hallo, mein sohn hat vor 1 woche die U8 vorsorgeuntersuchung gehabt. er ist im august 4 geworden. der kinderarzt hat festgestellt, dass er nicht 3 sek. auf einem bein stehen kann und auch schlecht auf einem strich am boden balancieren konnte. er fährt noch nicht fahrrad oder roller. natürlich wurde prommt ins heft geschrieben, dass mein sohn probleme mit der grobmotorik hat…jetzt meine frage: er hat sehr starke spreiz-senk-füße und ist auch schon in orthopädischer behandlung(einlagen). die knie berühren sich dadurch fast beim stehen. kann er vielleicht deshalb nicht auf einem bein stehen? muß ich mir sorgen machen?wer hat erfahrungen?was kann ich tun um ihn zu fördern?danke im voraus
cadde
Hallo, Cadde!
Ein vierjähriges Kind muß auch nicht schon Radfahren. Aber die Idee mit dem Roller ist prima, Rollerfahren trainiert den Gleichgewichtssinn. (Kinder, die ausgiebig Roller fahren, brauchen im Allgemeinen z.B. keine Stützräder beim ersten Fahrrad.) Auch Schaukeln ist eine prima Hilfe, die Spaß macht. Ansonsten macht halt aus Balancieren etc. ein Spiel, wenn ihr spazierengeht oder auf dem Spielplatz seid (auf den Kanten der Bürgersteig-Platten balancieren z.B. - macht besonders viel Spaß, wenn Mama oder Papa mitmacht). Gib deinem Sohn nicht das Gefühl, etwas Lernen zu „müssen“ - Kinder entwickeln sich nunmal unterschiedlich schnell. Vorausgesetzt, daß keine schweren körperlichen Störungen vorliegen, wird er das Balancieren und auch das „auf-einem-Bein-stehen“ sicherlich lernen - nur vielleicht ein wenig später. Und wenn er schon in orthopädischer Behandlung ist, würde ich den Orthopäden drauf ansprechen, ob ein Zusammenhang bestehen kann - er kennt deinen Sohn ja bereits.
Grüßlis vom
Sams
Hallo Cadde,
da können wir uns die Hand geben. Als meine Tochter die U8 machte, schickte der Ki-Arzt siezur Ergotherapie: Anja kann nicht auf einem Bein hobsen und auch nicht balanzieren. Meine Ergotherapeutin war sehr nett (vom Ki-Arzt verschrieben) und hat sich die Anja genau angeschaut. Dann hat sie mir einige Tipps gegeben, was ich mit ihr machen kann. Eine Therapie hat sie nicht gebraucht.
Das kann ich Dir empfehlen. Dort hat es einige kinderfreundliche Geräte gegeben, die für ein besseres Körpergefühl nützlich sind und Spaß machen. Kinder können schnell ein Mankogefühl entwickeln, wenn irgendetwas bei ihnen körperlich nicht in Ordnung ist. Doch sollten sie die Vorstellung entwickeln: das kann ich prima. Und nicht umgekehrt: das kann ich alles nicht.
So habe ich für Anja das Schwimmen entdeckt: Wasser macht schwerelos, beweglich, stärkt die Muskeln und gefällt. Nach 5 Unterrichtsstunden konnte sie schwimmen. Da ist meine Kleine um mindestens einen „Seelenmeter“ gewachsen 
Auf jeden Fall solltest Du Dich von Fachkräften beraten lassen (Orthopäde, Kinderarzt, Ergotherapeut) welche Übungen oder Sportarten helfen können.
viele Grüße
Claudia
Hallo, Sams,
Ein vierjähriges Kind muß auch nicht schon Radfahren. Aber die
Idee mit dem Roller ist prima, Rollerfahren trainiert den
Gleichgewichtssinn.
Genau das Richtige als Vorstufe zum Radfahren.
(Kinder, die ausgiebig Roller fahren,
brauchen im Allgemeinen z.B. keine Stützräder beim ersten
Fahrrad.)
Kein Kind braucht wirklich Stützräder beim Fahrrad, unter Fahrrad-erfahrenen Eltern heißen die nur Stürzräder. Es braucht sich jeder nur vor Augen zu halten, wie klein das aufgespannte Dreieck zwischen den größeren Laufrädern und einem Stützrad ist. Da ist Kipppen vorprogrammiert, sobald das „Stütz“-rad wegsackt, durch ein Loch oder gar ein Gulli-Gitter.
Das Dreieck spannt sich nicht von „Stützrad“ zu „Stützrad“, da sonst das Hinterrad, das ja den Antrieb liefern muss, zu oft keinen Bodenkontakt hätte.
Ansonsten kann ich allen nur zustimmen.
Gruß, Karin
Mißverständnis?
Hallo, Karin!
Vielleicht hab ich mich unklar ausgedrückt: Ich halte überhaupt nichts von Stützrädern oder diesen Mini-Fahrrädern, mit denen schon die Winzlinge radfahren sollen - aus eben den von dir aufgeführten Gründen. Kinder müssen nicht mit 3 oder 4 Jahren radfahren - ein Roller tut es allemal. Und wenn sie älter sind, lernen sie es auch ohne diese unsäglichen Hilfsmittel.
Klärende Grüßlis vom
Sams
Das ist sehr wichtig. (nur zitiert)
Kinder können
schnell ein Mankogefühl entwickeln, wenn irgendetwas bei ihnen
körperlich nicht in Ordnung ist. Doch sollten sie die
Vorstellung entwickeln: das kann ich prima. Und nicht
umgekehrt: das kann ich alles nicht.
Meine Erfahrungen dazu:
Mein Sohn konnte mit 4 Jahren sehr gut Roller fahren, und mit 5 wünschte er sich ein Fahrrad. Ich hätte zwar noch ein Jahr gewartet, aber er wollte nun mal. Also habe ich ein kleines Fahrrad gekauft, wo er mit beiden Füßen gut auf den Boden kommt. Stützräder wollte er gar nicht haben, weil ich ihm vorher schon immer erzählt habe, dass es viel besser ist, ohne Stützräder fahren zu lernen. Wir sind dann zu einer Stelle gegangen, wo es leicht bergab geht und wo er mit dem Roller auch schon öfters runter gerollt ist. Ich hab ihm gesagt, er soll die Beine einfach hängen lassen (natürlich so, dass sie nicht den Boden berühren) und soll sich da runter rollen lassen. Ich hab gesagt, das ist genauso wie mit dem Roller, nur dass du jetzt sitzt. Er ist 2 oder 3 mal runter gerollt, und dann kam er tretenderweise von unten hochgefahren. Ungelogen! Wir haben dann natürlich noch eine Weile geübt, aber er hat innerhalb einer Stunde Fahrrad fahren gelernt! Ich würde jederzeit von Stützrädern abraten, damit lernt man kein Fahrradfahren. Roller fahren ist als Vorstufe SEHR wichtig!
Ciao
Magenta
Stimmt:
Kann nur uneingeschränkt zustimmen, bei uns war es genauso. Erst Roller, und vor einem Monat (im November wird er 5) dann Fahrrad: ohne Stützräder, und innerhalb kürzester Zeit konnte er fahren.
Also: Lieber Roller als Stützräder!
Gruß Kubi