Aufenthaltsbestimmungsrecht

Hallo Zusammen.
Ich habe mich vor 5 Jahren von meinem Mann getrennt. Mein Sohn ist damals mit mir gegangen. Mein Ex-Mann hat nie begriffen warum ich ihn verlassen habe. Deshalb versucht er immer wieder (trotz 350km Abstand). Ich bin jetzt seit 4 Jahren in einer neuen Beziehung und seit einem Jahr verheiratet. Mein jetziger Mann kommt super klar mit meinem Sohn. Wir treten in der Öffentlichkeit als nette kleine Familie auf und das paßt meinem Ex natürlich nicht. Seit letztem Jahr ist er nun arbeitslos und hat mir damals schon angekündigt, daß Norbert ja nun nächstes Jahr 13 Jahre wird und dann wird er ihn zu sich holen und ich muß dann zahlen. Ich habe mir nichts dabei gedacht, weil es meinem Sohn sehr gut geht und wir auch keine Probleme miteinander haben. Nun kamen die Sommerferien und mein Sohn wollte für 2 Wochen zu seinem Vater. Die Termine standen dann für Abholung und wieder Bringen fest. Mein Ex hat natürlich mal wieder Theater gemacht vor der Haustür (wie immer).
Nach 4 Tagen kam ein Anruf von meinem Ex und eröffnete mir, daß mein Sohn nicht mehr zurückkommen möchte und jetzt bei ihm bleibt.
Ich war total entsetzt. Während dieser 4 Tage war mein Ex mit meinem Sohn schon beim Jugendamt und beim Rechtsanwalt. Die Sache war schon lange geplant. Ich war dann auch bei einer Anwältin und die erklärte, daß Norbert zurückkommen muß, da ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht habe. Mein Sohn schien richtig glücklich zu sein, wieder bei uns zu sein. Doch er redet über die Sache nicht mit mir. Gestern hatten wir einen Termin beim Jugendamt. Der Typ war total nervig. Er hat sich gar nicht mit meinem Sohn auseinandergesetzt und schon gar nicht hinterfragt, warum und weshalb. Für ihn stand nur fest, daß Norbert den Willen geäußert hat, und das müsse man akzeptieren. So schreibt er das dann auch ans Gericht, wo die Aufenthaltsregelung neu geregelt werden soll (Mein Ex hat einen Antrag gestellt).
Meine Sorge ist, daß mein Sohn bei seinem Vater untergeht. Es gibt keine Liebe, keine Zeit und kein Verständnis. Er ist sich dort allein überlassen und kann tun und lassen was er will. Klar für einen 13jährigen pubertierenden Jungen ganz angenehm.
Ich weiß jetzt gar nicht, was ich machen soll. Einer Probezeit kann ich nicht zustimmen, da Norbert jetzt gerade die 7. Klasse wiederholt und ein Schulwechsel fatale Folgen haben würde.
Wer kann mir weiterhelfen. Bin wirklich ratlos. Sorry, daß ich so viel geschrieben habe.

Hallo Andrea,

laut Vika hast du ein weiteres Kind. LEbt das bei
deinem Ex-Mann? Wenn ja, wuerde das die Sache schon
irgendwie beeinflussen.
Ansonsten hab ich nur einen Tipp: nimm dir auch einen
Anwalt. Unbedingt.

Gruesse und ich druecke die Daumen,
Elke

Hallo

Ansonsten hab ich nur einen Tipp: nimm dir auch einen
Anwalt. Unbedingt.

Und dann würde ich noch ganz schnell einen guten Kinderpsychologen für deinen Sohn suchen, der evtl. ein Gutachten macht. Wenn ein psychologisches Gutachten vorliegt, muss das meiner Meinung nach berücksichtigt werden.

Hat dein Sohn denn diesen Wunsch geäußert? Wem gegenüber denn überhaupt, und wie oft? Nur deshalb, weil ein 13-jähriger sowas sagt, möglicherweise sogar aus Höflichkeit seinem Vater gegenüber, heißt das doch noch nicht, dass er das wirklich auf die Dauer will. Wenn er da hinziehen würde, dann würde das u. a. doch bedeuten, dass er Freunde und alles aufgeben müsste.

Aber andererseits kann es natürlich sein, dass gerade ein Sohn den dringenden Wunsch verspürt, sich intensiv mit seinem Vater auseinanderzusetzen. Aber eigentlich würde ich bei einem 13-jährigen nicht so unbedingt davon ausgehen, dass das oberste Priorität hat.

Bei manchen Jugendämtern muss man aufpassen, es gibt da manchmal relativ unqualifizierte Leute, die gerne Schicksal spielen. Deshalb unbedingt mit einem Psychologen zusammenarbeiten. Dessen Meinung muss als qualifizierte Meinung berücksichtigt werden.

Viele Grüße
Thea

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Moin,

Ich habe mir nichts dabei
gedacht, weil es meinem Sohn sehr gut geht und wir auch keine
Probleme miteinander haben.

Sieht das auch dein Sohn so, trotz „Wiederholen“ einer Klasse ?

Mein Sohn schien
richtig glücklich zu sein, wieder bei uns zu sein.

Woran machst du das fest ?

Doch er
redet über die Sache nicht mit mir.

Warum nicht ?

Gestern hatten wir einen
Termin beim Jugendamt. Der Typ war total nervig. Er hat sich
gar nicht mit meinem Sohn auseinandergesetzt und schon gar
nicht hinterfragt, warum und weshalb.

Was sicherlich interessant wäre zu wissen.

Er ist sich
dort allein überlassen und kann tun und lassen was er will.
Klar für einen 13jährigen pubertierenden Jungen ganz angenehm.

Klar, aber solange du die Motive deines Sohns nicht kennst, bleibt es bei dieser Vermutung.

Ich weiß jetzt gar nicht, was ich machen soll.

Mal abgesehen von den rechtlichen Aspekten, zu denen du hier ja schon Ratschläge bekommen hast, solltest du weiter das Gespräch mit deinem Sohn suchen. Ich denke, wenn es jemandem in einer Situation „sehr gut geht“, wie du es oben ausgedrückt hast, dann sucht man nicht nach einem Wechseln. Vielleicht versucht er der schwierigen Schulsituation zu entfliehen ? Wie hat er denn das „Sitzenbleiben“ verkraftet ? (Aber auch das ist nur eine Vermutung, sagen kann nur dein Sohn, was los ist).

Viel Glück
Gruß
Marion

Moin,

Ich habe mir nichts dabei
gedacht, weil es meinem Sohn sehr gut geht und wir auch keine
Probleme miteinander haben.

Sieht das auch dein Sohn so, trotz „Wiederholen“ einer Klasse
?

Er hat seit dem Sommer eine Freundin,diese hat er im Zeltlager der Feuerwehr kennengelernt. Sie ist auch in einer 7. Klasse auf seiner Schule. Daraufhin wollte er unbedingt die Klasse wechseln um mit ihr in einer Klasse zu sein. Das war ihm eich „echtes“ Bedürfnis. Und die Schule hatte nichts dagegen.
Natürlich haben wir auch Probleme miteinander. Ganz normale wie in jeder Familie. Er hat Rechte aber auch Pflichten. Er nutzt aber im Moment nur seine Rechte, da gibt es natürlich auch mal mecker.

Mein Sohn schien
richtig glücklich zu sein, wieder bei uns zu sein.

Woran machst du das fest ?

Mein Gefühl sagt mir das. Kann man nicht erklären.

Doch er
redet über die Sache nicht mit mir.

Warum nicht ?

Mein Gedanke: Er wird tägl. entweder von seiner Oma oder von seinem Vater angerufen und instruiert. Er weiß doch gar nicht was im Moment passiert. Er verkriecht sich in ein Schneckenhaus und ich komm nicht an ihn ran. Ich konnte vorher mit meinem Sohn über alles reden. Er hat mir auch immer gleich erzählt, wenn es mal Ärger in der Schule gab. Wir hatten nie Geheimnisse voreinander. Das sieht seit einem halben Jahr anders aus. Er wird denke ich massiv unter Druck gesetzt.

Gestern hatten wir einen
Termin beim Jugendamt. Der Typ war total nervig. Er hat sich
gar nicht mit meinem Sohn auseinandergesetzt und schon gar
nicht hinterfragt, warum und weshalb.

Was sicherlich interessant wäre zu wissen.

Genau!

Er ist sich
dort allein überlassen und kann tun und lassen was er will.
Klar für einen 13jährigen pubertierenden Jungen ganz angenehm.

Klar, aber solange du die Motive deines Sohns nicht kennst,
bleibt es bei dieser Vermutung.

Da hast Du wohl recht.

Ich weiß jetzt gar nicht, was ich machen soll.

Mal abgesehen von den rechtlichen Aspekten, zu denen du hier
ja schon Ratschläge bekommen hast, solltest du weiter das
Gespräch mit deinem Sohn suchen. Ich denke, wenn es jemandem
in einer Situation „sehr gut geht“, wie du es oben ausgedrückt
hast, dann sucht man nicht nach einem Wechseln. Vielleicht
versucht er der schwierigen Schulsituation zu entfliehen ? Wie
hat er denn das „Sitzenbleiben“ verkraftet ? (Aber auch das
ist nur eine Vermutung, sagen kann nur dein Sohn, was los
ist).

Das mit der Schule war auch mein erster Gedanke. Wir haben aber offen über alles geredet. Ich habe ihm auch keine Szene gemacht deswegen.

Viel Glück
Gruß
Marion

Ja, ich habe noch eine Tochter, die ist inzwischen 18 Jahre und lebt ihr eigenes Leben. Zwar im Haus meines Ex-Mannes, aber mehr bei ihrem Freund als zu Hause. Meine Tochter hat sehr gelitten unter der Trennung. Sie wollte damals nicht so weit wegziehen, doch ich hatte keine andere Möglichkeit, da ich arbeitslos war und nicht von Sozialhilfe meine Kinder ernähren wollte.
Meine Tochter ist dann im Alter von 15 Jahren an Mager- und Brechsucht erkrankt. Das hat ihr Vater noch nicht einmal gemerkt. Alle Versuche mein Recht als Mutter (Umgangsregelung) wurde von Seiten des Vaters geblockt.
Ich hätte damals auf mein Umgangsrecht pochen sollen, doch ich war nicht dazu in der Lage. Ich konnte mich einfach nicht wehren, hängt auch damit zusammen, daß ich immer nur „klein“ gehalten wurde (während meiner Ehe). Ich hatte absolut kein Selbstbewußtsein und mir wurde auch immer eingeredet, daß nur ich Schuld bin an allem. Egal was. (Auch wenn mein Ex einen Unfall hat, bin ich schuld, 100 km weiter weg)Ich war auch lange Zeit krank und mußte dann im letzten Jahr mehrfach operiert werden. Jetzt wo es mir und uns allen gut gehen kann, kommt sowas. Mein jetziger Mann gibt mir jetzt Kraft um um meinen Sohn zu kämpfen. Weil er liebt ihn wahrscheinlich mehr als es der Vater jemals tun wird. Ich möchte nicht, daß mein Sohn das Gleiche erleidet wie seine Schwester. Nicht, daß ich denke, daß er Magersüchtig wird, doch es gibt andere Süchte (Alkohol). Ich liebe meinen Sohn und er liebt mich, das weiß ich und ich werde um ihn kämpfen.

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Hallo

Ansonsten hab ich nur einen Tipp: nimm dir auch einen
Anwalt. Unbedingt.

Und dann würde ich noch ganz schnell einen guten
Kinderpsychologen für deinen Sohn suchen, der evtl. ein
Gutachten macht. Wenn ein psychologisches Gutachten vorliegt,
muss das meiner Meinung nach berücksichtigt werden.

Ich glaube, daß ist eine gute Idee.

Hat dein Sohn denn diesen Wunsch geäußert? Wem gegenüber denn
überhaupt, und wie oft?

Mir gegenüber hat er das nicht gesagt. Auch nicht, als ich ihn daraufhin angesprochen habe. Dann sagt er, er weiß es nicht.

Nur deshalb, weil ein 13-jähriger

sowas sagt, möglicherweise sogar aus Höflichkeit seinem Vater
gegenüber, heißt das doch noch nicht, dass er das wirklich auf
die Dauer will. Wenn er da hinziehen würde, dann würde das u.
a. doch bedeuten, dass er Freunde und alles aufgeben müsste.

Er ist Mitglied bei der Jugendfeuerwehr unseres Ortes. Und da auch sehr engagiert. Im nächsten Jahr ist eine 9tägige Reise nach Polen geplant. Ich mußte auch sofort diesen Antrag ausfüllen, damit mein Sohn ihn gleich abgeben konnte. Er will da unbedingt hin. Das ist nur ein Beispiel. Deshalb verstehe ich das auch alles nicht.

Aber andererseits kann es natürlich sein, dass gerade ein Sohn
den dringenden Wunsch verspürt, sich intensiv mit seinem Vater
auseinanderzusetzen. Aber eigentlich würde ich bei einem
13-jährigen nicht so unbedingt davon ausgehen, dass das
oberste Priorität hat.

Bei manchen Jugendämtern muss man aufpassen, es gibt da
manchmal relativ unqualifizierte Leute, die gerne Schicksal
spielen. Deshalb unbedingt mit einem Psychologen
zusammenarbeiten. Dessen Meinung muss als qualifizierte
Meinung berücksichtigt werden.

Wir sind wohl an so einen unqualifi´zierten Mitarbeiter geraten. ;-((

Viele Grüße
Thea

Hallo Andrea,

ich denke du solltest trotzdem versuchen (immer wieder) mit deinem Sohn zu reden.

Er muss wissen, dass er das FREI entscheiden darf wo er gerne hin möchte, ohne um Verlust deiner Mutterliebe fürchten zu müssen.

Ich denke die Vorgeschichte mit deiner Tochter macht es ihm auch nicht leicht und dir schon gar nicht.

Aber irgendwie äußern muss er sich, du musst ihm klar machen wie wichtig das ist. Frag ihn ob du ihm helfen kannst, such immer wieder das Gespräch mit ihm, versichere ihm dein Halt und deine Liebe - egal wo er ist …und wie bereits gesagt, suche dir professionelle Hilfe dabei (sowohl psychologisch, als auch rechtlich).

Beim Jugendamt kann man auch drum bitten dass ein Sozialarbeiter mit dem Jungen spricht - ohne dich. Wenn die schon von selbst nicht drauf kommen (was mich sehr wundert), muss man sie dran erinnern.

Viel Glück dabei!

gruß,
Maja