Aufgaben eines Decksoffiziers

Servus Leute,

Welche Funktionen erfüllt ein Decksoffizier auf einem kleinen zivilen Schiff?

Das Deck klar halten und sich um die Funktionsfähigkeit von Rettungsmitteln, Brandschutzvorrichtungen und Feuerlöscheinrichtungen kümmern ist soweit klar. Was darüber hinaus?

Wäre sehr dankbar für euren Input.

Lg Manu

Es gibt nicht den Deckoffizier, sondern Deckoffizier sind alle, die nicht Maschinenoffizier sind. Oder anders: Deckoffiziere sind die nautischen Offiziere (und darunter eben auch der Kapitän) und die Maschinenoffiziere sind die technischen Offiziere.

Servus,

Erstmal danke für die Antwort. Ich weiß, auf grossen Schiffen gibt es 1. 2. und 3. Decksoffizier mit unterschiedlichen Zusatzaufgaben. Auf Militär Schiffen ist ein Seemannspatent erforderlich. Mir geht es um ein kleines Zivilschiff mit max. 15 Mann Besatzung, auf dem jemand ehrenamtlich als Decksoffizier arbeiten soll. Derjenige hat auf einem sogenannten “pleasure craft” (unter 26 m Länge) schon verschiedenste Aufgaben erfüllt und will jetzt wissen, ob er aufgrund seiner Erfahrung die Funktion guten Gewissens ausfüllen kann.

Danke und lg

Wobei, du hast mir doch schon Mal sehr geholfen. Dass fast jeder Offizier als decksoffizier gilt haben mir Google und KI nicht verraten.

Ehrenamtlich. Also irgendeine Stiftung, Verein, oder sowas?

Da hilft nur eins: Fragen. Mit welchen Aufgaben soll er betraut werden und mit was nicht? Das klärt man am Besten in einem Gespräch, zu dem es ja bestimmt sowieso kommen wird.

Servus, Jörg

Angeboten und angefragt wurde bisher nur die Funktion als decksoffizier, wobei bekannt ist, das derjenige noch nicht einmal einen Segelschein besitzt, aber in neun Jahren etwas Erfahrung gesammelt hat und mit immer verantwortungsvolleren Aufgaben betraut wurde.

Aber mit Verantwortung geht auch einher, dass man für die Sicherheit aller Crewmitglieder zuständig ist. Der fragesteller hat nach Basic safety refresher eigentlich nur angeboten, als Deckshand - gegen Bezahlung - zu arbeiten plus seiner früheren Funktionen als u.a. Rudergänger und Brückenwache.

Aber auch ohne Bezahlung ist derjenige wieder bereit an Bord zu arbeiten. Er will nur nicht riskieren, Aufgaben zu erfüllen, für die er nicht ausreichend qualifiziert ist.

Danke, lg

Dann ist das Gespräch dringend notwendig. Im Zweifelsfall muss es mit einem “Nein” abgeschlossen werden.

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Kannst Du diese Verwendung des Begriffes im Deutschen belegen? Oder bist Du hier mit dem glischen “deck Officer” durcheinandergeraten? Das ist aber dann ein “false friend2, ähnlich wie “adminstration” und “administration”.

In der Deutschen Marine waren bis bis Ende der dreißiger Jahre die Deckoffiziere eine eigene Rangklasse zwischen Manschaftsdienstgraden und Offizieren, vergleichbar den Warrant Offivers im britischen Spachgebrauch:

Warrant Officer – Wikipedia

Bis heute bezeichnet der DeckSoffizier bei der Marine einen Doienstposten im Eher untergeordneten Dienst:

Nun kenne ich mich in der zivielen Schiffahrt nicht so aus, aber der Begriff Deck(s)offizier hat in den oben genannten Bedeutungen eine weit zurückgehende Tradition, und in der Regel sind auch in der zivilen Schiffahrt die Gebräuche nicht so völlig anders wie in der Marine. Es würde mich also sehr wundern, wenn amn einen zivilen Kapitän als Deckoffizier bezeichnen würde, der traditionell ja eine eher niedrige Charge war …

Die Frage, was ein Decksoffizier auf einem kleinen zivilen Schiff mit kleiner Masdchaft und kliner Zahl an Offizieren für Aufgaben hat, ist also durchaus sinnvoll.

Beste Grüße,

Max

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Ich würde das auch nicht als gegeben ansehen. In der deutschen Seefahert kenne ich den Begriff nur als einen untergeordneten Offizier mit speziellen aufgaben.

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Das korrelliert mit der klassischen Beschreinung des Deck(s)offiziers in der marine, der oft ein altgedienter Seemann mit großer Erfahrung, aber ohne Offizierspatent war. Kann sein, dass diese Bezeichnung für seinen Posten genau aus diesem Grund gewählt wurde: Mangels Segelschein ist er kein Offizier, aber aufgrund seiner Erfahrung mehr als ein Mannschaftsmitglied.

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Nein. Mir ist nur in Erinnerung geblieben, dass zwei Personen, die zur See bzw. deutsche Binnengewässer und küstennahe Gewässer befuhren, den Begriff so verwendeten. Nun weiß ich natürlich nicht, ob die beiden sich das ausgedacht haben oder ob das damals einfach der auch noch in Deutschland (unter deutschen „Seeleuten“) gebräuchliche Begriff war.

Zumindest scheint der Begriff - auch wenn er in Deutschland ja formal eigentlich nicht mehr verwendet wird - immer noch verwendet zu werden. Andernfalls gäbe es ja die Frage nicht.

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Der Begriff wird in der Marine bis heute verwendet, aber ist eben kein Rang mehr, sondern nur ein Dienstposten.

Ein grundsätzliches Problem dürfte aber sein, dass solche Begriffe je nach Eigner/Reederei auch (traditionell) leicht unterschiedlich belegt sind. Hat man ja in anderehn Berufszweigen auch.

Grüße,

Max

Servus, nach Wochen Zoom Konferenz für F (fragesteller):

Verhandlungsmasse war zwar mangels Informationen über Aufgaben suboptimal.

Aber: aufgrund englischer Konversation zweier nicht native english speaker stellt sich heraus: der Posten heißt Decksmanager! Braunwasserentsorgung und Landstromanschluss zählen nicht zu den originären Aufgaben, Frischwasserversorgung und gefahrstofflagerung (Benzin, Lösungsmittel etc) optional, was f kann. Kranbedienung kann f wohl beigebracht werden. RHIB-wartung und Bedienung fallen in den Aufgabenbereich des RHIB Drivers.

Erfahrung als Rudergänger und Brückenwache sind Hochwillkommen und gewährleisten Erstattung der Reisekosten. Das neue Schiff ist wieder ein pleasure craft.

Vielen Dank für euer Feedback. Lg Manuela

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