Aufhängung der Inneren Organe

Hi,

obwohl ich vor längerer Zeit selbst bei vielen (unterschiedlichen) OPs im Bauchraum zuschauen konnte ist mir immer noch nicht ganz klar, wie diverse Organe an Ort und Stelle gehalten werden.
Bei einigen, welche klein sind oder „große“ Verbindungen/„Anschlüsse“ z.B. an den Blutkreislauf haben (Herz, Leber, Nieren, Lunge) kann ich das noch halbwegs vermuten. Der Darm braucht 'glaub keine extra Befestigung weil er sich eh viel bewegt und auf sich selbst aufliegt.

Aber wie sieht es z.B. mit den inneren weiblichen Geschlechtsorganen aus? Kann mich nicht daran erinnern, großartige Bänder oder ähnliches an der Gebärmutter gesehen zu haben. Und die Eileiter allein werden kaum einen gefüllten Uterus halten können (zumal der bei einer Schwangerschaft wohl höher liegt als sie selbst).
BTW: Wie kommt das mütterliche Blut eigentlich zur Plazenta?

Achja, wo wir schon mal beim Thema Gynäkologie sind. Wird die Gebärmutterschleimhaut eigentlich nur durch die Schwerkraft aus dem Körper befördrt? Was ist, wenn diese fehlt (Schwerelosigkeit)?

Viele Grüße,
J~

Hi,

obwohl ich vor längerer Zeit selbst bei vielen
(unterschiedlichen) OPs im Bauchraum zuschauen konnte

beim gucken immer AUGEN AUF :wink:

ist mir
immer noch nicht ganz klar, wie diverse Organe an Ort und
Stelle gehalten werden.
Bei einigen, welche klein sind oder „große“
Verbindungen/„Anschlüsse“ z.B. an den Blutkreislauf haben
(Herz, Leber, Nieren, Lunge) kann ich das noch halbwegs
vermuten.

Der Darm braucht 'glaub keine extra Befestigung weil
er sich eh viel bewegt und auf sich selbst aufliegt.

Der hat ein sog. „Meso“

Aber wie sieht es z.B. mit den inneren weiblichen
Geschlechtsorganen aus? Kann mich nicht daran erinnern,
großartige Bänder oder ähnliches an der Gebärmutter gesehen zu
haben. Und die Eileiter allein werden kaum einen gefüllten
Uterus halten können (zumal der bei einer Schwangerschaft wohl
höher liegt als sie selbst).

Und was die alles für bänder haben. Ich sag jetzt nur mal Lig. teres uteri.
Ein gutes anatomiebuch (z.b. frick-leonhardt-stack) wird dir da alles weitere sagen…

BTW: Wie kommt das mütterliche Blut eigentlich zur Plazenta?

Ist das jetzt ernst gemeint?
Mal ernsthaft. Was genau möchest du hier wissen?

Achja, wo wir schon mal beim Thema Gynäkologie sind. Wird die
Gebärmutterschleimhaut eigentlich nur durch die Schwerkraft
aus dem Körper befördrt? Was ist, wenn diese fehlt
(Schwerelosigkeit)?

Wow! Also, ich hab mal ne astronautin getroffen; und mir fallen schon viele fragen ein; ABER gerade jetzt ärger ich mich, daß ich DAS nicht gefragt hab…
Kontraktionen fallen hier ja weg. Keine ahnung, vielleicht schicken die die nur an den tagen zwischen den tagen…

LG Alex:smile:

Hi,

beim gucken immer AUGEN AUF :wink:

:smile:
ich hab ja nicht selbst operiert :wink: und obwohl mir ganz vieles gezeigt wurde, wurde nicht jede OP extra für mich unterbrochen (aber immerhin eine Bypass-OP, was sehr beeindruckend war!).

Der hat ein sog. „Meso“

Was ist das?
Die Bildersuche von google fand leider keine Bilder…

Und was die alles für bänder haben. Ich sag jetzt nur mal Lig.
teres uteri.

ah, danke für das Stichwort!
Hier gibts ein Bild:
http://www.vobs.at/bio/sex/s-sk-weiblich.htm
Leider sieht man hier nicht, wo die Bänder enden die die Gebärmutter und Eierstöcke halten. Auch hatte ich den Uterus „freier im Raum“ in Erinerung; aber das liegt vielleicht an der entleerten Blase und der MIC-OP (Gasfüllung).

Ein gutes anatomiebuch (z.b. frick-leonhardt-stack) wird dir
da alles weitere sagen…

Hast du einen bestimmten Band im Kopf? Unsere Uni-Bibliothek listet mehrere der drei Autoren…

BTW: Wie kommt das mütterliche Blut eigentlich zur Plazenta?

Ist das jetzt ernst gemeint?
Mal ernsthaft. Was genau möchest du hier wissen?

Ja, ist ernst :smile:
Aber auf dem o.g. Link sieht man ja auch die Gebärmutterschlagader die wohl hoffentlich :wink: hinreichend flexibel und dimensioniert ist.
Dann verändere ich die Frage mal zu: Wo findet der Sauerstoffübergang zwischen mü. und fetalem Blutkreislauf statt? Bleibt ja eigentlich nur
Gebärmutterschlagader -> Gebärmutterschleimhaut -> Plazenta -> Kind
übrig…

BTW: ich weiß auch immer noch nicht wirklich, was aus der inneren Nabelschnurverbindung beim älterwerden wird. Gibt es die Verbindung Bauchnabel -> Bauchaorta später immer noch? Sicher nicht. Was geschieht mit ihr?

Wow! Also, ich hab mal ne astronautin getroffen; und mir
fallen schon viele fragen ein; ABER gerade jetzt ärger ich
mich, daß ich DAS nicht gefragt hab…

Sowas fragt man ja auch nich :wink:
Ist aber eigentlich ein ganz normales medizinisches Problem im Vorfeld einer Missionsplanung finde ich :smile:
Über den Stuhlgang im Weltraum (Kamera im Klo) „darf“ ja schon in der Sendung mit der Maus gesprochen werden. Aber _das_ ist wohl noch Tabuthema :wink:
Einige Wochen wie bisher (hormonell) zu überbrücken dürfte kein Problem sein. Aber wie sieht es mit den ja bereits seit Jahren stattfindenden Langzeitmissionen aus?

Kontraktionen fallen hier ja weg. Keine ahnung, vielleicht
schicken die die nur an den tagen zwischen den tagen…

Neenee, das ist nicht praktikabel :smile:

Grüße,
J~

Hi!

Und Ufff… am besten beantwortet man deine Fragen, indem man mit dir zusammen einen Anatomieatlas betrachtet, aber versuchen wir es so… :wink:

Die meisten Organe werden an Ort und Stelle gehalten von Bändern, bindegewebigen Netzen oder von anliegenden anderen Strukturen:
Zum Beispiel:

(Herz,

liegt in einem „netz“, dem sogenannten Perikard, und mit diesem liegt es zwischen den Lungenflügeln eingepfercht auf dem Zwerchfell (reitet sozusagen darauf). Von oben wird es festgehalten durch seine eigenen großen Schlagadern, der Aorta und der Lungenschlagader.
Bild: http://herz.qualimedic.de/Herzbeutel.html

Leber,

teilweise von unten mit dem Zwerchfell verbunden, der Rest wird von Bändern gehalten.
Bilder (nicht toll, aber besser als nix):
http://fulton.edzone.net/cites/winkler-science/team2…
http://www.hepcbc.ca/Images/Liver-2.gif

Nieren,

liegen in einem dicken Fettpolster auf einem dicken Muskel, der schräg dahinter verläuft. In der Höhe werden sie gehalten durch die Nierenarterien, die durch den hohen arteriellen Druck waagerecht von der Bauchaorta ausgehen und durch den Druck die Nieren teilweise auch halten können.
Bild: http://www.niele.net/work/abb/exkretion2.jpg (ohne die Fettpolster, aber dennoch erkennbar, denk ich)

Lunge)

Hier wird es schwieriger. Wird zum einen vom den starren großen (Haupt-)Bronchien und der Trachea gehalten (starr, weil aus Knorpel) und zum anderen durch 2 Netze, die die Lunge umgeben. (Diese erkläre ich jetzt nicht, weil komplizierter).
Bild: http://www.leeds.ac.uk/meso/meso_disease.htm

Der Darm braucht 'glaub keine extra Befestigung weil
er sich eh viel bewegt und auf sich selbst aufliegt.

Nicht ganz, der Dickdarm ist teilweise befestigt: und zwar der horizontal verlaufende Teil, die vertikalen Anteile hängen frei herab (ist ja auch logisch).
Der Dünndarm hingegen liegt relativ frei, ist also nicht völlig fixiert, aber dennoch liegt er in einem Netz aufgehängt (dem Peritoneum oder Bauchfell). Sehr schwierig zu erklären, daher einige Bilder:
http://www.abicko.cz/images/abctisk/44/26/6931.jpg
http://mywebpages.comcast.net/wnor/peritoneum.htm
http://www2.lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/Bauchfel…

Aber wie sieht es z.B. mit den inneren weiblichen
Geschlechtsorganen aus? Kann mich nicht daran erinnern,
großartige Bänder oder ähnliches an der Gebärmutter gesehen zu
haben. Und die Eileiter allein werden kaum einen gefüllten
Uterus halten können (zumal der bei einer Schwangerschaft wohl
höher liegt als sie selbst).

Doch, es gibt eine ganze Reihe von Bändern :wink:
einige sieht man hier:
http://us.i1.yimg.com/us.yimg.com/i/he/acs/uterus.gif
http://www.redmsc.org.uk/resources/uterus%20oviduct.jpg
Und diese Bänder machen die Größenzunahme der Gebärmutter bei der Schwangerschaft mit :wink:

BTW: Wie kommt das mütterliche Blut eigentlich zur Plazenta?

Nu, in absoluter Kurzform:

Das befruchtete Ei dringt in die Gebärmutterschleimhaut ein und ein Teil der Zellen wird zur Plazenta umgewandelt. Die Plazenta besteht also zum Teil aus ursprünglicher Gebärmutterschleimhaut und zum Teil aus Zellen vom Kind. Genau diese Teilung bewirkt die „Schrankenfunktion“ der Plazenta: nicht das Blut wird ausgetauscht (!), sondern nur die Stoffe, die ausgetauscht werden sollen (z.b. diffundieren über diese Schranke Nährstoffe und Sauerstoff).
P.S.: daraus folgt: die Nabelschnur „gehört“ dem Kind :wink:
Schema: siehe hier: http://www.rund-ums-baby.de/plazenta.htm
Das Blut für die Plazenta stammt natürlich aus der Gebärmutter.

Weitere Infos (und paar Bilder): http://www.merian.fr.bw.schule.de/mueller/Schueler/F…

Achja, wo wir schon mal beim Thema Gynäkologie sind. Wird die
Gebärmutterschleimhaut eigentlich nur durch die Schwerkraft
aus dem Körper befördrt?

Nö, wieder Kurzform:
Kurz vor der Menstruation kommt es zu einer Ischämie-Phase (=„Blutleere“), dabei erschlaffen die vorher aufgebauten Arterien der Gebärmutterschleimhaut und dann fließt wieder Blut rein. Dadurch zerreißen die Arterien aber und so wird die SChleimhaut abgestoßen, was zusätzlich durch Kontraktionen der Gebärmutter unterstützt wird (und was leider für viele Frauen schmerzhaft ist).

Gruß,
Sharon

Hi Sharon!

Gute Auflistung!
Ohne Deine Leistung schmälern zu wollen habe ich aber trotzdem ein paar Ergänzungen:

Einerseits mag ich Dir kaum glauben, daß die Nieren durch den Druck der Gefäße gehalten werden - wie könnte es sonst zur Ausbildung von Wandernieren kommen?

http://www.gesundheit.de/fileadmin/bilder_import/the…

Deine Ansicht zum vertikalen Anteil des Dickdarmes solltest Du Deinem Anatomieprof. verheimlichen. Er liegt retroperitoneal (hinter dem „Bauchfell“). Na gut, Anfang und Ende liegen - wenn man so sagen will - „frei“ intraperitoneal.

Was man vielleicht noch anmerken sollte ist,

  • daß die Organe ohnehin auf Grund der engen „Packung“ im Körper nicht allzuviel Bewegungsspielraum haben.
  • daß die Befestigung nicht allzu „starr“ ist, sondern daß ganze bei aufrechter Körperlage sich nach unten bewegen kann und dadurch die Bauchwand und der Beckenboden nicht unwesentlich zum Halt der Organe beitragen (zum Beispiel Gebärmuttersenkung bei Beckenbodenschwäche).

Gruß
Peter

Hi Peter!

Einerseits mag ich Dir kaum glauben, daß die Nieren durch den
Druck der Gefäße gehalten werden - wie könnte es sonst zur
Ausbildung von Wandernieren kommen?

Tjo, O-Ton meines Anatomie-Profs :wink:
Gemerkt hab ich mir seinen O-Ton übrigens genau WEGEN den Wandernieren - weil ich mir das nicht vorstellen konnte :wink:
Warum es Wandernieren dennoch gibt, hab ich bis heute net rausgefunden, erklärt sich aber vielleicht dadurch - wie ich schon schrieb -, daß die Nieren dadurch nur zum Teil festgehalten werden.

Deine Ansicht zum vertikalen Anteil des Dickdarmes solltest Du
Deinem Anatomieprof. verheimlichen. Er liegt retroperitoneal
(hinter dem „Bauchfell“). Na gut, Anfang und Ende liegen -
wenn man so sagen will - „frei“ intraperitoneal.

Ja gut, das hab ich etwas schludderig formuliert :wink:
Aber die komplizierten Lageverhältnisse einem Fachunkundigen zu erklären, ist nicht ganz einfach :wink:

Gruß,
Sharon

Hi Sharon,

sooo, komme ich endlich zum antworten :smile:

Erstmal vielen Dank für dein Posting…

Und Ufff… am besten beantwortet man deine Fragen, indem man
mit dir zusammen einen Anatomieatlas betrachtet,

Sehr gerne! Wann darf ich vorbeikommen? Und wo wohnst du nochmal :wink:
Ich hatte damals ein Buch eines japanischen Chirurgen (?) mit vielen Bildern. War super interessant!

Sehr schwierig zu erklären,
daher einige Bilder:
http://www.abicko.cz/images/abctisk/44/26/6931.jpg
http://mywebpages.comcast.net/wnor/peritoneum.htm
http://www2.lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/Bauchfel…

Sehr schöne Bilder! Man kann deutlich erkennen, dass die Darmschlingen nicht einfach so „rumliegen“. Hätte ich nicht gedacht.

Aber wie sieht es z.B. mit den inneren weiblichen
Geschlechtsorganen aus? Kann mich nicht daran erinnern,
großartige Bänder oder ähnliches an der Gebärmutter gesehen zu
haben.

Doch, es gibt eine ganze Reihe von Bändern :wink:
einige sieht man hier:

Wenn ich mir die Bilder so anschaue, bestätigt sich wieder meine Erinnerung, dass man auf dem Foto die Bänder recht schwer erkennen kann wenn sie einem nicht explizit gezeigt werden :wink:
Das „Band“ scheint ja auch eher eine Art Fläche zu sein, die die Gebärmutter rechts und links großflächig aufhängt. Ich denke, nun habe ich es begriffen.
Die Eierstöcke sind am gleichen Band befestigt wie der Uterus, sehe ich das richtig auf der Zeichnung? Die Eileiter sicher auch, oder? Hier unterscheiden sich Zeichnung und Foto :wink:

Und diese Bänder machen die Größenzunahme der Gebärmutter bei
der Schwangerschaft mit :wink:

Ist von Vorteil :smile:

OK, weils so gut lief noch eine Extrafrage:
Oft hört man, dass Regelschmerzen nicht (nur) direkt von der Gebärmutter ausgehen, sondern vom Bauchfell.
Was ist denn das Bauchfell, kann man das hier http://www.redmsc.org.uk/resources/uterus%20oviduct.jpg erkennen und warum soll es für die Schmerzen verantwortlich sein?

nicht das Blut wird ausgetauscht (!), sondern nur die Stoffe,
die ausgetauscht werden sollen

Ist klar, sonst hätten wir ja immer die gleiche Blutgruppe usw wie unsere Mutter… :smile:

Leider ist damit meine Frage aus dem anderen Posting was aus der inneren Nabelschnur wird noch nicht beantwortet :frowning: Vielleicht kannst du ja nochmal deinen Prof. fragen? *g*

Achja, wo wir schon mal beim Thema Gynäkologie sind. Wird die
Gebärmutterschleimhaut eigentlich nur durch die Schwerkraft
aus dem Körper befördrt?

Kurz vor der Menstruation kommt es zu einer Ischämie-Phase
(=„Blutleere“), dabei erschlaffen die vorher aufgebauten
Arterien der Gebärmutterschleimhaut und dann fließt wieder
Blut rein. Dadurch zerreißen die Arterien aber und so wird die
SChleimhaut abgestoßen, was zusätzlich durch Kontraktionen der
Gebärmutter unterstützt wird (und was leider für viele Frauen
schmerzhaft ist).

Hmm, rein technisch bin ich noch nicht davon überzeugt, dass das für einen vollständigen Abtransport aus dem Körper unter Schwerelosigkeit ausreicht. Vielleicht sollte ich tatsächlich mal an die ESA schreiben. Falls das Thema dort überhaupt schon durchdacht wurde.

Viele Grüße,
J~

Hi nochmal!

Wenn ich mir die Bilder so anschaue, bestätigt sich wieder
meine Erinnerung, dass man auf dem Foto die Bänder
recht schwer erkennen kann wenn sie einem nicht explizit
gezeigt werden :wink:

Tjo, das ist meistens so :wink:

Das „Band“ scheint ja auch eher eine Art Fläche zu sein, die
die Gebärmutter rechts und links großflächig aufhängt. Ich
denke, nun habe ich es begriffen.

Es gibt ja nicht nur diese „Fläche“ (Ligamentum latum uteri), sondern auch Bänder (z.b. das Ligamentum teres uteri). Auf dem Foto ist mit B am ehesten der Eileiter bezeichnet, aber darunter sieht man schon einige straffe Züge im Bindegewebe, die halt diese Haltebänder sind. Leider hab ich im Netz kein tolles Bild gefunden, sonst täte ich es dir zeigen :-/

Die Eierstöcke sind am gleichen Band befestigt wie der Uterus,
sehe ich das richtig auf der Zeichnung? Die Eileiter sicher
auch, oder? Hier unterscheiden sich Zeichnung und Foto :wink:

Teilweise ist der Eileiter im Ligamentum latum fixiert, aber auch über andere Strukturen (z.B. Ligamentum suspensorium ovarii). Fest fixiert ist er aber nicht, da er rund um den Eierstock wandern muß, um ein springendes Ei aufzufangen.
Der Eierstock ist tatsächlich an der Stelle etwa am Uterus verbunden, an der die Eileiter entspringen und zwar übers Ligamentum ovarii proprium, was man auf der Zeichnung - wenn man’s weiß - auch erkennen kann :wink:

Oft hört man, dass Regelschmerzen nicht (nur) direkt von der
Gebärmutter ausgehen, sondern vom Bauchfell.

Echt? Naja, man diskutiert, ob das Menstruationsblut dafür verantwortlich ist. Denn die Eileiter sind ja zur Bauchhöhle hin offen und in manchen Fällen fließt das Menstruationsblut nicht nur über die Vagina raus, sondern ein Teil fließt auch in den Bauchraum. Das kann natürlich auch das sehr empfindliche Bauchfell von unten reizen und somit Schmerzen auslösen. (Und nebenbei ist dies auch eine der Ursachen für Endometriose! :wink: ).

Was ist denn das Bauchfell, kann man das hier
http://www.redmsc.org.uk/resources/uterus%20oviduct.jpg
erkennen

Nun ja, mit 100%iger Sicherheit kann ich es dir nicht sagen, aber soweit ich das sehe, blickst du genau darauf :wink:
Der Uterus ist ja oben vom Bauchfell überzogen und dieses ist feucht glänzend. Siehe nochmal: http://www2.lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/Bauchfel… (die blaue Linie ist das Bauchfell)

Leider ist damit meine Frage aus dem anderen Posting was aus
der inneren Nabelschnur wird noch nicht beantwortet :frowning:
Vielleicht kannst du ja nochmal deinen Prof. fragen? *g*

Du meinst damit die Verbindung vom Bauchnabel zum Blutkreislauf des Kindes?
Vor der Geburt sieht es so aus: http://www.gesundheit.de/roche/pics/p20996.002-1.html -> da, wo die blaue und rote Ader aufhören, sich nicht mehr umeinander zu schlängeln, ist der Bauchnabel. Dahinter kommt ein dickes Gefäß, das eine Umleitung (Ductus venosus Arantii) um die Leber darstellt und das Blut in die untere Hohlvene (Vena cava inferior) führt. Die Leber braucht das Kind vor der Geburt (fast) nicht, weil die Stoffwechselarbeit von der Mutter geleistet wird.

Direkt nach der Geburt stellt sich der gesamte Kreislauf des Neugeborenen um. Das ist etwas kompliziert, daher spare ich mir Einzelheiten :wink:
Die Folge dieser Umstellung ist aber, daß diese Umleitung (Ductus venosus) verkümmert - allerdings nicht völlig verschwindet, sondern zu einem - wie sollte es sein - Band wird, dem sogenannten Ligamentum venosum.
Davon hab ich jetzt leider auch kein Bild gefunden und verweise mal auf gängige Anatomiebücher, wie z.b. den Sobotta oder Benninghoff.

Hmm, rein technisch bin ich noch nicht davon überzeugt, dass
das für einen vollständigen Abtransport aus dem Körper unter
Schwerelosigkeit ausreicht. Vielleicht sollte ich tatsächlich
mal an die ESA schreiben. Falls das Thema dort überhaupt schon
durchdacht wurde.

Hmmm, also wenn ich bedenke, daß es die letzten paar tausend Jahre gut funktioniert hat…*g*

Vielleicht ist noch erwähnenswert, daß beim Zerreißen der Gebärmutterschleimhaut Stoffe sezerniert werden, die das Menstruationsblut ungerinnbar machen - und durch denn ständigen Fluß und die Kontraktionen der Gebärmutter wird die Höhle wieder sauber :wink:

Außerdem, wenn du dir nochmal diese Abbildung anguckst: http://www2.lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/Bauchfel… dann siehst du, daß die Gebärmutterhöhle keine Höhle ist - die Seitenwände liegen arg eng aneinander. Ich weiß jetzt nicht, wie stark die Kontraktionen sind, aber dürfte wohl klar sein, daß bei den Kontraktionen nicht mehr viel drinbleibt (bis auf das nachfließende Blut natürlich).

Gruß,
Sharon

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N’abend :smile:

Das „Band“ scheint ja auch eher eine Art Fläche zu sein, die
die Gebärmutter rechts und links großflächig aufhängt. Ich
denke, nun habe ich es begriffen.

Ligamentum ovarii proprium, was man auf der Zeichnung - wenn
man’s weiß - auch erkennen kann :wink:

:smile:
Ich werde mir das Bild morgen noch mal genauer anschauen. Das blöde bei realen Blicken und Fotos ist ja, dass irgendwie alles rot ist und man die unterschiedlichen Strukturen nicht farblich unterscheiden kann :wink:

Oft hört man, dass Regelschmerzen nicht (nur) direkt von der
Gebärmutter ausgehen, sondern vom Bauchfell.

Echt?

Ja, hört man so :smile:

Denn die Eileiter sind ja zur Bauchhöhle
hin offen

Die sind offen?? :wink: Hoffentlch intaveniert hier nicht wieder einer. Die sind nicht wirklich offen, oder? Dann gäbe es ja über Scheide, Gebärmutter, Eileiter eine direkte Verbindung zwischen Außenwelt und Bauchraum. Dachte immer, sowas gibt es nicht…

empfindliche Bauchfell von unten reizen und somit Schmerzen
auslösen. (Und nebenbei ist dies auch eine der Ursachen für
Endometriose! :wink: ).

Du verwirrst mich :wink:
Endometriose wird doch durch (Gebärmutter-)Gewebe an der falschen Stelle, nicht durch Blut verursacht…

Der Uterus ist ja oben vom Bauchfell überzogen und dieses ist
feucht glänzend. Siehe nochmal:
http://www2.lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/Bauchfel…
(die blaue Linie ist das Bauchfell)

Dank dir. In der obersten Zeile haben ich nach dem Begriff natürlich nicht gesucht :wink:

Du meinst damit die Verbindung vom Bauchnabel zum
Blutkreislauf des Kindes?

Ja genau. Das konnte mir bisher leider noch nie jemand erklären.

http://www.gesundheit.de/roche/pics/p20996.002-1.html ->

das sieht doch anderes aus, als ich es mir immer vorgestellt habe. Bisher dachte ich, der Weg zwischen Bauchnabel und Aorta wäre direkter. Dass das Blut aus den Beinaterien zurückfließt, ist erstaunlich…

Die Folge dieser Umstellung ist aber, daß diese Umleitung
(Ductus venosus) verkümmert - allerdings nicht völlig
verschwindet, sondern zu einem - wie sollte es sein - Band
wird, dem sogenannten Ligamentum venosum.

Auf welcher „Seite“ ist das später befestigt? Am Bauchnabel von innen ist dochnicht mehr, oder? Also an der anderen Seite?

Davon hab ich jetzt leider auch kein Bild gefunden und
verweise mal auf gängige Anatomiebücher, wie z.b. den Sobotta
oder Benninghoff.

Ich werde mal bei gelegenheit in unserer Uni-Bib vorbei schauen.

Hmm, rein technisch bin ich noch nicht davon überzeugt, dass
das für einen vollständigen Abtransport aus dem Körper unter
Schwerelosigkeit ausreicht.

Hmmm, also wenn ich bedenke, daß es die letzten paar tausend
Jahre gut funktioniert hat…*g*

Ich bin mir relativ sicher, dass das noch überhaupt nie unter Schwerelosigkeit erprobt wurde :smile: Alle bisherigen Langzeitastronauten sind IMHO Männer.
Würdest du dich für einen Versuch zur Verfügung stellen, deine nächste Menstruation im Kopfstand verbringen und uns deine Erfahrungen mitteilen? *lach*

Höhle wieder sauber :wink:

Höhle klingt irgendwie nett :smile:)

dann siehst du, daß die Gebärmutterhöhle keine Höhle ist -
die Seitenwände liegen arg eng aneinander.

Ja, so sieht das immer auf Zeichnungen aus :wink: Real und auf Fotos ist die Höhle *g* aber eher birnenförmig, rund. So sieht sie auch aus, wenn man sie (nach einer Entfernung :frowning: ) quasi in Händen hält.

Ich weiß jetzt
nicht, wie stark die Kontraktionen sind, aber dürfte wohl klar
sein, daß bei den Kontraktionen nicht mehr viel drinbleibt
(bis auf das nachfließende Blut natürlich).

Okay, hoffen wir, dass das Blut dann den Weg durch die Scheide auch noch findet. Die restliche Blutverteilung im Körper ist unter Schwerelosigkeit nämlich IMHO nicht besonders angenehm (nach der Rückkehr schon gar nicht).

Viele liebe Grüße,
J~
PS: machst du eigentlich einen Facharzt? *grins*

N’abend :smile:

N’acht! :wink:

Denn die Eileiter sind ja zur Bauchhöhle
hin offen

Die sind offen?? :wink:

Äääh, wieso? Meinst du wegen Infektionen?
Die sind hier kein großes so Problem, weil:

  • Vaginalbakterien sehr gefräßig
  • Gebärmutterhals ist (außer während der Periode) praktisch dicht wegen Schleimpfropf
  • Flimmerepithel im Eileiter befördert alles weitere nach draußen

Sollten Bakterien und andere Viecher es dennoch bis dahin geschafft haben, kommen sie meist nimmer sehr weit, denn der Eileiter verklebt bei Infektionen ziemlich flott.

Allerdings hast du mich jetzt auch grad ein wenig verwirrt…
*überleg*
Also, Tubenende und Ovar liegt intraperitoneal, der Uterus eher subperitoneal. Das Mesovarium und das Meso von der Tube wird aber von einer Dublikatur des Peritoneums gebildet, das das Lig. latum uteri bildet - ja, wie liegt jetzt was wie?!? Hüüülfe!

Ok, ich glaub, ich geh lieber ins Bett, das überleg ich mal morgen weiter *g*

empfindliche Bauchfell von unten reizen und somit Schmerzen
auslösen. (Und nebenbei ist dies auch eine der Ursachen für
Endometriose! :wink: ).

Du verwirrst mich :wink:

Nicht doch :wink:

Endometriose wird doch durch (Gebärmutter-)Gewebe an der
falschen Stelle, nicht durch Blut verursacht…

Ja, aber im Blut schwimmen doch die ganzen zerfezten Reste der Gebärmutterschleimhaut. Und laut der z.Z. gängigen Theorie gelangt eben auf diese Weise das Gewebe an die falschen Stellen.

Dass das Blut aus den Beinaterien zurückfließt,
ist erstaunlich…

Naja, die Beinchen wollen ja auch noch etwas vom Blut abbekommen, damit sie groß und stark werden :wink:

Die Folge dieser Umstellung ist aber, daß diese Umleitung
(Ductus venosus) verkümmert - allerdings nicht völlig
verschwindet, sondern zu einem - wie sollte es sein - Band
wird, dem sogenannten Ligamentum venosum.

Auf welcher „Seite“ ist das später befestigt? Am Bauchnabel
von innen ist dochnicht mehr, oder? Also an der anderen Seite?

Öööh, also am Bauchnabel hab ich nix gesehen - aber vielleicht finden sich noch etwas fachkundigere Personen ein *g*
Zumindest an der Leber ist es noch vorhanden:
http://us.i1.yimg.com/us.yimg.com/i/edu/ref/ga/l/108…

Würdest du dich für einen Versuch zur Verfügung stellen, deine
nächste Menstruation im Kopfstand verbringen und uns deine
Erfahrungen mitteilen? *lach*

Theoretisch schon, auch wenn mein letzter Kopfstand schon 'ne Weile her ist *g*
Aber leider wird der Versuch nicht funktionieren, da du bedenken mußt, daß sich die Vagina nicht so schön raus befördert und hier wohl eher die SChwerkraft ran muß :wink:

Höhle wieder sauber :wink:

Höhle klingt irgendwie nett :smile:)

Pffft, ich meinte doch nur, daß Frauen halt schon immer gute Putzen waren, sei es Höhle oder Villa oder… *g*

dann siehst du, daß die Gebärmutterhöhle keine Höhle ist -
die Seitenwände liegen arg eng aneinander.

Ja, so sieht das immer auf Zeichnungen aus :wink: Real und auf
Fotos ist die Höhle *g* aber eher birnenförmig, rund. So sieht
sie auch aus, wenn man sie (nach einer Entfernung :frowning: ) quasi
in Händen hält.

Das liegt wohl daran, daß die Muskelschicht der Gebärmutter so irre dick ist, innen drin ist aber nur ein klitzekleiner Spalt.
Apropos - was nimmst du bloß alles in die Hand?!

PS: machst du eigentlich einen Facharzt? *grins*

Nein, aber wenn ich noch mehr solcher Fragen beantworte, werd ich noch zu einem *lach*
Na im Ernst: du glaubst gar nicht, was die von einem in den Prüfungen alles wissen wollen - nämlich alles *schiefguck und seufz*

Gruß,
Sharon

Hi,

so, bevor der Artikel in den Senken des Archivs verschwindet… Komme z.Zt. nur selten ins Netz :frowning:

Äääh, wieso? Meinst du wegen Infektionen?

Ja, meinte ich :smile:

Endometriose wird doch durch (Gebärmutter-)Gewebe an der
falschen Stelle, nicht durch Blut verursacht…

Ja, aber im Blut schwimmen doch die ganzen zerfezten Reste der
Gebärmutterschleimhaut. Und laut der z.Z. gängigen Theorie
gelangt eben auf diese Weise das Gewebe an die falschen
Stellen.

Aha. Von dir kann man ja echt was lernen :smile: Hat sich deine Mühe also gelohnt.

Naja, die Beinchen wollen ja auch noch etwas vom Blut
abbekommen, damit sie groß und stark werden :wink:

Ehrlich gesagt hatte ich bisher keine Gedanken gemacht wie das Blut wieder zurückkommt. Dachte, dass Blut fließt in die Aorta und verteilt sich von dort irgendwie…

Theoretisch schon, auch wenn mein letzter Kopfstand schon 'ne
Weile her ist *g*

Vielleicht ist auch jemand bereit dich ein wenig zu halten :wink:

Aber leider wird der Versuch nicht funktionieren, da du
bedenken mußt, daß sich die Vagina nicht so schön raus
befördert und hier wohl eher die SChwerkraft ran muß :wink:

Deshalb frage ich ja anfangs :wink: Weil ich eben dachte, dass das Ganze ohne Schwerkraft nicht läuft (im wahrsten Sinne *g*). Bei den geplanten Langzeitraumflügen müssen die Frauen wohl leider zuhaus bleiben.

Apropos - was nimmst du bloß alles in die Hand?!

Naja, „Hand“ war vielleicht etwas übertrieben. Nach einer Entfernung wurden sie bei uns aber immer in solche Plastikschälchen gelegt wie man sie auch aus der Feinkostsalattheke im Supermarkt kennt.

Na im Ernst: du glaubst gar nicht, was die von einem in den
Prüfungen alles wissen wollen - nämlich alles *schiefguck und
seufz*

Tja, das „Medizin“ ein Lernstudium ist weiß man doch :wink:

Viele Grüße und nochmal danke für die ganzen Erklärungen! Hab ''ne Menge gelernt was ich immer schon mal wissen wollte.

Viele Grüße,
J~