränderung abschätzen können. Hinzu kommt das Kind mit der Frühförderung. Ob der bisherige Therapeut die Konsequenzen für dieses Kind wirklich richtig beachtet?

Wenn ein gerichtlicher Sachverständiger feststellt, dass für die Kinder die bisherigen erweiterten sozialen Kontakte wichtiger sind als der neue Lebensgefährte der Mutter und eine große Wohnung, hat der Vater gute Chancen das ABR zu bekommen.

Die Übertragung des ABR auf den Elternteil, der den Kindern die wenigsten Änderungen bei ihren sozialen Kontakten und ihrem Umfeld zumutet, ist heutzutage öfters als noch vor ein paar Jahren.

Gruß
Ingrid

Hallo,

inwieweit verlieren die Kinder Kontakte zu ihrem bisherigen
Umfeld? Ich meine vielleicht die Großeltern und sonstige
Verwandte die am alten Wohnort wohnen; Freunde aus dem
Kindergarten und der Schule?

Die Kinder werden in ein komplett neues Umfeld kommen, das wissen sie aber auch.
Die grosse freut sich auch auf eine neue Schule, die Möglichkeit eine Arbeit zu finden ist für die Kindesmutter in dem neuen Ort auch viel besser.
Die Betreuung der Kinder durch eine Ganztagsschule, bzw Hort wäre auch gesichert.

Die Kinder werden durch den Umzug aus ihrem ganzen bisherigen
Umfeld, der gewohnten Umgebung und ihren sozialen Kontakten
herausgerissen. Die Kinder sind jetzt stabil, aber alle
Beteiligten garantieren dass sie das nach dem Umzug immer noch
sind?

Die Kinder wissen, das es eine ganz neue Situation wird, das sie dort erst Freunde finden müssen.
Hier haben sie allerdings auch nicht viele Freunde.

Jugendamtsmitarbeiter sind keine Psychologen die die Folgen
dieser Veränderung abschätzen können. Hinzu kommt das Kind mit
der Frühförderung. Ob der bisherige Therapeut die Konsequenzen
für dieses Kind wirklich richtig beachtet?

Der Therapeut betreut die kleine seit über einem Jahr und kennt sie sehr gut und ist der Meinung, das ein Umzug für sie sehr wohl tragbar sei.

Wenn ein gerichtlicher Sachverständiger feststellt, dass für
die Kinder die bisherigen erweiterten sozialen Kontakte
wichtiger sind als der neue Lebensgefährte der Mutter und eine
große Wohnung, hat der Vater gute Chancen das ABR zu bekommen.

Dem Kindesvater liegt eher weniger an den Kindern als an der Kontrolle seiner Ex-Frau, sie hat ihn auch schon polizeilich aus ihrer Wohnung entfernen müssen, da er die WOhnung nicht verlassen wollte.
Er wird vor den Kindern auch laut und äussert sich der Ex-Frau gegenüber nicht grade kindesfreundlich.

Die Übertragung des ABR auf den Elternteil, der den Kindern
die wenigsten Änderungen bei ihren sozialen Kontakten und
ihrem Umfeld zumutet, ist heutzutage öfters als noch vor ein
paar Jahren.

Sie will ihm ja den Kontaktt zu den Kindern nicht verweigern, sie will auch kein alleiniges Sorgerecht, oder ABR, sie möchte einfach mit ihrem neuen Partner einen Neuanfang machen.

Sie hat den Kindern auch die Nachteile des Umzugs erklärt und sie nicht in dem Glauben gelassen, das dort alles wunderbar wird.
Zudem weiss der Ex-Mann schon seit 2 Monaten von dem Vorhaben und wenn die Ex-Frau nun schon die alte Wohnung gekündigt hätte, weil sie eine neue Hätte, wie würde es dann aussehen?

Danke für die Antwort :o)

Mami

Gruß
Ingrid

Hallo,

die Kinder sind 5 und 7 Jahre alt, hast Du geschrieben (ohne es jetzt nachzulesen).

Kinder in diesem Alter können - egal wie Du es vorher beschreibst - die Konsequenzen nicht überschauen. Sie stellen es sich toll vor und wenn es (aus Kindersicht) anders kommt, sind sie enttäuscht und haben dann ihre Probleme.

Wenn der Vater - wie Du in einem anderen Posting geschrieben hast - eine neue Partnerin hat, haben seine „Aufdringlichkeiten“ vermutlich nicht Dich als Ziel, sondern die Kinder.

Die Ex meines Mannes meinte auch, er will sie zurückhaben, wenn er um seine Kinder kämpfte. Er hätte sie nicht mehr haben wollen, selbst wenn sie inzwischen vergoldet gewesen wäre.

Ich kenne viele Väter die von der Exfrau der Wohnung verwiesen wurden, aber nur deshalb weil sie mehr Kontakt zu den Kindern und/oder spezielle Kinderprobleme o. ä. behandeln wollten.

Und Hand aufs Herz: Du wirst vor den Kindern nie laut? Du streitest nicht mit ihm? Du provozierst - durchaus unbewusst - nie seine Reaktionen?

Dass er erst jetzt tätig wird, kann u. U. damit zusammenhängen, dass er sich erst über seine Möglichkeiten informieren musste. Vielleicht auch eine Denkzeit benötigte. Da kann es noch viele Gründe mehr geben.

In dem anderen Posting hast Du geschrieben, dass Du Dich an den Fahrten zum Umgang beteiligen würdest. Das ist tatsächlich nett von Dir. Aber hast Du schon mal überlegt, wie oft man den Kindern diese lange Fahrtzeiten zumuten kann? Damit sie ihren Papa sehen können sind sie für den Hin- und Rückweg insgesamt mindestens 8 Stunden unterwegs.

Kommt der Vater zu ihnen, erleben ihn die Kinder nicht in seinem gewöhnlichen Umfeld, sondern in einer unpersönlichen Pension oder ähnliches. Er muss damit der Umgang möglichst lange Stunden geht, vielleicht früher Feierabend machen und kommt am Sonntag total übermüdet ins Bett.

Wie oft im Monat soll dann der Umgang noch stattfinden? Einmal im Monat? Die Kinder müssen vier Wochen warten um ihren Papa zu sehen? Dabei entweder selber lange Fahrtstrecken überwinden oder sie sehen ihren Papa in einem unpersönlichen Umfeld.

Was soll der Papa dann am Wohnort der Kinder unternehmen? Jedesmal in den Zoo? Bei schlechtestem Wetter auch? Sich mit ihnen vor die Glotze im Zimmer setzen? Es fehlt alles, was den Kindern und dem Vater das Zusammensein gemütlich und erträglich macht.

Was passiert wenn die neue Beziehung der Mutter dem Alltagstrott nicht standhält? Wieder zurück an den alten Wohnort? Die Kinder wieder herausreißen? Dort bleiben und den Kindern weiter den eingeschränkten Umgang mit dem Vater zumuten?

Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Mutter wirklich alle Konsequenzen für die Kinder richtig überlegt hat. Die Kinder sollen in diesem Fall die Lasten der Erwachsenen tragen. Besser wäre es, wenn der neue Partner der Mutter näher kommt. Sie warten noch etwas mit dem Zusammenziehen, bis er dort (oder in annehmbarer Nähe) eine Arbeit gefunden hat.

Gruß
Ingrid

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Hallo,

die Kinder sind 5 und 7 Jahre alt, hast Du geschrieben (ohne
es jetzt nachzulesen).

Ja, richtig!

Kinder in diesem Alter können - egal wie Du es vorher
beschreibst - die Konsequenzen nicht überschauen. Sie stellen
es sich toll vor und wenn es (aus Kindersicht) anders kommt,
sind sie enttäuscht und haben dann ihre Probleme.

Das mag schon sein, aber Enttäuschungen erleben sie an jedem Ort, und wenn sie dann eine Bezugsperson haben, die sie ermutigt, egal an welchem Ort, ist das gut!

Wenn der Vater - wie Du in einem anderen Posting geschrieben
hast - eine neue Partnerin hat, haben seine
„Aufdringlichkeiten“ vermutlich nicht Dich als Ziel, sondern
die Kinder.

Nein, ganz sicher nicht, er hält es nicht für nötig, sich länger als er „muss“ um die Kinder zu kümmern, zu der kleinen hat er ein sehr gespaltenes Verhältnis, weil sie auch der damalige Trennungsgrund war, hat ihr sogar unterstellt, es wäre nicht von ihm. Er zeigt es ihr auch, indem er die grosse deutlich bevorzugt, z.B mit Geschenken, Ausflügen etc…

Die Ex meines Mannes meinte auch, er will sie zurückhaben,
wenn er um seine Kinder kämpfte. Er hätte sie nicht mehr haben
wollen, selbst wenn sie inzwischen vergoldet gewesen wäre.

Die neue Frau des Kindesvaters spielt eine sehr grosse Rolle, denn bevor sie da war, lief eigentlich immer alles ganz gut, und die Eltern konnten gut miteinander reden.

Ich kenne viele Väter die von der Exfrau der Wohnung verwiesen
wurden, aber nur deshalb weil sie mehr Kontakt zu den Kindern
und/oder spezielle Kinderprobleme o. ä. behandeln wollten.

Und Hand aufs Herz: Du wirst vor den Kindern nie laut? Du
streitest nicht mit ihm? Du provozierst - durchaus unbewusst -
nie seine Reaktionen?

Nein, definitiv reagiert sie nicht provokativ o.ä, sie geht solchen Gesprächen mit Sätzen wie „das sollten wir ein anderes Mal klären“ oder „lass uns das in Ruhe klären“ aus dem Weg.

Dass er erst jetzt tätig wird, kann u. U. damit
zusammenhängen, dass er sich erst über seine Möglichkeiten
informieren musste. Vielleicht auch eine Denkzeit benötigte.
Da kann es noch viele Gründe mehr geben.

Sie hat Anfang des Jahres schon mal angedeutet, das sie wohl umziehen wird, hat ihm ein Gespräch angeboten, aber er wollte nicht darüber reden.

In dem anderen Posting hast Du geschrieben, dass Du Dich an
den Fahrten zum Umgang beteiligen würdest. Das ist tatsächlich
nett von Dir. Aber hast Du schon mal überlegt, wie oft man den
Kindern diese lange Fahrtzeiten zumuten kann? Damit sie ihren
Papa sehen können sind sie für den Hin- und Rückweg insgesamt
mindestens 8 Stunden unterwegs.

Es gibt weitaus andere Fälle, wo die Kinder ihren Vater nur alle 2-3 Monate sehen und alle Parteien sehr gut damit klarkommen.

Kommt der Vater zu ihnen, erleben ihn die Kinder nicht in
seinem gewöhnlichen Umfeld, sondern in einer unpersönlichen
Pension oder ähnliches. Er muss damit der Umgang möglichst
lange Stunden geht, vielleicht früher Feierabend machen und
kommt am Sonntag total übermüdet ins Bett.

Wie oft im Monat soll dann der Umgang noch stattfinden? Einmal
im Monat? Die Kinder müssen vier Wochen warten um ihren Papa
zu sehen? Dabei entweder selber lange Fahrtstrecken überwinden
oder sie sehen ihren Papa in einem unpersönlichen Umfeld.

Sie würde dem KV den Umgang auch im neuen Wohnraum genehmigen, das die Kinder ihm zeigen wie sie leben. Für sie wäre es kein Problem, da er ja der KV ist!

Was soll der Papa dann am Wohnort der Kinder unternehmen?
Jedesmal in den Zoo? Bei schlechtestem Wetter auch? Sich mit
ihnen vor die Glotze im Zimmer setzen? Es fehlt alles, was den
Kindern und dem Vater das Zusammensein gemütlich und
erträglich macht.

Was passiert wenn die neue Beziehung der Mutter dem
Alltagstrott nicht standhält? Wieder zurück an den alten
Wohnort? Die Kinder wieder herausreißen? Dort bleiben und den
Kindern weiter den eingeschränkten Umgang mit dem Vater
zumuten?

Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Mutter wirklich alle
Konsequenzen für die Kinder richtig überlegt hat. Die Kinder
sollen in diesem Fall die Lasten der Erwachsenen tragen.
Besser wäre es, wenn der neue Partner der Mutter näher kommt.
Sie warten noch etwas mit dem Zusammenziehen, bis er dort
(oder in annehmbarer Nähe) eine Arbeit gefunden hat.

Der neue Partner hat 2 Jahre versucht einen Job zu finden in der Hähe, hat seinen alten aber schon 15 Jahre und ist in einer guten Position. Und in seinem alter ist es auch sehr schwer einen neuen Job zu finden.
Die Kinder lieben den neuen Partner der Mutter und die kleine spricht ihn dann und wann auch schon mit „Papa“ an.

Trotzdem Danke für Deine ehrliche Antwort

Gruß
Ingrid

Hallo Ingrid,

eigentlich kenne ich Dich als vernünftige Person mit guten Informationen für Fragestellende.

Aber sag mal, kann es sein, dass Du hier absichtlich provozieren willst:

In dem anderen Posting hast Du geschrieben, dass Du Dich an
den Fahrten zum Umgang beteiligen würdest. Das ist tatsächlich
nett von Dir. Aber hast Du schon mal überlegt, wie oft man den
Kindern diese lange Fahrtzeiten zumuten kann? Damit sie ihren
Papa sehen können sind sie für den Hin- und Rückweg insgesamt
mindestens 8 Stunden unterwegs.

Naja, wir wissen nicht wie gut die Zugverbindung wäre.

Kommt der Vater zu ihnen, erleben ihn die Kinder nicht in
seinem gewöhnlichen Umfeld, sondern in einer unpersönlichen
Pension oder ähnliches. Er muss damit der Umgang möglichst
lange Stunden geht, vielleicht früher Feierabend machen und
kommt am Sonntag total übermüdet ins Bett.

Und wenn er sich am Wochenende im Stadion herumtreibt (nehmen wir mal an er sei ein Fußballfan), dann kann ihm das auch dabei passieren.

Was soll der Papa dann am Wohnort der Kinder unternehmen?

Kennst Du den Wohnort, dass Du das so genau beschreiben kannst?

Jedesmal in den Zoo? Bei schlechtestem Wetter auch? Sich mit
ihnen vor die Glotze im Zimmer setzen? Es fehlt alles, was den
Kindern und dem Vater das Zusammensein gemütlich und
erträglich macht.

Kann ich so nicht sehen: Schneehügel sind nicht an einen Wohnort gebunden, Schwimmbäder auch nicht, es gäbe sicher die Möglichkeit die Liste zu verlängern.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Mutter wirklich alle
Konsequenzen für die Kinder richtig überlegt hat.

Und ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt absichtlich überzogen war oder eigene Verletzungen Deinerseits eingeflochten sind.

Gruß, Karin

Hallo,

es sind die Erfahrungen die ich mit vielen „Lange-Distanz-Umgangsvätern“ habe.

Die Väter müssen nach meiner Ansicht es aushalten können, wenn sie bei Sturm, Schnee, Regen sich die Zeit im Freien vertreiben.

Aber meinst Du ernstlich, dass das so kleinen Kindern gefällt? Wenn Papa kommt muss man sich irgendwo „rumtreiben“, weil er dort keine andere Möglichkeit hat. Wenn er sich dauerhaft, zusätzlich zu den Fahrtkosten, Kino - dabei kann man sich schlecht unterhalten, Hallenbäder, Indoospielplätze usw. leisten kann, haben die Kinder direkt noch Glück.
Essen bei McD ist ja mal ganz schön, aber immer wenn Papa da ist dorthin und dann noch stundenlang sitzenbleiben, weil es draußen schüttet wie aus Eimern.

Ich kenne einen Papa, der geht dann im Gartencenter mit dem Kind Fische angucken. Das funktionierte ganz gut, wie das Kind klein war. Aber jetzt? Wohin? Wie finanzieren?

Klar, die Mutter bietet Umgang in ihrem Haushalt an. Ich finde es tatsächlich gut, wenn der Papa kennt wie und wo seine Kinder leben. Dort auch mal mit ihnen spielt oder ihnen, wenn sie krank sind, auf der Bettkante eine Geschichte vorliest.

Aaaaber, ob es für die Kinder wirklich guter Umgang ist, wenn er unter „Aufsicht“ der Mutter stattfindet. Der „Neue“ auch da ist. Die Eltern sich entweder eisig anschweigen oder vielleicht doch in Streit geraten. Die Fachleute sagen hierzu etwas anders. Unbefangen sind die Kinder in solchen Situationen mehr als selten.

Eine Entfernung von 400 km kann man so gut wie nicht wesentlich unter vier Stunden überbrücken. Egal ob man mit der Bahn fährt, den Flieger nimmt oder sich ans Steuer setzt. Hin und zurück werden da acht Stunden draus. Verspätungen der anderen Verkehrsmittel müssen einkalkuliert werden und beim Auto Rast, Stau und Umleitungen usw.

Ich will garantiert nicht provozieren. Die ERfahrung ist nämlich, dass es nur ganz wenigen Eltern (im Promillebereich) gelingt, bei solchen sehr großen Distanzen von wesentlich mehr als zweihundert Kilometer, einen kontinuierlichen und regelmässigen Umgang zu gewährleisten. Dieser Umgang darf ja vor allen Dingen nicht die Kinder belasten.

Es gibt im Übrigen immer mehr Richter, die das auch so sehen. Dann behält die Mutter das ABR und die Kinder nur, wenn sie keine große Distanz zwischen den Kindern und den anderen Elternteil bringt.

Der Umgang soll nämlich dem Kind auch ermöglichen, den anderen Elternteil in seinem Umfeld und seinem Alltag zu erleben. Umgangseltern sollen keine Eventpapas sein, die von Ereignis zu Ereignis mit den Kindern touren. Die einfach mal bei Papa im Wohnzimmer auf der Couch eine Schlacht mit den Sofakissen veranstalten oder auf dem Fußboden liegend eine schöne Anlage mit der Holzeisenbahn bauen.

Das alles können Kinder mit ihrem Papa nicht erleben, wenn sie von Schneehügel zu Schneehügel schlitten fahren, ins Hallenbad gehen oder im Zoo schon jedes einzelne noch so kleine Tier beim Namen kennen.

Ich habe keine Verletzungen, ich war alleinerziehende Mutter. Sehe meine Enkelkinder - obwohl sie fast 200 km entfernt wohnen - häufiger als viele nichtbetreuende Eltern ihre eigenen Kinder. Sie sind im Durchschnitt (weil der Große noch nicht in der Schule ist) eine Woche im Monat bei mir und meinem Mann.

Aber ich habe auch kein gespannte (Trennungs-)Verhältnis zu meiner Schwiegertochter und meinem Sohn. Zweihundert Kilometer sind in etwa 2 Stunden überbrückbar. Für die drei Kleinen (2, 4 und 6 J.) auch weiter nicht belastend. Diese relativ kurze Zeit wird meist von ihnen schlafend verbracht. Danach sind sie frisch und munter und fitt genug um Omas Haus auf den Kopf zu stellen.

Aber ehrlich, ich würde es „meinen“ Kleinen nicht antun wollen, in ihrer Stadt (wo ich mich auskenne, da ich dort schon gewohnt habe) mit ihnen Stunde um Stunde „totschlagen“ zu müssen.

Gruß
Ingrid

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