Hallo zusammen!
Folgendes beschäftigt mich schon einige Zeit:
Seit wann hat sich eigentlich in der Gesellschaft der Gedanke durchgesetzt, alte Gebäude, Gegenstände oder was auch immer für die Nachwelt zu erhalten.
Früher wurde altes ja, sobald es nicht mehr von Nutzen war, zerstört oder einfach den Naturgewalten überlassen, während man heutzutage für alles was alt ist, Denkmalpflege betreibt. Seit wann gibt es diese Idee und wer hat wieso damit angefangen?
Ich hoffe, meine Frage ist verständlich formuliert 
Freundliche Grüße
Jerry
Hallo !
Das sagt Meyers Lexikon von 1906 dazu :
Die Bestrebungen der Denkmalpflege, der auf die Erhaltung und den Schutz von wissenschaftlichen und Kunstdenkmälern gerichteten Tätigkeit der Kulturvölker, beginnen um die Wende des 18. Jahrh. mit dem Wirksamwerden der Kunstwissenschaft, aber auch mit dem Erstarken des Nationalgefühls bei einzelnen Nationen. Sie hat sich neuerdings mehr und mehr zu einem eignen Berufszweig ausgebildet. Der ersten Denkmalpflege-Gesetzgebung darf sich Griechenland rühmen (1834). Besonders früh und mustergültig hat auch Frankreich seine Denkmalpflege organisiert (Einsetzung der Commission des monuments historiques, des wichtigsten Organs der dortigen Denkmalpflege 1837; Denkmalschutzgesetz 1887). In Deutschland ist die Denkmalpflege noch nicht einheitlich von Reichs wegen geregelt; die einzelnen Bundesstaaten haben ihre besondern Einrichtungen. In Preußen beginnt nach Voraufgang verschiedener Einzelmaßregeln die eigentliche Organisation der Denkmalpflege 1841 mit der Einsetzung eines Konservators der Kunstdenkmäler (v. Quast). Besondere Förderung hat sie dann seit 1885 durch Persius erfahren (Einsetzung von Provinzialkonservatoren, Förderung der Denkmalverzeichnung [Inventarisation], Schaffung eines Organs, die »Denkmalpflege« [seit 1899], im Anschluß an das preußische »Zentralblatt der Bauverwaltung« etc.). In Österreich werden die Geschäfte der Denkmalpflege durch die k. k. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und ihre Helfer besorgt. Allenthalben in den verschiedenen Ländern stehen Geschichts-, Altertums- und ähnliche Vereine in ihrem Dienst. Über die Grundsätze der Denkmalpflege gehen die Ansichten z. T. noch auseinander. Vorherrschend ist die Anschauung, daß die Denkmalpflege sich nicht in puristischer Weise nur auf die Hinterlassenschaft bestimmter Zeiten, z. B. des Mittelalters, erstrecken soll, sondern daß in ihr Gebiet die Denkmäler aller abgegrenzten, ja überhaupt aller Kulturepochen fallen.
[Lexikon: Denkmal, S. 2 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 40124 (vgl. Meyer Bd. 4, S. 641 ff.)]
mfgConrad
adelige Bauherren
In Ergänzung zu Conrads Antwort sei darauf hingewiesen, dass fürstliche Bauherren aus Respekt vor ihren Ahnen nie alte Schlossteile abrissen, sondern anbauten. So kann man noch heute durch den Renaissanceteil der Münchner Residenz gehen (bis 1945 war das aúch in Berlin möglich).
Die kirchlichen Bauherren waren da rigoroser, und machten eher radikale Schnitte, wenn es um Neubauten ging.
Andreas
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