Hallo,
die Kinder sind 5 und 7 Jahre alt, hast Du geschrieben (ohne
es jetzt nachzulesen).
Ja, richtig!
Kinder in diesem Alter können - egal wie Du es vorher
beschreibst - die Konsequenzen nicht überschauen. Sie stellen
es sich toll vor und wenn es (aus Kindersicht) anders kommt,
sind sie enttäuscht und haben dann ihre Probleme.
Das mag schon sein, aber Enttäuschungen erleben sie an jedem Ort, und wenn sie dann eine Bezugsperson haben, die sie ermutigt, egal an welchem Ort, ist das gut!
Wenn der Vater - wie Du in einem anderen Posting geschrieben
hast - eine neue Partnerin hat, haben seine
„Aufdringlichkeiten“ vermutlich nicht Dich als Ziel, sondern
die Kinder.
Nein, ganz sicher nicht, er hält es nicht für nötig, sich länger als er „muss“ um die Kinder zu kümmern, zu der kleinen hat er ein sehr gespaltenes Verhältnis, weil sie auch der damalige Trennungsgrund war, hat ihr sogar unterstellt, es wäre nicht von ihm. Er zeigt es ihr auch, indem er die grosse deutlich bevorzugt, z.B mit Geschenken, Ausflügen etc…
Die Ex meines Mannes meinte auch, er will sie zurückhaben,
wenn er um seine Kinder kämpfte. Er hätte sie nicht mehr haben
wollen, selbst wenn sie inzwischen vergoldet gewesen wäre.
Die neue Frau des Kindesvaters spielt eine sehr grosse Rolle, denn bevor sie da war, lief eigentlich immer alles ganz gut, und die Eltern konnten gut miteinander reden.
Ich kenne viele Väter die von der Exfrau der Wohnung verwiesen
wurden, aber nur deshalb weil sie mehr Kontakt zu den Kindern
und/oder spezielle Kinderprobleme o. ä. behandeln wollten.
Und Hand aufs Herz: Du wirst vor den Kindern nie laut? Du
streitest nicht mit ihm? Du provozierst - durchaus unbewusst -
nie seine Reaktionen?
Nein, definitiv reagiert sie nicht provokativ o.ä, sie geht solchen Gesprächen mit Sätzen wie „das sollten wir ein anderes Mal klären“ oder „lass uns das in Ruhe klären“ aus dem Weg.
Dass er erst jetzt tätig wird, kann u. U. damit
zusammenhängen, dass er sich erst über seine Möglichkeiten
informieren musste. Vielleicht auch eine Denkzeit benötigte.
Da kann es noch viele Gründe mehr geben.
Sie hat Anfang des Jahres schon mal angedeutet, das sie wohl umziehen wird, hat ihm ein Gespräch angeboten, aber er wollte nicht darüber reden.
In dem anderen Posting hast Du geschrieben, dass Du Dich an
den Fahrten zum Umgang beteiligen würdest. Das ist tatsächlich
nett von Dir. Aber hast Du schon mal überlegt, wie oft man den
Kindern diese lange Fahrtzeiten zumuten kann? Damit sie ihren
Papa sehen können sind sie für den Hin- und Rückweg insgesamt
mindestens 8 Stunden unterwegs.
Es gibt weitaus andere Fälle, wo die Kinder ihren Vater nur alle 2-3 Monate sehen und alle Parteien sehr gut damit klarkommen.
Kommt der Vater zu ihnen, erleben ihn die Kinder nicht in
seinem gewöhnlichen Umfeld, sondern in einer unpersönlichen
Pension oder ähnliches. Er muss damit der Umgang möglichst
lange Stunden geht, vielleicht früher Feierabend machen und
kommt am Sonntag total übermüdet ins Bett.
Wie oft im Monat soll dann der Umgang noch stattfinden? Einmal
im Monat? Die Kinder müssen vier Wochen warten um ihren Papa
zu sehen? Dabei entweder selber lange Fahrtstrecken überwinden
oder sie sehen ihren Papa in einem unpersönlichen Umfeld.
Sie würde dem KV den Umgang auch im neuen Wohnraum genehmigen, das die Kinder ihm zeigen wie sie leben. Für sie wäre es kein Problem, da er ja der KV ist!
Was soll der Papa dann am Wohnort der Kinder unternehmen?
Jedesmal in den Zoo? Bei schlechtestem Wetter auch? Sich mit
ihnen vor die Glotze im Zimmer setzen? Es fehlt alles, was den
Kindern und dem Vater das Zusammensein gemütlich und
erträglich macht.
Was passiert wenn die neue Beziehung der Mutter dem
Alltagstrott nicht standhält? Wieder zurück an den alten
Wohnort? Die Kinder wieder herausreißen? Dort bleiben und den
Kindern weiter den eingeschränkten Umgang mit dem Vater
zumuten?
Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Mutter wirklich alle
Konsequenzen für die Kinder richtig überlegt hat. Die Kinder
sollen in diesem Fall die Lasten der Erwachsenen tragen.
Besser wäre es, wenn der neue Partner der Mutter näher kommt.
Sie warten noch etwas mit dem Zusammenziehen, bis er dort
(oder in annehmbarer Nähe) eine Arbeit gefunden hat.
Der neue Partner hat 2 Jahre versucht einen Job zu finden in der Hähe, hat seinen alten aber schon 15 Jahre und ist in einer guten Position. Und in seinem alter ist es auch sehr schwer einen neuen Job zu finden.
Die Kinder lieben den neuen Partner der Mutter und die kleine spricht ihn dann und wann auch schon mit „Papa“ an.
Trotzdem Danke für Deine ehrliche Antwort
Gruß
Ingrid