Hallo,
ich weiß nicht so recht, ob ich mich im richtigen Brett befinde.
Mein Freund ist Afrikaner ( aus Burkina Faso) und wir haben das Problem, daß er zur Zeit Asyl in Deutschland macht und wir nicht wissen, wie lange er noch bleiben kann. Da wir schon längere Zeit zusammen sind, überlegen wir tatsächlich schon, ob wir nicht heiraten sollten, damit wir zusammenbleiben können. Unter normalen Umständen würde ich damit aus persönlichen Gründen noch warten, aber die Zeit drängt etwas. Jetzt habe ich gehört, daß es (unter diesen Umständen) ziemlich lange dauern kann, bis man überhaupt heiraten kann. Kennt sich jemand damit aus? Und was für einen Status würde er dann hier haben, stimmt es, daß er nie deutsche Papiere bekommt und trotzdem noch aus dem Land verwiesen werden kann? Und muss ich bestimmte Voraussetzungen erfüllen, zB einen festen Job haben? Oder gibt es vielleicht noch eine andere Möglichkeit, daß er hier bleibt, wenn man mal von einem Kind absieht? Wie stehen die Chancen, daß er mit mir nach Deutschland zurück kommen kann, wenn ich ihn in Afrika heiraten würde? Wenn jemand sich mit diesem Thema auskennt, bitte helft mir. Ich möchte nochmal betonen, daß es sich hier auf keinen Fall um eine Zweck- oder Scheinehe handelt.
Vielen Dank im Vorraus.
Lotta
Hallo Lotta,
mhm echt schwere Situation !
Wie lange seid Ihr denn schon zusammen?
Gemeinsam in einem Haushalt zu leben ist bekanntlich ganz anders als wenn jeder seine eigene Wohnung hat.
Und wenn Du das Gefühl „innendrinn“ nicht hast dann tue es bitte nicht aus Nächstenliebe.Von der Idee ein Kind in die Welt zu setzten bist Du nicht überzeugt? JUHU ! Vernünftige Einstellung.
Als Tip kann ich Dir nur geben ,kaufe Dir die neueste Ausgabe: Ausländergesetze.
In Afrika zu heiraten ? Warst Du schon mal dort? Kennst Du die Kultur ? Die Familie ? Tradition? Informiere Dich ganz genau ! Du weißt sicherlich das Du seinen Unterhalt zahlen mußt wenn er nicht arbeitet auch nach einer Scheidung so lange er nicht arbeitet oder wieder heiratet.Sorry aber ich habe leider keine gute Erfahrung damit gemacht…und rate dringend ab unter Zeitdruck zu heiraten auch wenn es Dir nicht weiter hilft.
Schaue doch mal im Telefonbuch nach Beratungstellen nach und unterhalte Dich mit Binationalen Familien wenn Du möchtest maile mir doch einfach Gruß Filo
Hi,
hier ist ein Link
http://www.mdr.de/hier-ab-vier/expertentipp/167164.html
und eine Adresse:
Bundesverband binationaler Familien und Partnerschaften, IAF Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen, Tel. 069-7137560, Mo,Di,Do 9-12, 14-17 Uhr
Hallo Filo,
danke für die Antwort,
von dem Gedanken ein Kind in die Welt zu setzen, bin ich nicht nur „nicht überzeugt“ sondern mir im Klaren, daß das jetzt auf keinen Fall geht. So viel Vernunft hab ich dann noch
Und aus Nächstenliebe würde ich nie heiraten. Es geht mir bei dieser Sache auch um mich, da ich noch nie so eine glückliche und gut-laufende Beziehung hatte.
Was das Zusammenleben betrifft, ist es jetzt schon längere Zeit so, daß wir praktisch zusammen wohnen, da er immer bei mir ist.
Ich war noch nie in Afrika und ich kenne weder seine Familie noch das Leben dort. Ich weiß nur, was ich durch ihn erfahre, was ich lese und im Fernsehen mitkriege, ausserdem, was ich durch Bekannte und Freunde höre (meistens drohende Warnungen nach dem Motto „mach das bloß nicht!“). Ich habe Kontakt zu seinem Bruder und kenne viele seine Freunde, die auch aus Burkina kommen , persönlich. Auch in Diskussionen kann ich häufig Unterschiede in unseren Kulturen erkennen, die aber noch nie zum Problem geworden sind. Wir haben auch das „Glück“, dass wir beide protestantisch sind, was wenigstens das „religiöse Problem“ aus der Welt schafft.
Was den Unterhalt betrifft, gibt es da für mich nicht irgendeine Absicherung, so eine Art Ehevertrag? Inwiefern hast Du schlechte Erfahrungen damit gemacht, wenn ich das fragen darf?
Wahrscheinlich ist es richtig, erstmal nicht unter Zeitdruck zu heiraten, aber hier geht es wirklich um Haben oder nicht Haben. Denn wenn er erstmal aus Deutschland raus muss, ist es zu spät.
Lieber Gruß,
Lotta
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ciao Lotte,
Du fragtest wegen der schlechten Erfahrung?
Meine Arbeitskollegin war mit einem Mann aus Nigeria verheiratet und ist jetzt alleinerziehend.
Meine frühere beste Freundin(hatte nichts mit der Heirat zu tun)
war mit einem Kubaner verheiratet,jetzt geschieden,am Anfang der Beziehung (abgetrieben).
Und ich sollte erst mit seinem Bruder verkuppelt werden(ich hatte aber kein interesse),dann war ich mit einem Peruaner zusammen der bis heute keine Aufenthaltsgenehmigung hatte näheres gerne per Mail(würde sonst den Rahmen sprengen),ihn hätte ich geheiratet (vielleicht?) dieser wollte mich aber lieber mit dem Bruder verkuppeln,da er selbst noch verheiratet war und auf die Scheidung wartete… und z.Z.nicht in mich verliebt war(aber in die Kiste konnte er und von meinem Geld leben!) Dann der Marrokaner(Ratte) dem ich Geld geliehen habe und er eine Einladung (nach ca.2 Jahren Affäre)nach Deutschland wollte denn er war mit ner Marrokanerin verheiratet ein Kind von dem ich wußte von dem anderen meinte er er hätte es mir gesagt ?Ich muß zu dieser Zeit duschen gewesen sein.(Er lebte erst hier sie dort und dann umgekehrt und der dachte da war doch noch…) Jedenfalls wollte er die Kids wieder sehen.Und schickte mir triefende E-Mails. Ich hoffe Du kannst mir folgen ? Nenene, ich sollte doch ein Buch schreiben , hätte jemand interesse an den Geschichten ? Natürlich bis in’s detail
(Jeder kriegt garantiert sein Fett weg!) Wer glaubt das es mir jetzt Mies geht und ich Männer hasse? Der irrt sich gewaltig ich habe daraus sehr viel gelernt…vorallem…trau schau wem heiraten nur mit Vertrag und bei Geld hört die Freundschaft auf! Denn der Peruaner schuldet mir bis heute ne Menge EURO . Viele Grüße Filo
Möchte aber nicht alle über einen Kamm…
den es gibt natürlich auch Ausnahmen
Filo
Ciao Lotte,
Ich hoffe ich habe Dich nicht verkrault? Gruß Filo
Hallo Lotta,
Mein Freund ist Afrikaner ( aus Burkina Faso) und wir haben
das Problem, daß er zur Zeit Asyl in Deutschland macht und wir
nicht wissen, wie lange er noch bleiben kann.
Das werdet Ihr wohl mit der Ausländerbehörde der Stadt/des landkreises klären müssen, denn die sind auch für andere Sachen wegen der Heirat zuständig.
Da wir schon längere Zeit zusammen sind, überlegen wir :tatsächlich schon, ob wir nicht heiraten sollten, damit wir :zusammenbleiben können. Unter normalen Umständen würde ich damit :aus persönlichen Gründen noch warten, aber die Zeit drängt etwas.
Warum drängt die Zeit? Da ich vermute, daß Dein Freund keine Unterlagen (Geburtsurkunde, Statement Of Civil Status etc.) für die geplante Hochzeit hat, wird er wohl oder übel nochmal zurück müssen, um sie zu besorgen. Ich habe keine Ahnung, ob die Botschaft von Burkina Faso, die erforderlichen Unterlagen beschaffen kann. Ich vermute eher nicht.
Jetzt habe ich gehört, daß es (unter diesen Umständen)
ziemlich lange dauern kann, bis man überhaupt heiraten kann.
Es kann ziemlich lange dauern, weil die Papiere aus Burkina Faso von der dortigen deutschen Botschaft zur Vorlage in Deutschland beglaubigt werden müssen. Also vorher genaustens schlau machen, was benötigt wird, in welcher Form und Sprache benötigt wird.
Und was für einen Status würde er dann hier haben, stimmt es, daß :er nie deutsche Papiere bekommt und trotzdem noch aus dem Land :verwiesen werden kann?
Nach einer Heirat würde Dein Mann eine befristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Meist ausgestellt auf 3 Jahre. Danach erhält man sie in der Regel unbefristet. Er bleibt aber Staatsangehöriger von Burkina Faso! Nach drei Jahren kann man die deutsche Staatsangehörigkeit auf Antrag erhalten. Bis dahin habt ihr aber erstmal andere Probleme…
Solange er mit einer Aufenthaltsgenehmigung befristet oder auch unbefristet hier in Deutschland ist, kann er auch wieder ausgewiesen werden, da man diese Genehmigung widerrufen kann. Wann das der Fall ist, kann ich Dir leider nicht sagen.
Und muss ich bestimmte Voraussetzungen erfüllen, zB einen
festen Job haben? Oder gibt es vielleicht noch eine andere
Möglichkeit, daß er hier bleibt, wenn man mal von einem Kind
absieht? :
Hier muss ich ein bißchen vermuten: ich denke Du wirst eine Verpflichtungserklärung abgeben müssen. D. h. DU kommst für alle Kosten auf (Krankenversicherung, Kosten für Unterbringung, eventuelle Abschiebung etc.), es wird ein Nachweis über Dein Einkommen verlangt und der Nachweis das Wohnraum vorhanden ist.
Ich vermute auch, daß ein Kind kein Grund, daß Dein Freund hier bleiben darf. Einen anderen Grund für einen Aufenthalt gibt es vermutlich nicht.
Wie stehen die Chancen, daß er mit mir nach
Deutschland zurück kommen kann, wenn ich ihn in Afrika
heiraten würde?
Ich würde Dir raten:
Ich weiß nicht wielange ihr Euch kennt und zusammenlebt. Wollt ihr wirklich heiraten? Alle beide? Du nicht aus Zweckmäßigkeit?
Gehe zum zuständigen Standesamt und kläre welche Papiere ihr beide für eine Heirat hier benötigt.
Prüft Eure Unterlagen welche ihr beide schon in der korrekten Form habt, am besten beim Besuch des Standesamtes.
Sucht die Ausländerbehörde auf, klärt dort, wie ihr beide eine Heirat hier oder in Afrika aufenthatlsrechtlich voreinander bringt.
Fragt dort nach, was im Falle eines Problems (bei den Papieren) mit dem Aufenthalt Deines Freundes ist. Bei zwei Personen wurde der Aufenthalt mehrmals verlängert.
Bringt Euer Anliegen glaubwürdig rüber und seid beide ehrlich!
Klärt mit der Botschaft Burkina Fasos ab, ob die Papiere von D aus beschafft werden können. Klärt dort auch ab, welche Papiere Du für eine Heirat dort benötigt.
Du schreibst weiter unten, daß Du die Familie Deines Mannes nicht kennst. Also was spricht dagegen, daß ihr in Burkina Faso heiratet?
Du kannst Dich auf die Erzählungen von ihm und dem Bruder oder Freunden verlassen. Die sehen in DIR eventuell die Lebensunterstüzung für die Familie. Klingt hart, aber es ist vermutlich so. Überzeuge Dich selbst! Plane einen längeren Urlaub dort und heirate dort. Setz Dich mit der deutschen Botschaft bei Ankunft in Kontakt, lass Dir Deine deutschen Papiere ggfs. beglaubigen. Frag gleichzeitig nach was für Papiere notwendig sind, um das Visum zu bekommen. Das Visum in diesem Fall erteilt die Ausländerbehörde, nicht die Botschaft. Wenn Dir es wirklich ernst damit ist, tu es! Lerne die Familie kennen, ein bißchen die Kultur, ich denke es ist eine Erfahrung fürs Leben. Zumindest war es bei mir so in den Philippinen.
Lass die Leute reden wie sie wollen, macht beide das, was ihr für richtig haltet. Du wirst es Anderen nie recht machen, der/die eine sagt ich habe damit oder damit schlechte Erfahrungen gemacht. Was ist der Unterschied zwischen einem deutschen oder ausländischen Lebenspartner? Für mich gibt es den schon seit 9 Jahren nicht mehr. Meine Ehe hätte auch mit einer deutschen Frau halten oder kaputtgehen können.
IHR (nicht nur Du) könnt für Eure Ehe einen Ehevertrag aufsetzen, wie jedes andere Ehepaar auch, IHR beide müsst Euch darüber einig sein. Klärt das vorher. Was würdest Du machen, wenn Du einen Deutschen heiraten würdest? Ist da ein Unterschied?
Ich wünsch Euch beiden, auch unbekannterweise, viel Geduld, starke Nerven, Duchhaltevermögen und alles Gute!
Einen schöne Gruß,
Michael
Hi Lotta,
Dein Posting ist zwar schon recht lange her, aber vielleicht kann ich Dir doch noch Auskunft geben.
Falls Du Deinen Freund wirklich heiraten möchtest, solltet Ihr mit dem Standesamt Eures Wohnortes so schnell wie möglich klären, was Ihr für die Eheschließung benötigt. Eine Geburtsurkunde von ihm ist aber zwingend notwendig. Vielleicht kann ihm die ja ein Bekannter im Heimatland besorgen.
Wenn Ihr alle Unterlagen beisammen habt, müsst Ihr wieder zum Standesamt. Die fordern dann beim zuständigen Oberlandesgericht eine „Befreiung von der Beibringung eines Ehefähigkeitszeugnisses“ an. Das kann aber wieder dauern.
Bis dahin solltet Ihr erstmal das Asylverfahren abwarten. Hat Dein Freund denn schon den Bescheid vom Bundesamt bekommen? Den auf jeden Fall abwarten und ggf. klagen.
Falls das Asylverfahren abgelehnt wird, solltet Ihr der Ausländerbehörde mitteilen, dass Ihr beabsichtigt zu heiraten und am besten gleich Bescheinigungen über Vorsprachen beim Standesamt vorlegen.
Am besten wäre natürlich, Ihr hättet bis dahin schon alle erforderlichen Unterlagen beisammen.
Sein Aufenthalt würde dann bis zur Eheschließung geduldet werden.
Nach der Eheschließung, vorausgesetzt er hat einen gültigen Heimatpass, bekommt er eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Abs. 1 AuslG, die aber wahrscheinlich erstmal für ein Jahr ausgestellt wird. Voraussetzung hierbei ist nur, dass eine familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen besteht. Die Aufenthaltserlaubnis würde dann für drei Jahre verlängert werden, vorausgesezt Ihr lebt weiterhin zusammen und Euer Lebensunterhalt ist aus eigenen Mitteln gesichert.Falls Ihr Sozialhilfe bezieht oder einen Anspruch darauf habt, wird die Erlaubnis wieder nur für ein Jahr verlängert.
Nach insgesamt drei Jahren ab Erteilung der ersten Aufenthaltserlaubnis kann diese unbefristet verlängert werden, wenn Ihr weiterhin zusammenlebt, der Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln gesichert ist, keine Straftaten vorliegen, Dein Mann sich auf einfache Art und Weise in der deutschen Sprache verständigen kann.
Ich wünsche Euch viel Glück,
Gruß Maike