Hallo, Desperado
Alte Menschen haben … schon lange resigniert.
Das muß nicht so sein. Sie haben nur ihren Platz in der Gesellschaft gefunden, eingenommen und füllen ihn (mit all seinen Rechten und Pflichten) aus - von Ausnahmen immer abgesehen.
Aber wieso braucht eine Gesellschaft eine Rangordnung?
Weil sie sonst nicht länger eine Gesellschaft wäre, sondern ein Haufen von Idealisten. Nicht ganz von ungefähr ist dem Wort „idiotäs“, das bei den alten Griechen noch den Menschen bezeichnete, der sich nicht um gesellschaftliche Belange kümmerte, seine heutige Bedeutung zugewachsen!
Eine Gesellschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass (und da ist der Mensch so gut wie das Schaf) sie sich in eine gemeinsame Richtung bewegt, entwickelt. Das ist nur dann möglich, wenn die „Brownsche Molekülbewegung des Einzelnen“ irgendwie eine gemeinsame bevorzugte Richtung annimmt.
Ich stelle nun die naive These auf, dass es ohne eine
bestimmte Gruppenordnung jedem Individuum besser gehen würde
Jeder für sich? Allein gegen alle? Ich befürchte, dass genau das eine Welt voller Ellenbogen unter der Knute der Stärkeren wäre.
Die Rangfolge wird allerdings nicht nach dem Nutzen einer
Person, sondern nach seiner potentiellen Macht verteilt.
Bekannt ist gleich mit mächtig.
So sieht es in unserer Gegenwart aus, aber es sieht nur so aus. Es ist die dumpfe Masse, die dem Glamour und Glitter hinterherhechelt, in der Hoffnung auf ein Quentchen mehr Bekanntheit. Es ist ein globaler Minderwetigkeitskomplex, dieses krampfhafte Schreien um Beachtung. Einer versucht den anderen zu übertönen, aber wenn ihnen dann jemand zuhört, kommt nicht mehr heraus als „Wattehattedudeda“. Auf lange Sicht wird das sich auch wieder legen.
Aus diesem primitiven Kreis kann man als einzelner Mensch
nicht ausbrechen, er erdrückt das Individuum, wenn es sich
außerhalb stellen will.
Aber wer schräg zum Strom schwimmt, kommt auch ans Ufer!
Ein Mensch der sich nicht vor anderen darstellt, sondern für
sich selbst lebt, rutscht für die Menschen in der Hackordnung
an unterste Stelle.
Nur für die, denen hohle Selbstdarstellung wichtig ist, die zu dumm oder zu bequem sind hinter die Maske zu sehen.
Der wichtigste Mensch, dessen Hochachtung und dessen Respekt man stets bewahren sollte, ist man selbst. Wem das gelingt, der wird auch die Achtung anderer finden.
Die Ungerechtigkeit der Gesellschaft gegen das Individuum.
Wo steht denn, dass eine Gesellschaft gerecht sein soll? Sie wird immer bestenfalls selbstgerecht sein.
Kein Grund zur Verzweiflung
Et hett noch emmer jut jejangen, wie man in Köln zu sagen pflegt!
Gruß Eckard.