Aufklärung für 9jährigen

Hallo liebe Wissenden,

mein Sohn ist 9 und hat ADHS. Seit einer Weile versuche ich ihn an die Tatsachen des Lebens heranzuführen. Bei meiner Tochter (nun 16) habe ich damit bewusst früh begonnen. Mit 6 oder so lasen wir „Peter, Ida und Minimum“, meine Tochter fand das spannend und interessant. Als meine Tochter dann 7 war wurde ich wieder schwanger und wir konnten das Thema vertiefen, in den nachfolgenden Jahren konnten immer mal wieder Fragen gestellt werden. Heute weiss sie perfekt Bescheid.
Soweit, sogut.

Mein Sohn mag das Buch nicht und findet das ganze Thema sau doof. Er sagt er weiss das alles (tut er nicht) und wehrt sofort ab, wenn ich damit anfange.
Irgendwas ist da schiefgelaufen, aber was?
Wisst ihr irgendwelche Bücher für 9jährige Jungs, die man mal lesen könnte, mit dem Kerlchen zusammen? Ich meine, ich habe ja schon aufgegeben ihn genauer in die Geheimnisse des weiblichen Zykluses einzuführen und so :wink: — aber wenigstens ein Basiswissen sollte er doch haben, oder?

Gruss!

Hallo,

mein Sohn ist 9 und hat ADHS.

mein Patensohn (übrigens jetzt auch 9, und auch aus München) hat auch AD/HS, und der würde mich jetzt fragen, was das mit der Aufklärung zu tun hat … vielleicht würde er sich sogar darüber ärgern, dass das hier steht …

Mein Sohn mag das Buch nicht und findet das ganze Thema sau
doof. Er sagt er weiss das alles (tut er nicht) und wehrt
sofort ab, wenn ich damit anfange.

genauso würde mein Patensohn auch reagieren, weil er die Idee schwachsinnig finde würde, dass seine Mama ihm (der ja mit Freuden in der Schule und im Hof unten auch schon ganz kräftig übers Ficken undso redet) mit einem Buch seine Wissenslücken stopfen will als wäre sie seine Lehrerin …

Den Hinweis, dass er den Wissensstoff halt doch nicht ganz beherrscht, würde er mit „mir doch egal“ entgegnen - und Recht hätte er.

Mein Gott, bis Dein Sohn 16 ist, hat er die Aufklärung auch hinter sich gebracht, es besteht doch gar keine Notwendigkeit, ihm mit einem Buch aufzulauern, das ihn halt nicht interessiert oder an die Schule erinnert.

Das Essen und das Schuhe binden hast Du ihm ja auch nicht mit einem Buch beigebracht, warum denn dann unbedingt die Sexualität.

Ich glaube ehrlich (ist nicht böse gemeint, und mag auch falsch sein, ich kenn Dich ja nicht), dass Du das Buch eher für Dich brauchst, um den irgendwann kommenden unstrukturierteren und untheoretischeren Fragen Deines Sohnes zur Sexualität gleich von vorne herein auszuweichen.

Irgendwas ist da schiefgelaufen, aber was?

m.E. noch gar nichts!

Ich meine, ich habe
ja schon aufgegeben ihn genauer in die Geheimnisse des
weiblichen Zykluses einzuführen und so :wink: — aber wenigstens
ein Basiswissen sollte er doch haben, oder?

m.E. auch Nein!

er sollte in erster Linie kundige und kindgerechte Antworten auf seine Fragen bekommen, aber exaktes Wissen über den weiblichen Zyklus ist für einen 9jährigen genauso spannend wie Genetik oder Zellbiologie …

Das ist Biologie 8. Klasse (oder so), und sollte es auch sein.

Viele Grüße
Franz

Hallo…

mein Patensohn (übrigens jetzt auch 9, und auch aus München) hat
auch AD/HS, und der würde mich jetzt fragen, was das mit der
Aufklärung zu tun hat … vielleicht würde er sich sogar darüber
ärgern, dass das hier steht …

Tja, mit ADHS fällt das zuhören und aufpassen eben noch schwerer. Deshalb habe ich es erwähnt.

genauso würde mein Patensohn auch reagieren, weil er die Idee
schwachsinnig finde würde, dass seine Mama ihm (der ja
mit Freuden in der Schule und im Hof unten auch schon ganz
kräftig übers Ficken undso redet) mit einem Buch seine
Wissenslücken stopfen will als wäre sie seine Lehrerin …

Ich weiss ja nicht ob du eigene Kinder hast, oder nur diesen Patensohn. Ich bin eben der Meinung das Eltern ihnen das Wissen vermitteln sollten, denn was dabei rauskommt, wenn sie es nicht tun und die Kinder ihr ganzes Wissen aus dem halbbgaren Gerede vom Schulhof haben, wissen wir ja nun alle zur Genüge.

Mein Gott, bis Dein Sohn 16 ist, hat er die Aufklärung auch
hinter sich gebracht, es besteht doch gar keine Notwendigkeit,
ihm mit einem Buch aufzulauern, das ihn halt nicht interessiert
oder an die Schule erinnert.

Ich habe meinem Kind sonst auch alles im Leben beigebracht, unter anderem Manieren, Schuhe zubinden, Spielregeln, Fragen beantwortet und so weiter, bisher ganz gut.Warum sollte ich gerade dieses wichtige Thema auslassen und verklemmt darauf warten, dass er es schon irgendwoher lernen wird? Ich denke das ist auch die Aufgabe der Eltern und nicht sich darauf zu verlassen dass er alles weiss, wenn er 16 ist, egal woher.

Ich glaube ehrlich (ist nicht böse gemeint, und mag auch falsch
sein, ich kenn Dich ja nicht), dass Du das Buch eher für Dich
brauchst, um den irgendwann kommenden unstrukturierteren und
untheoretischeren Fragen Deines Sohnes zur Sexualität gleich von
vorne herein auszuweichen.

Hätte ich irgendwelche Probleme oder würde versuchen dem Thema auszuweichen würde ich einfach gar nichts tun - und warten dass er seine Wissenslücken auf dem Schulhof oder bei Kumpels füllt.

exaktes Wissen über den
weiblichen Zyklus ist für einen 9jährigen genauso spannend wie
Genetik oder Zellbiologie …

Ja schade das Ironie an dich verschwendet ist, denn eigentlich habe ich einen Zwinkersmiley dazugemacht um anzuzeigen dass ich Spass gemacht habe.

Auch Gruß

2 „Gefällt mir“

Hi!

Was müssen Neunjährige wirklich wissen?

  1. Woher die Babies kommen.
  2. Wie Geschlechtsverkehr funktioniert.

Letzteres vor allem, weil sie dann die ganzen netten Ausdrücke, vom f-Wort beginnend, zuordnen können.
Ersteres halt ich heutzutage eh für normales Kinderwissen, oder gibt es tatsächlich noch Leute, die daraus ein Geheimnis machen?

Bei uns steht in der vierten Klasse Volksschule „der Mensch“ auf dem Lehrplan. Dazu gehört auch das Thema Schwangerschaft, und üblicherweise beantworten die Lehrer dann _alle_ aufkommenden Fragen.

Ich habe mir daher meine Kinder vorher geschnappt und sie kurz und sachlich informiert, wie Geschlechtsverkehr funktioniert. (Über die Schwangerschaft wußten sie Bescheid, aber es kamen nie Fragen, wie das Baby denn in den Bauch kommt. Erst die Kleinen haben schon ein bissl früher nachgefragt.)
Selbstverständlich habe ich ihnen gesagt, daß ich für weitere Fragen jederzeit zur Verfügung stehe. Sie wollten aber nur weg.

Alles andre, wie Details zum Zyklus, zur Verhütung, zu sexuellen Praktiken hat Zeit. Zumindest bei uns (Österreich) wiederholt sich das Thema in der zweiten und vierten Klasse Gymnasium (6. und 8. Schulstufe), theoretisch immer detaillierter. Meine Großen stöhnten spätestens in der Vierten nur noch „Nicht schon wieder!“
Allerdings schüttelten sie dann auch über Klassenkollegen den Kopf, die noch immer nicht kapiert hatten, wie der Zyklus abläuft oder diverse Verhütungsmittel funktionieren. (So gesehen ist die häufige Wiederholung also durchaus sinnvoll.)

Mädchen sollten natürlich rechtzeitig vor der Menarche wissen, was mit ihrem Körper geschieht.

alien

Hi,

Ja schade das Ironie an dich verschwendet ist, denn eigentlich
habe ich einen Zwinkersmiley dazugemacht um anzuzeigen dass
ich Spass gemacht habe.

Nun sei doch nicht gleich so :wink:

Dafür, dass ich meine Antwort so harsch formuliert habe, um damit auszudrücken, wie unbegründet ich Deine Sorgen finde, gibts halt keinen Smiley …

Sorry, falls es falsch rübergekommen ist!

mein Patensohn (übrigens jetzt auch 9, und auch aus München) hat
auch AD/HS, und der würde mich jetzt fragen, was das mit der
Aufklärung zu tun hat … vielleicht würde er sich sogar darüber
ärgern, dass das hier steht …

Tja, mit ADHS fällt das zuhören und aufpassen eben noch
schwerer. Deshalb habe ich es erwähnt.

Das ist richtig, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Kind schon ganz schön dran leidet, wenn die Mutter eine solche „Entschuldigung“ (die ein Kind in so einem Kontext, wo sie ziemlich unangebracht ist, schnell als Herabstufung verstehen kann) an den Beginn eines Gesprächs setzt, auch wenn es noch so gut gemeint ist.

Sorry, das war jetzt wieder hart ausgedrückt, und ich weiß ja nicht, ob diese Passage hier die reine Ausnahme war, aber falls Du tatsächlich zu dieser nicht unverbreiteten „Mein Sohn kann nix dafür, er hat ADS“-Haltung neigst, kannst Du ja selbst entscheiden, ob Du mit dieser Kritik was anfangen kannst.

genauso würde mein Patensohn auch reagieren, weil er die Idee
schwachsinnig finde würde, dass seine Mama ihm (der ja
mit Freuden in der Schule und im Hof unten auch schon ganz
kräftig übers Ficken undso redet) mit einem Buch seine
Wissenslücken stopfen will als wäre sie seine Lehrerin …

Ich weiss ja nicht ob du eigene Kinder hast,

ja, 2 Mädchen, aber beide noch viel zu klein für dieses Thema (ich habe das Alter aber bei den Kindern mit Ex-Freundin durchaus „live“ erlebt)

Ich bin eben der Meinung das Eltern ihnen das
Wissen vermitteln sollten, denn was dabei rauskommt, wenn sie
es nicht tun und die Kinder ihr ganzes Wissen aus dem
halbbgaren Gerede vom Schulhof haben, wissen wir ja nun alle
zur Genüge.

das ist richtig, aber ich wollte ja gerade sagen, dass man dabei mit Bedacht vorgehen muss, und dabei nicht „von oben herab“ dieses „Wissen“ entwerten darf durch irgendwelche „Aufklärungsgespräche“;

ich denke schon, dass das ein Hinweis ist, der es mitbedacht zu werden wert ist.

Ich habe meinem Kind sonst auch alles im Leben beigebracht,
unter anderem Manieren, Schuhe zubinden, Spielregeln, Fragen
beantwortet und so weiter, bisher ganz gut.Warum sollte ich
gerade dieses wichtige Thema auslassen und verklemmt darauf
warten, dass er es schon irgendwoher lernen wird?

Da hast Du mich dabei gehörig missverstanden!

Ich habe gesagt, dass ich das Thema Sexualität nicht anders nahebringen würde als das Schuhe binden, und dass ich es -wie bei allem anderen auch- nicht „aufdrängen“ würde, sondern als Antwort auf seine (versteckten) Fragen und Anspielungen ganz natürlich peu à peu anbringen würde, und nicht „klassisch“ im Mutter-Sohn-Gespräch mit illustrierter Lektüre.

Hätte ich irgendwelche Probleme oder würde versuchen dem Thema
auszuweichen würde ich einfach gar nichts tun

auch und gerade die „Theoretisierung“ eines Themas kann eine Form von Ausweichen sein.

(um mich zu wiederholen, will ich Dir damit nichts unterstellen, sondern lediglich diesen Hinweis in den Raum stellen, ob Du damit was anfangen kannst, kannst Du nur selbst wissen)

Ich würde mir bei einem 9jährigen jedenfalls noch keine Gedanken machen, ob „was schiefgelaufen“ ist, nur weil er keine Lust auf ein Aufklärungsgespräch-mit-Mama hat, aber Du kennst Deinen Sohn, nicht wir.

Schönen Abend!
Franz

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Ein wenig spät?
Hallo,

mein Sohn ist 9 und hat ADHS. Seit einer Weile versuche ich
ihn an die Tatsachen des Lebens heranzuführen.

Irgendwie vermisse ich die Begründung, warum Du so ein wichtiges Thema wie sexuelle Aufklärung bisher aufgeschoben hast?

Bei meiner
Tochter (nun 16) habe ich damit bewusst früh begonnen.

Und bei Deinem Sohn bewusst spät? Verstehe ich nicht.
Wenn er sich so dermaßen dagegen sperrt, vermute ich mal dass er sich schämt. Es ist ihm o.ber.peinlich mit Dir darüber zu sprechen.

Gibt es in Deinem Umfeld vielleicht eine männliche Person Deines und seines Vertrauens, der mal mit ihm reden könnte? Das würde ihm vielleicht leichter fallen…

Wisst ihr irgendwelche Bücher für 9jährige Jungs, die man mal
lesen könnte, mit dem Kerlchen zusammen?

Gehe in einen Buchhandel und lasse Dich beraten. Was Du für geeignet erachtest, nimm mit. Aber 9jährige sind keine „Kerlchen“, sag mal, verniedlichst Du ihn? :wink:
Meistens haben sie schon einen erstaunlich treffenden Wortschatz und wissen auch annähernd Bescheid.
Also würde ich nicht auf das gemeinsame Lesen bauen, sondern das Buch ganz einfach mal an einer strategisch günstigen Stelle liegenlassen. Bestimmt ist er „doch“ interessiert und wird irgendwann danach greifen.

Wenn Du wolltest, dass er sein Wissen nicht vom Schulhof erhält, sondern von Dir, hättest Du ihm mit 5 Jahren schon sagen sollen wie Kinder entstehen :wink:.

Ich meine, ich habe
ja schon aufgegeben ihn genauer in die Geheimnisse des
weiblichen Zykluses einzuführen und so :wink:

Das wäre auch eher was für ein 9jähriges Mädchen. Das braucht er (noch) nicht wissen. Vielleicht solltest Du Dich auch nach geeigneter Lektüre umsehen - nämlich darüber, was ein Junge an der Schwelle zur Pubertät über sich, seine Gefühle und seinen Körper wissen sollte.

Gruß
Lilith

Lassen wir es *L* – irgendwie habe ich mich wohl falsch ausgedrückt denn ich werde total falsch verstanden.
Trotzdem danke.

kann schon mit ADS zu tun haben
Hallo zusammen!

Dass sie das ADS ihres Sohnes erwähnt hat ist m.E. kein Persilschein für alles.
Sondern eher eine Erklärung dafür, dass es sich bei diesem Kind vielleicht etwas schwieriger gestaltet als bei anderen Kindern.

Nicht *nur*, weil die Konzentration schnell flöten geht, sondern auch, weil einige ADS-ler sich enorm schwer damit tun über „sowas“ wie Gefühle, Körper, Sexualität offen zu sprechen.
Sie mögen sich vielleicht noch nichtmal von Eltern in den Arm nehmen lassen, scheuen Körperkontakte, geschweige denn dass sich vorstellen wollen, was die Erwachsenen in Sachen Sex machen!

Das hat mit ihrer anderen Wahrnehmung zu tun (aufgemerkt, ADS wird auch als Wahrnehmungsstörung bezeichnet)!

Und auch die Kinder, die sonst eine große Klappe haben - wie Ben berichtete - können sich in der Zweisamkeit eines Aufklärungsgespräches total unwohl fühlen.

Mir gefällt es nicht, wie sich an der einen Bemerkung einer Mutter aufhängt wird, wobei eigentlich etwas ganz anderes gefragt wurde!

Meine Idee zur Aufklärung: evtl. (D)einen Mann des Vertrauens mit einbeziehen, oder den Sohn offen fragen was er denn nun schon konkret weiß.

Unser Sohn hatte sich mit 4 Jahren alles (!) erfragt. Einfach, weil es ihn interessierte.
Daher denke ich, dass jedes Kind seine ureigene Zeit der Aufklärung hat. Spätestens im schulischen Sexualkunde-Unterricht sollte jedes Kind wissen woher, wie und was.

Angelika

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Hallo,

Mein Sohn mag das Buch nicht und findet das ganze Thema sau
doof. Er sagt er weiss das alles (tut er nicht) und wehrt
sofort ab, wenn ich damit anfange.
Irgendwas ist da schiefgelaufen, aber was?

Ich glaube, nichts.
Dein Sohn ist bereits in einem Alter, wo dieses Thema vermutlich eher als „peinlich“ betrachtet wird. An deiner Stelle würde ich jetzt einfach auf die Schule vertrauen, denn das Thema wird in der Grundschule und später noch im Biologieunterricht ausführlichst behandelt.
Ich würde hier nur auf aktive Fragen des Kindes reagieren und nicht versuchen, ihm ein Thema aufzudrängen, das ihn anscheinend zur Zeit nicht interessiert.

Beatrix

Hi,

ich finde nicht, dass man es der Schule und den Kumpels überlassen sollte. Keiner von uns überlässt es dem Kindergarten seinen Liebsten beizubringen wie man sicher über die Strasse kommt ohne vom Auto überfahren zu werden.

In welchem Alter man anfängt seinem Kind die eine oder andere Information schon mal „vorab“ zu stecken hängt von den Situationen (z.B. Geschwisterchen ist unterwegs oder Mama und Papa erwischt, etc) ab.

Und auch überwiegend auf Fragen zu antworten halte ich für den Anfang als ausreichend aber ab einem gewissen Alter sollte die Verantwortung für eine gute Aufklärung schon in den Händen der Eltern bleiben.

Viele vertrauen doch eher aus Bequemlichkeit darauf das es die Schule oder die Freunde machen aber die Qualität ist doch glaube ich eine andere, wenn man es seinem Kind selbst beibringt und auch dadurch signalisiert das man immer für ein Gespräch dafür zu haben ist.

Viele Grüße
Me

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Hallo,

das Buch ist ja nun für eine eindeutig jüngere Zielgruppe geschrieben, soweit ich weiß. Außerdem wird deinem Sohn das Thema unglaublich peinlich sein. War es mir in dem Alter auch, allerdings beschaffte ich mir mein Wissen lieber aus diversen Lexika als von der Straße. Dass die Kumpels nämlich alle nur schlau taten und nichts wussten, durchschaute ich recht schnell.
Mein Rat wäre nun, ihm ein Jugendlexikon und/oder ein „Aufklärungsbuch“ für Jugendliche zu kaufen. Beim Lexikon ist dein Geld sicher besser angelegt, das kann man immer mal brauchen und ist für ihn auch ohne Peinlichkeiten anzunehmen.
Dass er ADHS hat, wird bei der Geschichte keine so große Rolle spielen, die meisten Kinder sind in dem Alter so (meine sind zwar noch jünger, ich kann mich aber an meine eigene Kindheit und die meines Bruders noch lebhaft erinnern).
Die Vermittlung des Wissens der Straße und/oder der Schule überlassen würde ich auch nicht. Für die direkte Wissensvermittlung durch dich dürfte es aber etwas spät sein.

Viele Grüße

Heike

Ganz ehrlich: mir ist unklar, wie man es heutzutage schafft, ein Kind neun Jahre lang von diesem Thema fernhalten zu können. Es sei denn, man hat keinen Fernseher :wink:. Damit meine ich keine Sexfilme, sondern z.B. Sendungen wie „Mein Baby“ oder auch ganz normale Filme.

Mein Sohn ist fünf Jahre alt und bereits aufgeklärt.

Himmel,
Natürlich weiss mein Sohn woher die babies kommen. Ich dachte nur, dass ich ihm das etwas _genauer_ erklären sollte. Und dass ich damit nicht erst gestern angefangen habe hatte ich ja auch geschrieben!

Ganz ehrlich:

Ganz ehrlich: mir ist nicht klar wie man mein Posting so falsch interepretieren kann.

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Besser könnte ich es nicht sagen… oT

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke. oT
olp

Hallo,

du scheinst das Thema aber schon sehr von der „weiblichen
Seite“ anzupacken (zumindest so, wie du das beschrieben hast).
Ich würde Bücher usw. vergessen (außer vielleicht eines
für Erwachsene, also a la Lexikon oder so, einfach rumliegen
lassen, ohne Kommentar) und das tun, was ich bei anderen
Themen, die ich für wichtig halte (aber meine Jungs eher nicht).
Immer mal wieder Gesprächsangebote machen (keine aufdringlichen,
sondern an Zeitungsartikel, Filme, Gesprächsfetzen angeknüpft)
und warten, ob irgendeine Nachfrage kommt. Und eben auf die
„männliche Sichtweise“ achten (was interessiert einen Jungen erstmal
der Zyklus der Frau, aber Erektion, Gummis, Schambehaarung, etc.
interessieren schon).

Gruß
Elke

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Ganz ehrlich:

Ganz ehrlich: mir ist nicht klar wie man mein Posting so
falsch interepretieren kann.

Dann entschuldige bitte. Hatte es wirklich anders verstanden.

Hallo,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich bestimmte Themen (darunter: Aufklärung, nicht mit Fremden mitgehen, Rauchen, Drogen, Alkohol) am besten in scheinbar oder tatsächlich beiläufigen Gesprächen vermitteln lassen. Meine Söhne (9 und fast 11 und beide ADHS) blockten jedesmal ab, wenn mein Mann oder ich mit einem Sachbuch zu einem bestimmten Thema angefangen haben, das haben wir dann ganz schnell gelassen (schon im Kindergartenalter).
Was meine über Sex wissen, habe ich ihnen Gesprächen vermittelt, die sich aus auftretenden Fragen ergaben:
Wir sind in der Stadt unterwegs, Marius (damals gerade 10) muss aufs Klo, findet dort einen Kondomautomaten und teilt mir mit als wir uns draußen wieder getroffen haben, dass er es ja ganz schon eklig findet, dass ein solcher Apparat da im Klo steht. Ich frage ihn ob er weiß wofür Kondome gebraucht werden, ergänze seine Antwort um die fehlenden Details (er wußte von Schwangerschaft, ich habe ihm von HIV und Geschlechtskrankheiten im allgemeinen erzählt). Dann kam die Frage, warum es die (Kondome) denn mit Erdbeergeschmack gibt. Ich habe so gut wie möglich versucht „Lust“ zu erklären, und das es ja vielleicht der ein oder andere schön findet, wenn… Daraufhin von Marius: Lass uns bitte das Thema wechseln, das ist mir jetzt zu eklig.

Ich finde es gut, dass du das Thema Aufklärung vermitteln möchtest, und es nicht der Schule oder dem Zufall überlassen willst, dass dein Sohn vielleicht aufgeklärt wird, allerdings ist Kids, vor allem Jungen in dem Alter einiges sehr peinlich und sie ekeln sich auch vor Sachen, die für uns normal sind, weil es über ihre Vorstellungskraft geht.
Ich glaube, dass sich genug Möglichkeiten für dich ergeben werden, dein Wissen eher beiläufig zu vermitteln als das Thema anhand von Büchern „abzuhaken“.

Viel Erfolg noch, und Mädchen sind anscheinend völlig anders, bestätigen mir zumindest permanent Mädchenmütter!!!

Gruß
Iris

Hi Iris,

du hast das Verfahren, dass ich auch anwende,
sehr gut erläutert. Ich finde autofahren, eine wunderbare
Gelegenheit meinen Söhnen beiläufig „Weisheiten“ unterzujubeln.
Von außen kommen Anregungen (Plakatwerbung, z.B.), im Radio
kommen Gesprächsfetzen usw. Die Jungs merken nicht mal,
dass man sich wirklich mit ihnen unterhält…
Autofahren hat auch noch einen weiteren tollen Effekt:
wenn sie zusammen hinten sitzen und untereinander reden,
auch mit Freunden, da wird total ausgeschaltet, dass es
einen Chaffeur gibt, der mithört.

Gruß
Elke