Aufklärung von 'Rennradfahrern' erwünscht

Hi

Ich versuche es mit einer logischen Erklärung: die vom
Ausgangsposter beschriebene Situation. Stark befahrene Straße,
viele LKW, daneben ein neuer Radweg.
Da gibt es m.E. gar nichts zu diskutieren, klar ist der Radler
auf dem Radweg sicherer. Gibt es nicht aus genau diesem Grund
überhaupt Radwege?

naja, aber er hat Platz und Muße neben dem Radfahrer rumzueiern und ihn während der Fahrt anzusprechen… oder war das nun gerade DIE Ausnahme auf der Strasse? Dieses Verhalten ist das gefährliche an der Strasse. Der Radfahrer überlebt diese gefährliche Straße ja scheinbar täglich, was den Poster zu stören scheint. Die Einschätzungen der Verkehrsdichte können auch weit auseinander gehen.

Wenn dem nicht so ist, könnte man die Radwege ja zur
Motorrad-Spur umwidmen…

nein - wenn ein Benutzungspflicht besteht und die Radwege objektiv benutzbar sind… aber ich kann dir in Berlin welche Zeigen die als Cross-Strecke geeignet wären :smile:

HH

Hi Helge,

Ich versuche es mit einer logischen Erklärung: die vom
Ausgangsposter beschriebene Situation. Stark befahrene Straße,
viele LKW, daneben ein neuer Radweg.
Da gibt es m.E. gar nichts zu diskutieren, klar ist der Radler
auf dem Radweg sicherer. Gibt es nicht aus genau diesem Grund
überhaupt Radwege?

naja, aber er hat Platz und Muße neben dem Radfahrer
rumzueiern und ihn während der Fahrt anzusprechen… oder war
das nun gerade DIE Ausnahme auf der Strasse?

Aus der beschriebenen Reaktion des Radlers lässt sich schließen, dass er schon ein paar mehr Autofahrer geärgert hat…

Dieses Verhalten
ist das gefährliche an der Strasse. Der Radfahrer überlebt
diese gefährliche Straße ja scheinbar täglich, was den Poster
zu stören scheint.

Wohl kaum.
Ein Heroinabhänger überlebt zudem auch täglich. Bis es halt vorbei ist.
Was ist das also für eine Bgründung?
Er bringt sich und andere in Gefahr, nur weil er die bösen Autofahrer ärgern will.
Mir drängte sich gerade ganz deutlich folgender Gedanke auf: zieht den Querulanten-Ar… aus dem Verkehr…

Die Einschätzungen der Verkehrsdichte
können auch weit auseinander gehen.

Wenn mehr als 1 Auto dort fährt, hat er m.E. auf der Straße nichts verloren, da es ja einen guten Radweg gibt.
Ich verstehe das Problem nicht.

Wenn dem nicht so ist, könnte man die Radwege ja zur
Motorrad-Spur umwidmen…

nein - wenn ein Benutzungspflicht besteht und die Radwege
objektiv benutzbar sind… aber ich kann dir in Berlin welche
Zeigen die als Cross-Strecke geeignet wären :smile:

Was interessiert mich dieses Kommunistenkaff an der UdSSR- Grenze…?
In vernünftigen Städten gibt es vernünftige Radwege. Zudem schätze ich, gibt es in jeder Stadt mindestens ein 100m-Stück Radweg, das schadhaft ist und als Rechtfertigung für asoziale Radler dient, die Straßen zu blockieren.

Alle weiteren Argumente meinerseits findest Du weiter unten im Mega-Thread dazu…

Grüße,

Mathias

behelligt mich nicht mit Fakten…

Ich versuche es mit einer logischen Erklärung: die vom
Ausgangsposter beschriebene Situation. Stark befahrene Straße,
viele LKW, daneben ein neuer Radweg.
Da gibt es m.E. gar nichts zu diskutieren, klar ist der Radler
auf dem Radweg sicherer.
Gibt es nicht aus genau diesem Grund überhaupt Radwege?

Mit Lesen hast Du es nicht so, oder? Das sind echte Unfallzahlen, die ich dir da präsentiert habe. Und die zeigen, dass Radler auf dem Radweg nicht sicherer sind. Es gibt übrigens einige Studien, Internetseiten, Forschungsprojekte die sich diesem Phänomen widmen.

Das ist übrigens keine Schande, das nicht zu wissen, das geht vielen so.

Aber Deine Entgegnung im Sinne von „Meine Meinung steht fest, behelligt mich nicht mit Fakten“ spricht mal wieder Bände.

kernig

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Hallo Ralf,

Bei dem beschriebenen Radweg muß es sich wohl um einen der
seltenen Fälle handeln, die weder gefährlich noch schikanös
noch beschädigt sind. Aber vielleicht hast Du Dir den Radweg
gar nicht richtig angeschaut…

Doch das habe ich - ich nutze ihn nämlich selbst regelmäßig.

Wenn sich Rennradfahrer unter diesen Umständen entschlossen
haben, prinzipiell jeden Radweg zu meiden, ist das völlig
verständlich.

Verständlich für den Radfahrer, aber nicht für die restlichen Strassenbenutzer.
Wenn Du sagst, Du nutzt den Radweg nicht weil er gefährlich, beschädigt oder schikanös ist so kann man genausogut den Spieß umdrehen und sagen, dass genau dieses Verhalten (Nutzung der Strasse bei Vorhandensein von Radwegen) auch gefährlich und schikanös ist. Dass der Radweg nicht so ausgelegt ist, dass die volle Geschwindigkeit eines Rennrades ausgenutzt werden kann kann nicht als Rechtfertigung angeführt werden, die Strasse entgegen den Vorschriften geltenden Rechtes zu nutzen. Sonst könnte man ja genausogut sagen, wenn auf der Strasse ein Stau ist, fahre ich mit meinem Motorrad auf dem Radweg oder mit dem Auto auf dem Standstreifen der Autobahn.

Das Risiko trägt er ja selbst. Und es auch

völlig verständlich, daß ihm Deine „Fürsorge“ nervt. Davon
haben wir nämlich schon genug: komischerweise laufen die
meisten guten Ratschläge von Autofahrerseite darauf hinaus,
daß Radfahrer als Störgröße für „Freie Fahrt für freie Bürger“
verschwinden.

Mit demselben Argument „Freie Fahrt für freie Radfahrer“ hast Du Dir doch gerade die Benutzung der Strasse legitimiert. Du (die Radfahrer) dürfen also und die Autofahrer nicht.

Und das ist auch der tiefere Sinn der Radwege.

Naja da kann man sicherlich wie so oft getrennter Meinung sein. Festhalten kann man doch, dass sich Radfahrer und andere Strassenbenutzer in vielen Dingen erheblich unterscheiden: Geschwindigkeit, Sichtbarkeit, Größe, etc.
Da machte es doch schon Sinn, hier unterschiedliche Fahrbahnen zu schaffen.

Wenn ich mit dem PKW zur nächsten Ortschaft fahre (25km),
begegne ich regelmäßig mindestens einen anderen PKW-Fahrer,
der sich über das Gesetz hinwegsetzt oder/und sich und
andere(!) gefährdet. Ich hätte also genug zu tun, mich ständig
unter der Rubrik „Vierräder“ über die PKW-Fahrer zu
beschweren. Doch ich sehe Deinen Namen dort auch nicht.
Vermutlich hast Du es auch nie gemacht. Ist es bei Euch nicht
normal, daß z.B. Tempo 50 überschritten wird?

Ich gebe gerne zu, dass ich mich auch über andere Verkehrsteilnehmer ärgere. Hierbei kann ich jedoch nicht so eine eindeutige Gruppe ausmachen wie bei den Rennradfahrern (ich meine jetzt natürlich nicht alle und pauschal aber eine gewisse Zuordnung des Verhalten zur Art des Fahrrads, zur Farbe der Bekleidung und zur Gefährlichkeit der Brille). Wenn sich viele rote VW-Polo Fahrer durch eine ständige Übertretung geltender Verkehrsregeln auszeichnen würden, dann würde ich aber auch das Forum „Rote Polo Fahrer“ suchen und da meinen Senf abgeben. Und ich habe in einem Geländewagenforum mit der Forderung diese unsinnigen Bullenfänger abzuschrauben, ähnliche Reaktionen erhalten.
Ich kann es ja gut nachvollziehen, dass es nervt, wenn man schnell vorankommen möchte und dass es mehr Spass macht auf der Strasse zu fahren. Aber es gibt auch ganz viele Sachen, die mich nerven oder mir Spass machen - wenn ich jedoch andere und mich gefährde kann ich das halt nicht alles machen.

denne

Ulli

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Wozu Radwege gut sind
Guten Morgen,

Da machte es doch schon Sinn, hier unterschiedliche Fahrbahnen
zu schaffen.

Das könnte man annehmen. Die Unfallzahlen sprechen da leider eine andere Sprache: Radwege erhöhen das Unfallrisiko. Wenn man gleich bei der Planung und beim Bau Radfahrer miteinbeziehen würde, könnte das vielleicht anders aussehen. Außerdem könnte man ja noch andere Risikofaktoren abschaffen, z.B. den grünen Rechtsabbiegerpfeil (ups, das könnte eine neue Diskussion auslösen :smile: )

In dem eingangs geschilderten Fall liegen die Dinge meiner Ansicht nach recht eindeutig: Der Radweg ist benutzungspflichtig, auch für Rennradler. Warum der Radler ihn nicht benutzen mag, weiß nur er selber (ich kann mir einige Gründe dafür und dagegen vorstellen, einige wurden hier auch schon genannt). Ob Du da ein „Drama“ (nicht bös gemeint, ich ärgere mich ja auch über das eine oder andere) draus machen willst, liegt widerum in Deinem Ermessen. Nur eine Bitte: Schmeiß nicht alle Radler, die vorwärtskommen wollen, in eine Schublade (wie das andere hier tun).

Ach so, hier noch 50 Gründe, warum man Radwege nicht benutzen sollte:
http://www.swb.de/personal/elch/50-gruende.html
Nur zur Anregung, gibt nicht ganz meine persönlichen Ansichten wider.
Hier sind nochmal die Unfallzahlen, schön aufgedröselt:
http://bernd.sluka.de/Radfahren/Vortragsfolien.html

Das habe ich eigentlich gesucht:

„Zeigen wir [zur kommenden Olympiade 1936] dem staunenden Auslaender einen neuen Beweis fuer ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Strassen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Aus einer Presserklärung des Reichsverkehrsministeriums zur Einführung der allgemeinen Radwegebenutzungspflicht in der RStVO vom 1. Okt. 1934)

Fand ich sehr interessant, am Rande. Das ist die Begründung für die Erfindung des Radweges. Ich finde, das könnte man im Jahre 2007 durchaus noch einmal anhand von Fakten überprüfen. :smile:

Schöne Grüße
kernig

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Hallo Ulli,

die Antwort warum gerade Rennradfahrer immer wieder die Straße statt den Radweg benutzen ist eigentlich ganz einfach.
Mit dem Rennrad ist man auf schmalen Reifen (in der Regel 23mm breit) mit 8 Bar Reifendruck und zwischen 30 und 40 Km/h unterwegs. Der Rahmen verfügt über keinerlei Federung (Federgabel, etc.).
Unter diesen Umständen sind die allgemein angebotenen Radwege einfach inakzeptabel.
Viele dieser „Radwege“ sind oft bereits so schlecht, das man sie selbst einem Fußgänger nicht mehr zumuten kann.
Ich für meinen Fall fahre mit meinem Rennrad viel lieber auf einem Radweg aber nur wenn ich nicht ständig über irgendwelche durch Wurzeln aufgebrochene Asphaltstücke oder riesige Schlaglöcher oder auf diesen unsäglichen Knochensteinen fahren muß.
Radwege mit Schotterbelag kommen da natürlich auch nicht in Frage.
Den Radfreund aus deiner Schilderung kann ich allerdings nicht verstehen (insofern der Radweg wirklich neu ist).

Ich würde mir von vielen Autofahrern (bin selbst einer) etwas mehr Gelassenheit wünschen.
In Frankreich hupt dich keiner zusammen oder meint er muß noch schnell an dir vorbei obwohl der Platz zum Überholen nicht wirklich reicht.

Gruß
JO (Rennrad- und Autofahrer)

Hallo Ulli,

Wenn Du sagst, Du nutzt den Radweg nicht weil er gefährlich,
beschädigt oder schikanös ist so kann man genausogut den Spieß
umdrehen und sagen, dass genau dieses Verhalten (Nutzung der
Strasse bei Vorhandensein von Radwegen) auch gefährlich

Nein, ist es eben nicht. Alle bekannten Untersuchungen und Statistiken beweisen das Gegenteil.
Wo sind die Untersuchungen, die beweisen, daß Radwege der Sicherheit dienen? Ich kann mich an ein Interview der bekanntesten Rennradzeitschrift „tour“ mit dem damaligen Bundesverkehrsminister erinnern, in der diese Frage gestellt wurde. Er wußte keine Antwort.

und
schikanös ist.

Wen schikaniere ich?

Dass der Radweg nicht so ausgelegt ist, dass
die volle Geschwindigkeit eines Rennrades ausgenutzt werden
kann kann nicht als Rechtfertigung angeführt werden, die
Strasse entgegen den Vorschriften geltenden Rechtes zu nutzen.

Ich fahre seit 16 Jahren wieder regelmäßig Rad. Dummerweise war mein einziger ernsthafter Unfall seitdem ein Radwegunfall - und zwar mit MTB mit normaler Geschwindigkeit.

Sonst könnte man ja genausogut sagen, wenn auf der Strasse ein
Stau ist, fahre ich mit meinem Motorrad auf dem Radweg oder
mit dem Auto auf dem Standstreifen der Autobahn.

Irrer Vergleich: Radwege sind zumeist systematisch schikanös gebaut.
Sie werden auch dann eingerichtet, wenn gar kein Platz dafür existiert.
Sie sind meist wesentlich länger und kurvenreicher als die Fahrbahn.
Die Fehler sind prinzipbedingt und geplant - und nicht vergleichbar mit einem zufälligen Stau.

Das Risiko trägt er ja selbst. Und es auch

völlig verständlich, daß ihm Deine „Fürsorge“ nervt. Davon
haben wir nämlich schon genug: komischerweise laufen die
meisten guten Ratschläge von Autofahrerseite darauf hinaus,
daß Radfahrer als Störgröße für „Freie Fahrt für freie Bürger“
verschwinden.

Mit demselben Argument „Freie Fahrt für freie Radfahrer“ hast
Du Dir doch gerade die Benutzung der Strasse legitimiert. Du
(die Radfahrer) dürfen also und die Autofahrer nicht.

Ich verbiete den Autofahrern keineswegs, den Radweg zu benutzen.
Ich vermute aber, daß er das gar nicht so gut findet, z.B. über Baumwurzeln zu hüpfen oder zwischen Mülltonnen Slalom zu fahren.
Stell Dir doch mal vor, es gebe 2 verschieden Straßen, die 2 Orte miteinander verbinden: die eine ist glatt und 3km lang, die andere 5km lang, überrascht durch ständige Unterbrechungen und Seitenwechseln und ist belegt mit massenweise Ästen und Scherben. Und jetzt wirst Du gezwungen, den zweiten zu benutzen, weil Du Polo fährst und keinen BMW.

Und das ist auch der tiefere Sinn der Radwege.

Naja da kann man sicherlich wie so oft getrennter Meinung
sein. Festhalten kann man doch, dass sich Radfahrer und andere
Strassenbenutzer in vielen Dingen erheblich unterscheiden:
Geschwindigkeit, Sichtbarkeit, Größe, etc.
Da machte es doch schon Sinn, hier unterschiedliche Fahrbahnen
zu schaffen.

Ich nehme an, Du setzt Dich für die Abschaffung von Zeichen 240 (gemeinsamer Fuß- und Radweg) ein. Damit hast Du Dich schon zu einen beträchtlichen Anteil gegen verfehlte Radwege ausgespochen.

Grüße
Ralf

Hallo,

In Frankreich hupt dich keiner zusammen

Nein, aber gehupt wird munter. Meist zur begrüßung oder zum Anfeuern am Berg …

Gruß,

Sebastian